Andreas Christoph Friedrich Sohnrey (* 9. April 1817 in Ossenfeld; † nach 1892Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden für das Jahr 1893, I. Abteilung, Alphabetisches Verzeichnis der Behörden etc., der Einwohner und Handels-Firmen. S. 803.) war ein hannoverscher LandvermesserWalter Buschmann: Stadtentwicklungsprojekte der 1850er Jahre, in ders.: Linden. Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert. (=Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. Band 92) Lax, Hildesheim 1981, ISBN 3-7848-3492-2 (überarbeitete Neuauflage, Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-5927-9.), S. 107–113; hier: S. 110 sowie Anm. 77: Straßenkostenstelle beim Bauamt Hannover ...; Vorschau auch bei Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. S. 161. und Zeichner bei der Königlichen Eisenbahndirektion in Hannover.Franz Rudolf Zankl: Hannovers Stadtgrundriß und seine Darstellung in älteren Stadtplänen. In: Hannoversche Geschichtsblätter Band 32 (1978), S. 95–154, hier S. 113, 142;

Leben Werdegang Sohnrey trat am 1. November 1836 in den Staatsdienst des Königreichs Hannover ein,Zeitschrift für Vermessungswesen 1887, S. 211 f.; Online im Internet Archive bevor er bei der im Zuge der beginnenden Industrialisierung am 13. März 1843 gegründeten Königlichen Eisenbahndirektion Hannover zunächst als einziger Zeichner in der Abteilung Technische Revision tätig war,Eisenbahn-Direction zu Hannover. In: Hannoverscher Staatskalender auf das Jahr 1846, Hannover: Druck und Verlag der Berenbergschen Buchdruckerei, Reitwallstraße No. 15, S. 357f.; Digitalisat über Google-Bücher später wird er auch als Landmesser und schließlich als „technischer Eisenbahnsecretair“ bezeichnet. Zeitweilig waren ihm bis zu 4 „Hülfs-Zeichner“ unterstellt.Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover, 1856, S. 481; Im hannoverschen Adressbuch von 1886 wurde er zudem als Plankammer-Verwalter sowie geprüfter und vereidigter Geometer geführt.Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden für das Jahr 1886, I. Abteilung, Alphabetisches Verzeichnis der Behörden etc, S. 688.

Wenngleich sich Sohnrey auf dem von ihm 1846 herausgegebenen Plan der Königlichen Residenzstadt Hannover als „Zeichner bei der Königlichen Eisenbahndirektion“ bezeichnete, hatte er offenbar genügend Zeit und Möglichkeiten, für verschiedene Auftraggeber zu arbeiten. Er entfaltete vor allem in den Jahrzehnten nach Beginn des Eisenbahnbaus rege Tätigkeiten. Eine systematische Sichtung zumindest der in Hannover erhaltenen Akten und Unterlagen sowie eine vollzählige Listung seiner hannoverschen Vermessungsarbeiten hat bis zum Stand 1960 jedoch noch nicht stattgefunden.Louis Rosenthal: Die Entwicklung des Vermessungswesens der Stadt Hannover. In: Hannoversche Geschichtsblätter Band 14, 1960, S. 157–272, hier S. 164, 181 und v. a, S. 182;

Politisch stand Sohnrey auf Seiten der reaktionären Regierung. So berichtet Die Zeit im Mai 1861 von einer Ergebenheitsadresse Sohnreys und anderer zum Geburtstag des Königs, die ihr „Vertrauen zu den Räthen der Krone ausspricht und um deren Beibehaltung bittet“.Die Zeit. Tageblatt für Politik, Handel und Wissenschaft, Beilage zu Nr. 42 vom 23. Mai 1861, S. 512; Online Sohnrey wurde daraufhin mit dem Hannoverschen Allgemeinen Ehrenzeichen (HaEZ) ausgezeichnetCf. Hannoverscher Staatskalender auf das Jahr 1862. S. 138, , und Hannoverscher Staatskalender auf das Jahr 1870. S. 338; Digitalisat und erhielt eine Audienz bei Minister Borries.Magdeburgische Zeitung Nr. 121 vom 28. Mai 1861, S. 15; online Im November 1861 erschien anonym ein Flugblatt, das sich – wie die Troppauer Zeitung und die Allgemeine Zeitung berichteten – anlässlich der Bürgervorsteherwahlen gegen die Wahlempfehlung Sohnreys und anderer richtete und von der Polizei beschlagnahmt wurde.Troppauer Zeitung Nr. 265, 17. November 1861; , und Allgemeine Zeitung, Nr. 318, 14. November 1861, Beilage S. 5188; . Nach dem Wahlsieg der liberalen Seite wurde das Flugblatt in der Magdeburgischen Zeitung in vollem Wortlaut veröffentlicht.Magdeburgische Zeitung Nr. 265, 12. November 1861, Abendausgabe;

