mini|300px|Doraemon als Werbefigur einer japanischen Speditionsfirma (2003)

Doraemon (jap. ) ist eine Mangaserie des Zeichnerduos Fujiko Fujio, die von 1969 bis 1996 in Japan erschien, und zugleich der Name von deren Hauptfigur. In Asien ist Doraemon ebenso bekannt wie Micky Maus in der westlichen Welt. Die zahlreichen Folgen der Zeichentrickserie sind oftmals mit pädagogischem Anspruch versehen. Sie wurden in eine Reihe von Sprachen übersetzt. Im Westen war sie in Italien, Portugal und spanischsprachigen Ländern am erfolgreichsten.

Handlung Der Roboter Doraemon wird aus dem 22. Jahrhundert in die Gegenwart geschickt. Der Ur-Ur-Enkel von Nobita versucht dadurch zu erreichen, dass der Tollpatsch Nobita vor seinen größten Fehlern bewahrt wird, ein sorgenfreies Leben führt und nicht in Schwierigkeiten gerät, die sich bis in die Zukunft auswirken. Insbesondere soll Doraemon sicherstellen, dass Nobita sich nicht unnötig in Schwierigkeiten verrennt und wie vorgesehen Shizuka heiratet.

Die Geschichten folgen vorgegebenen Mustern. Nobita kommt weinend nach Hause und ruft laut nach Doraemons Hilfe. („Doraemon, hilf mir!“) Zusammen stehen sie manche Abenteuer durch und bewältigen die Probleme Nobitas, die von Schulproblemen über Ärger mit den Klassenkameraden bis zu Unsicherheiten im Umgang mit Mädchen reichen. Um Nobita zu helfen, zaubert Doraemon immer neue fantasievolle Geräte aus der Zukunft aus seiner Tasche. Häufig gerät Nobita durch deren Einsatz jedoch noch tiefer in den Schlamassel.

Etymologie Der Name Doraemon ist abgeleitet vom japanischen Begriff – „doraneko“ – einer „dreisten herrenlose Katze“, die beispielsweise Fische stiehlt. Dora- vom doraneko () und der „Suffix“ emon (). Uemon () bzw. Emon ( – siehe beispielsweise Ishikawa Goemon) sind typisch historische Familien- und Vornamen im alten Japan. Doch es gibt auch eine Herleitung des Namens von Doraemons „Leibgericht“ Dorayaki – „dora“-e, einer japanischen Süßigkeit (wagashi, ), und der Zusatz „-mon“ soll für Monster stehen.

Figuren Doraemon ()

Der blaue Roboter Doraemon hat ein katzenähnliches Aussehen. Seine Ohren wurden von einer Robotermaus abgeknabbert, weswegen er panische Angst vor Mäusen hat, obwohl diese dem Roboter eigentlich keinen Schaden zufügen können. Er wiegt 129,3 Kilogramm, ist 129,3 cm groß, kann 129,3 cm hoch in die Luft springen und rennt bis zu 129,3 km/h schnell. Am Bauch trägt er eine Tasche, die Yojigen-Poketto, auf Deutsch vierdimensionale Tasche, die in ein anderes Raumkontinuum mündet und deshalb unendlich viel Platz bietet. Aus der Tasche holt er bei Bedarf allerlei Gegenstände aus der Zukunft, etwa eine Überall-Tür und diverses anderes technisches Spielzeug.

Nobi Nobita ()

Nobita geht in die 4. Klasse, ist oft unkonzentriert, nicht allzu gut in der Schule und gerät leicht in Schwierigkeiten. Trotz all seiner Schwächen ist er dennoch ein liebenswerter Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat. In der Zukunft werden er und Shizuka heiraten und Kinder bekommen, aber in der Gegenwart sieht es allzu oft gar nicht danach aus.

Minamoto Shizuka () Shizuka ist das einzige Mädchen in den Geschichten. Sie ist charmant, liebenswert und wird von allen Jungs in der Klasse geliebt. Dass sie Nobita heiraten wird, weiß sie so wenig wie er. Sie wohnt in der Nachbarschaft, ist sehr gut in der Schule und liebt das ausgiebige Baden. In vielen Folgen geht es darum, wie Nobita mit Doraemons Hilfe versucht, sie zu beeindrucken.

Honekawa Suneo ()

Honekawa Suneo ist ein fuchsgesichtiger Widerling. Er lügt und betrügt sich durch das Leben. Dabei ist er ziemlich helle und hat ein außergewöhnlich gutes Allgemeinwissen. Er ist ordinär, verwöhnt und bekommt fast alles, was er will. Vor allem aber will er, dass Doraemon mit ihm zusammenlebt und ihm alles das gibt, was er noch nicht hat. Sein bester Freund ist Gian (Gōda Takeshi). Er hackt ständig auf Nobita herum und bringt ihn in Schwierigkeiten. Insgeheim ist er in Shizuka verliebt. Obwohl er ein Prahler und Snob ist, wird er manchmal auch recht liebenswürdig dargestellt. Natürlich kommt danach schnell wieder sein schlechter Charakter zum Vorschein.

Gōda Takeshi ()

Gōda Takeshi (Gian) ist der Tyrann der Gruppe. Er ist zäh und stark und kann nicht singen. Er und Suneo hacken immer auf Nobita herum. Er ist wegen all der Dinge, die Nobita und Suneo bekommen, oft auf sie eifersüchtig. Also nimmt er ihnen die Spielsachen weg und quält sie. Er liest gerne Comic-Hefte, und seine Schulnoten sind nicht besonders gut, aber auch nicht so schlecht wie die von Nobita. Er gerät ähnlich wie Nobita immer in Schwierigkeiten. Außerdem hat er eine jüngere Schwester, Jaiko (), die gerne Mangas zeichnet.

Dekisugi Hidetoshi () Dekisugi Hidetoshi ist ein rundum perfekter Mensch. Er ist unter den Klassenbesten, sportlich und ziemlich beliebt. Nur Suneo ist beliebter, weil er die Mädchen aus der Nachbarschaft beschenkt. Er ist sehr freundlich, bescheiden und prahlt nie. Nobita versucht immer zu erreichen, dass ihm Dekisugi seine Hausaufgaben macht, um ihm so den Schultag ein wenig zu erleichtern.

Analyse Jede der Geschichten ist acht bis zehn Seiten lang.MangasZene Nr. 11, S. 38. Grundschema ist das Zusammenspiel des kleinen Jungen mit seinem Roboter, das unter immer neuen Umständen zu komischem Chaos führt. Dieses Schema kommt auch in weiteren japanischen Kinderserien vor, Doraemon ist aber der bedeutendste Vertreter. Eine andere Formulierung dieses Schemas ist die als Kombination einer alltäglichen Szenerie mit einem einzigen außergewöhnlichen Element – dem Roboter Doraemon – das eine Kette von Ereignissen in Gang setzt. Ähnlich funktionierte auch schon Obake no Q-tarō vom gleichen Zeichnerduo, allerdings mit einem Geist statt einem Roboter.

Zielgruppe der Serie sind Grundschulkinder. Viele der kurzen Geschichten haben eine Moral oder Lektion, beispielsweise eine ökologische. Dabei spielen oft anthropomorphe Tiere eine Rolle, ähnlich wie in Fabeln. In den ökologischen Botschaften zeigen sich die Einflüsse des Buddhismus in Japan, der Mitgefühl mit allen Dingen lehrt, die Natur zu respektieren und zu schützen. Auch nostalgische Rückblicke auf die Natur, die durch die Moderne verloren gegangen ist, kommen vor. Neben diesen Bezügen zu japanischen Moralvorstellungen werden in den Geschichten auch die japanischen Feiertage, Sagen und Episoden der japanischen Geschichte aufgegriffen. Trotz der ökologischen oder moralischen Botschaften sind die Geschichten generell positiv gegenüber Technologie eingestellt und vermitteln ein optimistisches Bild der menschlichen Entwicklung. Laut einigen Kulturwissenschaftlern sind die gezeigte ständige Behütung und die Erfüllung aller Wünsche der Kinder durch Doraemon auch ein Abbild der psychologischen Bedürfnisse kleiner Kinder.

Manga Zur Entstehung der Serie, so Fujimoto, trugen die früheren Erfahrungen mit Serien für Kinder bei. Darunter besonders Obake no Q-tarō von 1964. Was sich dabei als erfolgreich erwiesen hat, wurde nun in Doraemon ausgebaut. Die ersten Mangas erschienen ab Dezember 1969 gleichzeitig in verschiedenen Kindermagazinen, die sich an Kinder unterschiedlichen Alters richten. In jedem der monatlich erscheinenden Magazine wurde ein Manga veröffentlicht, der genau auf die jeweilige Altersgruppe ausgerichtet war. Später wechselte Doraemon in vierteljährlich, dann wieder monatlich erscheinende Magazine, bis der Verlag Shogakukan 1979 schließlich das Magazin CoroCoro Comic herausbrachte, das sich inhaltlich zunächst ausschließlich mit Doraemon beschäftigte.

Die Serie wurde von 1974 bis 1996 in 45 Sammelbänden veröffentlicht, Shogakukan verwendete auch etliche Folgen in verschiedenen Manga-Magazinen. Eine englische Übersetzung erschien 2002 bis 2005 bei Shogakukan English Comics. In Ost- und Südostasien ist die Serie weit verbreitet. Die erste Veröffentlichung in Hongkong erschien unter dem Namen Ding Dong 1975 im Magazin Yitung Lokyun in einer komplett neu gezeichneten und kolorierten Fassung mit chinesischen Namen. Dorthin und von hier weiter in die südostasiatischen Staaten kam Doraemon lange nur in Form von kommerziell verbreitete, nicht-lizenzierte Kopien, ehe in den 1990er Jahren Lizenzverträge abgeschlossen wurden. Außerdem erschienen Übersetzungen in Frankreich, Spanien, Italien und Lateinamerika.

