Die Hansestadt Buxtehude () ist eine selbständige Gemeinde am südlichen Rande des Alten Landes im Landkreis Stade in Niedersachsen. Die Stadt liegt in der Metropolregion Hamburg geografisch zwischen dem Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek und der Kreisstadt Stade an der Bundesstraße 73. Mit rund 40.000 Einwohnern ist Buxtehude Mittelzentrum und die zweitgrößte Stadt des Landkreises Stade.

Geografie Geografische Lage Buxtehude liegt an der Grenze zwischen der Stader Geest, der Lüneburger Heide und dem Alten Land im Elbe-Weser-Dreieck. Das Stadtgebiet nördlich der Bahnlinie ist auf der flachen Marsch, die südlichen Stadtteile sind auf der hügeligen Geest. Hier gibt es mit dem Landschaftsschutzgebiet „Neukloster Forst“ einen Wald mit stellenweise unberührter Natur und drei großen Mühlenteichen. Von Süden nach Norden wird das Stadtgebiet von der Este durchflossen, die hier eine Breite von etwa drei bis fünf Metern hat und in die Elbe mündet. Die geografische Höhe beträgt in der Altstadt etwa fünf Meter über Normalnull (siehe Übersicht). Sie schwankt jedoch zwischen einzelnen Bereichen im Moor, die sogar einige Zentimeter unter Normalnull liegen, bis zur Höhe von 51 Meter über Normalnull auf dem Bullenberg. Dort befindet sich ein Wasserspeicher der Stadtwerke Buxtehude (SWB).

Nachbargemeinden Im Norden grenzen Jork und Estebrügge, im Osten Neu Wulmstorf, im Südosten Elstorf, im Süden Moisburg, im Südwesten Apensen, im Westen Harsefeld und im Nordwesten Horneburg an Buxtehude.

Stadtgebiet Am 1. April 1931 wurden die Gemeinden Altkloster (benannt nach dem dortigen Alten Kloster), bis dahin im Kreis Stade, sowie Neuland in die Stadt Buxtehude eingemeindet.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 wurden mit der Gebietsreform in Niedersachsen in die Stadt Buxtehude die Gemeinden Daensen, Dammhausen, Eilendorf, Hedendorf, Immenbeck, Ketzendorf, Neukloster, Ottensen und Ovelgönne eingegliedert,Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Cuxhaven/Land Hadeln/Stade vom 22. Juni 1972 (Nds. GVBl. S. 305) wobei Daensen, Eilendorf, Immenbeck, Ketzendorf und Ovelgönne bis dahin zum Landkreis Harburg gehörten.

Die eingegliederten Gemeinden bilden in der Stadt eine Ortschaft.Ortsrecht Website der Hansestadt Buxtehude, Link zum Download (PDF, 260 kB). Abgerufen am 4. September 2022. Die genaue Abgrenzung dieser Ortschaften beinhalten die anlässlich der Eingliederung dieser früher selbständigen Gemeinden in die Stadt Buxtehude abgeschlossenen Gebietsänderungsverträge.Ortsrecht Website der Hansestadt Buxtehude, Links zum Download, abgerufen am 4. September 2022.

Der Bereich Ovelgönne/Ketzendorf/Immenbeck/Eilendorf gehört zur ev. Kirchengemeinde Elstorf und nicht zu den Buxtehuder Kirchengemeinden. Der Bereich Ottensen gehört kirchlich zu Apensen. Hedendorf hat die Horneburger Ortsvorwahl 04163 und Ketzendorf sowie Teile von Ovelgönne die Elstorfer Ortsvorwahl 04168.

In Hedendorf und Neukloster gibt es Ortsräte mit den aus ihrer Mitte gewählten Ortsbürgermeistern, in den anderen Ortschaften Ortsvorsteher.

Geschichte Frühgeschichte mini|Spitzwecken von Ovelgönne mit Rekonstruktionsversuch In der Buxtehuder Gemarkung Ovelgönne fand man 1952 den Spitzwecken von Ovelgönne. Er ist Teil eines aus der Vorrömischen Eisenzeit stammenden Brötchens.

Stadtarchäologie und Bodendenkmalpflege werden in Buxtehude seit 1993 durch die Fachgruppe Bauordnung und Denkmalschutz im Hochbau- und Bauordnungsamt der Stadt administrativ umgesetzt.

Name Hude-Orte bilden eine Gruppe von Ortsnamen. Sie sind in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg, Niedersachsen, in den Niederlanden (-hijde) und in England (-hithe) verbreitet. Buxtehude wurde 959 bei seiner ersten Erwähnung Buochstadon (= stade) genannt. 1135 kam der Name Buchstadihude auf, der im Laufe der Zeit zu Buxtehude wurde. Der Name bedeutet vermutlich Buchenstätte. Nahe der Siedlung konnte eine aus Pfählen konstruierte Schiffslandestelle (hude) nachgewiesen werden.

