Rothemann ist der zweitgrößte Ortsteil der Großgemeinde Eichenzell im osthessischen Landkreis Fulda.

Geographische Lage Rothemann liegt in den Westausläufern der Rhön rund 3 km südsüdöstlich des Kernorts von Eichenzell zwischen Welkers im Nordnordosten, Döllbach im Südosten, Hattenhof im Westen und Kerzell im Nordwesten. Es befindet sich zwischen den Bergen und Erhebungen Steinhauk () im Norden, Burghardser Kopf () im Ostsüdosten, Rippberg () im Südsüdwesten und Alter Turm () im Nordwesten. Durchflossen wird es vom Fliede-Zufluss Döllbach. Durch das Dorf verläuft die Bundesstraße 27 und nordöstlich führt die Bundesautobahn 7 vorbei. Zum Ort gehören der Weiler Kaltewick und die Hauemühle.

Geschichte mini|Alter Wartturm des Klosters Fulda bei Rothemann mini|hochkant|Rothemann: Döllbach und alte Kirche von Pedro Schmiegelow (1930)

Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Rothemann erfolgte unter dem Namen Rodenmannun (= Niederlassung der rodenden Männer) im Jahr 1012. Das Dorf zählte zu den Besitzungen des Reichsklosters Fulda. Ein Altar wird 1510 erwähnt. Im Jahr 1898 wurde mit dem Bau der zweiten Kirche auf der anderen Seite des Döllbachs begonnen. Diese wurde 1963 durch die jetzige Kirche ersetzt. Rothemann ist eine Filialgemeinde der Pfarrei Hattenhof.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rothemann im Zuge der Gebietsreform auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Eichenzell eingemeindet. Für Rothemann wurde, wie für die übrigen Ortsteile von Eichenzell, ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Rothemann angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Centoberamt Fulda 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Johannesberg 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Johannesberg ab 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Neuhof ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis FuldaVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Neuhof) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde EichenzellAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Eichenzell.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung • 1812: 42 Feuerstellen, 386 Seelen

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Rothemann 1464 Einwohner. Darunter waren 21 (1,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 291 Einwohner unter 18 Jahren, 651 zwischen 18 und 49, 285 zwischen 50 und 64 und 234 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 618 Haushalten. Davon waren 171 Singlehaushalte, 174 Paare ohne Kinder und 228 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 114 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 447 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: ein evangelischer (= 0,21 %), 470 katholische (= 99,79 %) Einwohner • 1961: 43 evangelische (= 5,52 %), 736 katholische (= 94,48 %) Einwohner

Politik Für den Ortsteil Rothemann besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rothemann) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,38 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der CDU und je ein Mitglied der „Christlichen Wähler-Einheit“ und der „Bürgerliste Eichenzell“. Der Ortsbeirat wählte Oskar Kanne (CDU) zum Ortsvorsteher.

Infrastruktur Im Ort gibt es unter anderem: eine katholische Pfarrkirche St. Barbara aus dem Jahre 1963 einen Sportplatz, eine Gymnastikhalle und einen Bolzplatz mehrere Spielplätze einen historischen und einen neuen Dorfbrunnen den als Ruine erhaltenen historischen Wartturm „Alter Turm“ eine Kapelle mit Rosenkranztreppe am Steinhauk ein Vereinshaus in der ehemaligen Schule ein Bürgerhaus einen Kindergarten ein Backhaus ein Lebensmittelladen eine Arztpraxis ein Zahnarzt

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Einwohner Rothemann: 2016 (HW), 1996–2020 (HW+NW) Abkürzungen für die Art des Wohnsitzes

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