Die 167. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Einsatzgebiete Deutschland: Dezember 1939 bis Mai 1940 Frankreich: Juni 1940 bis Februar 1941 Deutschland: März bis Mai 1941 Ostfront, Zentralabschnitt: Juni 1941 bis April 1942 Niederlande: Mai 1942 bis Februar 1943 Ostfront, Südabschnitt: März 1943 bis Februar 1944
Geschichte
Aufstellung Die Division wurde ab dem 26. November 1939 im Wehrkreis VII im Rahmen der 7. Aufstellungswelle aufgestellt. Die Ersatzgestellung erfolgte in Kempten und Bad Reichenhall. Im Januar 1940 erhielt sie ihre Sollstärke durch Eingliederung der Feldersatz-Bataillone 7, 27 und 34.
Westfeldzug Nach kurzem Einsatz im Westfeldzug im Verband der 1. Armee blieb die Division als Besatzungstruppe im Westen. Danach wurde sie in den Wehrkreis VII zurückverlegt und von dort im Juni 1941 in das Generalgouvernement in den Verband der 4. Armee der Heeresgruppe Mitte.
Unternehmen Barbarossa Ab dem 22. Juni 1941 nahm die 167. Inf.-Div. am Russlandfeldzug teil, der sie über Pinsk, Bobruisk, Jelnja, Brjansk in den Raum von Orel führte, wo sie unter Führung der 2. Panzerarmee schwere Winterkämpfe erlebte und starke Verluste erlitt.
Auffrischung Niederlande 1942 Zur Auffrischung wurde die Division Ende April 1942 in die Niederlande verlegt, wo sie unter dem Oberbefehlshaber West wieder auf Sollstärke gebracht und neu ausgebildet wurde.
Heeresgruppe Süd Anfang März 1943 wurde die Division dann zur Heeresgruppe Süd in den Raum Charkow verlegt, wo sie bis in den August 1943 hinein eingesetzt wurde, zuerst dem II. SS-Panzerkorps, dann dem XXXXVIII. Panzerkorps in der 4. Panzerarmee.
Divisionskampfgruppe 167 Nach schweren Verlusten führte sie das OKH nur noch als „Kampfgruppe“. Diese ging im Rahmen der 8. Armee über den Dnjepr, der als „Ostwall“ dauerhaft verteidigt werden sollte. Sowohl bei Tscherkassy als auch bei Krementschug stand die „Kampfgruppe 167. Inf.-Div.“ in ständigen Abwehrkämpfen.
Auflösung Am 1. Februar 1944 erfolgte dann aufgrund der schweren Verluste und fehlender Ersatzgestellung die Auflösung der Division, deren infanteristische Reste und zwei der ehemals vier Artillerieabteilungen als sog. „Divisionsgruppe 167“ der ebenfalls bayerischen 376. Inf.-Div. zugeteilt wurden, die wiederum im August 1944 in Rumänien vernichtet wurde.
167. Volksgrenadier-Division Aufstellung Ab dem 2. September 1944 befand sich die sog. „Schattendiv. Niedergörsdorf“ in der Aufstellung auf dem Truppenübungsplatz Döllersheim im Wehrkreis XVII. Die Reste der in Frankreich vernichteten 17. Felddiv. (L) wurden dabei mitverwendet. Am 25. Oktober 1944 wurde dieser Verband in 167. Volksgrenadier-Division umbenannt und dem Wehrkreis VII zugeteilt.
Ardennenoffensive Die Division wurde Mitte Dezember 1944 an die Westfront verlegt und kam am Ende Dezember 1944 bei Bastogne zu ihrem ersten Einsatz. Nach der Eroberung von Lutrebois am 30. Dezember 1944 musste sich die Division gegen Angriffe mehrerer amerikanischer Divisionen immer weiter aus ihren Stellungen bei Lutrebois und Wardin zurückziehen. Nach dem Verlust von Oberwampach am 17. Januar 1945 zog sich die Division bis zum 20. Januar 1945 aus den Ardennen zurück.
Vernichtung Ihre Vernichtung erfolgte Ende März 1945 bei Rückzug über den Rhein.
Verwendung der Reste der Division Der Divisionsstab fand noch Verwendung zur Aufstellung der Division Scharnhorst.
Kommandeure
Dienstzeit Dienstgrad Name1. Dezember 1939 bis 10. Januar 1940GeneralleutnantMartin Gilbert10. Januar bis 1. Mai 1940GeneralleutnantOskar Vogl1. Mai 1940 bis 1. August 1941GeneralleutnantHans Schönhärl1. bis 11. August 1941GeneralleutnantWerner Schartow11. August 1941 bis 25. November 1943GeneralleutnantWolf-Günther Trierenberg25. November 1943 bis unbekanntGeneralmajorHans Hüttner
Gliederung 1939 1940 19431944 Infanterie-Regiment 315 Infanterie-Regiment 315 Grenadier-Regiment 315Grenadier-Regiment 331 Infanterie-Regiment 331 Infanterie-Regiment 331 Divisionsgruppe 331Grenadier-Regiment 339 Infanterie-Regiment 339 Grenadier-Regiment 339 –Grenadier-Regiment 387 – – Feldersatz-Bataillon 238Feldersatz-Bataillon 167 – – Divisions-Füsilier-Bataillon 167Divisions-Füsilier-Bataillon 167 leichte Artillerie-Abteilung 238 Artillerie-Regiment 238 Artillerie-Regiment 238Artillerie-Regiment 167 – Panzerabwehr-Abteilung 238 Panzerjäger-Abteilung 238Panzerjäger-Abteilung 167 – Pionier-Bataillon 238 Pionier-Bataillon 238Pionier-Bataillon 167 – Nachrichten-Abteilung 238 Nachrichten-Abteilung 238Nachrichten-Abteilung 167 – Versorgungseinheiten 238 Versorgungseinheiten 238Versorgungseinheiten 167
Literatur
Alexander Thomas: Die Geschichte der 167. Volksgrenadierdivision während der Ardennenoffensive, BoD, Norderstedt 2022, ISBN 978-3-7568-0115-2.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1944 Kategorie:Division der 7. Aufstellungswelle Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht)