mini|Schloss Battenberg (heute Stadtverwaltung)

Battenberg (Eder) (bis 1962 BattenbergAmtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland - Ausgabe 1961 - W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1963 (S. 789) Digitalisat) ist eine Kleinstadt im südwestlichen Teil des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Die Stadt ist namensgebend für ein neuzeitliches (engl. Mountbatten) und ein mittelalterliches Adelsgeschlecht, den Battenbergkuchen sowie die Battenberg-Markierung.

Geografie Geografische Lage Battenberg liegt im Ederbergland, zu dem der östlich angrenzende Burgwald gehört, am Südrand des Sauerlands und des Rothaargebirges. Die Stadt liegt als Bergstadt auf 320 bis 650 m ü. NN. An ihrem Fuße fließt die Eder, deren Flussbett nördlich der Stadt durch das Naturschutzgebiet Ederknie am Auhammer geschützt wird. Das nächstgelegene Mittelzentrum ist Frankenberg (Eder), als Oberzentrum fungiert die Universitätsstadt Marburg.

Nachbargemeinden Battenberg grenzt im Norden und Nordosten an die Gemeinde Allendorf (Eder), im Südosten an die Gemeinde Burgwald (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Süden an die Gemeinde Münchhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und im Westen an die Städte Hatzfeld (Landkreis Waldeck-Frankenberg) und Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung Die Stadt besteht aus der Kernstadt und vier umliegenden Ortschaften: Battenberg, mit der Siedlung Neu-Jägersdorf (Kröge) Berghofen Dodenau Frohnhausen Laisa

Geschichte Burg, Amt und Stadt Battenberg mini|Battenberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 mini|Bergfried der Kellerburg mini|Alter Markt mit Altem Rathaus (Heimatmuseum) mini|Hammerwerk aus Battenberg im Freilichtmuseum Hessenpark

Bereits in der keltischen Zeit siedelten Menschen auf dem Eisenberg. Ein Zweig des Geschlechts der Grafen von Battenberg und von Wittgenstein (mit Sitz auf Schloss Wittgenstein) regierte ab 1214 die Grafschaft Battenberg. 1226 wurde Battenberg erstmals schriftlich erwähnt und acht Jahre später als Stadt genannt (1234). In den Anfangsjahren des 13. Jahrhunderts wurde wohl während der Herrschaft des Grafen Werner I. von Battenberg und Wittgenstein oder seines Sohnes Widekind I. (Widukind) die Kellerburg errichtet, und die Grafen verlegten ihren Wohnsitz von der alten Burg Battenberg zur Kellerburg. Im Jahre 1238 wurde die Grafschaft Battenberg und Wittgenstein unter den Enkeln des Grafen Werner I. geteilt: Widekind II. erhielt die Battenberger Besitzungen und Siegfried I. die Burg Wittgenstein und die Stadt Laasphe. 1291 sah sich Graf Hermann II. († 1314) von Battenberg, Sohn Widekinds II., aus politischem Druck gezwungen, Teile seiner Grafschaft an das Erzstift Mainz zu verkaufen: Burg und Stadt Battenberg und die Gerichte Laisa, Battenfeld und Münchhausen gingen in Mainzer Besitz über. Stadt und Grafschaft Battenberg (offiziell „Grafschaft Stiffe“ genannt) gingen somit 1291 halb und 1296 ganz in das Eigentum der Erzbischöfe von Mainz über.

Im Jahre 1464 kam das daraus gebildete Amt Battenberg im Zuge der Mainzer Stiftsfehde als Pfandschaft zur Landgrafschaft Hessen, ehe es nach dem Merlauer Vertrag um 1583 vollständig an Hessen-Marburg abgetreten wurde. Infolge des Erlöschens der Marburger Linie gelangte es 1604 an die Landgrafschaft Hessen-Kassel und 1624 als Teil des sogenannten „Hinterlandes“ an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Von 1821 bis 1832 war die Stadt Sitz der Verwaltung des „Landratsbezirks“ Battenberg, bis dieser 1832 in den neu geschaffenen Kreis Biedenkopf eingegliedert wurde.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Battenberg:

1866 wurde Battenberg mit dem gesamten Hinterland von Preußen annektiert. 1932 wurde Battenberg Teil des Landkreises Frankenberg. Im Zuge der hessischen Verwaltungsreform von 1974 wurden die Landkreise Frankenberg und Waldeck zum Landkreis Waldeck-Frankenberg zusammengelegt.

