Die Woiwodschaft Opole, deutsch Woiwodschaft Oppeln (), mit der Hauptstadt Opole ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie befindet sich im Südwesten des Landes und umfasst den westlichen Teil Oberschlesiens, die Region um Opole, ergänzt um die vormals niederschlesischen Kreise Brzeg und Namysłów.

Die Woiwodschaft Opole bildet das Zentrum der Deutschen Minderheit in Polen, die mit ihrem Wahlkomitee seit dem Jahr 1998 Anteil an der Verwaltung des dortigen Sejmik hat. 28 Gemeinden der Woiwodschaft sind offiziell zweisprachige Gemeinden.

Geschichte Bis zum Jahr 1945 war diese Region Teil der preußischen Provinz Oberschlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 wurde das Gebiet Teil der Woiwodschaft Schlesien. Eine Woiwodschaft Opole entstand erstmals im Jahr 1950 durch Teilung der Woiwodschaft Schlesien, bei der die Kreise Brzeg und Namysłów der neuen Woiwodschaft angegliedert wurden.

Bei Verwaltungsreformen 1975 und 1998 kam es zu Grenzkorrekturen beziehungsweise zum Gebietsaustausch, siehe Woiwodschaft Opole (1975–1998) mini|links|Die Woiwodschaft von 1975 bis 1998 In der dritten Gebietsreform von 1975 wurden der Kreis Racibórz der Woiwodschaft Katowice und ein Teil des Kreises Olesno der Woiwodschaft Częstochowa angeschlossen, damit mit einem Teil der historisch nicht-schlesischen Landschaft Weluner Land, am rechten Ufer der Prosna.

In einer vierten Gebietsreform des Jahres 1999, die anfänglich das Ziel hatte, 12 große Woiwodschaften nach dem Muster der deutschen Länder zu bilden, sollte die Woiwodschaft Opole nach Plänen der polnischen Regierung aufgelöst werden. Der westliche Teil mit den Kreisen Brzeg und Namysłów sollte an die Woiwodschaft Niederschlesien abgetreten werden und der größte Teil der Woiwodschaft sollte zusammen mit der Woiwodschaft Katowice und Teilen der Woiwodschaften Częstochowa und Bielsko-Biała die Woiwodschaft Schlesien bilden. Die Bevölkerung der Woiwodschaft Opole leistete jedoch enormen Widerstand gegen diese Pläne der Regierung, da durch die Bildung der Woiwodschaft Schlesien der Einfluss der deutschen Minderheit in der Regionalregierung untergehen würde. Der Widerstand wurde dabei nicht allein von der deutschen Minderheit aus der Region, sondern auch von den polnischen Schlesiern und Polen mitgetragen, die sich mit ihrer Woiwodschaft verbunden fühlen.

mini|Denkmal zum Erhalt der Woiwodschaft am Plac Wolności in Opole Mit der Auflösung der Woiwodschaft Częstochowa im Jahr 1999 wurde der Landkreis Olesno nach 24 Jahren schließlich wieder der Woiwodschaft Opole angegliedert. Im Jahr 2006 wurde Radlau zudem die erste offiziell zweisprachige Gemeinde der Woiwodschaft und führte Deutsch als zweite Amtssprache ein.

Die heutige Woiwodschaft Opole entstand aus der von 1975 bis 1998 existierenden gleichnamigen Woiwodschaft.

Wappen Beschreibung: In Blau ein völlig goldener gekrönter Adler.

Verwaltungsgliederung Die Woiwodschaft Opole ist in 11 Landkreise unterteilt, wobei die Hauptstadt Opole kreisfrei ist. Es gibt zwar auch unter ihrem Namen einen Landkreis, die Stadt gehört ihm aber nicht an.

Kreisfreie Städte 24px Opole (Oppeln) – ; 149 km²

Landkreise (Powiaty)

(Einwohner und Fläche am )

Landkreise Größte Kleinsteflächenmäßig Powiat Opolski Powiat Krapkowickibevölkerungsmäßig Powiat Nyski Powiat Namysłowski

Geographie Landschaft Die Woiwodschaft Opole liegt im südwestlichen Teil Polens in der Nachbarschaft der Woiwodschaften Niederschlesien, Schlesien, Łódź und Großpolen. Im Süden hat sie eine 208 km lange Staatsgrenze mit Tschechien. Die Landschaft ist überwiegend flach, und weite Teile gehören zur Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene). Mittelgebirgslagen sind vor allem im Südwesten mit dem Sudetenvorland und dem Zuckmanteler Bergland (Góry Opawskie) anzutreffen.

mini|Blick auf den St. Annaberg (Góra Świętej Anny) Im Osten ist die Woiwodschaft durch die Wyżyna Śląska (Schlesische Hochebene) mit ihrem bis zu 406 Meter hohen St. Annaberg geprägt und im Nordosten befindet sich die Wieluner Hochebene.

Die höchste Erhebung der Region ist die Biskupia Kopa (Bischofskoppe) mit 891 m an der Grenze zur Tschechischen Republik. Die Oder bildet eine Grenze zwischen dem durch Landwirtschaft geprägten Südwesten von dem durch Forstwirtschaft geprägten Nordosten.

Gewässer Die wichtigsten Flüsse der Woiwodschaft Opole sind: Oder Nysa Kłodzka (Glatzer Neiße) Stobrawa (Stober) Prosna Mała Panew (Malapane) Kłodnica (Klodnitz) Psina (Zinna) Osobłoga (Hotzenplotz/Ossa) Prudnik (Braune) Złoty Potok (Goldbach/Mieserichbach) Opawa (Oppa) Opawica (Goldoppa) Ścinawa Niemodlińska (Steinau) Widawa (Weide)

Klima Die Woiwodschaft ist durch ein kontinentales Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern gekennzeichnet. Die durchschnittliche Temperatur im Januar beträgt −3 °C und im Juli 18,5 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei über 9 °C. Die jährliche Durchschnittszahl von Tagen mit Niederschlag schwankt zwischen 160 und 180. Die jährliche durchschnittliche Schneebedeckung in der Woiwodschaft schwankt zwischen 40 und 60 Tagen und nimmt von Westen nach Osten zu. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei unter 600 mm.

Es herrschen West- und Südwestwindströmungen vor, die zu einer vergleichsweise langen Vegetationsperiode von 200 bis 225 Tagen beitragen.Informationen über die Woiwodschaft Opole (PDF; 7,7 MB), Główny Inspektorat Ochrony Środowiska, abgerufen am 9. Januar 2021

Naturschutzgebiete Stobrawski Park Krajobrazowy Park Krajobrazowy Góra Świętej Anny Park Krajobrazowy Góry Opawskie Załęczański Park Krajobrazowy

Nachbarwoiwodschaften

Bevölkerung mini|Opole mini|Kędzierzyn-Koźle mini|Nysa mini|Brzeg mini|Kluczbork mini|Prudnik mini|Namysłów Am 31. Dezember 2019 waren 982.626 Einwohner in der Woiwodschaft Opole gemeldet, davon sind 475.166 Männer (48,36 %) und 507.460 Frauen (51,64 %). Rund 64 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten.Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31.12.2019 – Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 23. Juni 2021

Mit rund 104 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte bezogen auf den landesweiten Durchschnitt leicht unterdurchschnittlich. Am dünnsten ist dabei der Landkreis Namysłów mit 57 Einwohnern pro Quadratkilometer, am dichtesten ist (abgesehen von der Stadt Opole) der Landkreis Kędzierzyn-Koźle mit 150 Einwohnern pro Quadratkilometer besiedelt.

Lebenserwartung Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in der Woiwodschaft Opole bei Männern 74,5 Jahre und bei Frauen 82 Jahre.Lebenserwartung im Jahr 2019 (PDF) – Hauptstatistikamt GUS, Główny Urząd Statystyczny, S. 17–18, abgerufen am 23. Juni 2021.

Größte Städte Die einzige Großstadt der Woiwodschaft ist die Provinzhauptstadt Opole.

StadtDeutscher NameEinwohner 24px Opole Oppeln 24px Kędzierzyn-Koźle Kandrzin-Cosel 24px Nysa Neisse 24px Brzeg Brieg 24px Kluczbork Kreuzburg 24px Prudnik Neustadt O.S. 24px Strzelce Opolskie Groß Strehlitz 24px Namysłów Namslau 24px Krapkowice Krappitz 24px Głuchołazy Bad Ziegenhals 24px Głubczyce Leobschütz 24px Zdzieszowice Deschowitz

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1995 waren auf dem Gebiet der heutigen Woiwodschaft Opole knapp 1,1 Millionen Einwohner gemeldet. Seitdem ist die Bevölkerungszahl stetig gesunken, hat im Jahr 2014 die Marke von 1 Million unterschritten und lag 2019 bei rund 983.000 Einwohnern.Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 23. Juni 2021.

