mini|Die drei historischen Woiwodschaften Kleinpolens Krakau, Lublin und Sandomierz bis 1772 vor dem Hintergrund der modernen Verwaltungsgliederung Polens mini|Aufteilung Kleinpolens in ehemalige Woiwodschaften Die Woiwodschaft Kleinpolen (polnisch województwo małopolskie []) ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Kleinpolen liegt in Südpolen um Krakau, die zweitgrößte Stadt des Landes und Verwaltungssitz der Woiwodschaft. Im Süden grenzt Kleinpolen an die Slowakei.
Die Woiwodschaft befindet sich auf dem Gebiet der historischen Region Kleinpolen und hat darüber hinaus in den Grenzregionen zur Slowakei kleinere Anteile an den Landschaften Arwa und Zips. Eine eigenartige Verschiedenheit hatte auch der ehemalige Kreis Schlesien, heute halb-halb in der Woiwodschaft Schlesien und der Woiwodschaft Kleinpolen gelegen.
Geschichte
Die heutige Woiwodschaft umfasst die südlichen Teile der historischen Landschaft Kleinpolen und wurde mit der Verwaltungsreform 1999 aus den bis dahin bestehenden Woiwodschaften Krakau und Nowy Sącz sowie aus Teilen der ehemaligen Woiwodschaften Tarnów, Bielsko-Biała, Katowice, Kielce und Krosno gebildet. Sie ist dabei in großen Teilen deckungsgleich mit der historischen Woiwodschaft Krakau, die bereits in der Zeit zwischen 1945 und 1975 bestand.
Am 29. April 2019 fasste das Woiwodschaftsparlament, der Sejmik, einen Entschluss, mit dem die ganze Woiwodschaft zur „LGBT-ideologiefreien Zone“ erklärt wurde. Aus diesem Grund kündigte die französische Region Centre-Val de Loire am 24. Februar 2020 die Partnerschaft auf.
Wappen Das Wappen orientiert sich an historischen Vorbildern und wird wie folgt beschrieben: In Rot ein goldgeständerter goldgekrönter und goldbewehrter silberner Adler mit goldenem Kleestängel.
Als einzige Woiwodschaft Polens hat Kleinpolen somit die Rechte für die Nutzung einer abgewandelten Form des polnischen Staatswappens.
Verwaltungsgliederung Die Woiwodschaft Kleinpolen ist in 19 Landkreise und drei Stadtkreise unterteilt. Die drei kreisfreien Städte sind jeweils ein Powiat grodzki, entsprechend einem deutschen Stadtkreis. Dem nach ihnen benannten umgebenden bzw. angrenzenden Powiat ziemski (entsprechend einem deutschen Landkreis) gehören sie selbst nicht an.
Kreisfreie Städte 24px Kraków (Krakau) ; 327 km² 24px Tarnów (Tarnau) ; 72 km² 24px Nowy Sącz (Neu Sandez) ; 58 km²
Landkreise
(Einwohner und Fläche am )
Landkreise Größte Kleinsteflächenmäßig Powiat Nowosądecki Powiat Chrzanowskibevölkerungsmäßig Powiat Krakowski Powiat Proszowicki
Geographie Landschaft mini|Topographie Kleinpolens mini|Czarny Staw und Meerauge in der Hohen Tatra mini|Drei Kronen in den Pieninen am Dunajec mini|Turbacz in den Gorce mini|Krakau-Tschenstochauer Jura Die Woiwodschaft Kleinpolen wird im Süden von den höchsten Bergen Polens dominiert. Die höchste Erhebung ist der Nordwestgipfel des Rysy (Meeraugspitze) mit 2.499,6 Metern in der Hohen Tatra (Tatry Wysokie) als Teil der Westkarpaten. Das unmittelbare Vorland der Hohen Tatra wird auf polnischer Seite Podhale genannt. Das Podhale sowie das Neumarkter Becken (Kotlina Nowotarska) trennen die Hohe Tatra von den Beskiden.
Weitere Gebirge innerhalb der Karpaten, als Teil der Westbeskiden, sind in Kleinpolen (von West nach Ost): Kleine Beskiden (Beskid Mały) mit dem Czupel (930 Meter) als höchstem Berg Makower Beskiden (Beskid Średni oder Beskid Makowski) mit der Mędralowa (1.169 Meter) als höchstem Berg Saybuscher Beskiden (Beskid Żywiecki) mit der Babia Góra (1.725 Meter) als höchstem Berg Inselbeskiden (Beskid Wyspowy) mit der Mogielica (1.171 Meter) als höchstem Berg Gorce mit dem Turbacz (1.310 Meter) als höchstem Berg Pieninen (Pieniny) mit Wysokie Skałki (1.050 Meter) als höchstem Berg Sandezer Beskiden (Beskid Sądecki) mit der Radziejowa (1.262 Meter) als höchstem Berg Niedere Beskiden (Beskid Niski) mit der Lackowa (997 Meter) als höchstem Berg
Daneben hat Kleinpolen im Nordwesten Anteile an der Krakau-Tschenstochauer Jura (Jura Krakowsko-Częstochowska), die von Kalkfelsen und Tropfsteinhöhlen sowie von zahlreichen Schlossruinen gekennzeichnet ist. Den höchsten Punkt innerhalb Kleinpolens markiert der Gipfel des Grodzisko (513 Meter). Außerdem befindet sich im Westen Kleinpolens die größte Sandwüste Mitteleuropas, die Błędów-Wüste (Pustynia Błędowska).