Das Haus Battenberg/Mountbatten 1851 erhielt Gräfin Julia Hauke, die morganatische Ehefrau des Prinzen Alexander von Hessen und bei Rhein, den großherzoglich hessischen Fürstenstand mit von Battenberg verliehen, der sich auch auf die gemeinsamen Nachkommen erstrecken sollte. Das Ehepaar wurde damit zu den Begründern des Adelsgeschlechts Battenberg/Mountbatten. Prinzessin Victoria Eugénie von Battenberg war von 1906 bis 1931 durch ihre Heirat mit König Alfons XIII. Königin von Spanien. Die in Großbritannien lebenden Familienmitglieder nahmen ab 1917 aufgrund der zunehmenden Deutschenfeindlichkeit in der Zeit des Ersten Weltkriegs den übersetzten Namen „Mountbatten“ an. Dieser ist heute der Familienname der Marquesses of Milford Haven, außerdem lebt er im Titel der Earls Mountbatten of Burma fort. Die Nachkommen von Königin Elisabeth II. und ihres Gemahls Prinz Philip Mountbatten tragen den Familiennamen Mountbatten-Windsor.

Eingemeindungen Am 31. Dezember 1970 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Berghofen auf freiwilliger Basis eingegliedert. Am 1. Februar 1971 kamen die Gemeinden Dodenau und Laisa hinzu. Frohnhausen und Oberasphe folgten am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kerngemeinde wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Als im Jahr 1974 im Rahmen der Gebietsreform die Landkreise Frankenberg und Waldeck zum Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie die Kreise Biedenkopf und Marburg zum Kreis Marburg-Biedenkopf vereinigt wurden, wurde Oberasphe am 1. Januar 1974 zunächst kraft Landesgesetz ein Ortsteil von Battenberg im erstgenannten Großkreis. Nach heftigen Protesten der Bevölkerung wurde der Ort jedoch bereits ein halbes Jahr später, am 1. Juli 1974, kraft Landesgesetz in die Großgemeinde Münchhausen im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf eingegliedert.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Battenberg angehört(e):

um 1230: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Battenberg, (Stadt-)Gericht Battenberg um 1400: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Amt Battenberg ab 1464: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt BattenbergDie Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Battenberg ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Battenberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BattenbergTrennung von Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Battenberg 5516 Einwohner. Darunter waren 257 (4,7 %) Ausländer, von denen 150 aus dem EU-Ausland, 87 aus anderen europäischen Ländern und 20 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,3 %.) Nach dem Lebensalter waren 961 Einwohner unter 18 Jahren, 2171 zwischen 18 und 49, 1167 zwischen 50 und 64 und 1214 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2238 Haushalten. Davon waren 586 Singlehaushalte, 596 Paare ohne Kinder und 800 Paare mit Kindern, sowie 212 Alleinerziehende und 44 Wohngemeinschaften. In 441 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1443 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl Battenbergs lag von 1988 an über einen Zeitraum von 20 Jahren relativ konstant bei 5700. Seitdem geht sie im Zuge des demografischen Wandels langsam zurück und lag nach dem Zensus 2011 bei 5479. Gegenüber älteren Fortschreibungen stieg die Bevölkerung allerdings um 90 Einwohner an. Laut der Bertelsmann-Stiftung handelt es sich bei Battenberg um den „Demographietyp 1“, also um einen Ort der Kategorie „Kleinere stabile ländliche Städte und Gemeinden“.

• 1502: 46 Bürger • 1577: 93 Haushaltungen • 1712: 94 Haushaltungen • 1806: 799 Einwohner, 129 Häuser • 1829: 954 Einwohner, 144 Häuser

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 890 evangelische (=93,3 %), 64 jüdische (= 6,7 %) Einwohner • 1885: 949 evangelische, 23 katholische, 56 jüdische Einwohner • 1987: 3983 evangelische (= 78,1 %), 843 katholische (= 16,5 %), 277 sonstige (= 5,4 %) Einwohner • 2011: 3868 evangelische (= 70,1 %), 812 katholische (= 14,7 %), 836 sonstige (= 15,2 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Battenberg (Eder) erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Battenberg (Eder) 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BLB Bürgerliste Stadt Battenberg 21,3 7 22,2 7 19,8 6 15,0 5 17,1 5 19,8 6 BLD Bürgerliste Dodenau 20,0 6 17,9 6 16,5 5 14,6 4 14,1 4 13,5 4 BLLFB Bürgerliste der Stadtteile Laisa, Frohnhausen und Berghofen 17,7 5 17,5 5 17,9 6 18,1 6 15,5 5 15,3 5 21,0 7 16,3 5 18,9 6 20,7 6 24,4 8 25,0 8 14,0 4 15,9 5 21,0 6 26,0 8 22,9 7 20,6 6 5,5 2 6,3 2 5,3 2 5,6 2 5,5 2 4,1 1 – – 3,3 1 – – – – – – – – LuB Liste unabhängiger Bürger in Berghofen 0,5 – 0,6 – 0,6 – – – 0,5 – 1,7 1 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 57,8 56,5 51,7 51,8 49,6 55,6

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Battenberg (Eder) neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und fünf weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. August 2014 Christian Klein (CDU). Er wurde als Nachfolger von Heinfried Horsel, der nach drei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 25. Mai 2014 im ersten Wahlgang bei 70,32 Prozent Wahlbeteiligung mit 68,9 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt im März 2026.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 15. März 2026 in Battenberg (Eder)