Medaillenspiegel Platz Land G S B Gesamt Vollständiger Medaillenspiegel
Die 11. Leichtathletik-Weltmeisterschaften (offiziell: 11th IAAF World Championships in Athletics Osaka 2007) wurden vom 25. August bis zum 2. September 2007 in der japanischen Stadt Osaka ausgetragen. Die Wettkämpfe fanden im 50.000 Zuschauer fassenden Nagai-Stadion statt, in dem während der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 zwei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen worden waren. Es nahmen 1978 Athleten aus 200 Ländern teil., iaaf.org, 2. September 2007, abgerufen am 18. Oktober 2020
Bewerbung Osaka hatte am 15. November 2002 vom Council des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) den Zuschlag erhalten, nachdem alle anderen Städte ihre Bewerbung zurückgezogen hatten.
Eröffnungs- und Abschlusszeremonien Die Eröffnungszeremonie fand am 25. August um 17:00 Uhr, die Abschlusszeremonie am 2. September um 21:30 Uhr statt. Am 1. September wurden zwei Einladungsrennen für Rollstuhlfahrer über 1500 Meter ausgetragen.
Teilnehmende Nationen In Klammern die Anzahl der Teilnehmer.
Wettbewerbe Das Wettbewerbsprogramm blieb diesmal im Vergleich zu den letzten Weltmeisterschaften unverändert.
Für die Frauen gab es im Vergleich zu den Männer-Wettbewerben abgesehen von der langen Gehstrecke über 50 Kilometer, die 2017 ins Frauen-WM-Programm kam, keine Defizite mehr.
Sportliche Leistungen Auch wenn es diesmal keine Weltrekorde gab, war die elfte Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften wie die Veranstaltungen zuvor von einem hohen Leistungsniveau geprägt. Es gab vier Kontinentalrekorde in drei Disziplinen: 4-mal-100-Meter-Staffel Männer – 38,21 s (Asienrekord): Japan (Naoki Tsukahara, Shingo Suetsugu, Shinji Takahira, Nobuharu Asahara), Vorlauf 4-mal-100-Meter-Staffel Männer – 38,03 s (Asienrekord): Japan (Naoki Tsukahara, Shingo Suetsugu, Shinji Takahira, Nobuharu Asahara), Finale Weitsprung Männer – 8,57 m (Südamerikarekord): Irving Saladino (Panama), Finale Siebenkampf Frauen – 7032 P (Europarekord): Carolina Klüft (Schweden) In dreizehn Disziplinen gab es 21 neue Weltjahresbestleistungen: 400-Meter-Lauf Männer – 43,45 s: Jeremy Wariner (USA), Finale 400-Meter-Hürdenlauf Männer – 47,61 s: Kerron Clement (USA), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel Männer – 37,78 s: USA (Darvis Patton, Wallace Spearmon, Tyson Gay, Leroy Dixon), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel Männer – 38,27 s: Brasilien (Vicente de Lima, Rafael Ribeiro, Basílio de Moraes, Sandro Viana), Vorlauf 4-mal-100-Meter-Staffel Männer – 38,02 s: Jamaika (Dwight Thomas, Steve Mullings, Nesta Carter, Asafa Powell), Vorlauf 4-mal-400-Meter-Staffel Männer – 2:55,56 min: USA (LaShawn Merritt, Angelo Taylor, Darold Williamson, Jeremy Wariner), Finale Hochsprung Männer – 2,35 m: Donald Thomas (Bahamas), Finale Hochsprung Männer – 2,35 m: Jaroslaw Rybakow (Russland), Finale Hochsprung Männer – 2,35 m: Kyriakos Ioannou (Zypern), Finale Hammerwurf Männer – 83,63 m: Iwan Zichan (Belarus), Finale 200-Meter-Lauf Frauen – 21,81 s: Allyson Felix (USA), Finale 800-Meter-Lauf Frauen – 1:56,04 min: Janeth Jepkosgei Busienei (Kenia), Halbfinale 800-Meter-Lauf Frauen – 1:56,17 min: Janeth Jepkosgei Busienei (Kenia), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel Frauen – 42,24 s: USA (Carmelita Jeter, Mechelle Lewis, Mikele Barber, Lauryn Williams), Vorlauf 4-mal-100-Meter-Staffel Frauen – 41,98 s: USA (Lauryn Williams, Allyson Felix, Mikele Barber, Torri Edwards), Finale 4-mal-400-Meter-Staffel Frauen – 3:23,49 min: Russland (Jelena Migunowa, Natalja Nasarowa, Ljudmila Litwinowa, Tatjana Lewina), Vorlauf 4-mal-400-Meter-Staffel Frauen – 3:23,37 min: USA (DeeDee Trotter, Monique Hennagan, Mary Wineberg, Natasha Hastings), Vorlauf 4-mal-400-Meter-Staffel Frauen – 3:18,55 min: USA (DeeDee Trotter, Allyson Felix, Mary Wineberg, Sanya Richards), Finale Dreisprung Frauen – 15,28 m: Yargelis Savigne (Kuba), Finale Kugelstoßen Frauen – 20,54 m: Valerie Vili (Neuseeland), Finale Siebenkampf Frauen – 7032 P: Carolina Klüft (Schweden) In zwei Disziplinen wurden zwei Weltmeisterschaftsrekorde aufgestellt. Außerdem waren in 25 Disziplinen 56 Landesrekorde zu verzeichnen.
Erfolgreichste Sportler Es gab vier Athleten, die sich über Mehrfacherfolge freuen durften. Zwei Wettbewerber mit drei Goldmedaillen: Tyson Gay, USA – 100 Meter, 200 Meter und 4-mal-100-Meter-Staffel Allyson Felix, USA – 400 Meter, 4-mal-100-Meter-Staffel und 4-mal-400-Meter-Staffel Zwei Wettbewerber mit zwei Goldmedaillen: Bernard Lagat, USA – 1500 und 5000 Meter Jeremy Wariner, USA – 400 Meter und 4-mal-400-Meter-Staffel Folgende Weltmeister waren bereits bei vorangegangenen Weltmeisterschaften siegreich: Tirunesh Dibaba, (Äthiopien) – 10.000 Meter: zweiter Sieg in Folge, außerdem über 5000 Meter Weltmeisterin von 2003 und 2005, damit jetzt vierfache Weltmeisterin Jeremy Wariner, USA – 400 Meter: zweiter Sieg in Folge / 4-mal-400-Meter-Staffel: zweiter Sieg in Folge, damit jetzt vierfacher Weltmeister Allyson Felix, USA – 200 Meter: zweiter Sieg in Folge, außerdem hier in Osaka siegreich mit den Staffeln über 4 × 100 und 4 × 400 m, damit jetzt vierfache Weltmeisterin Kenenisa Bekele, Äthiopien – 10.000 Meter: dritter Sieg in Folge Jefferson Pérez, Ecuador – 20-km-Gehen: dritter Sieg in Folge Carolina Klüft, Schweden – Siebenkampf: dritter Sieg in Folge Franka Dietzsch, Deutschland – Diskuswurf: dritter Sieg nach 1999 und 2005 Tatjana Lebedewa, Russland – Dreisprung: dritter Sieg nach 2001 und 2003 Lauryn Williams, USA – 4-mal-100-Meter-Staffel: zweiter Sieg in Folge, außerdem 2005 Weltmeisterin über 100 Meter, damit jetzt dreifache Weltmeisterin Michelle Perry, USA – 100 Meter Hürden: zweiter Sieg in Folge Jelena Issinbajewa, Russland – Stabhochsprung: zweiter Sieg in Folge Catherine Ndereba, Kenia – Marathon: zweiter Sieg nach 2003 Jana Pittman, Australien – 400 Meter Hürden: zweiter Sieg nach 2003 Iwan Zichan, Belarus – Hammerwurf: zweiter Sieg nach 2003 LaShawn Merritt, USA – 4-mal-400-Meter-Staffel: zweiter Sieg in Folge Darold Williamson, USA – 4-mal-400-Meter-Staffel: zweiter Sieg in Folge Sanya Richards, USA – 4-mal-400-Meter-Staffel: zweiter Sieg nach 2003 DeeDee Trotter, USA – 4-mal-400-Meter-Staffel: zweiter Sieg nach 2003
Doping Wie schon die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton, 2003 in Paris und 2005 in Helsinki litten auch diese Weltmeisterschaften bedingt durch nachträgliche Untersuchungen und Erkenntnisse deutlich unter der Dopingproblematik. Gleich nach den Weltmeisterschaften gab es noch Presseberichte mit Meldungen, dies seien unter Umständen die ersten Weltmeisterschaften seit zwanzig Jahren ohne Dopingbefunde.Saubere Leichtathletik-WM? Kein Dopingfall in Osaka, n-tv.de, 2. September 2007, abgerufen am 18. Oktober 2020 Aber auch dort ist die Skepsis zu spüren, die sich durch nachträgliche Resultate bestätigen sollte.
Offiziell betroffen waren diesmal elf Sportler, denen aufgrund von Verstößen gegen die Antidopingbestimmungen ihre Platzierungen/Medaillen aberkannt werden mussten. Naman Keïta, Frankreich – 400-Meter-Hürdenlauf (im Halbfinale ausgeschieden). Er wurde positiv auf die verbotene Substanz Testosteron getestet und für zwei Jahre gesperrt.Dopingsünder Keita zwei Jahre gesperrt. In: Neue Zürcher Zeitung, 23. Oktober 2007, nzz.ch, abgerufen am 18. Oktober 2020 Andrej Michnewitsch, Belarus – Kugelstoßen (zunächst Dritter). Als Mehrfachtäter wurde der Belarusse vom 26. Dezember 2012 an lebenslang gesperrt. Zahlreiche seiner Medaillen musste er zurückgeben, viele seiner Resultate wurden ihm aberkannt, darunter das Ergebnis von diesen Weltmeisterschaften.Michnewitsch gesperrt, Focus Online, 19. November 2013, focus.de, abgerufen am 28. Oktober 2020 Swetlana Tscherkassowa, Russland – 800-Meter-Lauf (im Vorlauf ausgeschieden). Die Athletin wurde kurz vor den Olympischen Spielen 2008 nach der Auswertung von Nachtests mit positiven Resultaten zusammen mit sechs weiteren russischen Sportlern für zwei Jahre gesperrt. Ihr Resultat bei diesen Weltmeisterschaften wurde annulliert.Russische Leichtathleten zwei Jahre gesperrt. In: Der Tagesspiegel, 20. Oktober 2008, tagesspiegel.de, abgerufen am 11. November 2020 Jelena Sobolewa, Russland – 1500-Meter-Lauf (zunächst Zweite). Die Läuferin wurde kurz vor den Olympischen Spielen 2008 nach der Auswertung von Nachtests mit positiven Resultaten zusammen mit sechs weiteren russischen Sportlern für zwei Jahre gesperrt. Ihr Resultat bei diesen Weltmeisterschaften wurde annulliert. Julija Fomenko, Russland – 1500-Meter-Lauf (zunächst Siebte). Die Athletin wurde kurz vor den Olympischen Spielen 2008 nach der Auswertung von Nachtests mit positiven Resultaten der Auswertung von Nachtests mit positiven Resultaten zusammen mit sechs weiteren russischen Sportlern für zwei Jahre gesperrt. Ihr Resultat bei diesen Weltmeisterschaften wurde annulliert. Elvan Abeylegesse, Türkei – 5000-Meter-Lauf (zunächst Fünfte) und 10.000-Meter-Lauf (zunächst Zweite). Nachtests von Proben der Athletin von den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 waren positiv. Die betreffenden Resultate wurden annulliert. Außerdem erhielt die Läuferin eine Sperre von zwei Jahren.Langstreckenläuferin Elvan Abeylegesse für zwei Jahre gesperrt. Olympiazweite wegen Dopings gesperrt. Sport1, 31. März 2016 auf sport1.de, abgerufen am 6. November 2020 Chrysopigi Devetzi, Griechenland – Dreisprung (zunächst Dritte). Aufgrund von Verstößen gegen die Antidopingbestimmungen wurden der Griechin ihre Resultate vom 31. August, 2007 und 30. August, 2009 aberkannt. Darüber hinaus hatte sie eine zweijährige Sperre hinzunehmen.Greek triple jumper fails third drugs test as IOC sanctions 16 athletes over Beijing Games The 42, 17. November 2016 (englisch), abgerufen am 10. November 2020 Anna Pjatych, Russland – Dreisprung (zunächst Vierte). Sie erhielt aufgrund von Dopingmissbrauch im Jahr 2017 eine vierjährige Sperre, rückwirkend gültig ab dem 15. Dezember 2016. Ihre zwischen dem 6. Juli 2013 und 15. Dezember 2016 sowie bei diesen Weltmeisterschaften erzielten Resultate wurden annulliert.CAS sperrt russische Dreispringerin Pjatych Focus Online 18. August 2017, abgerufen am 10. November 2020 Nadseja Astaptschuk, Belarus – Kugelstoßen (zunächst Zweite). Die Athletin wurde im Laufe der Jahre mehrfacher Dopingvergehen überführt. Zuletzt wurden alle ihre Resultate von 2005 bis 2012 annulliert. Eine ganze Reihe von Medaillen musste sie zurückgeben, darunter eine olympische Goldmedaille (2012), eine WM-Goldmedaille (2005) sowie viele weitere WM- und EM-Medaillen.Adams to get another world title, rnz.co, 29. November 2017, abgerufen am 11. November 2020 Darja Pischtschalnikowa, Belarus – Diskuswurf (zunächst Zweite). Die Athletin hatte nach Bekanntwerden positiver Befunde in ihren Dopingproben ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich mit vertraulichen Aussagen zum Staatsdoping in Russland an die WADA gewendet. Die WADA leitete diese eigentlich vertraulichen Angaben daraufhin weiter an die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA und lieferte die Sportlerin damit in Russland einer Verfolgung als Verräterin aus. Darja Pischtschalnikowa wurde mit einer Sperre von zehn Jahren belegt, ihre Resultate unter anderem von diesen Weltmeisterschaften wurden gestrichen.Whistleblowerin. "Eine große charakterliche Schweinerei", deutschlandfunk.de, abgerufen am 11. November 2020 Gulfija Chanafejewa, Russland – Hammerwurf (zunächst Zehnte). Die Sportlerin wurde kurz vor den Olympischen Spielen 2008 nach der Auswertung von Nachtests mit positiven Resultaten zusammen mit sechs weiteren russischen Athleten für zwei Jahre gesperrt. Ihr Resultat bei diesen Weltmeisterschaften wurde annulliert. Die elf bei diesen Weltmeisterschaften offiziell ermittelten Dopingfälle verteilen sich auf die Nationen wie folgt: Russland: 5 / Belarus: 3 / Türkei: 1 / Griechenland: 1 / Frankreich: 1.
Resultate Männer 100 m mini|hochkant=1.6|