mini|300px|Stadtmauer und Altstadt von der Freudenburg aus gesehen
Freudenberg (, lokale Aussprache: Fradeberch) ist eine Stadt am Main und liegt zwischen Würzburg und Miltenberg im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs.Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
Geographie mini|Gemarkung und Lage der Stadt Freudenberg mini|Gemarkung der Kernstadt Freudenberg, 1901
Stadtgliederung Zu Freudenberg gehören als Stadtteile neben der Kernstadt Freudenberg die ehemals selbstständigen Gemeinden Boxtal, Ebenheid, Rauenberg und Wessental.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 315–318 sowie Laukenhof [Wohnplatz] bei leo-bw.de
Zur ehemaligen Gemeinde Boxtal gehören das Dorf Boxtal (), das Gehöft Tremhof () und der Wohnplatz Sägmühlen (). Zur ehemaligen Gemeinde Ebenheid gehört das Dorf Ebenheid (). Zur Stadt Freudenberg in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehören die Stadt Freudenberg () und der Wohnplatz Laukenhof () sowie die abgegangene Ortschaften Lullenseit, Räuberschlößchen (auch Alte Burg) und Teufelsburg. Zur ehemaligen Gemeinde Rauenberg gehören das Dorf Rauenberg (), die in Rauenberg aufgegangene Ortschaft Schafhof (auch Winden)Zusätzliche Quelle zu einem Wohnplatz in Freudenberg: Schafhof (Winden) – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 12. Januar 2019. () und der Wohnplatz Dürrhof mit Forst- und Waldhaus () sowie die abgegangene Ortschaft Glappenhausen (hist.nicht belegt, eher Klapperhaus=Siechenhaus). Zur ehemaligen Gemeinde Wessental gehören das Dorf Wessental () und die Wohnplätze Antonius (Antons)-mühle () und Blankenmühle ().
Schutzgebiete In Freudenberg gibt es zwei Landschafts- und zwei Naturschutzgebiete:Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007. Landschaftsschutzgebiet Wertheim: 3932,0 ha; Gemarkungen Freudenberg, Külsheim, Werbach und Wertheim; seit 1979. Landschaftsschutzgebiet Freudenberg: 1704,5 ha; Gemarkungen Freudenberg und Wertheim; seit 1984. Naturschutzgebiet Erlenwald Röte-Strüt: 7,6 ha; Gemeinde Freudenberg, Gemarkung Ebenheid. Naturschutzgebiet Vogelschutzgebiet beim Tremhof: 46,5 ha; Stadt Freudenberg, Gemarkung Freudenberg.
Das FFH-Gebiet Sandstein Spessart liegt teilweise auf der Gemarkung von Freudenberg. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Stadt Freudenberg insgesamt 13 als Naturdenkmal geschützte Objekte.
Das mit Rechtsverordnung vom 19. März 1990 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Freudenberg/Bürgstadt mit der WSG-Nr. 128220 umfasst eine geschützte Fläche von 170,12 Hektar. Daneben liegen noch Teile des Wasserschutzgebiets Mondfeld/Boxtal mit der WSG-Nr. 128140 mit einer Gesamtfläche von 831,8 Hektar in der Gemarkung des Stadtteils Boxtal.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Freudenberg.
Geschichte Geschichte der Stadt Freudenberg mini|Freudenberg in der Karte des Spessarts von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts) mini|hochkant|Stadt- und Rathaus mini|Schmale Gassen rund um St. Laurentius Mittelalter 1159 wird Freudenberg als Lüllenseit erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 1160 und 1200 erbaut das Hochstift Würzburg, zu dem der Ort gehört, die Burg Frouwedenberch, deren Name sich auf die Siedlung überträgt. Im Jahre 1287 wird Freudenberg erstmals in einer Urkunde als Stadt (castrum et civitas = Burg und Stadt) bezeichnet. Am 9. September 1295 bestätigt der Würzburger Fürstbischof den Grafen von Wertheim die Belehnung mit Burg und Stadt. Kaiser Ludwig der Bayer verleiht 1333 das Gelnhäuser Stadtrecht an Wertheim. Damit ist das Recht verbunden, einen Wochenmarkt abzuhalten und die niedere Gerichtsbarkeit selbst durchzuführen. 1362 wird der Stadt durch Kaiser Karl IV. auch das Zollrecht verliehen. Vierzehn Jahre später erhält die Stadt vom Kaiser auch die Hochgerichtsbarkeit. Kirchlich gehört Freudenberg zu jener Zeit zum Bistum Mainz, weltlich jedoch zum Hochstift Würzburg. Die Stadt wird 1423 zum Sitz des Amtes Freudenberg, das neben der Stadt selbst auch Ebenheid, Boxtal und zwei Höfe umfasst.
