Mirjam Puchner (* 18. Mai 1992 in Schwarzach im Pongau) ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin. Ihre stärksten Disziplinen waren der Super-G und die Abfahrt. Ihr Bruder Joachim Puchner war ebenfalls als Skirennläufer aktiv.

Biografie Puchner stammt aus St. Johann im Pongau im Land Salzburg und ist die Tochter des Meteorologen Christoph Puchner. In der Schülerklasse erzielte sie neben zahlreichen Siegen bei regionalen Veranstaltungen auch einige Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. Sie wurde 2005 und 2006 zweimal Österreichische Schülermeisterin im Super-G und erreichte von 2005 bis 2007 weitere vier zweite Plätze bei den österreichischen Schülermeisterschaften. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 23. März 2011 In diesen Jahren war sie auch bei den international bedeutendsten Schülerrennen, dem Trofeo Topolino in Italien und dem Whistler Cup in Kanada, erfolgreich. Beim Trofeo Topolino gewann sie eine Silber- und zwei Bronzemedaillen und beim Whistler Cup eine Goldmedaille im Super-G 2007 sowie zwei Bronzemedaillen. auf der Website des Wintersportvereins St. Johann, abgerufen am 23. März 2011

Bis zu ihrem 14. Lebensjahr galt sie auch als großes Tennistalent und spielte im Sommer bei Turnieren auf lokaler Ebene. Sie entschied sich jedoch für den alpinen Skisport. Ab Dezember 2007 war Puchner bei FIS-Rennen am Start, ein Jahr später gelang ihr der erste Sieg in einem Super-G in Haus im Ennstal. Im Jänner 2009 wurde sie in ihrer Altersklasse Österreichische Jugendmeisterin im Riesenslalom und in der Kombination. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 23. März 2011 Im nächsten Monat gewann sie die Goldmedaille im Riesenslalom beim European Youth Olympic Festival in Szczyrk. Nach diesen Leistungen wurde Puchner 2009 in den B-Kader des Österreichischen Skiverbandes aufgenommen. Bei den österreichischen Meisterschaften 2010 gewann sie die Bronzemedaille in der Super-Kombination.

Im März 2010 nahm Puchner erstmals an Europacuprennen teil. Zu Beginn des nächsten Winters erreichte sie als Dritte des Super-G von Kvitfjell ihren ersten Podestplatz. Neben einem weiteren dritten Platz in der Abfahrt von Sotschi erzielte sie in der Saison 2010/11 insgesamt sieben Top-10-Platzierungen, womit sie Sechste in der Super-G- und Siebente in der Abfahrtswertung wurde. Bei ihren ersten Juniorenweltmeisterschaften in Crans-Montana belegte sie Platz 13 im Super-G und Rang 18 in der Abfahrt. Ein Jahr später waren bei den Juniorenweltmeisterschaften 2012 in Roccaraso zwei achte Plätze im Riesenslalom und in der Kombination ihre besten Ergebnisse. Im Europacup blieb sie in der Saison 2011/12 im Gegensatz zum Vorjahr ohne Podestplatz. Ihr bestes Resultat war ein sechster Rang in der Abfahrt von Sella Nevea. Auf nationaler Ebene wurde sie 2012 in ihrer Altersklasse Jugend II Österreichische Jugendmeisterin in der Abfahrt, während sie bei den Staatsmeisterschaften 2012 zweimal Zweite und einmal Dritte wurde.

Am 12. Jänner 2013 gab Puchner ihr Debüt im Weltcup. Dabei belegte sie in der Abfahrt von St. Anton den 47. Rang. Erstmals in die Weltcup-Punkteränge fuhr sie am 21. Dezember 2013 als 29. der Abfahrt von Val-d’Isère. Am 13. Jänner 2014 gewann sie mit dem Super-G in Innerkrems ihr erstes Europacuprennen. Ihren ersten Weltcupsieg feierte sie am 16. März 2016 in der Abfahrt beim Weltcupfinale in St. Moritz. Dort verletzte sie sich knapp ein Jahr später, am 8. Februar 2017, beim Abfahrtstraining im Verlauf der Alpinen Skiweltmeisterschaften, schwer. Sie erlitt bei dem Sturz einen Schien- und Wadenbeinbruch im rechten Bein. Am 13. März 2019 konnte sie beim Abfahrtsweltcupfinale in Soldeu bei windigen Verhältnissen überraschend ihren zweiten Weltcupsieg einfahren.