Sohnrey war Mitglied des Hannoverschen Feldmesser-Vereins, einer 1882 gegründeten Organisation, die 1885 in Hannoverscher Landmesser-Verein umbenannt wurde und zu den wissenschaftlichen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts gezählt wird.Johannes Müller: Die wissenschaftlichen Vereine und Gesellschaften Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert. Bibliographie ihrer Veröffentlichungen seit ihrer Begründung bis auf die Gegenwart Teil 1, Reprint; G. Olms, Hildesheim 1965, S. 708; Dort hielt Sohnrey im Juli 1883 einen Vortrag über „Das Eisenbahn-Grundstücks-Inventar in Beziehung zum Grundsteuerkataster“.Zeitschrift für Vermessungswesen 1884, S. 455; Anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums am 1. November 1886 gratulierte eine dreiköpfige Deputation des Hannoverschen Feldmesser-Vereins ihrem Mitglied Sohnrey in seiner Wohnung zum Jubiläum. Am selben Tag wurde Sohnrey bei einem für ihn ausgerichteten Festmahl im zoologischen Garten mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse, der zusätzlich die Zahl 50 aufwies, ausgezeichnet.Eisenbahn-Verordnungs-Blatt Band 8, 1885, S. 366;

Familie Sohnreys Sohn Karl Sohnrey besuchte die Königliche Baugewerkschule Nienburg und immatrikulierte sich im Alter von 18 Jahren am 20. Oktober 1862 unter der Matrikel 3785 an der Polytechnischen Schule in Hannover, an der er bis zum 10. März 1864 studierte.Herbert Mundhenke (Bearb.): Die Matrikel der Höheren Gewerbeschule, der Polytechnischen Schule und der Technischen Hochschule zu Hannover (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 9, Abt. 6), Band 1: 1831 – 1881, Hildesheim: Lax; Hannover: Hahnsche Buchhandlung und Verlag, 1988, ISBN 3-7848-2121-9, S. 134;

Werke (soweit bekannt) Plan der Königlichen Residenzstadt Hannover von 1846

mini|Erster „Plan der Königlichen Residenzstadt Hannover“ mit der Ernst-August-Stadt, 1846 von Sohnrey herausgegeben und dem König Ernst August gewidmet

In der Zeit des von 1845 bis 1847 erfolgten Baues des ersten Hauptbahnhofs in HannoverWaldemar R. Röhrbein: Eisenbahn. In: Stadtlexikon Hannover. S. 153–156; hier: S. 154. nahm Sohnrey das Straßenbild Hannovers auf und zeichnete mit Datum 1846 einen „Plan der Königlichen Residenzstadt Hannover“ mit einer detaillierten Frontalansicht des noch zu bauenden späteren Hauptbahnhofs und der den Bahnhofsvorplatz umgebenden Gebäude oberhalb des Planes. Darunter zeichnete Sohnrey, laut Ludwig Hoerner, den „Plan der Stadt Hannover mit der 1847 eingemeindeten Ernst-August-Stadt und den angrenzenden Vorstadtortschaften“.Ludwig Hoerner: Hannover in frühen Photographien. 1848–1910. München 1979, S. 234 f. (doppelseitige Ansicht des Stadtplans Hannover von 1846). Ludwig Hoerner vermerkt dazu irrtümlich: „Aufgenommen und gezeichnet von B. F. Sohnrey, 1853“, obwohl der abgebildete Stadtplan den Namen A.C.F. Sohnrey und das Datum 1846 zeigt. Dieser hannoversche Stadtplan schloss bereits die neue Ernst-August-Stadt mit ein.Klaus Mlynek: Stadtpläne. In: Stadtlexikon Hannover. S. 591f.; Er trug im Kopf den Zudruck:

Die Federlithografie im Format 49,5 cm × 57,3 cm wurde von der „F. Wunder’schen Steindruckerei“ vervielfältigt. Das in verschieden hellen Farben gefertigte Werk wurde auf einem Blatt mit den Maßen 67 × 61 cm ausgeführt.Karl Fricke: Das städtische Kartenwesen in Hannover. Entwicklung und Stand von 1860 bis 1971. In: Hannoversche Geschichtsblätter Band 27, 1973, S. 1–268, hier S. 23, 147;

Der erst später, „am 1. Mai 1847 fertiggestellte Bahnhof“ findet sich als von Sohnrey gefertigte, illustrative Architekturzeichnung als Ausschnitt aus dem Kopf seines Stadtplans in einer 1991 erschienenen Chronik zur Geschichte der „Eisenbahnen in Hannover“.Eberhard Landes, Horst Moch, H. W. Rogl, Eberhard Schüler, Joachim Wohlfahrt: Eisenbahnen in Hannover. Eine Chronik. Es begann 1843 .... Hannover: Autorenverlag, 1991, ISBN 3-9804031-0-6, S. 33.

Der Plan ist zugleich „eine ausgezeichnete Wiedergabe des engeren Gebietes der 1824 vereinigten Alt- und Neustadt Hannover.“Karl Fricke: Anhang: Alte Karten und Pläne. in ders: Das städtische Kartenwesen in Hannover. Entwicklung und Stand von 1860–1971, Band 1: Text. S. 155–159; hier: S. 158.

Bereits im Jahr nach der Herausgabe des Planes listete der Historische Verein für Niedersachsen Sohnreys für 1 Reichstaler erhältlichen Plan im Jahr 1847 unter dem Titel „Geographisch-topographische Literatur“.Archiv des Historischen Vereins für Niedersachsen, Neue Folge, hrsg. unter Leitung des Vereins-Ausschusses, Jahrgang 1847, Hahnsche Hofbuchhandlung, Hannover 1847, S. 378;

Der ursprünglich König Ernst August gewidmete Plan war im Jahr 1858 in der Privatbibliothek des Thronfolgers und dann amtierenden Königs Georg V. verzeichnet.Katalog der Privat-Bibliothek Seiner Majestät des Königs von Hannover, Hannover: Schlütersche Hofbuchdruckerei, 1858, S. 425; Auch mehr als ein Jahrhundert später wurde Sohnrey als eigenständiger Herausgeber des von ihm gezeichneten Stadtplans geführt,Dieter Brosius: 1846. In: Hannover Chronik, S. 122; sowohl in der Hannover Chronik als auch durch das Stadtvermessungsamt der Landeshauptstadt Hannover. Zu der Überschrift „[...] gezeichnet und herausgegeben im Jahre 1846 von A. C. F. Sohnrey“ wurde zudem ein Faksimilie erstellt für die Loseblattsammlung Hannover Archiv.Franz Rudolf Zankl: Plan der Königlichen Residenzstadt, gezeichnet und herausgegeben im Jahre 1846 von A. C. F. Sohnrey. Lithographie und Druck der F. Wunderschen Steindruckerei in Hannover. In: Hannover Archiv. Ergänzungs-Edition, Blatt E-H 38

Originale finden sich im Stadtvermessungsamt Hannover sowie im Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Hannover).

Weitere Werke und Archivalien (Auswahl) 1844: Karte der im Bau begriffenen und projectierten Eisenbahnen im Königreich Hannover, gezeichnet unter Leitung des Herrn Baurat Mohn von Sohnrey, Hannover 1844. Nach der Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke im Königreich Hannover von Hannover nach Lehrte am 22. Oktober 1843 zeichnete Sohnrey unter der Leitung des Baurats Johann Heinrich August Mohn schon im Folgejahr 1844 einen Plan mit den bereits ausgeführten oder im Bau begriffenen Eisenbahn-Strecken Harburg-Lüneburg, Hannover-Lehrte-Braunschweig sowie Celle-Lehrte-Hildesheim; die sogenannte „Kreuzbahn“. Ferner enthielt der Plan die Bahnstrecken Bremen-Verden-Nienburg-Brokeloh-Neustadt-Hannover, auch Hannover-Wunstorf-Minden sowie Bremen-Verden-Kampen-Hudemühlen ..., kurzum sämtliche seinerzeit projektierten Bahnstrecken im Königreich.Vergleiche Deutsche Geographische Blätter, Hrsg.: Geographische Gesellschaft Bremen, Bde. 29–30, 1906, S. 105; 1850: Karte von Geestemünde und Bremerhaven, Zeichnung von Sohnrey, kolorierte Federzeichnung, 63,5 × 42 cm; im Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Stade)Herbert Schwarzwälder, Inge Schwarzwälder: Bremerhaven und seine Vorgängergemeinden: Ansichten, Pläne, Landkarten; 1575 bis 1890, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven Band 2, Bremerhaven 1977, S. 100, 257; Anfang der 1850er Jahre sorgten sich die Welfen um die massiv einsetzende Industrialisierung an den Ufern der Leine und der Ihme im Nedderfeld, wodurch die königlichen Anlagen bis hin zum Großen Garten in Herrenhausen empfindliche Beeinträchtigungen hinnehmen mussten:

1853: Vermessungsarbeiten am nördlichen Engelbosteler Damm, seinerzeit noch „Die vordere Schöneworth“ genannt. In einem Bericht an den Magistrat vermerkte Sohnrey ausdrücklich die „Versteinung“ der Grenzen (also die Aufstellung der Grenzsteine) und die Terminabsprache mit den Beteiligten. 1853: Ausführung eines Nivellements in der Artilleriestraße. 1853: Aufteilung der Gelände beiderseits der Feldstraße in der Südstadt in Bauplätze