Das Portable Document Format (englisch; kurz PDF; deutsch (trans)portables Dokumentenformat) ist ein plattformunabhängiges Dateiformat, das 1992 vom Unternehmen Adobe Inc. entwickelt und veröffentlicht wurde und aktuell von der PDF Association weiterentwickelt wird.

Ziel ist die Schaffung eines Dateiformats für elektronische Dokumente, sodass diese unabhängig vom ursprünglichen Anwendungsprogramm, vom Betriebssystem oder von der Hardwareplattform originalgetreu wiedergegeben werden können; es findet seinen Niederschlag in der ISO-Normenserie 32000 (ISO 15930 für PDF/X). Dafür griff man wesentlich auf die Funktionsweise des PostScript-Formats zurück.

Eine PDF-Darstellungssoftware soll ein PDF-Dokument immer in der Form darstellen, die der Autor festgelegt hat. Die typischen Konvertierungsprobleme (wie veränderter Zeilen- und Seitenumbruch oder falsche Schriftarten) beim Austausch eines Dokuments zwischen verschiedenen Programmen entfallen dadurch.

Neben Text, Bildern und Grafik kann eine PDF-Datei auch Hilfen enthalten, die die Navigation innerhalb des Schriftstückes erleichtern. Dazu gehören zum Beispiel anklickbare Inhaltsverzeichnisse und miniaturisierte Seitenvorschauen.

Übersicht Grundlagen und Software Aus Texten, Bildern und Grafiken – gemischt oder einzeln – lassen sich mit entsprechenden Programmen PDF-Dokumente und -Dateien erzeugen (z. B. mit freien Programmen wie dem PDFCreator und Büropaketen LibreOffice / OpenOffice.org, kostenpflichtigen wie Adobe Acrobat oder in vielen Programmen auch einfach über den Druckdialog) und mit entsprechenden Leseprogrammen darstellen (z. B. Evince, Ghostscript, Okular, Adobe Reader, Foxit, Apples Vorschau). Viele Webbrowser bieten integrierte PDF-Viewer, so Google Chrome seit 2010. Im Alltagsgebrauch zeigen sich jedoch weiterhin Nachteile, etwa bei der Darstellung auf Smartphones. Auch die Übernahme strukturierter Daten aus PDFs (z. B. Tabellen) ist oftmals umständlich. Zudem können Hilfsprogramme für blinde oder sehbehinderte Menschen bei PDF-Dokumenten Schwierigkeiten haben, insbesondere wenn Strukturinformationen fehlen oder uneinheitlich umgesetzt sind.

Der Ersteller einer PDF-Datei kann diese in vielfältiger Weise vor ungewolltem Gebrauch schützen, indem er die Sicherungsmechanismen von PDF aktiviert. Durch Verschlüsselung soll der Zugriff Unbefugter verhindert werden. Je nach Bedarf kann bereits das Öffnen der Datei ein Passwort erfordern, oder das Kopieren von Inhalten aus der Datei oder das Ausdrucken wird nicht zugelassen. Die dafür in PDF implementierten Schutzmechanismen sind jedoch nicht zuverlässig; insbesondere sind einfachere Formen der Verschlüsselung leicht zu überwinden.

In der Startphase war der Adobe Reader kostenpflichtig. Erst die kostenfreie Weitergabe der Software ermöglichte die Verbreitung des Formats im heutigen Ausmaß. PDF war lange Zeit ein kommerzielles (proprietäres), aber offengelegtes Dateiformat, das im PDF Reference Manual von Adobe dokumentiert ist. Anfang 2007 hatte Adobe es in den Standardisierungsprozess der ISO eingebracht und mit der Veröffentlichung am 1. Juli 2008 ist PDF in Version 1.7 als ISO 32000-1:2008 ein Offener Standard. Mit der ISO-Standardisierung ist die Spezifikation nicht mehr ausschließlich von Adobe abhängig, sondern wird im Rahmen der Normung weitergeführt.

Bestimmte Methoden beim Umgang mit PDF wurden zur Erleichterung des Datenaustausches in der Druckvorstufe (als PDF/X) schon vorher und zur Langzeitarchivierung von PDF-Dateien (als PDF/A-1 in ISO 19005-1:2005) von der ISO genormt.

