Hallein []Josef Breu: Geographisches Namenbuch Österreichs. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 975.Manfred Niemeyer: Deutsches Ortsnamenbuch. Walter De Gruyter, Berlin/Boston 2012, S. 241.Peter Wiesinger: Das österreichische Deutsch. Böhlau, Wien 1988, S. 55.Robert Sedlaczek: So spricht Österreich. In: Wiener Zeitung. 15. April 2008, abgerufen am 24. September 2026.Friedrich von der Leyen: Das Studium der deutschen Philologie. Ernst Reinhardt, München 1913, S. 26. ist eine österreichische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Tennengau im Bundesland Salzburg. Sie ist die Bezirkshauptstadt des Tennengaues und die zweitgrößte Stadt im Bundesland Salzburg. Hallein wird als Salinenstadt, Keltenstadt, Industriestadt, Schulstadt und als Kulturstadt bezeichnet.
Für Hallein, das am Fuße des Salzbergs Dürrnberg liegt, war schon immer das Salz von größter Bedeutung. Die Besiedelung Halleins und vor allem des Dürrnberges durch die Kelten ist damit begründet. Das Salzbergwerk Hallein ist eines der ältesten Bergwerke der Welt. Es wurde 1986 von der Republik Österreich als Eigentümerin der staatlichen Salinen AG geschlossen und der Abbau eingestellt.
mini|Hallein, im Hintergrund der Untersberg mini|Blick vom Kleinen Barmstein auf Hallein mini|Hallein an der Salzach, mit Dürrnberg, Barmsteinen und Untersberg mini|Kirchenpranger und Schwibbögen
Besonderheiten eines der ältesten Bergwerke der Welt – Salzbergwerk Hallein seit 1986 geschlossen, heute ein touristisches Schaubergwerk eines der bedeutendsten Keltenmuseen Europas – Keltenmuseum Hallein eine Insel, die Pernerinsel in der Salzach über Jahrhunderte die größte Holztriftanlage Europas für die Saline und später für die Zellulosefabrik einst Europas größtes Strandbad älteste Brauerei des Landes Salzburg – Hofbräu Kaltenhausen erste berufsbildende Schule Österreichs (der k. u. k. Monarchie) – Bildhauerschule Hallein Zementofen Gamp, eines der ältesten Zementwerke EuropasFritz Moosleitner: Hallein. Portrait einer Kleinstadt. Bilddokumente zur Bau- und Kulturgeschichte der Salinenstadt. Hrsg. Ortsbildschutzkommission der Stadt Hallein in Zusammenarbeit mit dem Keltenmuseum Hallein. Mitarbeit von Fritz Koller, Linde Moldan, Anton Puttinger, Christa Svoboda, Friederike Zaisberger, Kurt Zeller. Hallein 1989, S. 273 und 274. letzte erhaltene Sudpfanne Europas Stille Nacht Museum und Grab von Franz Xaver Gruber, dem Komponisten des berühmtesten Weihnachtsliedes der Welt – Stille Nacht, heilige Nacht. das Wahrzeichen der Stadt, die Barmsteine, die „Halleiner Ohrwaschln“
Geografie Hallein liegt an der Salzach im Halleiner Becken, circa 15 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Salzburg. Die Salzach durchfließt das Stadtgebiet von Süden nach Norden, rechtsseitige Zuflüsse sind im Süden die Taugl, im Bereich der Altstadt der Almbach, linksseitige Zuflüsse sind im Bereich der Altstadt der Kothbach und im Norden die Königsseeache. Im Westen befindet sich das Göllmassiv der Berchtesgadener Alpen, im Osten der Adneter Riedl, ein Vorberg des Schlenkens der Osterhorngruppe, im Süden das Tennengebirge, aus dem durch den Pass Lueg die Salzach Hallein zufließt.
Gemeindegliederung Katastralgemeinden sind Adnet II, Au, Burgfried, Dürnberg, Gamp, Gries, Hallein, Oberalm II und Taxach.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Adneter Riedl () Au () Bad Dürrnberg () Burgfried () Gamp () Gries () Hallein () Neualm () Taxach ()
Nachbargemeinden
Klima Die Region um Hallein ist gekennzeichnet durch ein subalpines Klima mit kurzem, eher kühlem Sommer und langem, kaltem Winter. Niederschläge sind durch häufige Nord- und Nordweststaulagen bei Westwetter begünstigt. Die Niederschläge sind über das Jahr gleichmäßig verteilt und die Jahresniederschlagsmenge liegt bei circa 1500 Millimeter. Neben vorherrschendem West- und Nordwind kommt es im Fall von Süd- und Südostwind zu Föhn.