Seit dem Mittelalter Seit 959 bestand an der Este die bäuerliche Siedlung Buochstadon, erwähnt in einer Schenkungsurkunde König Ottos I. an das Mauritiuskloster zu Magdeburg. Im Jahre 1197 wurde die Siedlung um ein auf der Geest gelegenes Benediktinerinnenkloster („Altkloster“) erweitert. mini|1747: Grundriss der Stadt Buxtehude von Nicolaus Rohlfs Zwischen 1280 und 1285 ließ Erzbischof Giselbert von Bremen etwa einen Kilometer nördlich dieser Ansiedlung eine Stadtfestung errichten. Diese hieß zuerst Neustadt und übernahm später den Namen Buxtehude. Die Este führte in einer grachtartigen Flethanlage durch die Stadt. Den Festungsgraben bezeichnete man mit dem niederländischen Wort Viver (vijver; dt. Weiher, Teich). Zum Schutz kamen später fünf Zwinger dazu, von denen heute nur noch der Marschtorzwinger erhalten ist. 1285 gilt als Stadtgründungsjahr.

1286 wurde das Neue Kloster in Bredenbeck angesiedelt, das seither Neukloster heißt. mini|Plastik der Buxtehuder Altstadt vor dem Historischen Rathaus, Breite Straße 2 Im Jahre 1328 erfolgte die Verleihung des Stader Stadtrechtes durch Erzbischof Borchard, das für die Stadt die volle Selbstverwaltung und wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie die Errichtung des Stadtgerichts Buxtehude durch eine Ratsverfassung bedeutete. Im Jahre 1363 wurde Buxtehude Mitglied der Hanse und erlebte seine Blütezeit.

Mit dem ersten lutherischen Prediger begann 1541 die Reformation in Buxtehude.

Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges wurde auch Buxtehude von der Pest heimgesucht. Ab 1627 kam es kurz zu einer katholischen Restitution durch den kaiserlichen Feldherrn Tilly. Nachdem Buxtehude 1632 durch den schwedischen General Tott erobert worden war, fiel es 1676 im Nordischen Krieg nach Eroberung des Herzogtums Bremen-Verden in den Besitz der antischwedischen Koalition. 1679, mit dem Frieden von Nimwegen wurde Buxtehude wieder vom König von Schweden regiert.

Während der Franzosenzeit war Buxtehude von 1811 und 1814 Teil des Kantons Buxtehude im Département des Bouches de l’Elbe, zu dem auch Mairie Estebrügge und Moorende-Ostseite, Mairie Haßelwerder und Mairie Moisburg gehörten.A. F. L. Lasius: Der Französische Kaiser-Staat unter der Regierung des Kaisers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 57 f.

Bis 1885 war Buxtehude als Stadt eine selbständige Verwaltungseinheit, dann wurde es dem Kreis Jork angeschlossen. 1932, mit Auflösung dieses Kreises, kam Buxtehude zum Landkreis Stade, dem es bis heute angehört.

Seit 2014 trägt Buxtehude den Beinamen Hansestadt im Stadtnamen.Buxtehude wird wieder Hansestadt. In: Weser Kurier. 6. März 2014

Hexenverfolgung mini|Mahnmal zur Erinnerung an die Hexenverfolgung (Michael Jalowczarz, 2017) Die Hochphase der Hexenverfolgung war im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert.

Die 1603 erlassene Kriminalgerichtsordnung des Erzbischofs von Bremen, das Edikt vom Prozeß in Zauberei-SachenErich Weise: Das ‚Edikt in Zauberei-Sachen‘ von 1603 und seine Anwendung durch den Richter Lüder Bicker zu Altluneberg. in: Stader Jahrbuch, N. F. 40, 1950, S. 35–64, hier S. 51–64Sönke Lorenz: Aktenversendung und Hexenprozess: dargestellt am Beispiel der Juristenfakultäten Rostock und Greifswald (1570/82–1630) (= Studia philosophica et historica, Band 1), Lang Frankfurt am Main u. a. 1983, ISBN 978-3-8204-5780-3 Teil 1; ISBN 978-3-8204-7634-7 Teil 2,1: Die Hexenprozesse in den Rostocker Spruchakten von 1570 bis 1630; ISBN 978-3-8204-7634-7 Teil 2,2: Die Hexenprozesse in den Greifswalder Spruchakten von 1582 bis 1630; (Dissertation Universität Düsseldorf 1983, zwei Bände in drei Teilen: Teil 1: 634 Seiten, Teil 2,1: 689 Seiten, Teil 2,2: 456 Seiten). lehnte sich nicht nur inhaltlich fast wörtlich an die Carolina an, sondern propagierte auch ausdrücklich deren Gültigkeit.Henning Drecoll: Schwedische Kriminalpolitik im Herzogtum Bremen-Verden von 1648–1712. Bamberg 1975, S. 19 u. 20f.

