Bundesautobahn 86 (Abkürzung: BAB 86) – Kurzform: Autobahn 86 (Abkürzung: A 86) – war der Projektname einer geplanten Autobahn von Breisach über Freiburg im Breisgau – Titisee – Donaueschingen – Tuttlingen – Riedlingen – Ehingen (Donau) – Ulm nach Langenau. Die Teilstrecke Freiburg im Breisgau – Donaueschingen wurde, ebenso wie die BAB 84, als Schwarzwaldautobahn bezeichnet, daneben auch als Hochschwarzwald-Autobahn. Von der geplanten Strecke wurde lediglich ein kleines Teilstück realisiert, nämlich die A 864 zwischen Donaueschingen und dem Dreieck Bad Dürrheim, das heute als Zubringer zur A 81 dient.
Planungsgeschichte Bereits während der Weimarer Republik war die Strecke Freiburg im Breisgau – Donaueschingen in der 2. Ausbaustufe des sogenannten „Spitzennetzes“ vorgesehen; eine Fortführung nach Ulm war dagegen nicht enthalten.Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands – Spitzennetz In den Netzplänen der Nationalsozialisten fand sich die Planung einer Reichsautobahn weder für die Strecke Freiburg – Donaueschingen, noch für den östlichen Abschnitt nach Ulm.
Der Ausbauplan für die Bundesfernstraßen des Gesetzes vom 27. Juli 1957Bundesgesetzblatt, Jg. 1957, Teil I, S. 1189 sah zwar den Bau einer Bundesautobahn zwischen Breisach, Freiburg, Donaueschingen und Ulm noch nicht vor. Doch wurde die B 31 Breisach – Freiburg – Donaueschingen ebenso in das Blaue Netz der auszubauenden Bundesstraßen aufgenommen wie die B 19 zwischen Ulm und Aalen.Ausbauplan für die Bundesfernstraßen. Aufgestellt vom Bundesminister für Verkehr. Bundesdruckerei, Bonn 1957, Anlage 1
Der Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873 enthielt nun den Neubau einer intern als „A 84“ bezeichneten Autobahn von Breisach (Bundesgrenze D/F) über Gundelfingen, Donaueschingen nach Tuttlingen. Hier sollte die A 84 in die vierstreifig zu errichtende B 311n Tuningen – Tuttlingen – Meßkirch – Riedlingen – Ehingen – Ulm einmünden. Schließlich war von Ulm bis Langenau der vierstreifige Neubau der B 19 ins Auge gefasst. Demnach waren folgende Teilprojekte vorgesehen: Kurzbezeichnung Abschnitt Ausbau StandBemerkung A 84Bundesgrenze D/F bei Breisach – südlich Bötzingen (Dreieck mit der B 31n) – nördlich Freiburg (Kreuz mit der A 5) – Gundelfingen (Kreuz mit der B 294) – nördlich Kirchzarten (Dreieck mit der B 31n) vierstreifig Stufe IIA 84nördlich Kirchzarten (Dreieck mit der B 31n) – Donaueschingen (Kreuz mit B 27) – Kreuz Bad Dürrheim (heute Dreieck Bad Dürrheim mit der A 81) vierstreifigStufe IA 84Kreuz Bad Dürrheim (heute Dreieck Bad Dürrheim mit der A 81) – Tuttlingen (Dreieck mit der B 311/B 311n) vierstreifigStufe IIIB 311/B 311nTuttlingen (Dreieck mit der B 311/A 84) – Ulm vierstreifigStufe IIImit Kreuzen der B 32/B 32n bei Mengen und der B 312/B 312n ebenfalls bei MengenB 19Ulm – Langenau vierstreifigstufe Imit Kreuz der A 8 nördlich Ulm und Dreieck zur A 7 bei Langenau
Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, wurde der Streckenzug unter der einheitlichen Bezeichnung als „Bundesautobahn 86“ zusammengefasst.
In der Netzkarte der Bundesregierung vom 1. Januar 1976 war die A 86 noch unverändert enthalten.
