Borussia Mönchengladbach (Vereinsname laut Satzung: Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V.) ist ein in Mönchengladbach am Niederrhein beheimateter Sportverein.

Der Verein mit den Klubfarben Schwarz, Weiß und Grün hat 111.250 Mitglieder und ist der zehntgrößte Sportverein in Deutschland sowie weltweit auf Rang 17. Der Verein zählt mit bundesweit mehr als 1200 Fanklubs (Stand: 16. Mai 2026) zu den beliebtesten Fußballklubs Deutschlands. Der VfL unterhält neben der Herrenfußball-Abteilung, die sich in einen Profi- und Amateurkader und mehrere Jugendmannschaften unterteilt, eine Frauenfußballmannschaft, eine Handball- und eine Tischtennisabteilung. Die erste Mannschaft der Fußballer stieg 1965 in die Bundesliga auf und errang bis heute insgesamt fünf nationale Meistertitel, drei DFB-Pokalsiege und zwei UEFA-Pokalsiege. In der Ewigen Tabelle der Bundesliga belegt der Verein den fünften Platz. Die temporeiche und offensive Spielweise, mit der die Mannschaft in den 1970er Jahren die Bundesliga mit vorwiegend jungen Spielern dominierte, brachte der Mannschaft den Spitznamen „Fohlenelf“ ein.

Die Profifußballabteilung des Vereins wird von der Kapitalgesellschaft Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH betrieben, die sich komplett im Besitz des Vereins befindet.

Geschichte des Vereins Gründerjahre und frühe Vereinsgeschichte bis 1933 Spielzeiten 1900–1933 Saison Platz Punkte Tore 1900–1904 keine Teilnahme 3. Klasse II. Bezirk 1904/05 1 – 3:1 1905/06 – keine Teilnahme 2. Klasse II. Bezirk 1906/07 1 25:8 16:0 2. Klasse II. Bezirk Gruppe:B 1907/08 3 19:13 11:9 B.Klasse Gruppe Süd II. Bezirk 1908/09 1 9:3 10:7 A.Klasse II. / III.Bezirk 1909/10 4 12:12 28:29 A.Klasse II. / V. Bezirk Gruppe West 1910/11 5 21:15 48:31 A.Klasse Rheinischer Südkreis Gruppe Nord 1911/12 1 25:3 53:10 Verbandsliga Niederrhein 1912/13 6 18:18 31:33 Kreisliga Rheinischer Nordkreis 1913/14 3 15:13 17:20 Bezirksliga M.-Gladbach 1914 bis 1915, Saisonabbruch nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs Rheinischer Nordkreis M.-Gladbach 1915/16 2 14:6 31:23 1916 bis 1918, Saisonabbruch bedingt durch den Ersten Weltkrieg Bezirksliga M.-Gladbach 1918/19 – – Kreisliga Rheinischer Westkreis 1919/20 2 31:13 57:32 Kreisliga Rheinischer Westkreis 1920/21 2 24:12 63:33 Rheingauliga 1921/22 3 24:12 53:30 Rheingauliga Gruppe West 1922/23 3 13:7 23:12 Rheingauliga Gruppe West 1923/24 2 14:6 38:15 Rheingauliga Gruppe West 1924/25 5 11:9 33:14 Rheingauliga Gruppe West 1925/26 2 16:4 43:18 Rheinbezirksliga Gruppe 1 1926/27 2 21:27 54:27 Rheinbezirksklasse Gruppe 2 1927/28 2 25:3 61:22 Rheinbezirksklasse Gruppe 1 1928/29 1 37:7 76:23 Rheinbezirksliga 1929/30 4 30:18 68:50 Rheinbezirksliga Gruppe 2 1930/31 8 16:24 31:51 Rheinbezirksliga Gruppe 1 1931/32 5 18:18 45:45 Rheinbezirksliga Gruppe 2 1932/33 8 22:22 45:36 grün unterlegt: Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse

links|mini|Spieler von FC Borussia im Jahr 1900 links|mini|Wappen von FC Borussia zwischen 1904 und 1919 Als Wegbereiter des Vereins Borussia Mönchengladbach gilt eine Gruppe von Spielern, die nach ihrem Austritt aus dem Sportverein „Germania“ am 17. November 1899 in der Gaststätte Anton Schmitz in der Alsstraße im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken eine Spielgemeinschaft mit dem Namen „FC Borussia“ gründeten. Borussia ist der lateinische Name Preußens, zu dem Mönchengladbach seit 1815 gehörte.

Diese Spielgemeinschaft trat zu Beginn des Jahres 1900 in die katholische Marianische Jünglings-Congregation im Stadtteil Eicken ein, die bereits über einen Fußballplatz verfügte. Am 1. August 1900 gründet die Spielgemeinschaft den Fußballklub Borussia 1900. Nach ersten sportlichen Erfolgen gegen Nachbarvereine beantragte der Verein die Aufnahme in den 1898 gegründeten Rheinisch-Westfälischen Spielverband. Dies führte zu internen Unstimmigkeiten und im Mai 1903 beschloss der Verein den Schritt in die Selbstständigkeit und den Austritt aus der Congregation. Am 23. März 1910 registrierte das Amtsgericht Mönchengladbach, das zu dieser Zeit offiziell München Gladbach oder kurz M.gladbach hieß, die Borussia als Nummer 30 im Vereinsregister unter dem Namen Borussia 1900 M.gladbach.