Erzeugung und Umwandlung PDF ist eine vektorbasierte Seitenbeschreibungssprache, die die freie Skalierbarkeit der Darstellung erlaubt. PDF-Dateien beschreiben das mit der Erstellungsanwendung erzeugte Layout in einer vom Drucker und von Voreinstellungen unabhängigen Form proportional und daher so originalgetreu, wie es prinzipiell möglich ist. Darin unterscheidet sich PDF wesentlich von Beschreibungs- und Auszeichnungssprachen, wie SGML oder HTML. Um eine Darstellung auch auf Ausgabegeräten mit kleiner Anzeigefläche – wie beispielsweise Smartphones – zu optimieren, können in einem PDF Auszeichnungen (ähnlich HTML-Tags) eingelagert werden, die ein Umbrechen der Seiteninhalte – dann zwangsläufig unter Einschränkung der Layout-Treue – ermöglichen. Solche Auszeichnungen ermöglichen es zudem einem Vorleseprogramm, sehbehinderten Nutzern das Dokument vorzulesen, und erleichtern das Konvertieren des Inhalts in andere Formate.

Eine häufig verwendete Anwendung zur Erzeugung von PDF-Dateien ist Adobe Acrobat Distiller, das aus PostScript-Dateien PDFs erstellt. Acrobat Distiller ist als Desktopprodukt für Windows und macOS verfügbar. Serverversionen sowie der kostenlose Adobe Reader existieren auch für andere Plattformen. Mit Hilfe der freien Software Wine läuft Acrobat Distiller auch unter Linux. Diverse Office- und DTP-Programme anderer Hersteller bieten einen direkten PDF-Export an und sind auf einer Reihe von Plattformen verfügbar. Auf nahezu jeder Plattform ist die Erzeugung von PDF-Dateien inzwischen auch mit einer Auswahl von unterschiedlichen Werkzeugen und Programmierbibliotheken möglich, die jeweils verschiedene Optionen bieten.

Siehe auch den Abschnitt Konvertierung anderer Formate zu PDF.

Adobe räumt Entwicklern teilweise das Recht ein, eigene Anwendungen zur Generierung und Bearbeitung von PDF-Dokumenten zu entwickeln, behält sich aber das Copyright über die Spezifikationen vor. PDF als Seitenbeschreibungssprache kann als Weiterentwicklung des Grafikmodells von PostScript angesehen werden, das ebenfalls offengelegt ist. Ende Februar 2007 hat Adobe angekündigt, die PDF-Spezifikation in der Version 1.7 in die ISO-Normierung einzubringen und arbeitet dafür mit dem amerikanischen Branchenverband AIIM zusammen, der das Sekretariat des ISO-Komitees TC 171 innehat. Adobe drohte Microsoft bei Integration des offenen Standards PDF mit kartellrechtlichen Klagen.

Geschichte PDF ging aus dem 1991 von Adobe-Mitbegründer John Warnock ins Leben gerufenen „Project Camelot“ hervor. Zeitgenössische Beobachter reagierten zunächst skeptisch; ein Berater des Marktforschungsunternehmens Gartner bezeichnete PDF bei der Einführung 1993 als „the dumbest idea I’ve ever heard in my life“. Als Gründe galten vor allem die damals langsamen Einwahlverbindungen und die vergleichsweise rechenintensive Darstellung megabytegroßer Dateien. Trotz zwischenzeitlicher Zweifel innerhalb von Adobe setzte sich das Format durch; als wichtiger Treiber gilt der Einsatz für digitale Steuerformulare durch den Internal Revenue Service, die US-Steuerbehörde. Nach Schätzung von The Economist waren 2026 mehr als 2,5 Billionen PDF-Dateien im Umlauf.

Verwendung und Eigenschaften Eine PDF-Datei kann Dokumente einschließlich aller Farben, Raster- und Vektorgrafiken sowie Schrifttypen präzise wiedergeben. Eine der Stärken von PDF ist es, dass es für alle gängigen Plattformen Anzeigeprogramme gibt, so dass eine plattformunabhängige Darstellung des Inhaltes möglich ist.

Eine nachträgliche Bearbeitung von PDF-Dateien ist möglich, bedarf jedoch spezieller Programme, mit denen man einzelne Seiten ausschneiden und bestimmte Inhalte verändern kann. Ab der Microsoft-Word-Version 2013 können PDF-Dateien direkt im Programm in Word-Dateien umgewandelt werden.

Kostenfreie Office Programme wie LibreOffice und OpenOffice.org können als Option aus einem Text- oder Tabellen-Dokument eine hybride PDF-Datei erzeugen. Aus dieser lässt sich später das ursprüngliche Dokument wieder extrahieren.

Umfang von Dokumenten mini|Größenvergleich: Europakarte und eine PDF-Dokumentenseite mit der in Adobe Acrobat 7 theoretisch maximal möglichen Seitengröße von 381 km × 381 km (die maximale Größe in anderen Programmen kann abweichen)

PDF-Dokumente können mehrere hunderttausend Seiten umfassen. Dabei ist die Seitengröße durch das Format selbst nicht begrenzt. In Adobe Acrobat gibt es jedoch durch die Implementierung bedingte Grenzen: bis Version 3 auf 45 Zoll × 45 Zoll (1,143 m × 1,143 m) bis Version 6 auf 200 Zoll × 200 Zoll (5,08 m × 5,08 m) ab Version 7 auf 15.000.000 Zoll × 15.000.000 Zoll (381 km × 381 km)

Speicherung von Informationen im Dokument In PDF-Dateien werden alle Informationen als nummerierte Objekte abgespeichert. Objekte sind beispielsweise Schriftinformationen, Zeichenbreiten, verwendete Zeichen-Encodings (Mac/PC …), Seitenbeschreibung, Parameter für Decoder, Crop-Boxes, einzelne Lesezeichen, Farbdefinitionen, Seitenreihenfolgen, Bitmaps, Formulare, Sprungmarken und alles andere, was in PDF-Dateien gespeichert werden kann. Eine hundertseitige PDF-Datei kann ohne Weiteres 10.000 Objekte enthalten.

PDF basiert auf dem gleichen Grafikmodell wie die Seitenbeschreibungssprache PostScript, erlaubt jedoch gegenüber dieser einige zusätzliche Funktionen – insbesondere interaktive Elemente wie Lesezeichen, Kommentare, Formularfelder und deren Programmierung mit JavaScript sind möglich. Auch das Grafikmodell für die Seiteninhalte wurde gegenüber PostScript um Funktionen wie Transparenz oder optionalen oder schaltbaren Inhalt (in der Acrobat-Bedienungsoberfläche als Ebenen bezeichnet) oder die Unterstützung von ICC-Profilen und OpenType-Schriften erweitert.

Schriften (mit Ausnahme von Pixelschriften) und Vektorgrafiken können beliebig ohne Qualitätsverlust vergrößert werden. Große Netzwerkpläne und Datenmodelle lassen sich unter diesen Voraussetzungen verlustfrei auf einer PDF-Seite unterbringen.

Aus PDF-Dokumenten lassen sich Textpassagen, Tabellen und Grafiken (auch Ausschnitte davon) leicht in anderen Anwendungsprogrammen durch Kopieren und Einfügen der jeweiligen Elemente weiterverarbeiten, falls der Ersteller des Dokumentes es zugelassen hat. Text kann nicht nur zur Weiterverarbeitung in anderen Anwendungen, sondern auch zum Durchsuchen oder zur Verwendung mit anderen Ausgabemedien, wie Screenreadern, extrahiert werden. Durch die Textsuche im einzelnen Dokument oder die Volltextrecherche innerhalb einer PDF-Dokumentensammlung lassen sich Detailinhalte sehr einfach auffinden. Das funktioniert selbst dann, wenn der Text grafisch verzerrt, etwa in Kreis- oder Kurvenform, dargestellt ist.

Automatisierte Auswertung und Künstliche Intelligenz Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs), die generative KI antreiben, können beim Auslesen von PDFs an Layoutmerkmalen wie Mehrspaltensatz, Kopf- und Fußzeilen oder verschachtelten Tabellen scheitern. Solche Parsing-Probleme werden als ein Faktor dafür genannt, dass KI-Chatbots beim Umgang mit PDF-Inhalten gelegentlich falsche oder frei erfundene Aussagen erzeugen („Halluzinationen“). Softwareanbieter versuchen deshalb, die maschinelle Verarbeitung zu verbessern, etwa durch KI-Funktionen in PDF-Readern wie Adobe Acrobat. Auch Google stellt Entwicklern rund um seine Gemini-Modelle Werkzeuge bereit, die das Einlesen von PDFs erleichtern sollen. Parallel dazu arbeiten Start-ups wie Factify an Dokumentformaten, die stärker auf maschinelles Auslesen und Weiterverarbeitung ausgerichtet sind. Vertreter der PDF Association argumentieren dagegen, dass PDF grundsätzlich auch in KI-Anwendungen verlässlich nutzbar sei, wenn Implementierungen und Dokumenterstellung die vorhandenen Strukturierungs- und Metadatenmöglichkeiten konsequent ausschöpfen.

Sicherheit von Dokumenten Verschlüsselung von PDF-Dokumenten