Die Hexerei wurde darin nur als ein Delikt unter vielen behandelt, nicht als Ausnahmeverbrechen (crimen exceptum), das ein besonderes Verfahren rechtfertige. Der berüchtigte Hexenhammer wurde vor norddeutschen Gerichten deshalb nicht zur Begründung von Urteilen herangezogen.

In Buxtehude gab es zwischen 1540 und 1644 insgesamt 21 Hexenprozesse,Anton Prätorius: Namen der in Buxtehude wegen Zauberei bzw. Hexenvergehen angeklagten und verurteilten Frauen, 1540–1644. (PDF; 83 kB) abgerufen am 27. April 2016 18 Frauen wurden hingerichtet.Bernd Utermöhlen: Hexenprozesse in Buxtehude. In: Heimatliches Buxtehude, Band VII. Buxtehude 2015, S. 161–180

Ein Erlass Königin Christinas von Schweden von 1649 leitete das Ende der Hexenprozesse im Herzogtum Bremen-Verden ein.Joachim Woock: historicum.net, 2006; abgerufen am 20. Mai 2015.

Der Rat der Stadt Buxtehude beschloss am 19. April 2016 die symbolische Wiedergutmachung der Hexenprozesse in Buxtehude durch die Errichtung eines Mahnmals am Historischen Rathaus. Seit November 2017 erinnern dort drei Bronzetafeln an die historischen Ereignisse.Buxtehude gedenkt mit Mahnmal an Opfer der Hexenprozesse. Süddeutsche Zeitung, 22. November 2017.

Politisch-territoriale Zugehörigkeit Von seiner erstmaligen urkundlichen Erwähnung 959 bis zur Reformation gehörte Buxtehude kirchlich zur Diözese Verden in der Kirchenprovinz Mainz. Weltlich-politisch unterstand es jedoch seit dem 11. Jahrhundert dem Fürsterzbischof von Bremen. Dessen Territorium fiel mit dem Westfälischen Frieden 1648 zusammen mit dem ebenfalls säkularisierten Hochstift Verden als Herzogtum Bremen-Verden mit Verwaltungssitz in Stade an Schweden. Im Nordischen Krieg wurde Bremen-Verden 1712 von Dänemark erobert, das es 1715 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg verkaufte. Während der napoleonischen Kriege war das Kurfürstentum seit 1803 erst französisch, dann preußisch besetzt und wurde 1810 in das Königreich Westphalen eingegliedert, das die nordwestlichen Teile im Folgejahr wieder abtreten musste. Von 1811 bis 1814 gehörte das Gebiet um Buxtehude als Teil des Elbmündungsdepartements zum Kaiserreich Frankreich. Nach dem Wiener Kongress ging das Territorium des ehemaligen Kurfürstentums im Königreich Hannover auf und gehörte zum Deutschen Bund. 1866 nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert, verlor das Königreich Hannover seine Unabhängigkeit und war bei der Reichsgründung 1871 preußische Provinz. Seit dem Zweiten Weltkrieg gehört das Gebiet der ehemaligen Provinz Hannover zum 1946 neu gegründeten Bundesland Niedersachsen.

Entwicklung der Einwohnerzahl mini|400px|Einwohnerentwicklung von Buxtehude von 1987 bis 2016

Jahr Einwohner 31. Dezember 1987 31.091 31. Dezember 1990 32.276 31. Dezember 1995 35.253 31. Dezember 2000 36.699 31. Dezember 2005 38.335 31. Dezember 2010 39.748 31. Dezember 2015 40.173 31. Dezember 2016 40.033 31. Dezember 2018 40.15030. Juni 202341.090

Religion Zum Kirchenkreis Buxtehude der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers gehören in Buxtehude die historische St.-Petri-Kirche, die St.-Paulus-Kirche von 1972 und das Dietrich-Bonhoeffer-Haus.Die Geschichte der St.-Paulus-Kirchengemeinde. Ev.-luth. St.-Paulus-Kirchengemeinde, abgerufen am 24. August 2026. In Neukloster steht die St.-Marien-Kirche.

Die römisch-katholische Pfarrei Buxtehude verfügt über die Mariä-Himmelfahrt-Kirche von 1975, die neuapostolische Gemeinde über eine 1951 errichtete Kirche.Gemeinde Buxtehude. Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland, abgerufen am 24. August 2026. Ferner sind eine freie evangelische GemeindeWillkommen. Freie evangelische Gemeinde Buxtehude, abgerufen am 24. August 2026. und der Islam in Buxtehude vertreten.

Politik Rat Der Rat der Stadt Buxtehude besteht aus 40 Mitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 40.001 und 50.000 Einwohnern.

Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.