JahrEinwohnerzahlGebiet 1975–1998EinwohnerzahlGebiet seit 1999 1975 971.300 1980 975.000 1985 1.013.700 1990 1.018.600 1995 1.025.200 1.093.172 1998 1.022.100 1.089.586 2000 1.070.598 2005 1.047.407 2010 1.028.585 2015 996.011 2019 982.626

1950 Bei der Gründung der Woiwodschaft Opole im Jahr 1950 lebten hier 870.000 Menschen. Die hier lebende Bevölkerung setzte sich im Jahr 1950 aus drei unterschiedlichen Gruppen zusammen:

Autochthone Bevölkerung (Deutsche Schlesier und Polnische Schlesier); Anteil 1950: 55 % Repatrianten aus dem ehemaligen Ostpolen und Remigranten, Anteil 1950: 25 % Umsiedler aus Zentralpolen, Anteil 1950: 20 %

1950er bis 1990er Jahre – Abwanderung der einheimischen Bevölkerung Durch Abwanderung der autochthonen Bevölkerung, die als Aussiedler in die Bundesrepublik übersiedelte, sank deren Anteil an der Gesamtbevölkerung in der Woiwodschaft kontinuierlich: 1950 ca. 55 % autochthone Bevölkerung 1965 ca. 44 % autochthone Bevölkerung 1977 ca. 38 % autochthone Bevölkerung 1989 < 30 % autochthone Bevölkerung 1990er ca. 20 % autochthone Bevölkerung

Beginn des 21. Jahrhunderts Die Volkszählung aus dem Jahr 2002 ergab folgendes Ergebnis für die Woiwodschaft Oppeln:Quellen für die Tabellen:

stat.gov.pl (PDF-Datei; 1,46 MB)

Nationalität abgegebene Stimmen in Prozent polnisch 869.300 81,62 % deutsch 106.900 10,04 % keine 62.400 5,86 % schlesisch ¹ 24.200 2,27 % Roma 900 0,08 % ukrainisch 300 0,03 % russisch 100 0,01 % andere 900 0,08 % Staatsangehörigkeit abgegebene Stimmen in Prozent nur polnisch 858.487 80,61 % polnisch und deutsch 154.050 14,46 % keine 45.525 4,27 % polnisch und andere 3.745 0,35 % nur deutsch 2.562 0,24 % andere 656 0,06 %

¹ Schlesisch ist als Nationalität nicht anerkannt, trotzdem ist dieser Begriff seit der Volkszählung 2002 angewendet worden

Die Volkszählung 2021 ergab eine gegenüber der Zählung von 2011 verringerte Anzahl von 59.911 Bewohnern deutscher Nationalität, wobei der Anteil der Menschen, die eine schlesische Nationalität angaben, gegenüber 2011 gestiegen war.Jahrbuch der Deutschen in Polen, hg. vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen. 2024.

Religion mini|Kathedrale zum Heiligen Kreuz in Opole Die meisten Bewohner der Woiwodschaft sind römisch-katholisch getauft. Als nächstgrößte Religionsgemeinschaften folgen die evangelischen Kirchen und die Zeugen Jehovas. Die restlichen Bewohner gehören anderen kleinen Glaubensrichtungen an oder sind konfessionslos.

Im Bistum Opole, das nicht mit dem Gebiet der Woiwodschaft Opole identisch ist, gehörten im Jahr 2016 rund 794.000 dem römisch-katholischen Glauben an. Dem Bistum gehören Teile der Landkreise Brzeg und Namysłów nicht an, zusätzlich jedoch der Landkreis Racibórz in der Woiwodschaft Schlesien.

Die größte Gruppe der Protestanten bildet die Evangelisch-Augsburgische Kirche. Die Gläubigen der Woiwodschaft Opole gehören der Diözese Katowice an und zählten im Jahr 2008 1.600 Personen (0,15 %). Ihr folgen die Anhänger der Pfingstbewegung mit 1.081 Mitgliedern (0,1 %) und zahlreiche kleinere protestantischen Kirchen. Den Zeugen Jehovas gehörten 2010 3.158 Mitglieder (0,3 %) an.Statistisches Amt der Woiwodschaft Opole: (PDF; 122 kB)Polnisches Statistisches Amt: Religionen und Nationalitäten in Polen 2006–2008 (PDF; 2,8 MB) Die Prozentzahlen richten sich an der Einwohnerzahl von 1.029.894 im Jahr 2010 bzw. am Jahr 2008.Statistisches Amt der Woiwodschaft Opole: (PDF; 112 kB)

Sprache In der Woiwodschaft Opole wird vorwiegend Polnisch (siehe auch polnisches Schlesisch) und zum Teil auch Deutsch (siehe auch deutsches Schlesisch) gesprochen. In den größeren Städten der Woiwodschaft und im Südwesten dominiert die polnische Sprache, auf dem Land und im Osten der Woiwodschaft polnisches und deutsches Schlesisch.

In 28 Gemeinden überschreitet der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung 20 %. In 14 dieser Gemeinden ist Deutsch offizielle Hilfssprache. Radlau durfte 2006 als erste Gemeinde in Polen zweisprachige Ortsschilder aufstellen. Inzwischen sind weitere Gemeinden gefolgt.