Die 297. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Ihr Personalbestand umfasste vorwiegend Österreicher.

Geschichte

Einsatzgebiete: Deutschland: Januar bis Mai 1940 Frankreich: Juni 1940 Generalgouvernement: Juli 1940 bis Juni 1941 Ostfront, Südabschnitt: Juni 1941 bis Oktober 1942 Stalingrad: Oktober 1942 bis Januar 1943 Frankreich: April bis Juli 1943 Serbien: Juli bis September 1943 Albanien: September 1943 bis Oktober 1944 Montenegro und Kroatien: Oktober 1944 bis Mai 1945

Aufstellung Die 297. Inf.-Div. wurde im Rahmen der 8. Aufstellungswelle ab 31. Januar 1940 in Bruck an der Leitha (Wehrkreis XVII) aufgestellt.

Westfeldzug Wenig später nahm der Verband, jedoch nur als Reserveeinheit, am Westfeldzug in Frankreich teil.

Besatzungstruppe Polen Bereits ab Juli 1940 lag die 297. Inf.-Div. als Besatzungstruppe im Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete. Sie betrieb weiterhin die Ausbildung ihrer Soldaten.

Abgaben für die Neuaufstellungen 327. und 113. ID Am 1. und am 30. Oktober 1940 stellte die Division 2 Bataillone und einen Regimentsstab für die Neuaufstellung der 327. Infanterie-Division und der 113. Infanterie-Division ab. Die Abgaben wurden wieder ersetzt.

Unternehmen Barbarossa Ab dem 22. Juni 1941 kämpfte die Division im Rahmen der Heeresgruppe Süd in der Ukraine, überwiegend im Verband der 6. Armee. Sie wurde eingesetzt bei der Eroberung von Shitomir, Uman, Tscherkassy, Kiew, Poltawa. Nördlich des Donezgebietes entlang drang sie weiter bis nach Charkow vor, wo monatelange Stellungskämpfe und schwere Abwehrschlachten zu bestehen waren.

Offensive 1942 Während der Sommeroffensive 1942 Fall Blau führte die 297. Inf.-Div. Angriffskämpfe im großen Donbogen und bis südlich Stalingrad. Sie war dabei zeitweise der 4. Panzerarmee und überwiegend der 6. Armee unterstellt.

Stalingrad Die 297. Inf.-Div. gehörte in der Schlacht von Stalingrad ab November 1942 dem IV. Armeekorps unter General der Pioniere Erwin Jaenecke an.historisches-tonarchiv.de

Vernichtung Im Januar 1943 wurde die 297. Inf.-Div. in der Kesselschlacht von Stalingrad aufgerieben. Ihr letzter Kommandeur ergab sich am 26. Januar 1943, die Reste der 6. Armee kapitulierten am 31.1. und 2. Februar 1943.

Wiederaufstellung Hitler befahl die komplette Neuaufstellung der Divisionen der 6. Armee, somit wurde auch die 297. Inf.-Div. wieder errichtet, beginnend am 7. März 1943 im Raum Bordeaux und dann fortgesetzt und abgeschlossen ab Juli 1943 in Serbien.

Albanien 1943 Anfang September kam die Division zu ihrem ersten Einsatz zur Entwaffnung der italienischen Truppen in Albanien. Bis Oktober 1944 verblieb die Division dort, sowohl zur Küstensicherung gegen mögliche alliierte Anlandungen als auch zur Partisanenbekämpfung.

Partisanenbekämpfung in Bosnien Danach wurde die 297. Inf.-Div. über Montenegro nach Bosnien zurückgezogen und hatte schwere Kämpfe mit den ständig weiter erstarkenden Tito-Partisanen zu bestehen. Die Anti-Partisanenoperationen wurde mehr und mehr zum Kampf gegen echte Streitkräfte, zumal die Versorgung der Alliierten für die Tito-Truppen immer umfangreicher wurde.

Rückzug 1944/45 Die Rückzugsbewegung der Heeresgruppe E durch Kroatien erlebte auch die 297. Inf.-Div.

Kapitulation Kurz vor Erreichen der damaligen deutschen Südgrenze erfolgte jedoch am 8. Mai 1945 die Kapitulation, so dass fast alle Angehörigen der Division in der Nähe von Cilli / Radkersburg in jugoslawischen Kriegsgefangenschaft kamen, die sehr viele von ihnen nicht überlebten.

Personen

+ Divisionskommandeure der 297. Inf.-Div.:Dienstzeit Dienstgrad Name 5. April 1940 bis 16. Januar 1943 General der Artillerie Max Pfeffer 16. bis 26. Januar 1943 Generalmajor Moritz von Drebber 1. April 1943 bis 17. Februar 1944 Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Deutsch 17. Februar bis 26. Oktober 1944 Generalleutnant Otto Gullmann 26. Oktober 1944 bis 8. Mai 1945 Generalleutnant Albrecht Baier

+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 297. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 8. Februar bis Oktober 1940 Major Heinz Brandt 20. Oktober bis 15. August 1941 Oberstleutnant Karl-Theodor Koerner 17. Oktober 1941 bis 18. September 1942 Oberstleutnant Walter Nagel unbekannt bis 25. Januar 1943 Oberstleutnant Artur Weber April bis 10. September 1943 Oberstleutnant Hans-Georg Eismann 10. September 1943 bis 20. Januar 1945 Oberstleutnant Heinz Toop 20. Januar 1945 bis 8. Mai 1945 Oberstleutnant Wilfried von Sobbe

Gliederung 1940 1943 Infanterie-Regiment 522 Infanterie-Regiment 523 Infanterie-Regiment 524 Grenadier-Regiment 522 Grenadier-Regiment 523 Grenadier-Regiment 524 Füsilier-Bataillon 297 Artillerie-Regiment 297 Artillerie-Regiment 297 Panzerabwehr-Abteilung 297 Panzerjäger-Abteilung 297 Pionier-Bataillon 297 Pionier-Bataillon 297 Nachrichten-Abteilung 297 Nachrichten-Abteilung 297 Nachschubtruppen 297 Nachschubtruppen 297 Feldersatz-Bataillon 297

Sonstiges An der Stelle des ehemaligen Einsatzortes Pestschanka, einem Ort 20 Kilometer westlich von Wolgograd, wurde von der Republik Österreich in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz das Mahnmal in Pestschanka errichtet, welches an die Schlacht um Stalingrad erinnert.

Bekannte Divisionsangehörige Heinz Brandt (1907–1944), war Olympiasieger im Springreiten Willy Riedel, Kommandeur der III. Abteilung im Infanterie-Regiment 524 erhielt das Deutsche Kreuz in Gold sowie das Ritterkreuz mit EichenlaubDaniel Niemetz: Das feldgraue Erbe: Die Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ/DDR (1948/49–1989) Band 13 von Militärgeschichte der DDR. Ch. Links Verlag 2010, ISBN 3-86284-053-0, S. 19. am 8. Oktober 1942 in der Schlacht von Stalingrad. Riedel wurde nach dem Krieg Oberst in der Nationalen Volksarmee und kommandierte vom 30. Oktober 1956 bis zum 31. Dezember 1957 die 6. Mot.-Schützen-Division.Rüdiger Wenzke: Ulbrichts Soldaten: Die Nationale Volksarmee 1956 bis 1971. Ch. Links Verlag 2013, ISBN 3-86284-206-1, S. 105.

Literatur Hermann Achleitner: Als Arzt in Stalingrad. Beck, Ulm 1983.

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945 Band 9 Biblio-Verlag Osnabrück 1974

Weblinks (PDF; 461 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library.

Anmerkungen und Einzelnachweise

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