Friba Razayee (* 3. September 1985 in Kabul) ist eine afghanische Judoka. Zusammen mit Robina Muqimyar war sie 2004 die erste afghanische Frau, die jemals an Olympischen Spielen teilnahm.
Razayee gehört der von den Taliban in besonderem Maße verfolgten Ethnie der Hazara an. Ihre Familie floh während der ersten Herrschaft der Taliban nach Pakistan. Dort kam Razayee erstmals mit Kampfsport in Berührung und begann zu boxen. Nach der Rückkehr in ihre Heimat 2002 wechselte sie zum Judo und begann ab 2003, sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten.
Bei den Olympischen Spielen in Athen trat Razayee im Mittelgewicht an. In der ersten Runde traf sie am 18. August 2004 auf die spanische Vize-Europameisterin Cecilia Blanco und unterlag nach 45 Sekunden mit Ippon.
Razayees Trainer war der Norweger Stig Traavik, der 1992 selbst an den Olympischen Spielen teilnahm.The White House: Afghan Judo Athlete Praised – Fact of the Day, 26. August 2004, abgerufen am 20. Februar 2018.
Razayee lebt seit 2011 in Kanada, wo sie einen Abschluss in Politikwissenschaften gemacht und die Organisation Women Leaders of Tomorrow (WLOT) gegründet hat. Sie setzt sich für Frauen in Afghanistan ein, die unter der Talbian-Herrschaft leiden. Sie forderte Konsequenzen vom IOC.
Literatur Mareike Graepel, Jan Hendrik Ax: Change is female. Frauen, die heute schon Geschichte schreiben. Knesebeck, München 2023, ISBN 978-3-95728-632-1, S. 170–175.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Judoka (Afghanistan) Kategorie:Olympiateilnehmer (Afghanistan) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2004 Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Frau Kategorie:Hazara Kategorie:Afghane