Der Landkreis Weimarer Land (satzungsgemäß Kreis Weimarer Land)§ 1 Name und Sitz. In: Stand 19. Februar 2015, abgerufen am 15. September 2016 (PDF; 48 kB): „Der Landkreis führt den Namen ‚Kreis Weimarer Land‘.“ ist ein Landkreis in Thüringen, der sich von der Landeshauptstadt Erfurt östlich bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt erstreckt. Die Kreisstadt ist Apolda.

Geographie Lage in Thüringen Der Landkreis Weimarer Land liegt in der östlichen Mitte Thüringens und gehört zur Planungsregion Mittelthüringen. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Sömmerda sowie der sachsen-anhaltische Burgenlandkreis, im Osten der Saale-Holzland-Kreis und die kreisfreie Stadt Jena, im Süden der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Südwesten der Ilm-Kreis und im Westen die kreisfreie Stadt Erfurt. Die kreisfreie Stadt Weimar wird vollständig vom Landkreis Weimarer Land umgeben.

Landschaft, Naturräume und Berge Der Landkreis Weimarer Land lässt sich in zwei Naturräume gliedern, welche beide stark durch die Landwirtschaft genutzt werden.

Sein südlicher Teil besteht hauptsächlich aus der Ilm-Saale-Platte, welche einen häufigen Wechsel der Boden- und Flächennutzung aufweist und ein Muschelkalk-Bergland darstellt und auf Kalksandstein ist die Buche der häufigste Baum, während im Gebiet Tannroda, Blankenhain, Bad Berka auf Buntsandstein fast ausschließlich Fichte und Kiefer anzutreffen sind.

Der nördliche Bereich gehört vorwiegend zum Thüringer Becken bzw. zum Innerthüringer Ackerhügelland. Es ist ebenso wie der südliche Teil stark vom Ackerbau geprägt, was vor allem aus dem weit verbreiteten Lößboden resultiert, und weist nur geringe Höhenunterschiede von bis zu 100 Metern auf einer Höhe von 200 bis auf. In geologischer Hinsicht gehört der nördliche Teil zum Thüringer Keuperbecken. Es weist fast keine Waldflächen auf. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Kreises beträgt ca. 33 km, die größte Ost-West-Ausdehnung ca. 36 km.

Die höchste Erhebung des Landkreises ist mit der Riechheimer Berg in der Gemeinde Hohenfelden. Seine tiefste Stelle liegt am Zusammenfluss von Ilm und Saale bei Großheringen auf . Im Norden des Landkreises liegen die Höhenzüge der Finne und in seinem Süden das Tannrodaer Waldland sowie Ausläufer des Thüringer Walds.

Berge im Landkreis Weimarer Land:

→ siehe auch Absatz Ilm-Saale-Platte des Artikels Liste der Berge in Thüringen Name Höhe(m ü. NN) Gemeinde Riechheimer Berg 513 Hohenfelden Kaitsch (Kötsch) 497 Kiliansroda Windberg 484 Kranichfeld Kesselberg 463 Keßlar

Flächennutzung mini|hochkant=1.1|Talsperre Großbrembach Die Nutzung der Kreisfläche ist in zahlreichen Gemeinden unterschiedlich. Im nördlichen Landkreis werden fast immer über 80 Prozent der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, was auch bei einigen südlich gelegenen Gemeinden der Fall ist, wie beispielsweise in Lehnstedt, Kleinschwabhausen und Magdala. Der größte Anteil an Waldfläche ist häufig im Süden mit über 25 Prozent anzutreffen. Im restlichen Kreisgebiet liegt dieser Wert meist bei 2 bis 10 Prozent. Der Anteil an Siedlungs- und Verkehrsfläche hängt jeweils von der Größe der Gemeinde ab und ist somit mit 20,9 Prozent in Apolda am höchsten und mit unter 5 Prozent in Buchfart, Döbritschen, Gebstedt, Hammerstedt und Rittersdorf am niedrigsten. Da große, natürliche Gewässer fehlen, konzentriert sich die Wasserfläche auf den Stausee Hohenfelden, die Talsperre Großbrembach und die landwirtschaftlichen Wasserspeicher bei Vippachedelhausen und Schwerstedt. Die restliche Fläche wird meist für den Bergbau genutzt.

