Die Minnesota North Stars (IPA: ) sind ein ehemaliges Eishockeyteam, das von 1967 bis 1993 in der NHL aktiv war. 1993 zog das Team nach Dallas, Texas um und nannte sich fortan Dallas Stars.

Geschichte mini|links|Das erste, bis 1975 verwendete Logo der North Stars 1967 wurde die NHL erweitert. Bisher bestand die Liga aus den Original Six und nun stießen sechs weitere Teams zur höchsten Spielklasse im nordamerikanischen Eishockey. Minnesota galt als besonders eishockeybegeistert, sodass ohne Probleme ein Franchise errichtet wurde. Seine Spiele trug das Team in Bloomington aus. Die North Stars verfügten über ein erfahrenes Management, dass eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen konnte mit erfolgreichen Spielern wie Torhüter Lorne Worsley, Verteidiger und Kapitän Ted Harris und Stürmern wie Bill Goldsworthy, Danny Grant und Dennis Hextall.

Die erste Saison wurde von einer Tragödie überschattet. In einem Spiel im Januar 1968 gegen die Oakland Seals wurde Bill Masterton von einem Gegenspieler zu Fall gebracht und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Eis auf. Zwei Tage später starb Bill Masterton. Bis heute ist er der einzige Spieler in der Geschichte der NHL, der an einer aus dem Spiel resultierenden Verletzung starb. Ihm zu Ehren schuf die Professional Hockey Writers Association die Bill Masterton Memorial Trophy, die seit 1968 jährlich an den Spieler verliehen wird, der durch Ausdauer, Hingabe und Fairness in und um das Eishockey herausragte. Die Nummer 19 von Bill Masterton wurde vom Team nicht mehr vergeben und 1987 offiziell gesperrt.

Mitte der siebziger Jahre traten Worsley und Harris zurück und für die North Stars brachen schwere Zeiten an. Die Mannschaften brachte keine guten Leistungen und man verpasste mehrfach die Playoffs. 1978 wurde das Team vom Eigentümer des NHL-Teams Cleveland Barons gekauft, der die beiden Teams unter dem Namen der Minnesota North Stars fusionierte. Dadurch kamen einige gute Spieler wie Al MacAdam und Torwart Gilles Meloche, aber auch Dennis Maruk, den man bald danach wieder abgab, ins Team. Außerdem hatte man mit Bobby Smith einen talentierten jungen Mann gedraftet, der sich zu einem Top-Scorer entwickelte. Man holte noch den ein oder anderen Spieler ins Team und ab 1979 schafften die North Stars fünf Saisons in Folge eine positive Siegesstatistik. Der Höhepunkt war dabei der Einzug ins Stanley-Cup-Finale 1981 gegen die New York Islanders.

Doch ab 1984 waren die positiven Zeiten wieder vorbei und man schaffte bis zum Umzug nach Dallas nur noch einmal eine positive Siegesstatistik. 1988 hatten sie die erste Wahl im NHL Entry Draft und zog Mike Modano, der sich zu einem der besten Spieler des Franchise entwickelte.

Anfang der neunziger Jahre äußerten die Eigentümer des Teams den Wunsch das Team nach San Francisco umzusiedeln, da immer weniger Zuschauer zu den Spielen kamen. Ein Umzug nach Kalifornien war jedoch nicht im Interesse der Liga und somit war das Thema erstmal vom Tisch. Doch während der Saison 1990/91 fand man eine Lösung. Die Fusion von 1978 zwischen den Cleveland Barons und den North Stars wurde aufgelöst und die Eigentümer der Barons eröffneten als San Jose Sharks ein Franchise in Kalifornien. Neuer Eigentümer der North Stars wurde der Kanadier Norman Green. Die Spieler der North Stars wurden im NHL Dispersal Draft 1991 zwischen beiden Teams aufgeteilt und neue Spieler füllten die Kader auf.

Im Sommer 1991 schafften es die North Stars, trotz einer eher schlechten regulären Saison, bis ins Stanley-Cup-Finale. Sie kämpften gegen die Pittsburgh Penguins an, hatten sogar schon zwei der ersten drei Spiele gewonnen, doch nach einer 8:0-Pleite im sechsten Spiel mussten sie ihren Traum vom Titelgewinn begraben. Es war das einseitigste Spiel, das über den Gewinner des Stanley Cup entschieden hat seit dem 23:2 im Stanley-Cup-Finale 1905 zwischen den Ottawa Silver Seven und den Dawson City Nuggets.

Das launenhafte Verhalten und die gerichtlichen Probleme von Eigentümer Norman Green schienen sich auf die Fanbasis niederzuschlagen und die Zuschauerzahlen sanken immer weiter. Seinem Einkaufszentrum-Imperium drohte der Konkurs und es gab gegen ihn ein Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung. Er forderte Zugeständnisse für sein Team, die ihm weder die Region noch der Staat Minnesota bewilligte. Als Folge zog das Franchise im Herbst 1993 nach Dallas.

Angekommen in Dallas Kurz nach der Ankunft in Dallas wurde das Team an Tom Hicks verkauft. Als die Dallas Stars den ersten Stanley Cup in der Geschichte des Franchise gewannen, zeigten sie in ihrem offiziellen Video „Nothing Else Matters“ nicht nur Bilder der Dallas Stars, sondern zollten auch dem Finaleinzug 1991 Tribut. Mit Mike Modano, Derian Hatcher, Richard Matvichuk und Bob Gainey waren noch vier Spieler von damals in den Reihen der Stars.

Die NHL kehrt zurück nach Minnesota Die NHL war 1990 dagegen, dass die North Stars aus Minnesota verschwinden, da sie unbedingt ein Team in der Region haben wollten. Doch 1993 konnten sie nichts mehr daran ändern, dass die North Stars nach Dallas zogen. Im Sommer 2000 wurde die NHL erweitert und ein neues Franchise wurde in Minnesota eröffnet. Diesmal in Saint Paul. Das neue Team waren die Minnesota Wild. Bisher (Stand: 2025) konnten allerdings auch die Wild keinen Stanley Cup für die Metropolregion Minneapolis–Saint Paul gewinnen.

Saisonstatistik Abkürzungen: GP = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden, Pts = Punkte, GF = Erzielte Tore, GA = Gegentore, PIM = Strafminuten

Saison GP W L T Pts GF GA PIM Platz Playoffs 1967/68 74 27 35 15 69 191 226 738 4., West Sieg im Viertelfinale, 4:3 (Los Angeles)Niederlage im Halbfinale, 3:4 (St. Louis) 1968/69 76 18 43 15 51 189 270 862 6., West nicht qualifiziert 1969/70 76 19 35 22 60 224 257 1.008 3., West Niederlage im Viertelfinale, 2:4 (St. Louis) 1970/71 78 28 34 16 72 191 223 898 4., West Sieg im Viertelfinale, 4:2 (St. Louis)Niederlage im Halbfinale, 2:4 (Montréal) 1971/72 78 37 29 12 86 212 191 853 2., West Niederlage im Viertelfinale, 3:4 (St. Louis) 1972/73 78 37 30 11 85 254 230 881 3., West Niederlage im Viertelfinale, 2:4 (Philadelphia) 1973/74 78 23 38 17 63 235 275 821 7., West nicht qualifiziert 1974/75 80 23 50 7 53 221 341 1.106 4., Smythe nicht qualifiziert 1975/76 80 20 53 7 47 195 303 1.191 4., Smythe nicht qualifiziert 1976/77 80 23 39 18 64 240 310 774 2., Smythe Niederlage in der Vorrunde, 0:2 (Buffalo) 1977/78 80 18 53 9 45 218 325 1.096 5., Smythe nicht qualifiziert 1978/79 80 28 40 12 68 257 289 1.102 4., Adams nicht qualifiziert 1979/80 80 36 28 16 88 311 253 1.064 3., Adams Sieg in der Vorrunde, 3:0 (Toronto)Sieg im Viertelfinale, 4:3 (Montréal)Niederlage im Halbfinale, 1:4 (Philadelphia) 1980/81 80 35 28 17 87 291 263 1.624 3., Adams Sieg in der Vorrunde, 3:0 (Boston)Sieg im Viertelfinale, 4:1 (Buffalo)Sieg im Halbfinale, 4:2 (Calgary)Niederlage im Stanley-Cup-Finale, 1:4 (New York) 1981/82 80 37 23 20 94 346 288 1.358 1., Norris Niederlage im Divisions-Halbfinale, 1:3 (Chicago) 1982/83 80 40 24 16 96 321 290 1.520 2., Norris Sieg im Divisions-Halbfinale, 3:1 (Toronto)Niederlage im Divisions-Finale, 1:4 (Chicago) 1983/84 80 39 31 10 88 345 344 1.696 1., Norris Sieg im Divisions-Halbfinale, 3:2 (Chicago)Sieg im Divisions-Finale, 4:3 (St. Louis)Niederlage im Conference-Finale, 0:4 (Edmonton) 1984/85 80 25 43 12 62 268 321 1.735 4., Norris Sieg im Divisions-Halbfinale, 3:0 (St. Louis)Niederlage im Divisions-Finale, 2:4 (Chicago) 1985/86 80 38 33 9 85 327 305 1.672 2., Norris Niederlage im Divisions-Halbfinale, 2:3 (St. Louis) 1986/87 80 30 40 10 70 296 314 1.936 5., Norris nicht qualifiziert 1987/88 80 19 48 13 51 242 349 2.313 5., Norris nicht qualifiziert 1988/89 80 27 37 16 70 258 278 1.972 3., Norris Niederlage im Divisions-Halbfinale, 1:4 (St. Louis) 1989/90 80 36 40 4 76 284 291 2.041 4., Norris Niederlage im Divisions-Halbfinale, 3:4 (Chicago) 1990/91 80 27 39 14 68 256 266 1.964 4., Norris Sieg im Divisions-Halbfinale, 4:2 (Chicago)Sieg im Divisions-Finale, 4:2 (St. Louis)Sieg im Conference-Finale, 4:1 (Edmonton)Niederlage im Stanley-Cup-Finale, 2:4 (Pittsburgh) 1991/92 80 32 42 6 70 246 278 2.169 4., Norris Niederlage im Divisions-Halbfinale, 3:4 (Detroit) 1992/93 84 36 38 10 82 272 293 1.885 5., Norris nicht qualifiziert Gesamt 2.062 758 970 334 1.850 6.690 7.373 36.279 17 Playoff-Teilnahmen31 Serien: 14 Siege, 17 Niederlagen159 Spiele: 77 Siege, 82 Niederlagen

