Saskatchewan Wappen Flagge 75px|Wappen von Saskatchewan(Details) 140px|rand|Flagge von Saskatchewan(Details) Wahlspruch: Multis e gentibus vires„Stärke vieler Völker“ Lage Basisdaten Amtssprache Englisch Hauptstadt Regina Größte Stadt Saskatoon Fläche 577.060 km² (7.) Einwohner (2021) 1.132.505 (6.) Bevölkerungsdichte 2,0 Ew./km² (9.) BIP in CAD (2006) Gesamt: 45,051 Mrd. (5.)Pro Kopf: 45.718 (5.) Zeitzone UTC −6 bis −7 ISO 3166-2 CA-SK Postalische Abkürzung SK Website saskatchewan.ca Politik Beitritt Konföderation 1. September 1905 Vizegouverneurin Bernadette McIntyre Premierminister Scott Moe (SK Party) Sitze im Unterhaus 14 Sitze im Senat 6

Saskatchewan (// oder //) ist eine Provinz in Kanada. Sie grenzt im Westen an Alberta, im Osten an Manitoba, im Norden an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Bundesstaaten der Vereinigten Staaten Montana und North Dakota. Im Nordosten verläuft die Grenze des Nunavut-Territoriums. Der Name leitet sich vom Saskatchewan River ab, der in der Sprache der Cree kisiskāchiwani-sīpiy (zu deutsch etwa schnell fließender Fluss) bedeutet. Zur Volkszählung 2021 betrug die Einwohnerzahl 1.132.505.

Die Prärieprovinz umfasst eine Fläche von 577.060 km² (222.804 Quadratmeilen), wobei etwa zehn Prozent von Binnengewässern bedeckt sind. Mit einer Bevölkerungsdichte von etwa 2 Einwohnern je km² und einem Bevölkerungsanteil von ungefähr 3,1 % der Kanadier gehört Saskatchewan zu den am dünnsten besiedelten Provinzen Kanadas. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden, während der nördliche Teil überwiegend boreal bewaldet und kaum bewohnt ist. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt in Städten, darunter den beiden Großstädten Saskatoon (größte Stadt) und Regina (Provinzhauptstadt) sowie den kleineren Städten Prince Albert, Moose Jaw, Swift Current, Yorkton und North Battleford.

Seit der Frühzeit ist Besiedelung in Saskatchewan nachweisbar. Bereits vor Jahrtausenden war die Region von verschiedenen indigenen Völkergruppen bewohnt. Während der Zeit der Seefahrer erkundeten auch Europäer im Jahr 1690 die Region rund um Saskatoon und Regina; ab 1744 wurden diese Gebiete durch Europäer besiedelt. Über einige Jahre hinweg war Saskatchewan integraler Teil der Nordwest-Territorien, bis es 1905 als eine eigenständige Provinz ausgegliedert wurde.

Geographie

Saskatchewan liegt zentral im Süden von Kanada. Die Provinz grenzt im Westen an Alberta, im Norden an die Nordwest-Territorien sowie im Osten an Manitoba. Im Süden grenzen jeweils die beiden US-Bundesstaaten Montana und North Dakota an Saskatchewan. Gemeinsam mit Alberta bildet sie die einzige Binnenprovinz des Landes. Zusätzlich gehört sie neben Manitoba und Alberta zu den drei Prärieprovinzen Kanadas. Die längste Grenze ist mit 1225 km die zu Alberta im Westen. Die Grenze im Norden erreicht eine Länge von rund 445 km; die Länge der im Süden befindlichen Grenze zu den Vereinigten Staaten beträgt 630 km. Alle vier Grenzen verlaufen annähernd gerade senkrecht (im Osten und Westen) und waagerecht (im Norden und Süden). Die Grenze zwischen Alberta und Saskatchewan liegt auf dem 110. Längengrad West; die Grenze zu den Nördlichen Territorien verläuft auf dem 60. Breitengrad Nord.

Mit 577.060 km² (222.804 Quadratmeilen) ist Saskatchewan die flächenmäßig siebtgrößte Provinz der insgesamt dreizehn Provinzen des Landes. Rund 59.366 km² (22.900 Quadratmeilen) bestehen aus Binnengewässern. Eine große Anzahl an Seen befindet sich vorwiegend im Norden. Der Athabascasee ist mit einer Fläche von ca. 7849 km² der größte Binnensee der Provinz. Weitere große Seen sind der Reindeer Lake und der Wollaston Lake im Nordosten.

Ein Teil der durch Saskatchewan fließenden Flüsse (z. B. der Saskatchewan River und der Churchill River) gehört zum Einzugsgebiet der Hudson Bay im Nordosten von Kanada. Nur einige wenige gehören zum Einzugsgebiet von anderen Flüssen, die in den Arktischen Ozean und in den Golf von Mexiko entwässern.

Der Großteil des geographischen Reliefs von Saskatchewan besteht aus dem Kanadischen Schild und der Interior Plains im Süden. Eine große Anzahl an hier vorkommenden präkambrischen, magmatischen und metamorphen Gesteinen findet sich nur ausschließlich im südlicheren Bereich. Der höchste Punkt liegt auf einer Höhe von 1.392 m in den Cypress Hills an der Grenze zu Alberta; der tiefste Punkt hingegen ist mit 213 m das Ufer des Athabascasees.

Saskatchewan besteht aus zwei Hauptbiomen. Der boreale oder Taiga-Wald bedeckt den gesamten kanadischen Schild und einen Teil der Interior Plains der Provinz, das Grasland hingegen besetzt den südlichen Teil von der Provinz. Diese beiden großen Regionen sind durch das Aspen Parkland getrennt. Dies ist ein sekundäres Biom im Übergang zwischen Hochgrasland und borealem Nadelwald, der hauptsächlich dem North Saskatchewan River folgt.

Klima 427x427px|mini|Klimaklassifikation innerhalb von Saskatchewan nach Köppen und Geiger. Das Klima in Saskatchewan ist vorwiegend kaltgemäßigt. Die Provinz liegt zwischen der maritimen und der kontinentalen Klimazone. Das feuchte Kontinentalklima verursacht mitunter sehr kalte Winter, vorzugsweise in den zentralen und östlichen Teilen der Provinz, wohingegen die Sommer sehr warm sein können. In den Cypress Hills im Südwesten herrscht das ganze Jahr über steppenartiges Klima. Da die Provinz in den nördlichen Breitengraden des nordamerikanischen Kontinents liegt, herrscht in den Regionen um La Ronge im Norden ein subarktisches Klima.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt 300–450 mm. Der wenigste Niederschlag fällt während der Wintermonate, der Großteil dagegen in den Sommermonaten von Juni bis August. In den Monaten von November bis März fällt Schnee, im Sommer gibt es sechs bis acht Regentage pro Monat.

Die Sommerzeit in Saskatchewan dauert meist von Juni bis August. Während dieser Monate können die Temperaturen auf über 30 °C steigen, es wurden auch Werte mit bis zu 44 °C gemessen. In der Nacht können die Temperaturen mitunter auf den Gefrierpunkt fallen. Im Durchschnitt zeichnen sich die Sommermonate durch hohe Temperaturunterschiede am Tag und in der Nacht aus. In den Monaten Juli und August wehen Winde mit warmer Luft aus den tiefer gelegenen Ebenen und aus dem mittleren Westen der USA über das Gebiet. Im Süden rund um Regina (Saskatchewan) und Moose Jaw ist es überwiegend trocken, nur selten fällt in diesen Regionen Niederschlag. Arktische Kaltlufteinbrüche können zur Folge haben, dass während der Sommermonate leichter Frost, aber auch Hitzewellen mit hohen Temperaturen entstehen. Die höchste Temperatur, die in Saskatchewan gemessen wurde, betrug 45 °C in Midale und Yellow Grass.

Der Herbst beginnt meist im September, im November sinkt die Nachttemperatur auf −11 °C.

Der Winter dauert von Dezember bis Februar. Die mittleren Tages- und Nachttemperaturen liegen zwischen −15° und −21 °C, vereinzelt auch −8° bis −11 °C, doch können die Differenzen auf bis zu 60 °C steigen. Die Temperaturunterschiede zwischen Süden und Norden sind jedoch weniger stark ausgeprägt. Niedrigwerte von −40 °C traten bisher nur in den Monaten von November bis März auf und fanden ihren niedrigsten Punkt bei −49 °C. Die Höchstwerte in den Wintermonaten betragen im Durchschnittswert 9 °C im Januar, im Dezember und Februar steigen diese meist auf 15 °C an. Die Durchschnittstemperatur liegt hier bei −10° bis −12 °C, mitunter kann diese aber auf −17 °C sinken. In den südlichen Breiten sorgen sogenannte warme „Chinook-Winde“ aus dem Westen, vergleichbar mit dem Alpenföhn in Europa, für mildes Klima.