Die Regionen außerhalb der Mittel- und Hochgebirge werden überwiegend durch das Kleinpolnische Hochland (Wyżyna Małopolska) und zu einem kleinen Teil durch das Schlesische Hochland (Wyżyna Śląska) geprägt. Entlang der Weichsel erstreckt sich die Weichsel-Tiefebene (Nizina Nadwiślańska) und im Nordosten befindet sich ein Teil des Sandomirer Beckens (Kotlina Sandomierska), welches bereits zum Karpatenvorland gezählt wird.
Gewässer Die Weichsel durchfließt Kleinpolen von Westen nach Osten. An ihrem unmittelbaren Ufer befindet sich in Kleinpolen die Hauptstadt Krakau als einzige größere Stadt. Die meisten Fließgewässer Kleinpolens entwässern über die Weichsel in die Ostsee. Einige Bäche im Südwesten Kleinpolens entwässern über die Orava und Donau in das Schwarze Meer.
Klima Aufgrund der topographischen Bedingungen weist Kleinpolen ein vielseitiges Klima auf relativ kompakter Fläche auf. Während der Nordosten, innerhalb des Sandomirer Beckens, zu den milderen Regionen Polens zählt mit über 8 °C im Jahresmittel zählt, werden im Kleinpolnischen Hochland meist nicht mehr als 7,5 °C und in den Beskiden maximal 6 °C erreicht. Auf den höchsten Bergen der Region liegt die Jahresdurchschnittstemperatur teilweise bei unter 0 °C.Woiwodschaft Kleinpolen, PWN, abgerufen am 12. Juli 2021.
Kleinpolen zählt zu den niederschlagsreichsten Regionen in Polen: von 600 mm pro Jahr im Nordosten über 800–900 mm in den Tälern bis 1.700 mm in der Hohen Tatra. Zugleich ist in den höchsten Lagen der Hohen Tatra eine geschlossene Schneedecke über 5 bis 8 Monate im Jahr möglich, während dies in den Beskiden zwischen 4 und 6 Monaten im Jahr der Fall ist.
In den milden Regionen des Gebirgsvorlandes wird eine Vegetationsperiode von über 220 Tagen im Jahr gemessen. In den Bergen verkürzt sich diese auf unter 200 Tage, in der Tatra sogar auf unter 180 Tage.
Naturschutzgebiete Nationalpark Babia Góra (Babiogórski Park Narodowy) Nationalpark Gorce (Gorczański Park Narodowy) Nationalpark Magura (Magurski Park Narodowy) Nationalpark Ojców (Ojcowski Park Narodowy) Nationalpark Pieninen (Pieniński Park Narodowy) Tatra-Nationalpark (Tatrzański Park Narodowy) Landschaftsschutzpark Adlerhorste (Park Krajobrazowy Orlich Gniazd) Landschaftsschutzpark Kleine Beskiden (Park Krajobrazowy Beskidu Małego) Landschaftsschutzpark Poprad (Popradzki Park Krajobrazowy) Landschaftsschutzpark Tenczyn (Tenczyński Park Krajobrazowy)
Nachbarwoiwodschaften
Bevölkerung mini|Kraków mini|Tarnów mini|Nowy Sącz mini|Nowy Targ mini|Zakopane Am 31. Dezember 2019 waren 3.410.901 Einwohner in der Woiwodschaft Kleinpolen gemeldet, davon sind 1.655.472 Männer (48,53 %) und 1.755.429 Frauen (51,47 %). Auf einem Quadratkilometer leben rund 225 Einwohner. Trotz dieser weit überdurchschnittlichen Bevölkerungsdichte im Vergleich mit anderen polnischen Regionen, lebt nur rund 48 Prozent der Bevölkerung von Kleinpolen in Städten.Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31.12.2019 - Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 22. Mai 2021.
Bevölkerungsentwicklung Kleinpolen hat in den letzten Jahren ein durchgängiges Bevölkerungswachstum verzeichnet, welches sich für den Zeitraum 1995 bis 2019 auf über 220.000 Einwohner beläuft.Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 22. Mai 2021.
JahrEinwohnerzahl 1995 3.190.186 2000 3.229.139 2005 3.266.187 2010 3.310.094 2015 3.372.618 2019 3.410.901
Lebenserwartung Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in der Woiwodschaft Kleinpolen bei Männern 75,3 Jahre und bei Frauen 82,7 Jahre. Damit weist Kleinpolen eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung im Landesvergleich auf.Lebenserwartung im Jahr 2019 (PDF) – Hauptstatistikamt GUS, Główny Urząd Statystyczny, S. 17–18, abgerufen am 12. Juli 2021.
