Ilsede ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Landkreis Peine in Niedersachsen. Die Gemeinde Ilsede ist im Südkreis Peine ein Grundzentrum für Wohnen, Handel und Gewerbe.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Ilsede liegt in der Ilseder Lößbörde, einem Teilraum der Braunschweig-Hildesheimer Lößbörde mit sehr guten Schwarzerde-Lößböden, die Grundlage für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der Region sind. Höchster Punkt der Gemeinde ist mit 109 m über NHN der Lahberg, auf dem ein Bismarckturm steht.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Ilsede ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus folgenden Ortsteilen:
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden von Ilsede sind:
Klima Ilsede liegt innerhalb der gemäßigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten. mini|hochkant=1.25|links|Niederschlagsmittelwerte in der Gemeinde Ilsede 1961–1990 (Ortsteil Groß Bülten)
Geschichte Im Gebiet der Gemeinde Ilsede findet man die am besten zugänglichen Grabhügel im Südwestbereich des Bültener Holzes. Sie liegen von dem Weg, der von Groß Bülten nach Rosenthal führt, nur wenige Schritte in den Wald entfernt. Ein kleiner Waldweg führt direkt zu dem alten Grabfeld. Obwohl auf den Grabhügeln inzwischen zum Teil mächtige Bäume gewachsen sind, sind die Grabstellen noch gut zu erkennen.
Am Waldrand weist ein Findling mit der Aufschrift „Gräberfeld der Bronzezeit, ca. 1000 v. Chr.“ auf den historischen Friedhof hin. Die Fundstelle gehört mit zwei weiteren im Heers (das ist das benachbarte, nordwestlich anschließende Waldstück) und im Gräwig (nordöstlich der Ortschaft Klein Ilsede) zu den geschützten archäologischen Kulturdenkmälern im Landkreis Peine.
Während der Hexenverfolgungen gerieten von 1564 bis 1621 aus dem Gebiet der Gemeinde Ilsede 22 Menschen in Hexenprozesse, davon 17 aus Gadenstedt (neun Menschen wurden verbrannt, vier starben unter der Folter). Aus Groß Ilsede wurden drei Menschen verbrannt und eine Frau aus Lafferde starb unter der Folter. Das Schicksal eines Mädchens aus Lahstedt ist unbekannt.Joachim Lehrmann: Für und Wider den Wahn. Hexenverfolgung im Hochstift Hildesheim erstmals dokumentiert. Hämelerwald 2000, S. 145–148 sowie Silke Tödter und Helga Abel (Hrsg.): Hexenverfolgung im Landkreis Peine. Dokumentation einer Veranstaltungsreihe. Peine 2006, S. 136–141.
Die Betriebsaufnahme der Ilseder Hütte im Jahr 1858 begründete für die Ilseder Region einen neuen, den industriellen Abschnitt seiner Geschichte. Bis dahin waren die Gemeinden dieses Gebietes rein ländlich bestimmt. Von nun an prägten Eisenerzbergbau und Hochofenbetrieb Arbeitswelt und Wirtschaft. Dennoch blieb die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Die Gemeinde Ilsede besteht seit dem 1. Februar 1971. Noch vor der Gebietsreform in Niedersachsen schlossen sich die Gemeinden Bülten, Groß Bülten, Groß Ilsede, Klein Ilsede, Ölsburg und Solschen durch Eigeninitiative zur neugeschaffenen Einheitsgemeinde Ilsede zusammen. Die bis zu diesem Zeitpunkt selbstständigen Gemeinden wurden durch die vielen Gemeinsamkeiten bezüglich Eisenerzbergbau und der Ilseder Hütte bereits vor dem Zusammenschluss weitgehend als zusammengehörig betrachtet.
Im Jahr 2006 war Ilsede Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.
Am 10. Juli 2014 beschlossen die Ratsmitglieder beider Gemeinden den bereits 1971 angedachten, aber damals nicht verwirklichten Zusammenschluss der Gemeinden Ilsede und Lahstedt. In: Peiner Allgemeine Zeitung. 10. Juli 2014, abgerufen am 27. Dezember 2018. Als Name der neuen Gemeinde wurde ebenfalls Ilsede festgelegt. Seit dem 1. Januar 2015 umfasst die neue Gemeinde Ilsede also die Gebiete und Ortsteile der ehemaligen Gemeinden Ilsede und Lahstedt. In: Peiner Allgemeine Zeitung. 15. Dezember 2014, abgerufen am 27. Dezember 2018. Adenstedt, Gadenstedt, Groß Lafferde, Münstedt und Oberg sind somit seither Ortsteile der Gemeinde Ilsede. Die Gemeindefläche erhöhte sich durch die Fusion von 28,45 km² (Stand 2014)Landkreis Peine: Abgerufen am 12. November 2017 (PDF; 14,3 kB). auf 72,09 km² und die Einwohnerzahl von 11.366 (Stand 30. September 2014). auf 21.308 (Stand 1. Januar 2015).
Politik
Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Ilsede bestand in der ersten Wahlperiode nach der Fusion (2015–2021) aus 38 Ratsfrauen und Ratsherren. Die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern liegt bei 34. Für die erste Wahlperiode nach der Fusion war eine Erhöhung um 2, 4 oder 6 möglich. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 27. Dezember 2014. Die 38 Ratsmitglieder wurden nach der Fusion durch eine vorgezogene Kommunalwahl am 12. April 2015 gewählt. Seit der Kommunalwahl 2021 besteht der Rat aus 34 Ratsmitgliedern.
Stimm- und sitzberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister
Die Gemeinderatswahl 2021 ergab die folgende Sitzverteilung: SPD: 11 Sitze CDU: 10 Sitze FBI: 3 Sitze Grüne: 3 Sitze FW-PBFreie Wähler Peiner Land – Peiner Bürgergemeinschaft: 4 Sitze FDP: 1 Sitz Die Linke: 1 Sitz dieBasis: 1 Sitz
Bürgermeister Am 26. April 2015 wurde Otto-Heinz Fründt (SPD) als erster Bürgermeister der "neuen" Gemeinde Ilsede gewählt. Seit 12. September 2021 ist Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge Bürgermeister der Gemeinde Ilsede. Er setzte sich im ersten Wahlgang, mit der absoluten Mehrheit von 50,41 %, gegen Rainer Apel (SPD, 38,78 %) und Brigitte Betensted (Grüne, 10,81 %), durch.
Am 13. September 2026 setzte er sich mit 79,5% der Stimmen gegen seinen Gegenkandidaten Heiko Sachtleben (Grüne, 20,5%) durch und hat damit das höchste Ergebnis in Niedersachsen bei einer Bürgermeisterwahl mit Gegenkandidaten erzielt.
Bisherige Bürgermeister 1971–1996: Otto Heinz Ohlendorf (SPD) 1996–1997: Hans-Jörg Noack (SPD) 1997–2006: Werner Otte (parteilos) 2006–2014: Wilfried Brandes (SPD) 2015–2021: Otto-Heinz Fründt (SPD) seit 2021: Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge (parteiunabhängig)Ilseder Bürgermeisterwahl - Nils Neuhäuser gewinnt klar In: Peiner Allgemeine Zeitung. 12. September 2021, abgerufen am 28. September 2021.
Neues Wappen (ab 2015) Die Gemeinde Ilsede hat sich nach der Fusion mit der Gemeinde Lahstedt ein neues Wappen gegeben. Das neue Wappen ist offiziell mit Verabschiedung der Hauptsatzung am 10. Dezember 2015 durch den Gemeinderat in Kraft getreten.
Altes Wappen (1971 bis 2015) Der Entwurf des alten Wappens von Ilsede stammt von dem in Gadenstedt geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der auch die Wappen von Bantorf, Barrigsen, Egestorf und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Hannover entworfen hat. Der Rat der Gemeinde Ilsede beschloss das Wappen am 15. Juli 1971, und der hildesheimische Regierungspräsident genehmigte es am 21. September 1971.
Städtepartnerschaften Asse in Belgien, seit 1976 Luckau in Brandenburg, seit 1990 Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kugelwasserturm der Ilseder Hütte
Sehenswürdigkeiten Auflandeteich Groß Bülten-Adenstedt Bismarckturm Oberg Wasserturm Groß Lafferde Alte Kapelle in Bülten aus dem 15. Jahrhundert Gelände der Ilseder Hütte mit der Gebläsehalle Ilsede von 1904 und dem Kugelwasserturm von 1921
Regelmäßige Veranstaltungen Lafferder Markt, einer der größten Krammärkte Norddeutschlands, der seit 1787 in Groß Lafferde veranstaltet wird. Er findet jedes Jahr am letzten Mittwoch des Septembers und dem darauf folgenden Donnerstag statt. Volksfest Groß Lafferde, jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli, freitags Kranzniederlegung am Ehrenmal, samstags 14.00 Uhr Eröffnung am historischen Wahrzeichen Wasserturm mit anschließendem Festumzug und dem traditionellen sonntäglichen Zeltgottesdienst um 10.30 Uhr und anschließendem Königsfrühstück ab 11.00 Uhr. In Ilsede fand alljährlich das Ilseder Löwenfest (abgesetzt) statt, das danach unter dem Namen Ilseder Weinfest (ebenfalls abgesetzt) in Groß Ilsede gefeiert wurde. Jedes Jahr findet, wie in allen anderen Orten der Gemeinde, ein Schützenfest statt. So findet das Groß Ilseder Volksfest (Schützenfest) am zweiten Juni-Wochenende statt; das in Ölsburg am Wochenende um den ersten Sonntag im August. Die Gemeinde Ilsede hat im Jahr 2018 zum 2. mal das Ilseder Kultur und Gemeindefest Ilseder Sommernacht ausgerichtet.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Industriepark Ilseder Hütte Ansässige Unternehmen Die Wirtschaft ist nach dem Weggang des Bergbaus zusammengebrochen, viele Menschen waren arbeitslos und so mussten sich viele Arbeit bei der Volkswagen AG in Wolfsburg und Salzgitter oder bei der Salzgitter AG suchen. In den Jahren nach der Schließung von Bergbau und Ilseder Hütte haben sich wenige Unternehmen auf dem Hüttenareal angesiedelt. Im Norden der Ortschaft Groß Ilsede hat sich ein Gewerbegebiet mit Unternehmen angesiedelt. Viele der Arbeitnehmer sind Pendler.