Art der NutzungWeimarer LandThüringenSiedlungs- und Verkehrsflächen 72,21 km²9,0 % 1.477,91 km²9,14 %Wald 129,29 km²16,1 % 5.156,75 km²31,89 %Ackerland 582,20 km²72,5 % 8.736,29 km²54,02 %Wasserflächen 8,03 km²1,0 % 193,97 km²1,20 %Gesamt 803,03 km² 16.171,96 km²

Landschafts- und Naturschutzgebiete mini|hochkant=1.1|Das Ilmtal bei Bad Berka Im Weimarer Land gibt es drei Landschaftsschutzgebiete. Das größte ist das „Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld“ mit einer Fläche von ungefähr 19.213 Hektar, das teilweise auch in den Ilm-Kreis, die Stadt Weimar und die Stadt Erfurt hineinragt. Das „Mittlere Saaletal“ ist fast 16.622 Hektar groß und berührt den Landkreis nur an der nördlichen und östlichen Grenze zum Saale-Holzland-Kreis. Das kleinste Landschaftsschutzgebiet ist der „Schötener Grund“. Er erstreckt sich vom Apoldaer Stadtzentrum bis zur Ortschaft Schöten und ist ungefähr 50 Hektar groß.

Neben den drei Landschaftsschutzgebieten hat der Landkreis auch Anteil an acht Naturschutzgebieten, von denen fünf ausschließlich zum Weimarer Land gehören. Das Gebiet „Seeteich Blankenhain“ hat eine Größe von 15,4 Hektar und liegt im Tannrodaer Waldland. Es ist ein Feuchtgebiet mit Teich, Röhrichtbestand, einem Bachlauf mit begleitenden Gehölzen, kleineren Feuchtwiesen und anderen Biotopen. Das Gebiet „Lohholz“ liegt zwischen den Gemeinden Eckolstädt im Weimarer Land und Hirschroda im Saale-Holzland-Kreis und ist 30,4 Hektar groß. Es besteht größtenteils aus einem Waldgebiet sowie im Norden aus einer Streuobstwiese und im Osten aus einer Glatthafer- und Nasswiese. Der „Großschwabhäuser Hain“, fast 54 Hektar groß, ist ebenso ein Waldgebiet, welches hauptsächlich vom Laubmischwald geprägt wird und als Lebensraum für seltene, gefährdete und stark gefährdete Arten von regionaler Bedeutung ist. Andere Naturschutzgebiete im Weimarer Land sind die „Prinzenschneise“ (101 Hektar) und der „Südhang Ettersberg“ (408,3 Hektar), welche teilweise in Weimar liegen sowie die „Diebskammer“ (73 Hektar), das „Maientännig“ (80,5 Hektar) und der „Weißenberg“ (34,8 Hektar), welche nur auf dem Gebiet des Weimarer Landes liegen.

Geschichte Geschichte der Verwaltungseinheit Der Landkreis Weimarer Land entstand 1994 im Zuge der Kreis- und Gemeindereform Thüringens durch die Zusammenlegung der alten Landkreise Apolda und Weimar-Land, wobei zugleich Gemeinden des alten Landkreises Erfurt-Land und die Gemeinde Drößnitz des Landkreises Jena-Land eingegliedert wurden. Verwaltungssitz ist die Stadt Apolda. Das Landratsamt Apolda hat eine Außenstelle in Weimar.

Aus dem ehemaligen Landkreis Weimar wurden 1994 die Gemeinden Gaberndorf, Gelmeroda, Legefeld, Niedergrunstedt, Possendorf, Süßenborn, Taubach und Tröbsdorf der kreisfreien Stadt Weimar angeschlossen. Zum 1. Januar 1997 wechselte die Gemeinde Neckeroda vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in den Landkreis Weimarer Land.

Einwohnerentwicklung rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Weimarer Land (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Kreis Weimarer Land, Alter + Geschlecht)

Jahr Einwohner 1994 88.350 1995 89.261 1996 90.414 1997 91.566 1998 91.790 1999 91.937 2000 91.443 2001 90.905 2002 90.262 2003 89.480 Jahr Einwohner 2004 88.862 2005 88.292 2006 87.399 2007 86.568 2008 85.509 2009 84.935 2010 84.693 2011 84.279 2012 82.016 2013 81.704 Jahr Einwohner 2014 81.641 2015 82.127 2016 82.316 2017 82.131 2018 81.947 2019 82.156 2020 82.291 2021 82.103 2022 83.148 2023 82.868 Jahr Einwohner 2024 82.392 Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik

Kreistag Die Kommunalwahlen am 26. Mai 2024 führten im Landkreis Weimarer Land zum in nebenstehendem Diagramm dargestellten Ergebnis. Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung im Kreistag: Partei Sitze CDU16 (+1)AfD12 (+4)FW Weimarer Land4 (−2)KVBI Weimarer Land 4 (+1)DIE LINKE4 (−1)SPD3 (±0)GRÜNE2 (−1)FDP1 (−1)HEIMAT0 (−1)

Die Kommunalwahlen von 1990 bis 2024 hatten folgende Ergebnisse (dabei sind die Ergebnisse der Wahl 2024 fett dargestellt):