Größte Städte Die Provinzhauptstadt Krakau ist mit fast 780.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und die mit Abstand größte der Woiwodschaft Kleinpolen. Mit Tarnów befindet sich noch eine weitere Großstadt auf dem Gebiet der Woiwodschaft.
Stadt Landkreis Einwohner 24px Kraków kreisfrei 24px Tarnów kreisfrei 24px Nowy Sącz kreisfrei 24px Oświęcim Oświęcim 24px Chrzanów Chrzanów 24px Olkusz Olkusz 24px Nowy Targ Nowy Targ 24px Bochnia Bochnia 24px Gorlice Gorlice 24px Zakopane Tatra 24px Skawina Kraków 24px Wieliczka Wieliczka 24px Andrychów Wadowice
Wirtschaft mini|200px|Galeria Krakowska in Krakau mini|200px|Walzwerk in Nowa Huta Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft 2018 einen Index von 65 (EU-27 = 100), bezogen auf den Wert pro Erwerbstätigem erreichte Kleinpolen hingegen einen Index von 72 (EU-27 = 100).GDP per capita in EU regions in 2018, Eurostat, 5. März 2020, abgerufen am 22. Mai 2021 In Kleinpolen waren im Mai 2017 374.447 Unternehmen registriert.krakow.stat.gov.pl Der Anteil am polnischen Bruttoinlandsprodukt belief sich 2015 auf 7,9 Prozent.PKB województw (2015), bankier.pl (PDF)
Mit einem Wert von 0,892 erreicht Kleinpolen Platz 3 unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.
Arbeitsmarkt Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2020 bei 5,2 %, was 79.801 Personen entsprach. Die Arbeitnehmer in Kleinpolen verdienten in diesem Zeitraum durchschnittlich 5.329,76 PLN, was umgerechnet über 1.200 EUR entspricht.
Im Juli 2020 wurden die niedrigsten Arbeitslosenquoten in folgenden Regionen gemeldet: kreisfreie Stadt Kraków (2,7 %), Landkreis Bochnia (3,8 %) sowie in der kreisfreien Stadt Nowy Sącz (4,0 %). Die höchsten Arbeitslosenquoten wiesen hingegen die Landkreise Dąbrowa Tarnowska (10,9 %), Nowy Sącz (9,0 %) und Tatra (8,5 %) auf.
Industrie Auf dem Gebiet Kleinpolens gibt es vier Industrieparks: Krakowski Okręg Przemysłowy um Krakau Jaworznicko-Chrzanowski Okręg Przemysłowy um Jaworzno und Chrzanów Tarnowski Okręg Przemysłowy um Tarnów Karpacki Okręg Przemysłowy in den Karpaten
Bodenschätze Kleinpolen ist reich an Bodenschätzen. Gewonnen werden: Salz in Bochnia und Wieliczka Erdöl in Gorlice Steinkohle in Brzeszcze und Libiąż Zink und Blei in Chrzanów und Olkusz Mineralwasser in Krynica-Zdrój und Muszyna Thermalquellen in Podhale am Fuße der Tatra Erdgas bei Krakau und Babia Góra Steinbrüche bei Krzeszowice
Energie Die größten Kraftwerke befinden sich in Krakau, Skawina, Trzebina und Tarnów.
Infrastruktur mini|200px|A4 bei Krakau mini|200px|Hauptbahnhof in Krakau mini|200px|Weichsel in Krakau mini|200px|Flughafen Krakau
In Kleinpolen, insbesondere in Krakau, kreuzen sich wichtige Transportwege von Westen nach Osten sowie von Norden nach Süden.
Straßen Durch Kleinpolen führen zwei Europastraßen, eine Autobahn und zwölf Schnellstraßen. Die wichtigste Verbindung ist die Europastraße 40 (polnische Autobahn A4), die Kleinpolen mit der Woiwodschaft Schlesien sowie Breslau im Westen und der Woiwodschaft Karpatenvorland und der Ukraine im Osten verbindet. Die A4 bildet zudem die westliche und südliche Umgehungsstraße Krakaus.
Die Europastraße 77 (polnische Schnellstraße S7) verbindet Kleinpolen mit Warschau und der Woiwodschaft Heiligkreuz im Norden sowie mit der Slowakei im Süden. Die S7 bildet zudem die nördliche und östliche Umgehungsstraße Krakaus. Zwischen Krakau und Zakopane bildet die S7 (bzw. im südlichen Teil die künftige S47) die Panoramastraße Zakopianka, die derzeit vollständig zur Schnellstraße ausgebaut wird. In der Nähe von Chabówka entsteht zudem der längste Straßentunnel in Polen auf der Zakopianka.
Weitere relevante Straßenverbindungen in Kleinpolen sind: