Die Universität Ulm wurde 1967 als „Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule Ulm“ gegründet und ist die jüngste staatliche Universität in Baden-Württemberg. Die Universität hatte zum Wintersemester 2024/25 rund 10.000 Studierende. Im Zuge der Internationalität bietet sie für all ihre Studierenden eine Sprachausbildung (UNIcert) mit verschiedenen Sprachen und Fachrichtungen. Bekannt ist die Universität durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich um die Universität in einer Wissenschaftsstadt ansiedeln.
Geschichte mini|Universität Ulm: Niki de Saint Phalle Der Dichter und seine Muse (1978) Nachdem der Wissenschaftsrat 1959 die Gründung neuer Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland gefordert hatte, wurde am 8. Juni 1960 der „Arbeitskreis Universität Ulm“ gegründet. Nachdem das Kultusministerium 1962 eine Medizinische Akademie für Ulm vorsah, bemühte sich der Arbeitskreis um die Erweiterung zu einer Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule. Der Gründungsausschuss für die Hochschule unter Vorsitz von Ludwig Heilmeyer wurde am 21. März 1964 eingesetzt. Am 25. Februar 1967 fand die offizielle Gründungsfeier der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule Ulm statt. Im Dezember 1967 wurde der Hochschule durch die Landesregierung Baden-Württemberg die Bezeichnung Universität Ulm (Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule) verliehen: Sie erhielt dadurch Namen und Rang einer Universität. mini|Universität Ulm, Hauptgebäude von Süden Am 14. Juli 1969 wurde der Grundstein für die Neubauten auf dem Oberen Eselsberg gelegt. Schrittweise wurde der Lehrbetrieb aufgenommen: Im WS 1969/70 begann man in den Fächern vorklinische Medizin und Physik. Es folgten im WS 1970/71 Mathematik, im WS 1971/72 Chemie, im SS 1972 klinische Medizin, im WS 1973/74 Biologie, im WS 1977/78 Wirtschaftsmathematik, im WS 1982/83 Zahnmedizin. Nach Befürwortung der Ausbaupläne der Landesregierung durch den Wissenschaftsrat startete im WS 1989/90 der Lehrbetrieb in den Fächern Elektrotechnik und Informatik. Zugleich begann 1990 der Bau neuer Gebäude für die Ingenieurwissenschaften, der sogenannten Universität West. Die Architektur plante Otto Steidle, die Landschaftsarchitektur übernahm das Büro Latz + Partner, und die Farbgestaltung stammte von Erich Wiesner. Im WS 1998/99 folgte Wirtschaftsphysik, im WS 1999/2000 Wirtschaftswissenschaften und im WS 2000/2001 Wirtschaftschemie.
In den Jahren 2014 und 2015 erhielt die Universität Ulm im Ranking THE 100 Under 50 des britischen Magazins Times Higher Education den Titel als beste junge Universität Deutschlands. Weltweit lag sie unter 100 Universitäten, die vor weniger als 50 Jahren gegründet wurde, auf dem 15. Rang. Im World University Ranking, das 2016 unter der Federführung der University of Oxford veröffentlicht wurde, erreichte die Universität Ulm weltweit den 135. Platz, unter den 108 deutschen Universitäten lag sie auf Rang 13.
Forschungsschwerpunkte Die Universität Ulm hat als ihre Forschungsschwerpunkte vier Profilbereiche definiert:
Green Energy: Entwicklung von neuartigen Batterien, Brennstoffzellen und Speichersystemen in Zusammenarbeit mit industrienahen Forschungseinrichtungen Quantenwissenschaft und -technologie: Untersuchung quantenphysikalischer Phänomene in Theorie und Experiment Life Long Health: Forschung an Gesundheit in allen Lebensphasen, namentlich auf den Gebieten der Pädiatrie, der Traumaforschung und Psychotraumatologie sowie der neurodegenerativen Erkrankungen, der Erforschung molekularer Mechanismen von Alterung und alters-assoziierten Krankheiten From Data to Knowledge: datengetriebene Forschung und Künstliche Intelligenz
Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder (Exzellenzinitiative) wurde 2007 in der Förderlinie „Graduiertenschulen“ die Internationale Graduiertenschule für Molekulare Medizin Ulm (IGradU)International Graduate School in Molecular Medicine Ulm (IGradU) gefördert.DFG-Liste der geförderten Graduiertenschulen 2018 wurde in der Förderlinie „Exzellenzcluster“ das gemeinsame Forschungsvorhaben „Energiespeicherung jenseits von Lithium – neue Speicherkonzepte für eine nachhaltige Zukunft“Erfolg bei der Exzellenzstrategie. Uni Ulm erhält Cluster im Bereich Batterieforschung (Exzellenzcluster POLiS) der Universität Ulm und des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) von 2019 bis 2025 zur Förderung ausgewählt.DFG-Liste der EXC Dieses Cluster wurde im Mai 2025 bis 2032 verlängert.
An der Universität Ulm sind Standorte des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), sowie – gemeinsam mit Mannheim und Heidelberg – des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) angesiedelt. Diese vom BMFTR kompetitiv ausgeschriebenen und langfristig angelegten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sollen durch Forschung Fortschritte bei der Bekämpfung wichtiger Volkskrankheiten erzielen.
+Liste der DFG-geförderten Sonderforschungsbereiche (SFB) mit Beteiligung der Universität UlmNr.NameBeginnEndeSFB 87Biosynthese19711985SFB 112Zellsystemphysiologie19731985SFB 129Psychotherapeutische Prozesse1980?SFB 239Molekulare und kolloidale Organisation von Oligomeren und Polymeren19881998SFB 322Lympho-Hämopoese19861997SFB 451Läsion und Reparatur am kardiovaskulären System19992008SFB 497Signale und Signalverarbeitung bei der zellulären Differenzierung20002011SFB 518Entzündung, Regeneration und Transformation im Pankreas19982010SFB 569Hierarchische Strukturbildung und Funktion organisch-anorganischer Nanosysteme20012012SFB/Transregio 21Quantenkontrolle in maßgeschneiderter Materie: Gemeinsame Perspektiven von mesoskopischen Systemen und Quantengasen20052017SFB/Transregio 62Eine Companion-Technologie für kognitive technische Systeme20092016SFB 1074Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien20122024SFB 1149Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potential nach akutem Trauma20142026SFB 1279Nutzung des menschlichen Peptidoms für die Entwicklung neuer antimikrobieller und anti-Krebs Therapeutika20172026SFB/Transregio 234Lichtgetriebene molekulare Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien: Synthese und mechanistische Studienseit 2018 SFB 1506Alterung an Schnittstellenseit 2022
Internationalität
International Office Die Universität pflegt zahlreiche Beziehungen und Austauschprogramme mit Partneruniversitäten im europäischen und außereuropäischen Ausland. Das International Office berät und betreut ausländische Studierende und ist Kontaktstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Fulbright-Kommission und des British Council. Zu den weiteren Aufgaben des International Office gehören:
die Beratung der deutschen Studierenden, Graduierten und Promovierenden bei allen Fragen der Organisation des Auslandsstudiums die Information über Stipendienmöglichkeiten für das Auslandsstudium und entsprechende Austauschprogramme die Förderung der Einrichtung fachbezogener Hochschulkooperationsprogramme der Europäischen Union (Lifelong Learning Program/ERASMUS und TEMPUS) die Betreuung der internationalen Hochschulpartnerschaften und Austauschprogramme der Universität Ulm Beratung zum Studium für Geflüchtete
German University in Cairo Gemeinsam mit der Universität Stuttgart ist die Universität die Patenhochschule der German University in Cairo. An dieser Privatuniversität wurde im Oktober 2003 der Studienbetrieb nach deutschem Vorbild aufgenommen. In dem durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft geförderten Projekt wurden die Curricula an den deutschen Partnerhochschulen entwickelt und an die Gegebenheiten in Ägypten adaptiert. Ebenfalls wird die für die deutsche Hochschule typische Verknüpfung von Lehre und Forschung etabliert, was auch durch die paritätische Besetzung der Lehrenden aus Deutschland und Ägypten gefördert wird. Die Universität Ulm koordiniert hier u. a. die Bewerbungsverfahren.
Internationale englischsprachige Masterstudiengänge Die Universität bietet vierzehn englischsprachige Master-Studiengänge an, die sich an deutsche und internationale Studierende richten: Advanced Materials, Biology, Biophysics, Chemical Engineering, Chemistry, Communication and Information Technology, Cognitive Systems, Energy Science and Technology, Finance, Mathematical Data Science, Molecular Medicine, Molecular and Translational Neuroscience, Physics und Quantum Engineering. Diese überwiegend von internationalen Studierenden besuchten Studiengänge tragen maßgeblich zur Internationalität der Universität bei, sind jedoch auch eine große Herausforderung im Bereich der Integration der internationalen Studierenden. mini|Universität Ulm, Kommunikations- und Informationszentrum (kiz)
Präsidenten der Universität 1967–1969: Ludwig Heilmeyer (1899–1969) 1970–1975: Helmut Baitsch (1921–2007) 1975–1979: Ernst-Friedrich Pfeiffer (1922–1997) 1979–1983: Detlef Bückmann (1927–2024) 1983–1991: Theodor M. Fliedner (1929–2015) 1991–1995: Wolfgang Pechhold (1930–2010) 1995–2003: Hans Wolff (1938–2023) 2003–2015: Karl Joachim Ebeling (* 1949) 2015–2026: Michael Weber (* 1959) ab 1. Oktober 2026: Michael Kühl (* 1965)
Fakultäten Fakultät für Naturwissenschaften Fachbereich Biologie Fachbereich Chemie Fachbereich Physik Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften Medizinische Fakultät Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie
Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen
Department für Geisteswissenschaften Da die Universität Ulm über keine geisteswissenschaftliche Fakultät verfügt, sind Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Philosophie, der Sprachen, der Philologie, der fachübergreifenden Schlüsselqualifikationen, der Kulturwissenschaft und der allgemeinen wissenschaftlichen Weiterbildung in einem fakultätsübergreifenden Department für Geisteswissenschaften zusammengefasst.
Zum Department gehören die folgenden Einrichtungen der Universität Ulm: Humboldt-Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften (HSZ) Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) Zentrum für Sprachen und Philologie (ZSP) Musisches Zentrum (MUZ)
School of Advanced Professional Studies (SAPS) Die School of Advanced Professional Studies (SAPS) ist das gemeinsame Zentrum für berufsbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm. Die SAPS besteht seit 2011 als Weiterbildungseinrichtung. Die SAPS organisiert weiterbildende Studiengänge, Diploma of Advanced Studies, Certificates of Advanced Studies und Microcredentials aus dem Themenspektrum von Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm.
Die Aufgaben der School of Advanced Professional Studies sind: die Bündelung, Koordinierung und Unterstützung der bisherigen Angebote der Universität und der Technische Hochschule im Bereich der berufsbezogenen wissenschaftlichen Weiterbildung die Planung und Durchführung neuer berufsbegleitender Bachelor- und Masterstudiengänge und neuer Weiterbildungsangebote die Entwicklung didaktischer Konzepte und des Instruktionsdesigns für weiterbildende Studiengänge die Qualitätssicherung von berufsbegleitenden Bachelor- und Masterstudiengängen und Weiterbildungsangeboten die Durchführung von Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen der Weiterbildung und der Industrie
Die SAPS ist zertifiziert mit den Qualitätssiegel für die wissenschaftliche Weiterbildung der evalag.
Sonstige Einrichtungen ULM Life Science & Medicine Technology Center (ULMTeC) mit fünfzehn Core Facilities Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie Institut für Molekulare Medizin International Graduate School in Molecular Medicine Ulm (IGradU)
Zentrale Betriebseinrichtungen
Botanischer Garten