Frohburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Leipzig, Freistaat Sachsen, an der Grenze zu Thüringen.
Geographie und Verkehr Geographie Frohburg liegt etwa in der Mitte zwischen Leipzig und Chemnitz am Übergang der Leipziger Tieflandsbucht zum Sächsischen Burgen- und Heideland, ca. 35 km südlich von Leipzig und 10 km südlich von Borna. Durch Frohburg fließen das Flüsschen Wyhra und durch einige Ortsteile die Bäche Eula und Kleine Eula.
Name und Stadtgliederung Der Name wird für eine Eindeutschung des französischen Burgnamentyps der Kreuzritterzeit gehalten, der im Mittel-Niederdeutschen die Bedeutung „vro“ (also froh, fröhlich) hatte, was gleichbedeutend ist mit „die Burg, die froh stimmte oder auf der ein frohes Ritterleben herrschte“.Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte. Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S. 62 f. Die Ortsteile von Frohburg sind:
mini|hochkant|Ortsaufteilung der Stadt Frohburg.
Nachbargemeinden Borna Kitzscher Bad Lausick Fockendorf 100px Geithain Windischleuba Langenleuba-Niederhain Penig
Verkehr mini|Bahnhof. Durch Frohburg verläuft die Staatsstraße 51 (ehemalige Bundesstraße ). Südlich von Frohburg kreuzen sich die Bundesstraße und die Staatsstraße 51. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist ein Neubau der Bundesstraße von Altenburg über Benndorfer Flur direkt zu einer neuen Autobahnanschlussstelle „Frohburg“ an der Autobahn in der Nähe von Bubendorf enthalten. Zirka 5 km östlich der Stadt Frohburg verläuft die Bundesautobahn , über die AS Geithain bzw. Borna Süd ist die Stadt von Süden bzw. Norden erreichbar. Durch den Ortsteil Flößberg führt die Bundesstraße
Der Bahnhof Frohburg an der Bahnstrecke (Leipzig–)Neukieritzsch–Chemnitz wird stündlich von Zügen der S-Bahn Mitteldeutschland bedient. Durch die Ortsteile Hopfgarten und Tautenhain führt die Bahnstrecke Leipzig–Geithain mit je einem Haltepunkt.
Linie Zuglauf Takt (min.) Halle Nietleben – Halle Neustadt – Halle Zscherbener Str. – Halle Südstadt – Halle Silberhöhe – Halle Rosengarten – Halle Hbf – Halle Messe – Dieskau – Gröbers – Großkugel – Schkeuditz West – Schkeuditz – Leipzig Lützschena – Leipzig-Wahren – Leipzig Slevogtstraße – Leipzig Olbrichtstraße – Leipzig-Gohlis – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – Leipzig-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Markkleeberg-Großstädteln – Markkleeberg-Gaschwitz – Großdeuben – Böhlen (b Leipzig) – Böhlen Werke – Neukieritzsch – Lobstädt – Borna (b Leipzig) – Petergrube – Neukirchen-Wyhra – Frohburg – GeithainBedarfshalt an den Haltepunkten Böhlen Werke, Petergrube und Neukirchen-Wyhra. 60
Geschichte Erstmals erwähnt wurde die gleichnamige Schutzburg, das heutige Schloss Frohburg, Ende des 10. Jahrhunderts. 1198 wird Frohburg als Siedlung (Albertus de Vroburc, Albrecht I., Burggraf von Altenburg), 1233 erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. Die Stadt verfügte in dieser Zeit aber noch über keinerlei Stadtrechte und wurde vom Grundherrn regiert. Erst 1831 erhielt Frohburg durch die neue sächsische Verfassung die Stadtrechte. Drei Jahre später wurde der erste Bürgermeister gewählt. mini|Schloss Frohburg um 1840.G. A. Poenicke, F. Heise (Hrsg.) Frohburg aus: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Section I: Leipziger Kreis. Expedition/Selbstverlag, Leipzig 1860. Titel. Der Besitz der Frohburger Seitenlinie der Burggrafen von Altenburg gehörte bereits im 14. Jahrhundert wettinischen Marschällen aus der Familie von Schladebach (später: Marschall von Bieberstein genannt), die sich als Marschall von Frohburg bezeichneten. Später kam der Besitz an die von Falkenstein und gehörte zuletzt Friedrich Krug von Nidda und von Falkenstein und dessen Erben.
Frohburg lag bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts in der Pflege Altenburg, danach bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Borna.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f. Ab 1856 gehörte die Stadt zum Gerichtsamt Frohburg (1879 bis 1943: Amtsgericht Frohburg) und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna, die ab 1939 als Landkreis Borna bezeichnet wurde.