Parteien und Wählergemeinschaften %1994 Sitze1994 %1999 Sitze1999 %2004 Sitze2004 %2009 Sitze2009 %2014 Sitze2014 %2019 Sitze2019 %2024 Sitze2024 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,4 19 38,6 21 41,8 20 34,2 16 35,8 17 33,5 15 34,0 16 AfD Alternative für Deutschland – – – – – – – – 4,6 2 17,6 8 26,4 12 FWW Freie Wähler Weimarer Land 3,4 – 4,1 – 11,1 5 18,2 8 14,7 7 12,6 6 8,8 4 LINKE DIE LINKE 13,0 7 13,2 7 19,7 9 16,4 8 16,0 7 10,7 5 7,4 4 KVBIWL Kreisverband der Bürgerinitiativen Weimarer Land – – – – – – – – 2,6 1 7,1 3 8,7 4 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,4 3 2,0 – 3,1 – 4,7 2 4,5 2 6,7 3 3,7 2 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,8 12 26,9 15 13,1 6 18,1 8 13,9 6 6,6 3 7,2 3 FDP Freie Demokratische Partei 9,4 5 5,0 – 5,9 3 8,4 4 3,5 2 4,1 2 3,1 1 HEIMAT Die Heimat – – – – – – – – 3,0 1 1,2 1 0,7 – PIRATEN Piratenpartei Deutschland – – – – – – – – 1,3 1 – – – – BürgerA Bürgerallianz Thüringen – – 5,5 3 5,2 3 – – – – – – – – Wahlbeteiligung in %74,1 %62,8 %56,2 %56,4 %56,2 %64,7 %65,3 %

Landrat mini|Landratsamt an der Bahnhofstraße in Apolda Landrätin des Kreises Weimarer Land ist seit 2018 Christiane Schmidt-Rose (CDU). Sie löste den parteilosen Hans-Helmut Münchberg ab, der seit der Gründung des Landkreises 1994 im Amt war und zuvor bereits von 1990 bis 1994 Landrat des Vorgängerkreises Apolda gewesen war.

Wappen und Flagge mini|100px|Flagge des Landkreises Weimarer Land Das Wappen wurde am 24. November 1994 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt. Im Wappen des Landkreises sind die Wappen verschiedener Herrschaften zusammengeführt, die im Gebiet des Landkreises von Bedeutung waren.

Blasonierung: „Halbgeteilt und gespalten; oben vorn in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad, unten vorn in Silber drei rote Äpfel (2 : 1) und hinten in Gold ein schwarzer Löwe mit roter ausgeschlagener Zunge und Bewehrung.“

Das sechsspeichige silberne Rad auf dem roten Grund steht für das Mainzer Rad aus dem Erfurter Stadtwappen. Die Gemeinden Kapellendorf, Tonndorf und Blankenhain waren lange Zeit in Erfurter Besitz. Die drei roten Äpfel auf silbernen Untergrund verweisen auf die Herren von Apolda. Der schwarze Löwe mit roter Zunge auf goldenem Grund steht für den Meißner Löwen und symbolisiert die Gebiete des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.

Die am 24. November 1994 genehmigte Flagge des Landkreises ist weiß-rot längs gestreift und trägt das Landkreiswappen.

Kreispartnerschaften Der Landkreis Weimarer Land unterhält zu folgenden Landkreisen eine PartnerschaftErfurt-Weimar-Jena – Die ImPuls-Region (PDF; 5,1 MB), auf impulsregion.de: Landkreis Groß-Gerau in Hessen Landkreis Freising in Bayern Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen

Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Weimarer Land Platz 303 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Landkreisen mit „Zukunftsrisiken“.

Mittelständische Betriebe und Gewerbeleistende bilden den Schwerpunkt der Wirtschaft dieses Landkreises. Eine nicht unerhebliche Einnahmequelle ist zudem die „Kultur- und Tourismus-Industrie“.

Gesundheitswirtschaft mini|Robert-Koch-Krankenhaus Apolda Das Robert-Koch-Krankenhaus Apolda ist ein Krankenhaus mit dem Landkreis als Träger, die Zentralklinik Bad Berka gehört zur Rhön-Klinikum AG, während die Blankenhainer Klinik seit 1997 zu den Helios Kliniken gehört.

In Bad Berka gibt es drei Rehakliniken, die alle zur Median-Gruppe gehören. Bad Sulza hat zwei Rehakliniken, die Sophienklinik mit einem breiten Spektrum an Indikationen ist eine Tochter des Sophien- und Hufeland-Klinikums Weimar. Daneben gibt es das Klinikzentrum Bad Sulza als Rehaklinik für Dermatologie, Pneumologie und Orthopädie mit psychologischem Dienst.

Verkehr Straßenverkehr Der Landkreis wird von einer Autobahn und drei Bundesstraßen durchzogen. Die Bundesautobahn 4 durchzieht den Kreis sechsspurig von Magdala im Osten nach Klettbach im Westen und hat im Kreisgebiet die Anschlussstellen Magdala, Apolda, Nohra und Erfurt-Ost, wobei sich letztere an der Grenze zu Erfurt befindet.