mini|Luftbild von Maineck (2024) Maineck ist ein Kirchdorf und Gemeindeteil der Gemeinde Altenkunstadt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels im Norden des Freistaates Bayern.
Geografische Lage Maineck liegt am Rande des Maintals im obermainischen Bruchschollenland, rund 4,5 Kilometer östlich des Ortskerns von Altenkunstadt, auf 282–312 m ü. NN. Die amtliche Höhe wird mit angegeben.Maineck im Bayernviewer, geodaten.bayern.de, abgerufen am 11. Oktober 2019 In den Mainauen nördlich des Dorfes befinden sich mehrere größere Baggerseen. Nachbarortschaften sind Prügel, Mainklein und Mainroth.
Geschichte Maineck wurde vermutlich bereits im 7. Jahrhundert gegründet., eo-bamberg.de, abgerufen am 29. Dezember 2011 Die Entstehung könnte mit dem Bau einer Kirche verbunden gewesen sein, da das Dorf ursprünglich Neuenkirchen hieß. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass es sich dabei um die heutige Dorfkirche handelte, da deren älteste Teile, Turm und Apsis, erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden.Geschichte Mainecks, altenkunstadt.de, abgerufen am 29. Dezember 2011
Die Burg Maineck wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Den Namen, der mit der Zeit auf das ganze Dorf überging, erhielt sie aufgrund ihrer Lage auf einem Felsensporn über dem Main. Erstmals schriftlich erwähnt wurden die Burg und das Dorf als „Maineck“ im Jahr 1323. Anfangs gehörte die Burg mit ihrem tiefen Wallgraben den Förtschen von Thurnau und gelangte um 1335, in der Amtszeit des Leopold II. von Egloffstein, in den Besitz des Hochstifts Bamberg., schloss-maineck.de, abgerufen am 29. Dezember 2011 Wenig später wurde aus Sicherheitsgründen der Amtssitz des Bamberger Domkapitels dorthin verlegt. Der heutige schlossartige Bau hat mit dem ursprünglichen Schloss nichts zu tun, sondern war ein ehemaliges Amtshaus, das 1792/1793 errichtet wurde. Bis 1802 blieb Maineck Sitz des Dompropsteiamtes.Motschmann 2006, S. 181 Ab 1818 bildete der Ort mit Prügel eine Gemeinde.
mini|30 Meter hoher Siloturm der ehemaligen Malzfabrik (2012), die Backsteinbauten wurden 2014 abgebrochen. Mitte der 1870er Jahre gründete der Privatier Friedrich Freiherr von Redwitz eine Malzfabrik. 1899 ging diese in Konkurs und wurde vom Erfurter Getreidehandelsunternehmen Weise & Hilpert ersteigert und weitergeführt. Der Gesellschafter Paul Hilpert erwarb 1902 die Fabrik von seiner Firma und zog nach Maineck. Im Jahr 1908 kaufte er noch eine Schneidmühle in Maineck und richtete ein Elektrizitätswerk ein, das neben der Fabrik den ganzen Ort mit Strom versorgte. 1979 stellte die inzwischen in Fränkische Malzfabrik Maineck umbenannte Firma den Betrieb ein.Motschmann 2006, S. 110 Der damals sehr moderne Industriebau prägt noch das Ortsbild von Maineck entscheidend mit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine massive Brücke über den Main errichtet, die zusammen mit den Flutmulden und Flutbrücken entlang der Straße nach Mainklein Überflutungen verhindert, was in früheren Jahrhunderten oft ein großes Problem darstellte.
Am 1. Januar 1974 erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingemeindung nach Altenkunstadt.
Einwohnerentwicklung Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung Mainecks wieder.
Jahr Einwohner Anwesen Quelle: 1818 336 66 Motschmann 2006, S. 56 1833 314 67 , S. 497 1950 459 1961 416 1970 412 1977 411 1987 327 2005 305 2010 279 Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2010, S. 6. 2011 276 Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2011, S. 4 (PDF; 5,2 MB) 2012 272 Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2012, S. 3 (PDF; 3,6 MB) 2013 266 Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2013, S. 3 (PDF; 2,8 MB)
Religion mini|Kath. Kuratiekirche Allerheiligen Kirchlich gehörte Maineck ab ca. 1248 zur Weismainer Pfarrei St. Martin. Um 1733 wurde Maineck dort ausgegliedert und kam zur Pfarrei Mainroth. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wechselte die Zugehörigkeit öfters zwischen Burgkunstadt, Weismain und Mainroth. Im Jahr 1915 wurde Maineck eine eigene Kuratie.
Seit 1755 hat die Kirche das Patrozinium Allerheiligen als einzige im Erzbistum Bamberg.
Von den 266 Einwohnern waren im Juli 2013 ca. 73 % (194) römisch-katholisch, ca. 14 % (37) evangelisch und ca. 13 % (35) andersgläubig bzw. konfessionslos.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Maineck Gesangverein Maineck RV Viktoria Maineck Freie Bürger der Ortsteile TTV 45 Altenkunstadt 1997
Literatur
Freiwillige Feuerwehr Maineck (Hrsg.): 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Maineck, Maineck 1998. Dominikus Kremer: Maineck – Geschichte eines hochfürstlich-bambergischen Dorfes, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach Abtei, 1983. Josef Motschmann: Altenkunstadt – Heimat zwischen Kordigast und Main. Gemeinde Altenkunstadt, Altenkunstadt, 2006 Johann Baptist Müller: Maineck hieß einstmals Neuenkirchen – von einem kleinen Ort bei Altenkunstadt. In: Aus der fränkischen Heimat, Kulmbach 1994- Georg Söhnlein: Maineck – einst Amtssitz der Domprobstei Bamberg. In: Begegnung mit Franken/2, Heinrichs-Verlag, Bamberg 2008.
Weblinks
Internetauftritt von Maineck Geschichte der Mainecker Synagoge und der jüdischen Gemeinde in Maineck
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Lichtenfels Kategorie:Geographie (Altenkunstadt) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lichtenfels) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)