Trainer Zeitraum Trainer 1967/68 – 1968/69 Wren Blair 1968/69 John Muckler 1969/70 Wren Blair 1969/70 Charlie Burns 1970/71 – 1973/74 Jack Gordon 1973/74 Parker MacDonald 1974/75 Jack Gordon Zeitraum Trainer 1974/75 Charlie Burns 1975/76 – 1977/78 Ted Harris 1977/78 André Beaulieu 1977/78 Lou Nanne 1978/79 Harry Howell 1978/79 – 1982/83 Glen Sonmor 1982/83 Murray Oliver Zeitraum Trainer 1983/84 – 1984/85 Bill Mahoney 1985/86 – 1986/87 Lorne Henning 1986/87 Glen Sonmor 1987/88 Herb Brooks 1988/89 – 1989/90 Pierre Pagé 1990/91 – 1992/93 Bob Gainey

General Manager

Zeitraum General Manager 1967/68 – 1973/74 Wren Blair 1974/75 – 1976/77 Jack Gordon 1977/78 – 1987/88 Lou Nanne Zeitraum General Manager 1988/89 – 1989/90 Jack Ferreira 1990/91 – 1991/92 Bobby Clarke 1992/93 – 1992/93 Bob Gainey

Zu erwähnende Spieler Udo Kießling, als erster Deutscher in der NHL Mannschaftskapitäne Bob Woytowich 1967–1968 Elmer Vasko 1968–1969 Claude Larose 1969–1970 Ted Harris 1970–1974 Bill Goldsworthy 1974–1976 Bill Hogaboam 1976–1977 Nick Beverley 1977–1978 Jean-Paul Parisé 1978–1979 Paul Shmyr 1979–1981 Tim Young 1981–1982 Craig Hartsburg 1982–1989 Brian Bellows 1983–1984 (während Hartsburg verletzt war) Curt Giles 1989–1991 Mark Tinordi 1991–1993

Mitglieder der Hockey Hall of Fame Dino Ciccarelli Harry Howell John Mariucci Gump Worsley

Gesperrte Trikotnummern 8 Bill Goldsworthy 19 Bill Masterton

Nach dem Umzug nach Dallas wurde auch noch die Nummer 7 von Neal Broten gesperrt, der lange Zeit für Minnesota gespielt hatte.

Top-10-Wahlrechte im NHL Entry Draft 1969: Dick Redmond (5.) 1974: Doug Hicks (6.) 1975: Bryan Maxwell (4.) 1976: Glen Sharpley (3.) 1977: Brad Maxwell (7.) 1978: Bobby Smith (1.) 1979: Craig Hartsburg (6.) & Tom McCarthy (10.) 1982: Brian Bellows (2.) 1983: Brian Lawton (1.) 1987: Dave Archibald (6.) 1988: Mike Modano (1.) 1989: Doug Zmolek (7.) 1990: Derian Hatcher (8.) 1991: Richard Matvichuk (8.)

Weblinks

Alex Tieberg: Minnesota North Stars. Eintrag bei MNopedia, 6. Januar 2020, zuletzt aktualisiert am 11. April 2025.

Einzelnachweise

Kategorie:Dallas Stars Kategorie:Ehemaliges Eishockey-Franchise (National Hockey League) Kategorie:Ehemaliges Sport-Franchise (Vereinigte Staaten) Kategorie:Sportverein (Minneapolis) Kategorie:Geschichte von Minnesota Kategorie:Vereinsgründung 1966 Kategorie:Aufgelöst 1993