Der Westdeutsche Spiel-Verband, wie der Rheinisch-Westfälische Spielverband nach einer Umbenennung seit 1907 hieß, wies Borussia der dritten Klasse des 2. Verbandsbezirks zu. Der Mannschaft mit Hermann Ditgens, dem Vater des späteren Borussen-Spielers Heinz Ditgens, gelang im Jahr 1909 der Aufstieg in die A-Klasse, der zum damaligen Zeitpunkt höchsten Spielklasse. Da der Westdeutsche Spiel-Verband in diesem Jahr die Verbandsliga als oberste Klasse einführte, blieb die Borussia in der A-Klasse und damit zweitklassig. In der Spielzeit 1911/12 gewann Borussia die Meisterschaft in der A-Klasse (Rheinischer Südkreis, Gruppe Nord), stieg in die Verbandsliga und damit zum ersten Mal in ihrer Geschichte in die oberste Klasse auf. Mit einem Sieg gegen den Essener SpV99 in der Kreismeisterschaft schaffte die Mannschaft den Einzug in die Endrunde der westdeutschen Meisterschaft. Das Endspiel verlor die Mannschaft gegen den Verbandsligameister Kölner BC 01, aus dem später der 1. FC Köln hervorging. Die Endrundenteilnahme steigerte die Bekanntheit des Vereins.

Im März 1914 erwarb der Verein die Sportanlage De Kull, eine ausgebaute Kiesgrube, auf deren Gelände das spätere Bökelbergstadion entstand. Da die vereinseigenen Mittel nicht ausreichten, finanzierte der Verein den Kauf durch die Ausgabe von Anteilscheinen. In die Phase des Stadionausbaus fiel der Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Verein hielt trotz widriger Umstände den Spielbetrieb bis 1916 aufrecht. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits viele Vereinsmitglieder einberufen. Schon Ende des Jahres 1917 nahm der Verein den Spielbetrieb wieder auf. Nach dem Krieg setzte der Verein den Ausbau des Stadions fort. Es entstand durch die Mithilfe der Vereinsmitglieder ein modernes Stadion mit Einzäunung, Kassenhäuschen und Drainage. Der Verein eröffnete am 20. September 1919 die Spielstätte unter dem Namen Westdeutsches Stadion.

Im gleichen Jahr fusionierte der Verein 1919 kurzzeitig mit dem Turnverein Germania 1889 zum VfTuR 1889 M.Gladbach. Mit der westdeutschen Meisterschaft 1920 erlebte der fusionierte Verein seinen ersten großen Erfolg. Wieder standen Borussia und der Kölner BC im Endspiel, diesmal siegte die Borussia in der Verlängerung durch ein Elfmetertor des Mittelstürmers Paul Pohl mit 3:1.

Durch den Sieg in der westdeutschen Meisterschaft nahm der VfTuR an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1920 teil. Durch eine 0:7-Niederlage gegen die SpVgg Fürth schied die Mannschaft im Viertelfinale aus.

Als nächsten sportlichen Erfolg feierte die Borussia die Rheinbezirksmeisterschaft 1929 mit einem 1:0-Sieg über den amtierenden westdeutschen Meister SVg Köln-Sülz 07. In der westdeutschen Meisterschaft unterlag die Mannschaft jedoch dem FC Schalke 04 um den damaligen Star Ernst Kuzorra.

1933 bis 1945 – Gau- und Bezirksliga Spielzeiten 1933–1945 Saison Platz Punkte Tore Gauliga X. Niederrhein 5 24:20 42:46 Gauliga X. Niederrhein 1934/35 3 22:18 32:24 Gauliga X. Niederrhein 1935/36 9 12:24 24:42 Bezirksklasse Gruppe 1 1936/37 2 29:11 58:22 Bezirksklasse Gruppe 1 1937/38 3 24:12 55:28 Bezirksklasse Gruppe 1 1938/39 1 35:5 66:8 Bezirksklasse Gruppe 4 1939/40 1 45:7 98:31 1. Klasse Niederrhein Gruppe 3 1940/41 1 41:7 92:30 1. Klasse Niederrhein Gruppe 3 1941/42 3 28:16 70:56 1. Klasse Niederrhein Gruppe 3 1942/43 2 27:9 56:37 Bezirksklasse Gruppe 5 1943/44 1 28:8 75:261944/45, Saisonausfall bedingt durch den Zweiten Weltkrieg Der erste Tabellenplatz berechtigte zu Endrunden, von denen die Mannschaft keine für sich entscheiden konnte.

mini|links|Karte der Sportgaue im Dritten Reich

Nach der Machtübernahme ernannten die Nationalsozialisten das SA-Mitglied Hans von Tschammer und Osten 1933 zum Reichskommissar für Turnen und Sport und kurz darauf zum Reichssportführer. Im Zuge der Gleichschaltung löste dieser im Mai 1933 den Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen auf und richtete 15 Fachressorts ein, darunter ein Fachamt Fußball. Alle Vereine gaben sich gleichzeitig eine Einheits-Satzung, führten das Führerprinzip ein und schlossen jüdische Mitglieder aus. Die neuen Machthaber änderten das Ligasystem im deutschen Fußball und führten 16 Gauligen ein, welche die höchste deutsche Spielklasse darstellten. Borussia zwangen sie zu einer Fusion mit dem Sport-Club 1894 e. V., dem späteren 1. FC Mönchengladbach. Den zwangsfusionierten Club stufte der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen in die Gauliga Niederrhein ein (siehe nebenstehende Karte Nr. 10). Der Verein engagierte in diesem Jahr die ersten Trainer. Die Fusionierung wurde im nächsten Jahr rückgängig gemacht und Borussia stieg nach drei Spielzeiten – 1933/34 bis 1935/36 – in die Bezirksliga ab. Der Reichstrainer Otto Nerz nominierte den Borussen-Abwehrspieler Heinz Ditgens trotz des Abstiegs bei den Olympischen Spielen in Berlin für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Ditgens avancierte damit zum ersten Nationalspieler von Borussia Mönchengladbach. Borussia siegte zwar in den folgenden Spielzeiten 1939 und 1940 in der Bezirksliga, scheiterte jedoch in diesen Jahren bereits in den Aufstiegsrunden. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges versuchte der Verein den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, stellte ihn jedoch zur Saison 1944/45 ein.

Nachkriegszeit bis 1959 Spielzeiten 1945–1959 Saison Platz Punkte Tore Zuschauerschnitt Kurzsaison Bereich München-Gladbach 1946 1 15:5 34:16 k. A. Bezirksliga Gruppe 2 1946/47 1 24:8 39:27 k. A. Landesliga Niederrhein Gruppe 3 1947/48 6 18:18 40:35 k. A. Landesliga Niederrhein Gruppe 3 1948/49 4 25:19 47:24 k. A. Zweite Liga West 1949/50 2 40:20 80:55 k. A. Oberliga West 1950/51 14 25:35 47:72 15.133 Zweite Liga West 1951/52 1 42:14 69:35 10.133 Oberliga West 1952/53 14 21:39 31:80 12.533 Oberliga West 1953/54 12 27:33 56:73 13.533 Oberliga West 1954/55 14 26:34 48:65 13.066 Oberliga West 1955/56 11 26:34 60:70 13.333 Oberliga West 1956/57 16 10:50 39:112 7.000 Zweite Liga West 1957/58 2 43:17 75:37 8.467 Oberliga West 1958/59 13 25:35 39:58 13.733 grün unterlegt: Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse

Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete der Verein mit Hilfe der britischen Besatzungstruppen das zwischenzeitlich zur Panzerwerkstatt umgerüstete Bökelbergstadion wieder für den Spielbetrieb her. Das erste Spiel nach dem Krieg trug die Mannschaft 1946 gegen den Rheydter SV aus. Nach zwei Runden – 1947/48 und 1948/49 in der Landesliga Niederrhein – übernahm Edmund Pulheim den Vereinsvorsitz. Unter Hans Krätschmer wurde die Mannschaft 1947 Bezirksligameister und stieg in die Landesliga auf. Der Verein verpflichtete mit Paul Pohl und Heinz Ditgens 1949/50 zwei ehemalige Spieler zur ersten Runde der 2. Liga West als Trainer. Durch den Beitritt des Vereins in die neu geschaffene Gemeinschaft der Vertragsspieler-Clubs am 24. Juli 1949 erhielten die Spieler den Status von bezahlten Vertragsspielern. Borussia stieg trotz Niederlagen im direkten Vergleich gegen den Konkurrenten und späteren Amateurmeister Hombrucher FV 09 als Vizemeister der 2. Liga West am 14. Mai 1950 in die damals höchste Spielklasse, die Oberliga West, auf. Gleichzeitig gelang dies dem lokalen Konkurrenten Rheydter SV, der in der Gruppe 1 den Oberligaaufstieg bewerkstelligte. Die erste Saison 1950/51 schloss die Borussia in der 16 Vereine zählenden Oberliga West auf dem unter regulären Bedingungen klassenerhaltenden 14. Platz ab. Nach dem damals geltenden Regelwerk erkannte der Westdeutsche Fußballverband einen am grünen Tisch errungenen Sieg gegen Borussia Dortmund nicht an. Die Mannschaft stieg dadurch nach einem verlorenen Entscheidungsspiel gegen Alemannia Aachen in die 2. Liga West ab.