Rudolf Kaiser (* 28. Juni 1910 in Dessendorf; † 2. November 1980 in Zeuthen) war ein deutscher Keramiker.
Leben Rudolf Kaiser absolvierte von 1926 bis 1929 eine Lehre als Keramikmodelleur. Danach besuchte er bis 1931 die Abendschule der Kunstgewerbeschule Dresden, und anschließend studierte er an der Akademie Dresden bei Karl Albiker. Von 1938 bis 1939 war er als Gestalter in der keramischen Industrie tätig. Darauf folgte der Militärdienst mit anschließender Gefangenschaft bis 1948. Im Jahr 1948 wurde er dann zum Dozenten für Keramik an die Hochschule für Bildende Künste Dresden und 1952 zum Dozent an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen. Von 1966 bis zur Emeritierung 1975 war er Professor für Keramik. Er galt als einer der besten Keramikmaler der DDR und war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten u. a. Astrid Dannegger, Margarethe Jahny, Regina Junge, Wilfried Kühn, Marlies Lilge, Barbara Löffler, Maria Merz, Christa Petroff-Bohne, Günter Pucher, Hildegund Sell, und Bärbel Thoelke.
Ehrungen (Auswahl) 1962 Silbermedaille der Internationalen Keramikausstellung Prag 1980 Vaterländischer Verdienstorden in Gold
Öffentliche Sammlungen mit Werken Kaisers (unvollständig)
Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum Berlin, Keramik-Museum Berlin Bürgel, Keramik-Museum Bürgel
Dresden, Museum für Sächsische Volkskunst
Weitere Werkbeispiele
Werke im öffentlichen Raum 1974: Tröpfel-Brunnen (Keramik, Berlin, Schulze-Boysen-Straße)Kaiser hatte die Gestaltung an einen Regenwald angelehnt, in dem es ständig von oben tröpfelt.Sylva Brösicke-Istok, Gabriela Ivan, Romy Köcher, Hans Schlegel: Plastiken Denkmäler, Brunnen in Berlin. Katalog 1993, Bezirk Lichtenberg; Luisenstädtischer Bildungsverein Berlin 1993, ISBN 3-89542-012-3, S. 20. Nachdem das Kunstwerk in den 1990er Jahren mehrfach stark beschädigt worden war, ließ das Bezirksamt Lichtenberg die Gestaltung ändern: sechs breitere und niedrigere Keramiksäulen erhielten im oberen Teil Keramikkugeln übergestülpt. Die Kugeln haben in der Mitte Löcher, aus denen nach allen Seiten Wasser verstrahlt werden kann. 2012 wurde das Kunstwerk saniert und seine grüne Umgebung erneuert.
Gefäß- und Zierkeramik
Teller mit Tieren und Märchenfiguren (1967, Keramik, als Wandschmuck; Hoyerswerda-Neustadt, damalige Oberschule)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 114/115
Publizierter Essay Kaisers
Kleinplastiken heute. In: Bildende Kunst, Berlin, 1955, S. 222–223
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1963, 1970, 1976 und 1981 Berlin 1964 Budapest 1965 Rostock 1968 Helsinki 1972 Sofia 1978 Dresden
Postum
2010: Berlin, Keramik-Museum Berlinkeramik-museum-berlin.de
Ausstellungsbeteiligungen
1952: Bautzen, Görlitz und Zittau (Wanderausstellung „Berliner Künstler“)
1958, 1962/1963, 1972/1973 und 1977/1978: Dresden, Vierte und Fünfte Deutsche Kunstausstellung und VII. und VIII. Kunstausstellung der DDR 1969: Cottbus, Bezirkskunstausstellung 1957, 1958, 1960, 1976 und 1979: Berlin Bezirkskunstausstellungen 1962: Prag, Internationale Keramikausstellung 1986: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Berliner Atelier“) 1969: Leipzig, Messehaus am Markt („Kunst und Sport“)
Literatur
Walter Funkat: Kunsthandwerk in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1970, S. 136–139
Weblinks
https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22Rudolf%20Kaiser%22&index=obj-all
Anmerkungen
Kategorie:Keramiker (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Weißensee Kunsthochschule Berlin) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1980 Kategorie:Mann