Geschichte Namensherkunft Der Ort ist erstmals 1198 urkundlich nachweisbar, der Salzabbau bereits 1191. Die Stadterhebung erfolgte zwischen 1218 und 1232.
Von 1198 bis 1246 ist der Name „muelpach“ urkundlich nachweisbar. Diese Bezeichnung wird im Laufe des 13. Jahrhunderts durch die Namen Salina und schließlich Hallein (= kleine Sudpfanne) abgelöst. Die Stadtteile GampFranz Valentin Zillner: Zur Geschichte des Salzburgischen Salzwesens. Volkswirthschaftliche Rückblicke und ortsgeschichtliche Erläuterungen. Salzburg 1879, S. 8 ff. (von „campus“ für Feld) und Rif („ripa“, Ufer) sind römische Bezeichnungen.
Der Name Hallein ist seit der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts belegt, ein typischer Hall-Name der Salzgewinnung: Bekannt ist Hallein vor allem durch die historische Salzgewinnung (siehe Salinenvertrag) und die Funde aus der Zeit der Kelten. Im Unterschied zu anderen Hall-Orten ist die Siedlungskontinuität der Kelten- über Römerzeit bis hin zur bajuwarischen Landnahme nachgewiesen.
Geschichte des Salzbergbaus in Hallein
Jungsteinzeit und Bronzezeit Aufgrund besonderer geologischer Verhältnisse im sog. Haselgebirge, reicht auf dem Dürrnberg bei Hallein das salzhaltige Gestein teilweise bis an die Oberfläche empor. Vereinzelt treten salzhaltige Quellen zutage, die schon von steinzeitlichen Jägern um 2500 bis 2000 v. Chr. genutzt wurden.
Kelten Die Ambisonten, ein keltischer Stamm im Königreich Noricum besiedelten die Westseite des Salzachtals, den Georgsberg und den Bereich des jetzigen Kirchenbezirks, den Schotterkegel des Kothbaches. Vor allem aber siedelten sie in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Salzvorkommen auf den Hochebenen des heutigen Dürrnbergs.
Um 600 v. Chr. begann der Abbau von Kernsalz im Untertagebau. Der Salzhandel verschaffte den Kelten einen heute noch in überaus reichen Grabausstattungen nachweisbaren beachtlichen Wohlstand. Er machte den Dürrnberg zusammen mit der am linken Salzachufer situierten Talsiedlung in prähistorischer Zeit zu einem wirtschaftspolitischen Zentrum ersten Ranges. In der Kombination Salzbergwerk, Siedlungsareale und Gräbergruppen bietet der Dürrnberg ein einzigartiges archäologisches Ensemble zur Erforschung der Eisenzeit in Mitteleuropa. Der Fundort wird der Latène-Kultur zugerechnet. Die Ergebnisse der archäologischen Aufarbeitung der Ausgrabungen am Halleiner Salzberg sind in den mittelalterlichen Gemäuer des Keltenmuseums der Stadt Hallein ausgestellt.
Römerzeit Mit der Einverleibung des keltischen Königreiches Norikum um 15 v. Chr. in das römische Weltreich wurde die Salzgewinnung auf dem Dürrnberg vermutlich als Folge der Einfuhr von Meersalz eingestellt.
Mittelalter Die Grundherrschaft in der Gegend der späteren Stadt Hallein wurde von Herzog Tassilo III. um die Mitte des 8. Jahrhunderts an die Kirche von Salzburg geschenkt und befand sich seit 987 im Besitz des Klosters St. Peter. In einer Fluss-Schlinge der Salzach hatte es vom 7. Jahrhundert vor Christus bis ins 5. Jahrhundert nach Christus Besiedlung gegeben. Die Entstehung des mittelalterlichen Ortes Hallein stellt einen Neuansatz dar. Eine Siedlungskontinuität gab es nur in den Orten Rif und Gamp. Die Sudpfanne zu Gamp wurde über eine Soleleitung vom Salzbergwerk Dürrnberg herunter mit Sole versorgt. Somit war das Dorf Gamp der Ausgangspunkt für die Besiedelung, die später zur Stadt Hallein wurde.Franz Valentin Zillner: Zur Geschichte des Salzburgischen Salzwesens. Salzburg 1879, S. 22 ff.
1198 wurde erstmals eine Salzpfanne in „muelpach“, einem Ort im Bereich der aufgegebenen keltischen Talsiedlung urkundlich erwähnt. Im Laufe des 13. Jahrhunderts durch die auf Salz bezogenen Namen Salina und schließlich Hallein (= kleine Sudpfanne) abgelöst.
Im Spätmittelalter wurde in Hallein die Sole in neun, um 1600 nur noch in sieben, dafür leistungsstärkeren Pfannhäusern versotten, das breiige Salz konnte dann in Salzkufen gefüllt werden.Fritz Koller: Die Salzachschiffahrt bis zum 16. Jahrhundert. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 123, 1983, S. 9 ().