Neuzeit Nach dem Tod des letzten Wertheimer Grafen 1556 fällt das Lehen an das Hochstift Würzburg zurück. Nachdem zunächst die Grafen von Stolberg beliehen werden, gehen Stadt und Burg 1581 an die Herrschaft Löwenstein-Wertheim. Um die Wende zum 17. Jahrhundert trifft die Hexenverfolgung auch Freudenberg: 150 Bewohner der Stadt werden bis 1632 als Hexen und Hexer verbrannt. 1612 fällt die Stadt erneut an das Hochstift Würzburg zurück. Sie lag im Fränkischen Reichskreis.
Im Rahmen der Mediatisierung kommt Freudenberg 1803 an die Grafschaft Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Aber bereits 1806 wird die Stadt mit der Rheinbundakte badisch. Zunächst noch dem standesherrlichen Amt Löwenstein-Wertheim-Freudenberg zugehörig, kommt die Stadt mit dessen Auflösung 1813 zum Amt Wertheim, mit dem es 1938 im Landkreis Tauberbischofsheim aufgeht. Die Kreisreform 1973 führt schließlich zur Zugehörigkeit zum neuen Tauberkreis, der seit 1974 Main-Tauber-Kreis heißt. 1935 verliert Freudenberg das Stadtrecht, das dem Ort erst 1956 wieder verliehen wird. 1938 wird in der Reichspogromnacht die Synagoge zerstört, wobei der Gemeindediener Anton Beck die Thorarolle auf dem Rathausspeicher versteckt. Während des Zweiten Weltkriegs werden in der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag 1945 die erste Mainbrücke und der eiserne Steg an der Schleuse durch deutsche Soldaten zerstört. Die zweite Mainbrücke wurde 1950 errichtet.https://www.freudenberg-main.de/index.php?id=16 Geschichte Freudenbergs Seit dem Jahr 1968 ist Freudenberg ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Eingemeindungen 1. Januar 1972: Boxtal, Ebenheid und Wessental 31. Dezember 1972: Rauenberg
Freudenbergs Stadtteile und ihre Geschichte mini|Luftbild Boxtals aus Südosten 70px|links|Boxtal Boxtal
Boxtal wurde erstmals 1181 als Bockeshol urkundlich erwähnt. 1396 wurde die Hälfte von Boxtal von den Herren von Riedern an die Grafen von Wertheim verkauft. Seit 1423 gehörte das Dorf zum Amt Freudenberg. 1612 fiel es mit dem gesamten Amt an das Hochstift Würzburg und teilte fortan das politische und kirchliche Schicksal Freudenbergs. 1925 wurde die Gemarkung Tremhof eingemeindet. Eine der Hauptattraktionen in Boxtal ist die wohl älteste deutsche Lourdeskapelle – gestiftet von Pfarrer Lorenz Englert. Die Kapelle wurde am 26. Juli 1885 eingeweiht.70px|Ebenheid Ebenheid
Ebenheid wurde 1294 erstmals als Ebenothe urkundlich erwähnt. Seit 1317 war der Deutsche Orden Grundherr; seit 1423 gehörte das Dorf zum Amt Freudenberg. Ab 1545 waren die Grafen von Wertheim Herren über Ebenheid. 1612 fiel der Ort an das Hochstift Würzburg, womit er von nun an die Geschichte Freudenbergs teilte.70px|links|Rauenberg TBB Rauenberg
Es wird angenommen, dass der Weiler Wineden (ahd. „Grenzweide“), der 1214 erstmals erwähnt wurde, die Vorsiedlung der heutigen Ortschaft war. Anfänglich unter verschiedenen Adligen (wie Konrad von Dürn und den Schenken von Prozelten), kam ein Teil von Wineden in die Hand der Rüdt zu Collenberg (Lehnsherren derer von Dürn), namentlich des Deutschmeisters Konrad (Deutscher Orden). Dieser verlieh seinem Bruder Eberhard Rüdt von Collenberg am 3. Januar 1379 das Dorff zu Ruhenberg. Es war damals üblich, Ortschaften aufzulösen oder umzubenennen.
