mini|Mia Farrow bei der Pulitzer-Preis-Verleihung 2018 Mia Farrow (* 9. Februar 1945 als Maria de Lourdes Villiers Farrow in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie wurde durch ihre Rolle in Rosemaries Baby sowie durch Filme von und mit Woody Allen berühmt. Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie Auszeichnungen wie den Golden Globe und den David di Donatello Award sowie drei Nominierungen für den BAFTA Film Award.

Farrow engagiert sich für zahlreiche humanitäre Projekte in Afrika und ist Sonderbotschafterin für UNICEF.

Leben und Karriere Frühe Jahre Farrow ist die Tochter des australischen Schriftstellers, Schauspielers und Regisseurs John Farrow und der irischen Schauspielerin Maureen O’Sullivan. Sie wuchs mit ihren sechs Geschwistern größtenteils in Beverly Hills auf und kam schon früh mit dem Filmgeschäft in Berührung.

Im Alter von neun Jahren erkrankte Farrow an Polio. Es dauerte Monate bis zu ihrer vollständigen Genesung, und in ihren Memoiren bezeichnet die Schauspielerin diese Zeit als „das Ende meiner Kindheit“.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 15.

Im Jahr 1958 zog Farrow mit ihrer Familie für ein Filmprojekt des Vaters einige Monate nach England, wo sie mit ihrer jüngeren Schwester Prudence den Unterricht in einem Klosterinternat in Surrey fortsetzte.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen, Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 54–57. Im selben Jahr kam Farrows ältester Bruder Michael bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Im Herbst 1959 zog die Familie zurück nach Beverly Hills, wo Farrow im Jahr 1962 die High School abschloss.

Filmkarriere Ihr Filmdebüt gab Farrow im Alter von zwölf Jahren in einer kleinen Rolle in dem Film Beherrscher der Meere (1959), bei dem ihr Vater Regie führte. Im Januar 1963 zog Farrow nach New York City, um hier Schauspielunterricht zu nehmen, und erhielt bald darauf die Rolle der Cecily in der Off-Broadway-Inszenierung von Oscar Wildes Theaterstück The Importance of Being Earnest. mini|Mia Farrow (1964) Im September 1963 drehte sie den Pilotfilm zur Fernsehserie Peyton Place und danach den Film Schüsse in Batasi (1964) mit Richard Attenborough in der Hauptrolle. Im Anschluss daran widmete sich Farrow wieder den Dreharbeiten zu Peyton Place. Die Serie wurde in den USA von einem Millionenpublikum verfolgt und Farrow zum nationalen Fernsehstar. 1965 wurde sie mit dem Golden Globe Award als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.. The Hollywood Foreign Press Association, abgerufen am 1. Juli 2011 Es folgten sieben weitere Nominierungen für diesen Preis. 1966 verließ Farrow die Fernsehserie.

In den Londoner Pinewood Studios drehte Farrow den Film Der Todestanz eines Killers (1968) und bekam kurze Zeit später von Paramount Pictures die Hauptrolle in Roman Polańskis Rosemaries Baby (1968) angeboten. Die Verfilmung des Bestsellers von Ira Levin wurde weltweit zum Kultfilm und verschaffte Farrow den endgültigen Durchbruch als Schauspielerin. Für die Rolle der Rosemarie Woodhouse erhielt sie noch im selben Jahr den David di Donatello Award und den Laurel Award. Außerdem wurde sie als beste Hauptdarstellerin für den Golden Globe Award und den BAFTA Film Award nominiert.

Es folgten die Filme Die Frau aus dem Nichts (1968) mit Elizabeth Taylor und Robert Mitchum sowie John und Mary (1969) an der Seite von Dustin Hoffman. In den 1970er-Jahren lebte und arbeitete Farrow überwiegend in England. Zwischen den Dreharbeiten zu Filmen wie Der große Gatsby (1974) an der Seite von Robert Redford und Eine Hochzeit (1978) unter der Regie von Robert Altman spielte sie vor allem Theater mit der Royal Shakespeare Company. 1977 reiste Farrow für die Dreharbeiten der Agatha-Christie-Verfilmung Tod auf dem Nil nach Ägypten und im Sommer 1978 nach Bora Bora, um Hurricane (1979) zu drehen. Danach kehrte sie nach New York City zurück und spielte im Theaterstück Romantic Comedy.