Bei den Olympischen Winterspielen 2022 belegte sie am 11. Februar im Super-G den zweiten Rang und gewann hinter der Schweizerin Lara Gut-Behrami die Silbermedaille.

Bei der FIS Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach-Hinterglemm gewann Puchner am 8. Februar 2025 die Silbermedaille in der Damen-Abfahrt auf der Ulli-Maier-Piste. Sie musste sich der überraschenden Goldmedaillengewinnerin Breezy Johnson (USA) geschlagen geben, auf die ihr 0,15 Sekunden fehlten. Bronze ging an die Tschechin Ester Ledecka (+0,21 Sekunden). Bemerkenswert war, dass Puchner sich ihren Startplatz zuvor erst durch die interne ÖSV-Qualifikation hatte erkämpfen müssen. Es war nach der Olympia-Silbermedaille im Super-G bei den Winterspielen 2022 in Peking ihre zweite Medaille bei einem Großereignis.

Am 2. Juni 2026 gab Puchner ihr Karriereende bekannt.

Erfolge

Olympische Spiele Peking 2022: 2. Super-G, 8. Abfahrt Mailand/Cortina 2026: 11. Abfahrt, 14. Team-Kombination, DNF Super-G

Weltmeisterschaften Cortina d’Ampezzo 2021: 11. Abfahrt Méribel 2023: 4. Abfahrt, 19. Super-G Saalbach-Hinterglemm 2025: 2. Abfahrt, 5. Team-Kombination

Weltcup 9 Podestplätze, davon 2 Siege: Datum Ort Land Disziplin 16. März 2016 St. Moritz Schweiz Abfahrt 13. März 2019 Soldeu Andorra Abfahrt

Weltcupwertungen Saison Gesamt Abfahrt Super-G Kombination Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 2013/14 94. 21 43. 12 – – 22. 9 2014/15 47. 136 26. 67 26. 59 21. 10 2015/16 34. 288 12. 210 28. 46 25. 32 2016/17 49. 155 24. 94 27. 52 44. 9 2017/18 verletzungsbedingt keine Ergebnisse 2018/19 37. 211 11. 189 36. 22 – – 2019/20 59. 104 33. 40 25. 64 – – 2020/21 41. 162 18. 113 25. 49 – – 2021/22 16. 502 5. 296 11. 206 – – 2022/23 19. 462 5. 273 10. 189 – – 2023/24 15. 529 7. 251 7. 278 – – 2024/25 41. 211 14. 107 19. 104 – – 2025/26 29. 307 16. 193 19. 114 – –

Europacup Saison 2010/11: 6. Super-G-Wertung, 7. Abfahrtswertung Saison 2011/12: 5. Abfahrtswertung Saison 2012/13: 4. Gesamtwertung, 7. Abfahrtswertung, 7. Super-G-Wertung, 8. Kombinationswertung, 9. Riesenslalomwertung Saison 2013/14: 2. Super-G-Wertung Saison 2014/15: 3. Super-G-Wertung, 9. Abfahrtswertung, 9. Kombinationswertung 9 Podestplätze, davon 2 Siege: Datum Ort Land Disziplin 13. Jänner 2014 Innerkrems Österreich Super-G 1. Februar 2014 Serre Chevalier Frankreich Super-G

Juniorenweltmeisterschaften Crans-Montana 2011: 13. Super-G, 18. Abfahrt Roccaraso 2012: 8. Riesenslalom, 8. Kombination, 21. Super-G, 24. Slalom Québec 2013: 7. Kombination, 13. Abfahrt, 17. Super-G, 18. Riesenslalom, 22. Slalom

Weitere Erfolge 2 Österreichische Meistertitel (Abfahrt 2014 und 2015) Österreichische Jugendmeisterin (Jugend I) im Riesenslalom und in der Kombination 2009 Österreichische Jugendmeisterin (Jugend II) in der Abfahrt 2012 European Youth Olympic Festival 2009: 1. Riesenslalom, 12. Slalom 10 Siege in FIS-Rennen

Auszeichnungen 2022: Ehrenlorbeer des Salzburger Sports in Gold

Weblinks

Website von Mirjam Puchner

Einzelnachweise

Kategorie:Alpiner Skirennläufer (WSV St. Johann im Pongau) Kategorie:Olympiateilnehmer (Österreich) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2022 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2026 Kategorie:Teilnehmer einer Alpinen Skiweltmeisterschaft Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1992 Kategorie:Frau