Der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende wirtschaftliche Rückgang endete durch die 1883 erfolgte Gründung einer Kattundruckerei und den beginnenden Braunkohlenabbau nördlich der Stadt.
Bis 1952 gehörte Frohburg zum Landkreis Borna und von 1952 bis zur Kreisreform 1994 zum Kreis Geithain, danach zum Landkreis Leipziger Land und seit der Kreisreform 2008 zum Landkreis Leipzig.
Am 1. Januar 2008 wurde mit der Gemeinde Eulatal die Verwaltungsgemeinschaft Frohburg gegründet, die mit dem Beitritt der Gemeinde Eulatal nach Frohburg ein Jahr später wieder aufgelöst wurde.
Eingemeindungen
Im Jahr 1973 wurde StreitwaldStatistisches Bundesamt-Wiesbaden (StBA) (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. und 1995 GreifenhainStBA-Wiesbaden: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995. Ortsteil von Frohburg. Im Jahr 1997 kam BenndorfStBA-Wiesbaden: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997. hinzu, sowie am 1. Januar 1999 dann Eschefeld, Frauendorf, Roda, Nenkersdorf und Schönau.StBA-Wiesbanden: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999. Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Eulatal nach Frohburg eingemeindet.StBA-Wiesbanden: Gebietsänderungen am 01.01.2009. Das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 60,74 km² auf 108,06 km². Am 1. Januar 2018 kam Kohren-Sahlis mit seinen zahlreichen Ortsteilen hinzu.
Namensherkunft Woher der Name Frohburg kommt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Einer möglichen Deutung zufolge kommt er von ahd. frō für Herr. Zur Unterscheidung von anderen Burgen taugt dieser Name nicht, denn fast alle mittelalterlichen feudalen Burgen waren Herrenburgen. Falls der Name von frōne =„Herrendienst“ abgeleitet wäre, müsste in der Überlieferung ein „n“ auftauchen. Die Ableitung froh, fröhlich, etwa „die Burg, die froh stimmte“ oder auf der ein fröhliches Ritterleben herrschte, könnte nach Meinung der Namenforscher Eichler und Walther nach der Kreuzzugszeit eine zeitgemäße Eindeutschung aus dem Französischen sein analog zu „Freudenberg“ oder „Starkenberg“.
Der Name hat jedenfalls nichts damit zu tun, dass durchreisende Kaufleute froh waren, wenn sie den Ort erreicht hatten und keine Übergriffe durch Raubritter mehr zu fürchten hatten. Allerdings gibt es laut Erzählungen diese Herleitung für den Namen Himmelreich, das Gebiet jenseits der Bahnlinie.
Politik
Stadtrat Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates wie nebenstehend beschrieben auf die einzelnen Wahlvorschläge. Der Stadtrat hat zwei Mitglieder weniger als vorgesehen, weil die AfD zwei Sitze nicht besetzen kann. Ergebnisse früherer Wahlen sind tabellarisch aufgelistet. +letzte StadtratswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %CDU735,2734,4841,7AfD326,0318,4––Bürgergemeinschaft unabhängige Wähler Frohburg (2014: BuW/BIE)318,1318,3420,1SPD17,616,018,4Linke17,0211,2315,4Freie Wählervereinigung16,218,6210,8FDP–––3,1–3,7Wahlbeteiligung69,7 %62,7 %50,7 % mini|hochkant=0.65|Rathaus und Centaurenbrunnen. Bürgermeister Der Bürgermeister der Stadt Frohburg ist seit 1. Dezember 2021 Karsten Richter (CDU). Er wurde am 26. September 2021 mit 95,3 % der gültig abgegebenen Stimmen gewählt. Es gab bei dieser Wahl keine Mitbewerber. Sein Vorgänger Wolfgang Hiensch (BuW) war nach einer Amtszeit von über 30 Jahren aus Altersgründen nicht erneut angetreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,3 %.
Karsten Richter lebt im Frohburger Ortsteil Frankenhain. Er war zuletzt 1. Beigeordneter (Fachbereich Bau) der Großen Kreisstadt Borna. In den Jahren 2001 bis 2008 war er Bürgermeister der aus neun Ortsteilen bestehenden Gemeinde Eulatal, welche 2009 mit der Stadt Frohburg fusionierte. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2021Karsten RichterCDU95,32015Wolfgang HienschHiensch76,92008BuW98,8200197,9199496,0
Ortschaftsräte Einzelne Ortsteile haben Ortschaftsräte gebildet.
Der Ortschaftsrat Kohren-Sahlis besteht aus 8 Mitgliedern, Ortsvorsteher ist Siegmund Mohaupt (CDU). Der Ortschaftsrat „Eulatal“ besteht aus 8 Mitgliedern, Ortsvorsteher ist Christopher Martin (CDU). Der Ortschaftsrat „Nenkersdorf/Schönau“ besteht aus 6 Mitgliedern, Ortsvorsteher ist Andreas Mertin. Der Ortschaftsrat „Roda“ besteht aus 6 Mitgliedern, Ortsvorsteher ist Torsten Biringer.
Partnergemeinden Uetze (Region Hannover in Niedersachsen) Montottone (Italien in der Provinz Fermo) Schalkstetten (Ortsteil der Gemeinde Amstetten im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)
Bevölkerungsstatistik Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2021 | Einwohner-Quelle = Chronik von Frohburg und Umgebung 2021: 12.839
Ortsteil Einwohner Stadt Frohburg 3.846 Kohren-Sahlis 982 Prießnitz 706 Greifenhain 605 Flößberg 588 Frankenhain 584 Eschefeld 489 Tautenhain 445 Benndorf 437 Roda 362 Frauendorf 342 Gnandstein 314 Streitwald 284 Nenkersdorf 256 Hopfgarten 249 Schönau 241 Terpitz 202 Rüdigsdorf 196 Dolsenhain 195 Altmörbitz 176 Bubendorf 178 Elbisbach 172 Jahnshain 149 Trebishain 136 Linda 134 Ottenhain 91 Meusdorf 49 Neuhof 42 Pflug 41 Walditz 32 Wüstenhain 31 Alt-Ottenhain 13 Eckersberg 4 zentriert|mini|1000x1000px|Panorama des Marktes von Frohburg, von WSW aus gesehen
Gedenkstätten Gedenkstein an der Bahnhofstraße/Kreuzung S51 für alle Opfer des Faschismus Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Alten Friedhof mit Keramik-Grabplatten von Kurt Feuerriegel Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Friedhof in Benndorf Ein Friedhof (im Volksmund „Judenfriedhof“ genannt) an einem Waldweg, hinter der Waldsiedlung von der Straße nach Beucha abbiegend, erinnert an die 150 KZ-Häftlinge im Außenlager Flößberg des KZ Buchenwald. eine Stolperschwelle in Kohren-Sahlis zur Erinnerung an das Lebensborn-Heim „Sonnenwiese“ und Stolpersteine an mehreren Orten (siehe Liste der Stolpersteine in Frohburg)
Sehenswürdigkeiten
Schloss Frohburg mit Stadtmuseum Töpfermädchen von Kurt Feuerriegel, 1936 Töpferbrunnen von Kurt Feuerriegel auf dem Marktplatz Kohren-Sahlis Kursächsische Distanzsäule vom Markt in der Bahnhofstraße und deren Originalwappen im Museum im Schloss Frohburg Kursächsische Ganzmeilensäule Nr. 40 aus Flößberg als Reststück im Museum Borna Vermessungssäule Nr. 119 „Sahlis b. Frohburg“ der Königlich Sächsischen Triangulation Centaurenbrunnen, 1899 Rathaus aus dem Jahr 1887 Bauernrathaus Prießnitz, 1712 errichtetes Umgebindehaus Töpfermuseum in Kohren-Sahlis, historisches Töpferhaus, seit 1961 Museum Töpferhaus Arnold, historisches Töpferhaus von 1824, im Kern älter Museum Hofmannsche Sammlung in Kohren-Sahlis, kulturhistorisch wertvolle Sammlung des Ehepaars Rudolf und Ursula Hofmann Gutshaus in Rüdigsdorf Schwind-Pavillon Rüdigsdorf, ehemalige Orangerie des Gutshauses, darin Wandbilder von Moritz von Schwind, Leopold Schulz, Gustav Adolf Hennig u. a. Rittergut Sahlis Fachwerkhaus „Alte Farbe“ von 1682 Lindigtmühle am Lindenvorwerk Bockwindmühle im Ortsteil Schönau, Baujahr 1862, ursprünglich in Breunsdorf und dort bis 1942 in Betrieb, nach Umsturz 1986 demontiert und 1995 nach Schönau umgesetzt, abgerufen am 8. Juni 2015
Naturschutz Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche
Schlösser und Burgen Schloss Frohburg mit Stadtmuseum Burg Gnandstein Rittergut Benndorf, von 1848 bis 1945 im Besitz der Familie von Einsiedel Schloss Hopfgarten, von 1455 bis 1945 im Besitz der Familie von Einsiedel Herrenhaus auf Gut Nenkersdorf Schloss Prießnitz (1605–1606), das Gut von 1380 bis 1919 im Besitz der Familie von Einsiedel