Anime-Fernsehserie Eine erste Adaption des Mangas als Animeserie für das japanische Fernsehen entstand 1973 bei Nippon Television Dōga. Nach den Drehbüchern von Haruya Yamazaki und Yoshitake Suzuki und unter der Regie von Mitsuo Kaminashi wurden 26 Folgen produziert. Die künstlerische Leitung lag bei Shōhei Kawamoto. Die Ausstrahlung erfolgte vom 1. April bis 30. September 1973 bei Nippon TV. International wurde die Serie in Spanien, Mexiko, Italien und den Philippinen gezeigt.

1979 begann die Produktion einer neuen Staffel bei Shin-Ei Animation. Regie führte Tsutomu Shibayama, Autoren waren Fumihiko Shimo, Hideki Sonoda, Masaki Tsuji und Takashi Yamada. Das Charakterdesign stammt von Eiichi Nakamura. Die Serie wurde ab dem 2. April 1979 bei TV Asahi ausgestrahlt. Sie lief bis zum 25. März 2005 und erreichte 1787 Folgen. Sie wurde auf Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Arabisch und Tagalog im Fernsehen ausgestrahlt.

Am 15. April 2005 startete zum 25. Geburtstag von Doraemon eine neue Staffel. Diese entstand wieder bei Shin-Ei Animation, zunächst unter Regisseur Kōzō Kusuba, dann Soichiro Zen. Die Erstausstrahlung findet bei TV Asahi statt. International gibt es Ausstrahlungen auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Baskisch, Katalanisch, Galizisch, Portugiesisch, Polnisch, Arabisch, Tagalog, Chinesisch, Thai, Vietnamesisch, Indonesisch, Hindi, Tamil, Telugu u. a.

Synchronisation Rolle Japanische Stimme (Seiyū) 1973 Japanische Stimme 1979 Japanische Stimme 2005 Doraemon Kōsei Tomita (Folge 1–13)Masako Nozawa (Folge 14–26) Nobuyo Oyama Wasabi Mizuta Nobita Nobi Yoshiko Ohta Noriko Ohara Megumi Ōhara Nobisuke Nobi Ichirō Murakoshi Masayuki Katō (1979–1992)Yōsuke Naka (1992–2005) Yasunori Matsumoto Tamako Nobi Noriko Ohara Sachiko Suetsune Kotono Mitsuishi Takeshi Gōda/Gian Kaneta Kimotsuki Kazuya Tatekabe Subaru Kimura Shizuka Minamoto Masako Ebisu Michiko Nomura Yumi Kakazu Suneo Honekawa Shun Yashiro Kaneta Kimotsuki Tomokazu Seki Hidetoshi Dekisugi Sumiko Shirakawa Shihoko Hagino Dorami Keiko Yokozawa Chiaki Sewashi Nobi Keiko Yamamoto Yoshiko Ohta Sachi Matsumoto Jaiko Gōda Yoshiko Ohta (1979)Kazuyo Aoki (1980–2005) Vanilla Yamazaki Botako Masako Nozawa Kikumi Umeda

Musik Die Musik der ersten Staffel komponierte Nobuyoshi Koshibe und Shunsuke Kikuchi. Der Vorspann ist Doraemon und der Abspann Doraemon Rumba, beide von Harumi Naitoh.

Für die zweite Staffel komponierte Shunsuke Kikuchi die Musik. Die Vorspannlieder sind: Doraemon no Uta von Kumiko Oosugi, Nobuyo Oyama Boku Doraemon von Nobuyo Oyama, Koorogi '73 Doraemon no Uta von Satoko Yamano Doraemon no Uta von Tokyo Purin Doraemon no Uta von Misato Watanabe Doraemon no Uta von AJI

Für die Abspanne verwendete man folgende Lieder: Doraemon Ekaki-uta von Nobuyo Oyama Aoi Sora wa Pocket sa von Kumiko Oosugi Doraemon Ondo von Nobuyo Oyama, Koorogi '73 Dorami-chan Ekaki-uta von Keiko Yokozawa Maru-gao no Uta von Nobuyo Oyama Boku-tachi Chikyuu-jin von Mitsuko Horie Santa Claus wa Doko no Hito von Nobuyo Oyama Aozora-tte Iina von Mitsuko Horie Ashita mo Tomodachi von Yui Nishiwaki Boku Doraemon 2112 von Nobuyo Oyama, Koorogi '73 Mata Aeru Hi made von Yuzu Tanpopo no Uta von The Alfee YUME-biyori von Hitomi Shimatani Aa Iina! von W [Double You]

Die Musik der dritten Staffel komponierten Kan Sawada und Shunsuke Kikuchi. Die Vorspannlieder sind: Doraemon no Uta von Twelve Girls Band Hug Shichao von Rimi Natsukawa Yume wo Kanaete Doraemon von mao

Der Abspann wurde unterlegt mit dem Lied Odore Dore Dora Doraemon Ondo von Wasabi Mizuta.

Specials