Barockzeit Durch Einlösung oder den Rückkauf von SalzrechtenFranz Valentin Zillner: Zur Geschichte des Salzburgischen Salzwesens. Salzburg 1879, S. 59 ff. wurde die Salzproduktion nach rund 1.000 Jahren Stillstand mit einem Sinkwerk, dem Verfahren des Nassabbaus im Salzbergwerk, von den Salzburger Erzbischöfen wieder aufgenommen. Ihre gezielte Wirtschafts- und Preispolitik sicherte dem Dürrnberg und der Salinenstadt Hallein alsbald eine Vormachtstellung im gesamten Ostalpenraum, Hallein mit seinen zahlreichen Sudhäusern war im 16. Jahrhundert die leistungsfähigste Saline. Aus dem Salzhandel, der vorwiegend über den Transportweg Salzach erfolgte, erwirtschafteten die Erzbischöfe über Jahrhunderte mehr als die Hälfte ihrer gesamten Einkünfte, die auch die Grundlage für den Reichtum und die Schönheit der Residenzstadt Salzburg bildeten.
Von diesem Salzertrag verspürten aber die Bergknappen und Salinenarbeiter ebenso wenig wie die Stadt Hallein insgesamt.
Mit dem Verlust der Absatzmärkte in den böhmischen Landen an das habsburgische Österreich und einem verlorenen Salzkrieg gegen Bayern kam es zu starken wirtschaftlichen Einbußen und folglich zur Verarmung der Bergknappen und Salinenarbeiter.
Mann im Salz 1573 wurde im Bergwerk ein „seltsamer Fund“ gemacht, der Körper eines im Salz eingeschlossenen Mannes kam zum Vorschein. Er war unverwest, aber „am Fleisch ganz geselcht und hart und gelb wie ein Stockfisch“.Karl Heinrich Waggerl: Hallein die siebenhundertjährige Stadt. In: Bergland. Illustrierte Alpenländische Monatsschrift. 12. Jahrgang, Nummer 8. Verlag der Wagner’schen Universitäts-Buchdruckerei, Innsbruck 1930, S. 15. Ludwig Ganghofer verfasste zu diesem Fund seinen Roman „Der Mann im Salz“.
Protestantenvertreibung Im Verlauf der Protestantenausweisungen in den Jahren 1731/32 verließen auch 780 Dürrnberger Bergknappen mit ihren Familien das Land.
Ab dem 19. Jahrhundert mini|Informationstafel über die Saline auf der Pernerinsel Das Erzbistum Salzburg verlor während der Napoleonischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert seine Eigenständigkeit an mehrere Landesherren und wurde schließlich 1816 endgültig dem Habsburgerreich zugesprochen. Als damals der Großteil des Landes Salzburg durch den Vertrag von München zu Österreich kam, wurde Hallein zudem zum Grenzort. Im Verbund mit dem österreichischen Salinenwesen war die Saline Hallein fortan von untergeordneter Bedeutung.
Eine Rationalisierung wurde 1854/62 mit dem Bau einer leistungsfähigen Salinenanlage auf der Pernerinsel mit Sudpfannen zur Sudsalzproduktion eingeleitet. Ab 1870 produzierte die Saline vermehrt Industriesalz. So erreichte die die Salinenproduktion um 1889 mit ca. 14.000 Tonnen Salz einen Produktionshöhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg (1914).Erst nach dem Zweiten Weltkrieg (1945) stieg durch die Nachfrage nach Industriesalz durch die chemische Industrie (Chlorchemie) die Salzproduktion weiter an. 1954/55 erhielt der Salinenstandort Hallein mit der Errichtung einer Thermokompressionsanlage die letzte große Investition in eine Anlage. Im Jahr 1971 erreichte die Produktion von Industriesalz mit 71.000 Tonnen seinen Höchstwert. Am 31. Juli 1989 erlosch mit der Schließung durch die Republik Österreich als Eigentümerin der Salinen AG und der Einstellung der Solegewinnung im Bergbau auf dem Dürrnberg eine über 2500 Jahre alte Wirtschaftstradition. Kunst und Kultur erfüllen nun die zurückgelassenen Industriestätten mit Leben. Besonders die aufgelassene Saline mit Sudhaus, Werkstätten und Verwaltungsgebäuden auf der Pernerinsel als Standort für außergewöhnliche Produktionen der Salzburger Festspiele hat sich als Faktor für Wirtschaft, Tourismus und Kultur etabliert.
1869 wurde die k.k. Tabak- und Zigarrenfabrik Hallein errichtet und bestand bis 1940.