Die Liste der Städte in der Volksrepublik China bietet einen Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahl der größten Städte der Volksrepublik China gemäß verschiedener Betrachtungsweisen (Metropolregion, Städtische Siedlung, administratives Stadtgebiet, Fläche).
Überblick mini|Millionenstädte in der VR China 2020 (Bevölkerung des jeweils gesamten Verwaltungsbereichs) Die Verwaltungsgliederung der Volksrepublik China umfasst sechs Hauptebenen. Die Volksrepublik China ist in Provinzen, regierungsunmittelbare Städte, Sonderverwaltungszonen und Autonome Gebiete gegliedert. Die Provinzen und Autonomen Gebiete gliedern sich wiederum überwiegend in bezirksfreie Städte. Seit 1983 erhöhte sich ihre Zahl, da nach und nach die meisten Regierungsbezirke und Bünde in bezirksfreie Städte umgewandelt wurden. Gegenwärtig sind in ganz China nur noch 50 Regierungsbezirke, Bünde und Autonome Bezirke verblieben. Es umfasst sowohl das eigentliche Stadtgebiet als auch die umliegende Großregion, also weiträumige Gebiete mit ländlicher Siedlungsstruktur. Deshalb gehören zu diesen Städten, neben Stadtbezirken, meist auch kreisfreie Städte und Kreise (in der Inneren Mongolei Banner).
Gemäß administrativer und politischer Verwaltungsgliederung der Volksrepublik China gab es am 31. Dezember 2022: 4 regierungsunmittelbare Städte (直辖市 zhíxiáshì) 293 bezirksfreie Städte (地級市 dìjíshì), davon 15 provinzunmittelbare Städte 副省级城市, fù shěngjí chéngshì (wortwörtlich: „Vizeprovinzrang-Stadtstadt“)城 chéng bedeutet „Burg“ und „Stadt“, 市 shì bedeutet „Markt“ und „Stadt“. 278 sonstige 394 kreisfreie Städte (县級市/縣級市 xiànjíshì) Die Sonderverwaltungszone Hongkong, die politisch und administrativ als eine Stadt zu betrachten ist, besteht geographisch aus mehreren städtischen Siedlungsgebieten. Trotz einiger Wald- und anderer Naturgebiete liegt ihre Bevölkerungsdichte mit 6890 Ew./km² deutlich über der höchsten einer deutschen Großstadt: München mit 4.861 Ew./km².
Differenzierung des Städtebegriffs in China In der Verwaltungsgliederung der Volksrepublik China ist eine Stadt keine rein städtische Siedlung, sondern eine Verwaltungseinheit, die neben der städtischen Siedlung auch ein großes ländliches Umland umfasst. Deshalb haben fast alle bezirksfreien Städte mindestens 500.000 Einwohner in ihren administrativen Grenzen und fast alle kreisfreien Städte mindestens 100.000 Einwohner. Das Verwaltungsgebiet einer bezirksfreien, wie auch einer regierungsunmittelbaren Stadt, hat oft die Größe deutscher Bundesländer. Durch diese Definition ist ein direkter Vergleich mit Städten aus anderen Ländern (etwa mit europäischen Großstädten) nicht sinnvoll, da in Europa in der Regel das dicht bebaute Gemeindegebiet als Stadt definiert wird.
Werden die politischen Grenzen als Grundlage genommen, ist die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing mit einer Bevölkerungszahl von 32 Millionen (2007) die größte Stadt der Welt. Mit einer Fläche von 82.403 km² ist Chongqing jedoch in etwa so groß wie Österreich. Auch ihre Bevölkerungsdichte ist mit 389 Ew./km² deutlich niedriger als z. B. jene von Nordrhein-Westfalen (533 Ew./km²) und die der Niederlande (432 Ew./km²).
Um chinesische Städte besser mit ausländischen Städten vergleichen zu können, verwendet man statt der administrativen Stadt meist die städtische Siedlung. Darunter versteht man den zusammenhängenden dicht bebauten Raum, unabhängig der politischen und administrativen Grenzen der Stadt. Weit auseinanderliegende Dörfer bzw. Ansiedelungen werden dabei nicht mitgerechnet. Ein Beispiel hierfür ist die Stadt Chongqing: Unter der städtischen Siedlung von Chongqing versteht man den zusammenhängend bebauten Kern, also die Großstadt ohne größere Lücken in der Bebauung, dazu zählen die sechs Innenstadtbezirke Yuzhong, Dadukou, Nan’an, Jiulongpo, Shapingba, Jiangbei sowie die Peripheriebezirke Banan, Beibei und Yubei mit einer Gesamteinwohnerzahl von 9.580.819 im Jahr 2020. Die besiedelten Wohn-, Verkehrs- und Geschäftsflächen greifen dabei nahtlos ineinander. Räumlich getrennte, eigene Siedlungskerne innerhalb der administrativen Grenzen zählen als eigene Einheit, etwa die städtische Siedlung Wanzhou (1.078.149 Einwohner), die zwar innerhalb der Verwaltungseinheit Chongqing liegt, jedoch rund 250 km (entspricht in etwa der Entfernung Wien-Salzburg bzw. Hamburg-Berlin) vom Stadtzentrum entfernt ist.
Ballungsgebiete nach Einwohnerzahl
Die folgende Tabelle zeigt die größten Agglomerationen in der Volksrepublik China mit Stand 1. Januar 2022.
Rang Agglomeration Einwohner(Schätzung 2022) 1. Nördliches Perlflussdelta (Guangzhou-Shenzhen) 65.100.000 2. Shanghai 39.300.000 3. Peking 20.500.000 4. Chengdu 15.200.000 5. Xiamen 14.100.000 6. Hangzhou 12.500.000 7. Xi’an 11.600.000 8. Tianjin 11.200.000 9. Wuhan 10.800.000 10. Chongqing 10.100.000
Städtische Siedlungen nach Einwohnerzahl Die folgende Tabelle enthält alle städtischen Siedlungen, die gemäß Volkszählung am 1. November 2020 mindestens 300.000 Einwohner besitzen, außerdem deren Namen in deutscher Transliteration und auf Chinesisch, sowie die Ergebnisse der Volkszählungen (VZ) vom 1. Juli 1990, 1. November 2000 und 1. November 2010. Dabei wurden auch städtische Siedlungen aufgeführt, beispielsweise Jiangjin, die juristisch keine Städte, sondern stattdessen Untergliederungen größerer Städte (in diesem Fall Chongqing) sind.
Aufgeführt ist auch die übergeordnete Verwaltungseinheit auf Provinzebene (Provinz, Autonomes Gebiet, Regierungsunmittelbare Stadt, Sonderverwaltungszone), zu der die städtische Siedlung gehört. Hauptstadt der Volksrepublik China und zweitgrößte städtische Siedlung des Landes (nach Shanghai) ist Peking.
In Hongkong und Macau wurde 1991, 2001 und 2021 Volkszählung durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der Spalte für 1990, 2000 und 2020 zu finden. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die jeweilige städtische Siedlung, die Kernstadt, nicht auf die Stadt oder Gemeinde in ihren politischen Grenzen (siehe Bezirksfreie Stadt).
Zum 1. November 2020 fand die letzte Volkszählung statt. 2030 findet die nächste Volkszählung statt.
(VZ = Volkszählung)