Aber bereits der Bedarfsplan des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976Bundesgesetzblatt Jg. 1976, Teil I, S. 2093 wies erste Änderungen aus. Demnach war zwar eine Nordumfahrung von Freiburg weiterhin geplant. Diese sollte jedoch westlich Kirchzarten in die auszubauende B 31 münden und nicht mehr nördlich unmittelbar nach Donaueschingen führen. Östlich Kirchzarten sollte die A 86 dann wieder von der B 31 abzweigen und auf der bisher vorgesehenen Trasse nach Donaueschingen verlaufen. Zudem wurde die Dringlichkeit einzelner Abschnitte abgestuft. Es ergab sich folgendes Bild: Abschnitt Ausbau StandBreisach – Kreuz Freiburg-Nord (A 5)möglicher weiterer BedarfKreuz Freiburg-Nord (A 5) – Gundelfingen1. Fahrbahn als B 294 bereits fertiggestellt, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer BedarfGundelfingen – westlich Kirchzarten (B 31)1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ib, 2. Fahrbahn möglicher weiterer BedarfOU Kirchzarten (B 31)vierstreifigStufe Iaöstlich Kirchzarten – nördlich Titisee-Neustadtmöglicher weiterer Bedarfnördlich Titisee-Neustadt – DonaueschingenStufe IbDonaueschingen – Kreuz Bad Dürrheim (A 81)laufendes VorhabenKreuz Bad Dürrheim (A 81) – Talheim möglicher weiterer BedarfTalheim – Tuttlingen1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ib, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer BedarfTuttlingen – Ulmmöglicher weiterer BedarfUlm – Langenau1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ib, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer Bedarf
Die Ausführung der Nordumfahrung Freiburgs wurde 1979 zugunsten der B 31 Ost inklusive eines Freiburger Stadttunnels verworfen.Uwe Mauch: Stadttunnel-Chronik ab 1979. In: Badische Zeitung, 31. Januar 2008, abgerufen am 18. Juni 2012
Mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980Bundesgesetzblatt Jg. 1980, Teil I, S. 1614 kam das Aus für die A 86. Die Planungen beschränkten sich auf den Aus- und abschnittsweisen Neubau der B 31 und der B 311: Kurzbezeichnung Abschnitt Ausbau StandB 31aBreisach – AS Freiburg-Mitte zweistreifigStufe IB 31vierspurigStufe IB 31OU Kirchzarten zweistreifiglaufendes VorhabenB 31OU Titisee-Neustadt, OT Neustadt zweistreifiglaufendes VorhabenB 31Verlegung östlich Löffingen zweistreifigStufe IB 311OU Tuttlingen zweistreifigStufe IIB 311Verlegung bei Neuhausen ob Eck-Worndorf zweistreifigStufe IB 311OU Meßkirch zweistreifigwestlicher Abschnitt bis B 313 in Dringlichkeitsstufe I, östlicher Abschnitt in Dringlichkeitsstufe IIB 311Verlegung Krauchenwies – Mengen zweistreifigStufe IB 311OU Herbertingen zweistreifigStufe IB 311Verlegung bei Unlingen zweistreifigStufe IB 311Anschluss an die B 30 durch Neubau der Strecke Oberdischingen – Dellmensingen
Das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen vom 21. April 1986Bundesgesetzblatt Jg. 1986, Teil I, S. 557 führte zu keiner Wiederaufnahme der A 86 in den Bedarfsplan. Vorgesehen war weiterhin der Aus- und Neubau der Bundesstraßen 31 und 311:
Kurzbezeichnung Abschnitt Ausbau StandB 31aBreisach – AS Freiburg-Mitte zweistreifiglaufendes VorhabenB 31vierspurigStufe IB 31OU Kirchzarten vierspurig1. Fahrbahn als laufendes Vorhaben, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IIB 31Verlegung östlich Löffingen vierspurig1. Fahrbahn als laufendes VorhabenB 31östlich Kirchzarten – Hüfingen (B 27) 2. Fahrbahn Stufe IIB 311OU Tuttlingen zweistreifigStufe IB 311Verlegung bei Neuhausen ob Eck zweistreifigStufe IIB 311OU Meßkirch zweistreifig, Stufe IB 311Verlegung Krauchenwies – Mengen zweistreifigStufe IB 311OU Herbertingen zweistreifigStufe IB 311Verlegung bei Unlingen zweistreifigStufe IIB 311Anschluss an die B 30 durch Neubau der Strecke Oberdischingen – Dellmensingen zweistreifigStufe II
Im Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993Bundesgesetzblatt Jg. 1993, Teil I, S. 1877 war die A 86 weiterhin nicht enthalten. Der Aus- und Neubau der Bundesstraßen 31 und 311 hatte folgende Projekte zum Gegenstand:
Kurzbezeichnung Abschnitt Ausbau StandB 31aBreisach – AS Freiburg-Mitte zweistreifiglaufendes VorhabenB 31Freiburg-Zentrum – westlich Kirchzarten vierspuriglaufendes Vorhaben, im Zentrum von Freiburg im weiteren BedarfB 31OU Kirchzarten 2. Fahrbahn weiterer BedarfB 31: östlich Kirchzarten – Hüfingen (B 27) 2. Fahrbahn weiterer Bedarfim Bereich OU Titisee-Neustadt, OT Titisee, sowie im Bereich der OU Bräunlingen-Döggingen zweite Fahrbahn im vordringlichen BedarfB 311OU Meßkirch zweistreifigumgesetztB 311zweistreifigvordringlicher BedarfB 311OU Krauchenwies-Göggingen zweistreifigweiterer BedarfB 311Verlegung Krauchenwies-Ablach – Mengen zweistreifigvordringlicher BedarfB 311OU Herbertingen zweistreifigumgesetztB 311Verlegung bei Unlingen zweistreifigumgesetztB 311OU Obermarchtal zweistreifigvordringlicher BedarfB 311OU Ehingen-Deppenhausen zweistreifigvordringlicher BedarfB 311OU Ehingen 2. Fahrbahnvordringlicher BedarfB 311östlich Ehingen – Oberdischingen 2. Fahrbahnweiterer BedarfB 311Anschluss an die B 30 Neubau der StreckeOberdischingen – Dellmensingen zweistreifigvordringlicher Bedarf
Der Bedarfsplan des Fünften Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 4. Oktober 2004Bundesgesetzblatt Jg. 2004, Teil I, S. 2574 brachte im Hinblick auf die A 86 keine Neuaufnahme. Weiterhin war der Aus- und Neubau der Bundesstraßen 31 und 311 vorgenommen:
Kurzbezeichnung Abschnitt Ausbau StandB 31aBreisach – Gottenheim zweistreifigweiterer Bedarf mit PlanungsrechtB 31aGottenheim – AS Freiburg-Mitte zweistreifigvordringlicher BedarfB 31Ausbau in Freiburgvierstreifig 1. Fahrbahn im vordringlichen Bedarf, 2. Fahrbahn im weiteren Bedarf mit PlanungsrechtB 31Freiburg – westlich Kirchzarten vierstreifiglaufendes VorhabenB 31OU Kirchzarten vierstreifig 1. Fahrbahn als laufendes Vorhaben, 2. Fahrbahn als weiterer BedarfB 31OU Buchenbach vierstreifigweiterer Bedarf mit PlanungsrechtB 31OU Buchenbach-Falkensteig vierstreifigweiterer BedarfB 31OU Hinterzarten vierstreifigweiterer BedarfB 31östlich Hinterzarten – Löffingen-Unadingen 2. Fahrbahnweiterer BedarfB 31OU Döggingen vierstreifiglaufendes VorhabenB 31östlich Döggingen – Hüfingen 2. Fahrbahnweiterer BedarfB 311OU Herbertingen zweistreifigumgesetztB 311Verlegung bei Riedlingen zweistreifigweiterer Bedarf mit PlanungsrechtB 311Verlegung bei Unlingen zweistreifigvordringlicher BedarfB 311OU Obermarchtal zweistreifigweiterer BedarfB 311OU Deppenhausen zweistreifigweiterer BedarfB 311OU Ehingen 2. Fahrbahnweiterer BedarfB 311östlich Ehingen – Oberdischingen 2. Fahrbahnweiterer BedarfB 311Anschluss an die B 30 durch Neubau der Strecke Oberdischingen – Dellmensingen zweistreifigvordringlicher Bedarf
Literatur Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.
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Einzelnachweise
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