In der englischen Originalversion des Zeichentrickfilms Das letzte Einhorn (1982) lieh Farrow dem Einhorn bzw. der Lady Amalthea ihre Stimme.

Im Jahr 1982 drehte Farrow erstmals unter der Regie ihres damaligen Lebensgefährten Woody Allen den Film Eine Sommernachts-Sexkomödie. Das Paar drehte von 1983 bis 1992 insgesamt zwölf Filme miteinander, darunter The Purple Rose of Cairo (1985), Hannah und ihre Schwestern (1986), New Yorker Geschichten (1989), Alice (1990) sowie Ehemänner und Ehefrauen (1992).

1995 spielte Farrow an der Seite von Sarah Jessica Parker und Antonio Banderas in dem Kinofilm Miami Rhapsody, wirkte aber nach der privaten und beruflichen Trennung von Allen ansonsten überwiegend in Fernsehproduktionen mit. 2006 kehrte Farrow mit Das Omen und in Luc Bessons Arthur und die Minimoys sowie dessen Fortsetzungen 2009 und 2010 auf die Kinoleinwand zurück.

Humanitäres Engagement mini|hochkant|Farrow als UNICEF-Sonderbotschafterin in Afrika (2008) Im Jahr 2000 wurde Mia Farrow zur Sonderbotschafterin für UNICEF ernannt.. UNICEF, abgerufen am 1. Juli 2011 In dieser Funktion setzt sie sich besonders für die Ausrottung von Polio ein. 2001 reiste die Schauspielerin nach Nigeria und 2010 in den Tschad, um großangelegte Impfaktionen gegen die Krankheit zu unterstützen.Mia Farrow Visits Nigeria, Fights to Eradicate Polio. UNICEF, abgerufen am 1. Juli 2011Goodwill Ambassador Mia Farrow highlights polio immunization drive in Chad. UNICEF, abgerufen am 1. Juli 2011

Weitere Reisen in die Krisenregion Darfur, um auf die sudanesische Flüchtlingssituation und das dortige Notleiden der Menschen aufmerksam zu machen, folgten ab 2004.Mia Farrow describes situation in Darfur camps for MSNBC. UNICEF, abgerufen am 1. Juli 2011 Im Juni 2006 wurde sie von ihrem Sohn Ronan begleitet. Im Rahmen der Kampagne Save Darfur trat Farrow am 27. April 2009 in einen zwölftägigen Hungerstreik, den sie auf ihrer Website miafarrow.org dokumentierte.

Privatleben Farrow war zwei Mal verheiratet und ist Mutter von vier leiblichen und zehn adoptierten Kindern.. mia-farrow.com, abgerufen am 1. Juli 2011Mehrere ihrer Kinder haben später ihren Namen geändert bzw. haben Alternativnamen. Sie hatte ein weiteres Kind adoptiert, Sanjay aus Vietnam, ihn jedoch nach seiner Ankunft 1992 nach vier Tagen an eine andere Familie weitergegeben.

Ihre erste Ehe mit Frank Sinatra dauerte von 1966 bis 1968 und blieb kinderlos.

Im September 1970 heiratete sie den Komponisten und Dirigenten André Previn.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen. Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 186 Das Paar hat drei leibliche Söhne und adoptierte zwei Mädchen aus VietnamMia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen. Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 192 f., 197 f. sowie im Jahr 1978 die damals achtjährige Soon-Yi aus Südkorea.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen. Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 379. Farrow und Previn ließen sich 1979 scheiden.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen. Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 203–207.

1980 wurde Farrow die Lebensgefährtin von Woody Allen. Gemeinsam adoptierten sie zwei Kinder.Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht – Erinnerungen Gustav Lübbe Verlag 1997, S. 210, 251. 1987 kam ihr Sohn Ronan Farrow zur Welt. Lange war ungeklärt, ob Allen Ronans leiblicher Vater ist., auf vanityfair.comIpinion Woody Allen Speaks out, auf nytimes.com Die Trennung von Allen im Jahr 1992 sorgte für sehr viel Aufsehen und moralische Kontroversen in den Medien aufgrund der neuen Beziehung Woody Allens zu Farrows Adoptivtochter Soon-Yi und des darauf folgenden Sorgerechtsstreits um die drei gemeinsamen Kinder. Am 7. Juni 1993 erhielt Farrow das alleinige Sorgerecht von einem New Yorker Gericht zugesprochen.

