mini|Vittorio Fossombroni mini|Statue von Vittorio Fossombroni mini|Saggio, 1781 Vittorio Conte Fossombroni (* 15. September 1754 in Arezzo; † 15. April 1844 in Florenz) war ein toskanischer Staatsmann und Mathematiker.

Leben Er wurde an der Universität von Pisa ausgebildet, wo er sich besonders der Mathematik widmete. Er erhielt 1782 eine offizielle Ernennung in der Toskana, und zwölf Jahre später wurde ihm vom Großherzog die Leitung der Arbeiten an der Entwässerung des Val di Chiana anvertraut; über dieses Thema hatte er 1789 eine Abhandlung verfasst.

1796 wurde er zum Außenminister gemacht, aber bei der französischen Besetzung der Toskana 1799 floh er nach Sizilien. Bei der Erhebung des Großherzogtums in das kurzlebige Königreich Etrurien unter der Regentin Maria Louisa wurde er zum Präsidenten der Finanzkommission ernannt. 1809 ging er als einer der Senatoren der Toskana nach Paris, um Napoleon zu huldigen. Bei der Restauration des Großherzogs Ferdinand III. 1814 wurde er zum Präsidenten der legislativen Kommission und danach zum Premierminister gemacht. Diese Stellung hielt er auch unter dem Großherzog Leopold II. Seine Verwaltung, die erst durch seinen Tod zu einem Ende kam, trug wesentlich zum Aufstieg des Landes bei. Er war der eigentliche Herrscher der Toskana. Basis seiner Politik waren die Gleichheit aller Untertanen vor dem Gesetz, Ehrlichkeit in der Justizverwaltung und Meinungsfreiheit. 1832 heiratete der 78-Jährige die Witwe Vittoria Falciai (geb. Bonci). Da er keine Nachkommen hatte, überließ er Titel und Familiennamen dem Sohn seiner Ehefrau, Enrico Falciai. Vittorio Fossombroni starb 1844 nach 12 Ehejahren.

Ehrungen 1786 wurde er zum Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze gewählt. 1802 wurde er Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Seit 1824 war er korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences in Paris. Nach ihm benannt ist die Lebermoos-Gattung Fossombronia aus der Familie der Fossombroniaceae benannt.

Quellen J. C. Poggendorff: Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften, Erster Band, Seite 779; online bei Google Books

Einzelnachweise Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – , Berlin 2022.

Kategorie:Politiker (italienische Geschichte) Kategorie:Person (Großherzogtum Toskana) Kategorie:Mathematiker (18. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied des Sénat conservateur Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Kategorie:Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze Kategorie:Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1754 Kategorie:Gestorben 1844 Kategorie:Mann