Im Gemeindezentrum (Groß Ilsede-Ölsburg) haben sich verschiedene Discounter und Supermärkte niedergelassen.
Verkehr
Durch den Ortsteil Groß Lafferde verläuft die Bundesstraße 1. Von ihr zweigt dort die Bundesstraße 444 nach Peine ab, die Gadenstedt berührt und Groß Ilsede sowie Klein Ilsede durchquert. Die Landesstraße 413 durchquert den westlichen Teil des Gemeindegebiets mit den Ortsteilen Adenstedt, Groß Solschen und Klein Solschen.
Durch die Gemeinde verläuft die dem Güterverkehr dienende Eisenbahnstrecke Peine - Lengede-Broistedt.
Die Gemeinde wird von einer Vielzahl an Buslinien bedient. Am Groß Ilseder ZOB treffen sich regulär die Linien 501 (Hohenhameln - Bründeln), 503 (Kl. Bülten - Handorf - Peine), 515 (Peine), 517 (Peine - Ilsede - Peine) und 530, letztere ein im Stundentakt verkehrender Regionalbus, welche die Bahnhöfe Peine und Lengede-Broistedt miteinander verbindet. Die 504 und 531 sind auf den Schulverkehr begrenzt.
Ab 2026 plant die Gemeinde Ilsede Sanierungen an den meisten Bushaltestellen innerhalb der Gemeinde.
Bildung mini|Luftbild des Schulzentrums in Groß Ilsede Gymnasium Groß Ilsede Realschule Ilsede in Groß Ilsede Grund- und Hauptschule Groß Ilsede Grundschule Gadenstedt mit Außenstelle in Adenstedt Johann-Peter-Hundeiker-Schule, Grundschule in Groß Lafferde Offene Ganztagsschule Grundschule Oberg Grundschule Löwenburg Ilsede in Ölsburg Astrid-Lindgren-Schule in Groß Ilsede, Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung Janusz-Korczak-Schule in Groß Ilsede, Förderschule mit Schwerpunkt Lernen Schule Ilseder Hütte in Groß Ilsede, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung Der Schulzweig Gesamtschule ist in der Gemeinde Lengede
Medien Die Ilseder Nachrichten vom Gleitz-Verlag erscheinen alle 14 Tage kostenlos für jeden Ilseder Haushalt. Außerdem ist die Peiner Allgemeine Zeitung in Konkurrenz zu den Peiner Nachrichten im gesamten Landkreis Peine vertreten.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt
mini|hochkant|Johann Peter Hundeiker
Erkanbald (vor 982–1021), Abt von Fulda und Erzbischof von Mainz, geboren vermutlich in Ölsburg Joachim Vinzelberg, Pfarrer in Münstedt (1654) und Kirchenlieddichter Ernst Christoph Böttcher (1697–1766), Kaufmann und Gründer des königlichen Schullehrerseminars und Mäzen, geboren in Groß Lafferde Johann Peter Hundeiker (1751–1836), Pädagoge und herzoglich braunschweigischer Schulrat, geboren in Groß Lafferde Julius Hundeiker (1784–1854), lutherischer Geistlicher und Romanautor, geboren in Groß Lafferde Wilhelm Theodor Hundeiker (1786–1828), Pädagoge und Philologe, geboren in Groß Lafferde Fritz Behrens (1836–1920), Industrieller und Philanthrop, geboren in Groß Lafferde Friedrich Cramm (1874–1942), Landwirt, Politiker (DVP) und Reichstagsabgeordneter, geboren in Groß Lafferde Wilhelm Kleemann (1885–1956), Pädagoge, Politiker (SPD) und Senator in Bremen, geboren in Groß Lafferde Paul Steegemann (1894–1956), Verleger, geboren in Groß Lafferde