In den 1990er-Jahren adoptierte Farrow fünf weitere Kinder.

Filmografie

Theaterauftritte 1964: The Importance of Being Earnest (Madison Avenue Playhouse, New York City) 1973: Mary Rose (Shaw Theatre, London) 1974: The House of Bernarda Alba (Greenwich Theatre, London) 1974: Drei Schwestern (Three Sisters, Greenwich Theatre, London) 1975: The Marrying of Ann Leete (Aldwych Theatre, London) 1976: Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream, Haymarket Theatre, Leicester) 1976: Iwanow (Ivanov, Aldwych Theatre, London) 1979–1980: Romantic Comedy (Ethel Barrymore Theatre, New York City) 1996: Getting Away With Murder (Broadhurst Theatre, New York City) 2003: Fran’s Bed (Long Wharf Theatre, New Haven) 2005: Fran’s Bed (Playwrights Horizons, New York City)

Auszeichnungen Golden Globe Award 1965: Auszeichnung als beste Nachwuchsdarstellerin 1966: Nominierung als beste Fernsehschauspielerin für Peyton Place 1969: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Drama für Rosemaries Baby 1970: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie für John und Mary 1985: Nominierung als beste Hauptdarstellerin – Komödie / Musical für Broadway Danny Rose 1986: Nominierung als beste Hauptdarstellerin – Komödie / Musical für The Purple Rose of Cairo 1991: Nominierung als beste Hauptdarstellerin – Komödie / Musical für Alice 2000: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder Fernsehfilm für Forget Me Never

British Academy Film Award 1970: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für John und Mary, Rosemaries Baby und Die Frau aus dem Nichts 1986: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für The Purple Rose of Cairo 1987: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Hannah und ihre Schwestern

David di Donatello Award 1969: Auszeichnung als beste internationale Schauspielerin für Rosemaries Baby 1990: Nominierung als beste internationale Schauspielerin für Verbrechen und andere Kleinigkeiten

Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián 1972: Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für Ein liebenswerter Schatten

Laurel Award 1968: Auszeichnung als beste Nachwuchsdarstellerin und 2. Platz als beste Schauspielerin in einem Drama für Rosemaries Baby

Goldene Himbeere 1983: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für Eine Sommernachts-Sexkomödie

National Board of Review Award 1990: Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für Alice

Satellite Award 1999: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm für Stille Helden

Trivia Kurz nach ihrer Scheidung von Sinatra reiste Farrow 1968 mit ihrer Schwester Prudence in ein Aschram im indischen Rishikesh, um an einem mehrwöchigen Meditationskurs teilzunehmen. Zur selben Zeit lebten auch die Beatles in dem Ashram, und John Lennon schrieb für Farrows Schwester den Song Dear Prudence, der 1968 auf dem Album The Beatles veröffentlicht wurde. Von Farrow selbst handelt das Lied Beware of Young Girls (1970) der US-amerikanischen Sängerin, Songschreiberin und Dichterin Dory Previn, die den Song nach ihrer Scheidung von André Previn im Jahr 1970 über dessen neue Ehefrau schrieb.Dory Previn Full Biography MTV.com, abgerufen am 3. August 2011

Im August 2010 sagte Mia Farrow vor dem Sondergerichtshof für Sierra Leone in Den Haag gegen den ehemaligen liberianischen Präsidenten und mutmaßlichen Kriegsverbrecher Charles Taylor aus.

Literatur Mia Farrow: Dauer hat, was vergeht. Erinnerungen. Bastei Lübbe, Köln 1997, ISBN 3-7857-0830-0. Edwar Z. Epstein, Joe Morella: Mia Farrow. Heyne, München 1995, ISBN 978-3-453-08124-6.

Weblinks

Offizielle Webpräsenz UNICEF Goodwill Ambassador Mia Farrow, offizielle Homepage bei unicef.org

Einzelnachweise

Anmerkungen

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