Im 15. Jahrhundert übernahm Kurmainz die Herrschaft über Rauenberg, es wurde aber weiterhin von den Rüdt als Lehen verwaltet. Auch als Rauenberg seit dem 15./16. Jahrhundert ein eigenes Gericht und Schultheißen hatte, unterzeichneten die Rüdt noch als Dorfherren. 1576 gehörte Rauenberg zum Amt Miltenberg und zählte zwölf Haushaltungen. 1635 zog Kurmainz das Lehen ein, da die Rüdt im Mannesstamm erloschen, und Rauenberg wurde dem Oberamt Miltenberg, ab 1803 dem Amt Freudenberg unterstellt. 1813 wurde das Amt Freudenberg aufgelöst und dem Oberamt Wertheim unterstellt, und somit Rauenberg erstmals badisch. 1925 wurde der Dürrhof eingemeindet. 1936 wurde Rauenberg dem Landkreis Tauberbischofsheim zugeteilt. 1972 verlor Rauenberg seine Eigenständigkeit und wurde mit der Stadt Freudenberg vereinigt.
Der Landschaftsmaler Franz Bronstert lebte und arbeitete teilweise in Rauenberg.70px|links|Wessental Wessental
In einer Urkunde vom 28. Dezember 1309 wurde Wessental als Wezingenthal (Tal des Wezicco) erstmals erwähnt.
Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung der Stadt Freudenberg (1961 und 1970 mit den später eingegliederten Orten) entwickelte sich wie folgt:
Jahr Bevölkerung 1961 3560 1970 4011 1991 3943 1995 4124 2005 4030 2010 3904 2015 3800 2020 3738
Quellen: Gemeindeverzeichnis und Angaben des Statistischen Landesamtes
Stadtarchiv Das Archiv der Stadt Freudenberg wurde in das Teilarchiv des Main-Tauber-Kreises im Archivverbund Main-Tauber eingebracht. Der Archivverbund wurde im Jahre 1988 im ehemaligen Spital des Klosters Bronnbach unter der Trägerschaft des bereits 1978 gegründeten Staatsarchivs Wertheim eingerichtet.
Religion Christentum Die in Freudenberg 1525 eingeführte Reformation kann sich bis 1612 halten, als die Stadt an das Hochstift Würzburg zurückfällt. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Stadt von 1631 bis 1633 noch einmal für zwei Jahre evangelisch. 1654 fällt die Stadt auch kirchlich vom Erzbistum Mainz an das Bistum Würzburg, zu dem es weltlich schon viele Jahrhunderte gehörte. Nach kurzer Zugehörigkeit (seit 1821) zum Bistum Speyer gehören die römisch-katholischen Christen der Seelsorgeeinheit Freudenberg im Dekanat Tauberbischofsheim seit 1827 zum Erzbistum Freiburg.
Jüdische Gemeinde Freudenberg In Freudenberg bestand eine jüdische Gemeinde seit dem Mittelalter, die bei einer Judenverfolgung im Jahre 1298 ausgelöscht wurde. Bereits nach 1442 wurden wieder Juden im Ort genannt. Im 16./17. Jahrhundert kam es zur Entstehung einer neuzeitlichen jüdischen Gemeinde in Freudenberg, die bis zur Zeit des Nationalsozialismus bestand. Die jüdische Gemeinde Freudenberg besaß die Synagoge Freudenberg, eine Religionsschule und ein rituelles Bad.Alemannia Judaica: Freudenberg (Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 1. Dezember 2015.
Politik Gemeinderat In Freudenberg wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Diese garantiert den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen. Aus dem Hauptort Freudenberg kommen mindestens neun, aus Boxtal und Rauenberg jeweils mindestens drei, aus Ebenheid mindestens zwei Räte sowie aus Wessental mindestens ein Gemeinderat. Der Gemeinderat hat normalerweise 16 Mitglieder. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. 2024 besteht er aus 17 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands62,391165,113FWFreie Wähler Freudenberg19,65321,94SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands17,97313,03gesamt100,017100,020Wahlbeteiligung67,03 %58,5 %
Bürgermeister Roger Henning wurde im November 2014 mit 54,5 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Am 2. Oktober 2022 wurde er mit 88,4 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Freudenberg
Städtepartnerschaft Saint-Arnoult-en-Yvelines, Frankreich, seit 4. Mai 1994
Hoheitszeichen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Tourismus Badesee im Seepark Freudenberg