Die 169. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte Deutschland: November 1939 bis Mai 1940 Frankreich: Mai 1940 bis März 1941 Finnland: Juni 1941 bis November 1944 Norwegen und Dänemark: November 1944 bis März 1945 Brandenburg/Berlin: März bis Mai 1945
Aufstellung Die 169. Infanterie-Division wurde ab 28. November 1939 im Wehrkreis IX im Raum Offenbach im Rahmen der 7. Aufstellungswelle neu aufgestellt. Sie erhielt im Januar 1940 zur Erlangung der vollen Sollstärke die Feldersatz-Bataillone 9, 15 und 35 zugewiesen. Bis Anfang Mai 1940 erfolgte die Aufstellung und Ausbildung im Wehrkreis IX.
Westfeldzug Die 169. Infanterie-Division wurde während des Falls Gelb im Juni 1940 im Verband der 16. Armee im Westfeldzug in Lothringen eingesetzt.
Besatzungstruppe Frankreich Sie verblieb anschließend im Verband der 1. Armee als Besatzungstruppe in Ostfrankreich. Im März 1941 wurde sie in den Heimat-Wehrkreis zurückverlegt.
Verlegung nach Finnland Von dort aus kam sie zur Armee Norwegen nach Finnisch-Lappland.
Unternehmen Barbarossa Nach dem Angriff auf die Sowjetunion kämpfte die 169. Division im Verband der Armee Norwegen (ab Juli 1942 20. Gebirgs-Armee) unter Führung des Höheren Kommandos XXXVI (später XXXVI. Gebirgs-Armeekorps), zusammen mit der SS-Division Nord und der finnischen 6. Division, später dann an der Seite der 163. Infanterie-Division im Raum von Salla, wo die Division im Juni 1941 die finnisch-sowjetische Grenze überschritt. Am 8. Juli 1941 eroberte die 169. Infanterie-Division Salla. Es gelang ihr zwar, weiter vorzudringen bis zum Fluss Vermanjoki. Das Ziel der Unterbrechung der Murman-Bahn wurde jedoch nicht erreicht, ebenso wenig wie an der Liza-Front weiter nördlich und an der finnischen Front weiter südlich.
Es folgte ein fast dreijähriger Stellungskrieg, der für die Division keine größeren Kampfhandlungen mit sich brachte.
Rückzug aus Finnland Nach dem Waffenstillstandsabkommen Finnlands mit der Sowjetunion am 2. September 1944 musste sich die deutsche 20. Gebirgs-Armee aus Finnisch- nach Norwegisch-Lappland zurückziehen. Hierbei waren enorme logistische Probleme zu bewältigen, mussten große Vorratslager vernichtet werden und kam es ab 16. September 1944 auch zu Kampfhandlungen mit den nachfolgenden finnischen Truppen, die verpflichtet waren, die Deutschen aus ihrem Staatsgebiet zu vertreiben. Die 169. Infanterie-Division wurde in diverse Kämpfe verwickelt, konnte diese jedoch ohne größere Verluste bestehen und sich ihren geordneten Rückzugsweg durch ganz Lappland bis hin nach Norwegen sichern.
Umgliederung 1945 Ursprünglich als Besatzungsdivision für Norwegen bestimmt, wurde sie im Februar 1945 in eine „Division neuer Art 1945“ umgegliedert und bis März 1945 von Südnorwegen nach Dänemark überführt, als vorletzter Großverband, der Norwegen verließ.
Verlegung an die Oder Von Dänemark aus verlegte die Division an die Oderfront, wo sie im Verband der 9. Armee die sowjetische Großoffensive auf Berlin ab 16. April 1945 erlebte und bei den vergeblichen Abwehrkämpfen sehr starke Verluste erlitt.
Vernichtung Die Reste der 169. Infanterie-Division kamen im April und Mai 1945 südwestlich von Berlin in sowjetische Gefangenschaft.
Kommandeure und Gliederung + Divisionskommandeure der 169. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 29. November bis 1. Dezember 1939 Generalleutnant Philipp Müller-Gebhard 1. Dezember 1939 bis 1. Februar 1941 Generalleutnant Heinrich Kirchheim 1. Februar bis 29. September 1941 Generalleutnant Kurt Dittmar 29. September 1941 bis 22. Juni 1943 General der Artillerie Hermann Tittel 22. Juni 1943 bis 8. Mai 1945 Generalleutnant Georg Radziej
+ Generalstabsoffiziere Ia der 169. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 5. Januar bis 15. Juli 1940 Major Herbert Deinhardt 15. Juli 1940 bis 20. August 1941 Major Hans Friedrich Behle 20. August 1941 bis 15. August 1944 Oberstleutnant Helmut Siemoneit 15. August 1944 bis 8. Mai 1945 Oberstleutnant Helmut Schon
GliederungGeorg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Infanterie-Regiment 378 Infanterie-Regiment 379 Infanterie-Regiment 392 Artillerie-Regiment 230 Pionier-Bataillon 230 Panzerabwehr-Abteilung 230 Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 230 Infanterie-Divisions-Nachschubführer 230
Literatur
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 7. Die Landstreitkräfte 131–200. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1173-0, S. 294f.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Division der 7. Aufstellungswelle Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht)