Eckernförde ist eine über 700 Jahre alte deutsche Hafenstadt an der westlichen Ostsee im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Ortsname mini|Lage Eckernfördes zwischen den „Hauptstädten“ (Schleswig, Rendsburg und Kiel) Schleswig-Holsteins Die Herkunft des Stadtnamens Eckernförde ist nicht genau belegt und strittig. Der erste Namensteil Eckern weist möglicherweise auf Bucheckern hin, da Rotbuchen im heutigen Stadtgebiet früher ein geschlossenes Waldgebiet bildeten. Daher wohl das Eichhörnchen (dänisch egern, altdänisch ikorni) im Wappen, nach anderer Namensdeutung ist es das Eichhörnchen selbst, das zum ersten Namensteil geführt hat. Der zweite Namensteil -förde < vorde wird von manchen Leuten vom niedersächsischen Namensbestandteil -vörde für Furt abgeleitet.

Der Eckernförder Historiker Jann Markus Witt nennt allerdings zwei Möglichkeiten der Namensdeutung: entweder „Förde bei der Eckernburg“ oder „Eichhörnchenfurt“. In den frühen Dokumenten schwankt der altdänische Name und wird gelegentlich mit -burg gebildet („Ykælænborg“ oder „Ykernæburgh“ = etwa „Eichhörnchenburg“).

Laut dem Deutschen Ortsnamenbuch „spiegelt der Ortsname die Entstehung der Stadt im Schutz der Aselsburg (Eckernburg, Eichhörnchenburg) wider. In Zusammensetzung mit -furt oder Förde bezeichnete der Name somit eine Siedlung bei der Furt an der Eichhörnchenburg.“

Die Ortsbezeichnungen Eckernfördes begannen in der Vergangenheit überwiegend mit dem Anfangsbuchstaben E, außerdem auch mit den Anfangsbuchstaben ÆÆckernførde, Æckelnførde bei Nicolay Jonge: Kongeriget Danmarks chrorografiske Beskrivelse, Kopenhagen 1777, S. 927., HHekelsuorrde, Karte Schleswig-Holsteins von Giovannis Francesco Camocio, 1588, N und Y.

Übersicht zu den Namensvarianten Sprache Bezeichnungdänisch Egernførdedänisch (selten) Ekernførde, EgernfjordMaria Bojesen: Rejse igennem Danmark, Band 1, Kjøbenhavn 1856, Seite 824Carl Ferdinand Allen: Om sprog og folke-eiendommelighed i hertugdømmet Slesvig eller Sønderjylland, Kjøbenhavn 1848, Seite 71niederdeutsch Eckernföör, Eckernförangeldänisch NystejLeif Ingvorsen (Red.): Vort hjemland - Sydslesvig, Flensburg/Flensborg 1953, S. 200 (Nysted)Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 177., auch Ekelførd und EgelføhrWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, Neumünster 1992, S. 225.latinisiert Ekerenforda, Ekelenforda

Geographie Lage Eckernförde liegt an der Ostsee am Ende der Eckernförder Bucht, auf halbem Weg von Kiel nach Schleswig. Der Ort liegt teilweise in Schwansen und teilweise im Dänischen Wohld. Die Fläche der Stadt ist heute mit 2.087 Hektar mehr als doppelt so groß wie im Jahr 1910, als sie 894 Hektar betrug. Nachbargemeinden sind die dem Amt Schlei-Ostsee (Sitz in Eckernförde) angehörenden Gemeinden Barkelsby, Gammelby, Windeby, Goosefeld und Altenhof (aufgelistet von Norden nach Süden gegen den Uhrzeigersinn).

Naheliegende Städte (alle zwischen 20 und 30 km von Eckernförde entfernt) sind: Kappeln, Arnis (die kleinste Stadt Deutschlands), Schleswig, Büdelsdorf (2000 zur Stadt erhoben), Rendsburg und Kiel (ebenfalls aufgelistet von Norden nach Süden gegen den Uhrzeigersinn).

Die größte Ausdehnung hat die Stadt mit über sieben Kilometern etwa entlang der Bundesstraße 76 in Nordwest-Südost-Richtung. Der mit höchste Punkt der Stadt liegt im Bereich des Brennofenweges im Süden Eckernfördes.

Stadtteile mini|Eckernförder Altstadt, im Hintergrund die Eckernförder Bucht mini|Gasse Ochsenkopf mit gleichnamigem Brunnen mini|Alte Hauptpost mit bemaltem Weihnachtsengel, das goldfarbene Partnerstück befindet sich auf dem Silo am Hafen Da Eckernförde auf eine offizielle Einteilung in Stadtteile, eine genaue Grenzziehung zwischen ihnen und die Wahl von Ortsbeiräten verzichtet hat, sind die Stadtteilbezeichnungen historischen Ursprungs. Während die Abgrenzung der einzelnen Stadtteile in der Mitte und im Norden der Stadt heute noch keine größeren Probleme bereitet, ist die genaue Zuordnung aufgrund der regen Bautätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Süden innerhalb und außerhalb der damaligen Stadtgrenzen heute zum Teil schwierig.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges zählte neben der Stadtmitte (Altstadt, zu der traditionell auch die Preußerstraße und die Berliner Straße bis zum Bahnübergang gerechnet wird):

im Norden Borby, den südlich des damaligen Jungmannweges (heute: „Am Ort“) samt der Verlängerungsstraße im ehemaligen TVA-Nord-Gebiet gelegenen Teil von Louisenberg, das traditionelle Eckernförde-Nord (die Gebiete westlich und südlich von Borby, die vor der Eingemeindung Borbys zu Eckernförde gehörten wie u. a. die Vorstadt Steindamm (bis in die 1960er Jahre verwendete Stadtteil-Bezeichnung) und der Bereich zwischen Windebyer Noor und Ostlandstraße) sowie Carlshöhe (oder: Karlshöhe), Schnaap (bis 1934 Borbyer Ortsteil) und der Vogelsang-Bereich (gehörte zwischen 1708 und 1934 zu Eckernförde, davor zu Borby). Zur Grenzziehung zwischen Eckernförde und Borby siehe Artikel: Borby. im Süden das traditionelle Eckernförde-Süd (u. a. Rendsburger Straße bis an den Brennofenweg heran, Kakabellenweg, Ostteil des Windebyer Wegs), Sandkrug (bis einschließlich Hoheluft und heutigem Feldstedt, Am Eichberg) und Sophienhöh (die vom Kreuzungsbereich Rendsburger Straße/Domstag/Wulfsteert ausgehende Bebauung samt u. a. Bismarckstraße und später „Rendsburger Lager“ und die damals abseits gelegenen Weidenstraße) als Eckernförder Stadtteile. Zwischen diesen Stadtteilen klafften noch überwiegend erhebliche Baulücken (so waren z. B. der Mittelteil des Domstags noch von Landwirtschaftsflächen umgeben und der Mittelteil der Sehestedter Straße noch unbebaut, am Brennofenweg standen nur wenige Häuser nahe der Rendsburger Straße, die Nettelbeckstraße existierte noch nicht). Eindrucksvoll zeigt diese Situation eine Senkrecht-Luftaufnahme der Britischen Luftaufklärung vom 9. April 1945Abgebildet in: Karl Friedrich Schinkel: Eckernförde – ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte. 2. Auflage. Manfred Goos, Horn-Bad Meinberg 2002, S. 418. Wilhelmsthal gehörte zwar bereits seit den 1930er Jahren zu Eckernförde, es bestand – außer den Gutshäusern – fast nur aus landwirtschaftlichen Flächen.

Noch außerhalb von Eckernförde lagen zum Zeitpunkt der Beendigung des Zweiten Weltkrieges:

im Norden: der Nordteil Louisenbergs und Grasholz (gehörte bis 1637 ursprünglich zu Eckernförde). Grasholz (davor zu Gammelby gehörend) wurde 1973 eingemeindet, der Nordteil Louisenbergs (und einzelne Häuser der Dorotheenstraße, die bis dahin zu Barkelsby gehörten) 1974. im Süden Windebyer Mühle (der Ort lag in der Gegend des heutigen Möhlenkamps, die dazugehörige Fläche umfasst rund ⅔ der heutigen Diestelkamp-Wulfsteert-Bebauung), die Flächen des Goosefelder Ortsteils Marienthal, die heute zu Eckernförde gehören (Gewerbegebiet Marienthal und Wilhelm-Lehmann-Straße), das Gebiet der heutigen Domsland-Siedlung (mit dem Heckenlabyrinth) sowie das Gebiet der heutigen Broosbyer Koppel (wurde in den 1960er bis 1970er Jahren teilweise als neuer Stadtteil bezeichnet und war dem Gebiet Windebyer Mühle zuzuordnen). Die Eingemeindungen im Süden der Stadt fanden zwischen Anfang der 1960er Jahre bis in die 2000er Jahre statt.

Um das Jahr 1900 war innerhalb des heutigen Eckernförder Gebietes Borby selbständig, gehörten die heutigen Stadt- und Ortsteile Sandkrug und Wilhelmstal (damals noch: „Wilhelmsthal“) zu Marienthal, Louisenberg zu Hemmelmark, Schnaap zu Borby (als ExklaveTopographische Karte „Hütten“ (Messblattkarte), Königlich Preussische Landesaufnahme 1877 mit Nachträgen 1904.), Sophienhöh zu Eckernförde, Grasholz zu Gammelby.Aufgeführte Orte heutiger Eckernförder Stadt- und Ortsteile in: Adreßbuch und Geschäfts-Handbuch für Stadt und Kreis Eckernförde. (Ortsverzeichnis). Verlag von C. Heldt's Buchhandlung, 1897, S. 95 ff.

Grasholz verfügt über zwei Ortsteile (Sophienruh und der südliche Teil von Flintberg), Borby über mehrere – das sind unter anderen: Borbyhof, Feldwegsiedlung, Borbyer Hagen (heute kaum noch gebräuchliche Bezeichnung für das Gebiet, in dem unter anderem der Kösliner Ring und der neue Borbyer Friedhof liegen), die Exklave ’’Schnaap’’, das traditionelle Eckernförde-Nord über zwei (Püschenwinkel und Schinnerkuhl.Heute bebaut mit der Gudewerdt-Sporthalle II, dem EMTV-Heim, dem Kleingärtnervereinsheim und dem Umweltinformationszentrum Vorstadt Steindamm und Vogelsang nicht eingerechnet), Louisenberg über einen (Am Ort, auch: Der Ort).

Katastermäßig wird heute noch innerhalb der Stadt Eckernförde zwischen der Gemarkung Eckernförde und der Gemarkung Borby unterschieden; darüber hinaus gibt es Stadt- und Ortsteile innerhalb der Stadtgrenzen, die weiterhin anderen Gemarkungen zugehören, wie beispielsweise Grasholz (Gemarkung Gammelby) und der Eckernförder Anteil an Marienthal (Gemarkung Marienthal).Stadt Eckernförde, Bebauungsplan 2012.

Am 1. Januar 1974 wurden Teile der Gemeinden Barkelsby, Gammelby und Goosefeld eingegliedert.

Gewässer Die Innenstadt wird in Form einer Sanduhr von der Ostsee im Osten und dem Windebyer Noor im Westen umschlossen. Die Stadt verfügt über einen natürlichen Hafen, an den sich nach Süden ein langer Sandstrand anschließt.

Von den insgesamt 2.087 Hektar Gemeindefläche entfallen 404 Hektar auf das Windebyer Noor, knapp 17 Hektar auf den Großen Schnaaper See, knapp sechs Hektar auf den Kleinen Schnaaper See, knapp zwei Hektar auf den Oberen Eimersee sowie 290 Hektar auf einen gemeindlichen Anteil an der Ostsee. Würde das Wasser des Goossees nicht ständig abgepumpt, so dass sein Wasserspiegel mit unterhalb dem des Meeres liegt, läge ein Teil des Sees auf Eckernförder Areal. Neben den Seen gibt es im Stadtgebiet einige Bäche als Fließgewässer, unter anderen der Lachsenbach (durchfließt den Oberen Eimersee und mündet in die Ostsee), der Möhlwischbach (mündet in die Ostsee), die Schnaaper Au (durchfließt den Großen Schnaaper See und den Kleinen Schnaaper See und mündet in das Windebyer Noor), der Broosby-Bach (mündet in das Windebyer Noor).

Die Ostsee tritt bei Sturmhochwasser über die Ufer und hat dabei schon mehrfach die gesamte Innenstadt überschwemmt. Beim höchsten Hochwasser, dem Ostseesturmhochwasser 1872, wurde das gesamte Stadtgebiet überflutet, 78 Häuser wurden zerstört, 138 beschädigt und 112 Familien wurden obdachlos. An dieses Ereignis erinnert eine Hochwassermarke am Haus in der Frau-Clara-Straße 12.Auf den Spuren von Frau Clara

Geologie Die Geologie des Eckernförder Raumes und damit der Stadt Eckernförde ist vorwiegend durch die Weichseleiszeit geprägt. Der weichseleiszeitliche Ostseegroßgletscher teilte sich in Schleswig-Holstein in einen „Holsteiner Lobus“ und einen „Eckernförder Lobus“. Der „Eckernförder Lobus“ dehnte sich vom heutigen Angeln bis in die heutige Probstei aus und teilte sich im heutigen Eckernförder Gebiet unter Ausnutzung einer (nach Ansicht einiger Geologen schon vor der Eiszeit angelegten) Tiefenlinie der Eckernförder Bucht in eine nördliche („Windebyer Noor-Zunge“) und eine südliche („Wittensee-Goossee-Zunge“) Teileiszunge. Die nördliche Zunge formte u. a. die Hüttener –, die südliche die Duvenstedter Berge.