Saskatchewan gilt als eine der tornadoaktivsten Regionen Kanadas. Das subarktische Klima in den nördlichen Breiten und das submaritime Klima im Süden begünstigen die Entstehung von Tornados. Pro Jahr treten etwa 18 bis 20 solcher Wirbelstürme auf; einige davon überschritten bereits die F3-Marke. Im Jahr 2012 wurden etwa 33 Tornados in der Provinz gemeldet. Stark ausgeprägt ist zudem die Entstehung von Gewitterstürmen, vorwiegend in den Monaten Juni und Juli, mit einhergehenden Hagelschlägen. Beim verheerenden Regina-Zyklon im Jahr 1912 starben ca. 28 Menschen.

Geschichte

Frühgeschichte

Der Norden Saskatchewans wurde um 7000 v. Chr. eisfrei (vgl. Geschichte der First Nations). 1995 fanden sich bei Heron Eden, 13 km südlich von Prelate im Südwesten der Provinz, die ältesten Spuren einer kill-butchery site, also einer Stätte, an der Jagdtiere getötet und zerlegt wurden.M. C. Corbeil: The Archaeology and Taphonomy of the Heron Eden Site, Southwestern Saskatchewan, nicht veröffentlichte Master-of-Arts-Arbeit der University of Saskatchewan, Department of Anthropology and Archaeology 1995. Rund tausend Jahre jünger sind die Spuren der Paläoindianer des so genannten Agate Basin, einer Kultur, die sich etwa von 6000 bis 5000 v. Chr. belegen lässt. Die sich zeitlich anschließende Shield Archaic Tradition reichte etwa von 4000 bis 2000 v. Chr. Von 1000 bis etwa 500 v. Chr. erstreckte sich die Taltheilei-Tradition, dazwischen liegende Funde werden der Arctic Small Tool Tradition zugeordnet (ca. 2000 bis 1000 v. Chr.). Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich frühe Jäger-und-Sammler-Kulturen, die sich besonders auf die Karibujagd spezialisiert hatten, und mit den großen Herden wohl auch in die spätere Provinz gekommen waren.

Der nördliche Agate-Basin-Complex ist durch lanzettförmige Projektilspitzen gekennzeichnet, die bis ins 8. vorchristliche Jahrtausend zurückreichen. Ihre Hersteller waren wohl ursprünglich Bisonjäger, die ihre Jagdtechnik erfolgreich auf andere Herdentiere übertrugen. Dabei ist das Agate Basin ein relativ junger Ausläufer der paläo-indianischen Kulturen des Nordwestens. Die Funddichte ist viel geringer als in den Nordwest-Territorien, und nur zwei Fundstätten können ihr mit Sicherheit zugewiesen werden: In der Nähe des Athabascasee eine Fundstätte am Black Lake und eine am Hara Lake, nördlich des Wollaston Lake. Möglicherweise kamen die Jäger nur unregelmäßig nach Saskatchewan, je nachdem, wie weit die Tierherden nach Süden zogen. Dazu hat sicher beigetragen, dass die Zeit zwischen 8000 und 5000 v. Chr. milder wurde, zeitweise sogar ein erheblich wärmeres Klima aufwies als heute. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Waldgrenze weiter nördlich verlief und somit den Tieren den Durchzug versperrte. Im Süden ist das Agate Basin durch die Fundstätte Parkhill Site im Süden von Moose Jaw zu deuten. Die fast 7000 Jahre alten Funde gehören zu den ältesten in der Provinz. Der äußerste Norden wurde von dieser Kultur, immer im Gefolge des sich zurückziehenden Eispanzers, über 3000 Jahre später erreicht.

Die der paläo-indianischen folgende Fundgruppe, die durch seitwärts angebrachte Projektilspitzen gekennzeichnete Shield-Tradition, stellt wohl eher eine technologische Fortentwicklung als einen Wechsel in der Bevölkerung dar. Die Funddichte ist noch geringer, sodass anzunehmen ist, dass durch das warme Klima und die sich nordwärts ausdehnenden Wälder die Karibuherden weit nach Norden auswichen. Fundstätten wie die Near Norbert site am Haultain River oder die Fundstätte an der Mündung des Umpherville River in den Wollaston Lake belegen eher Sommerlager als Winterdörfer.

Um 1500 v. Chr. begann eine starke Abkühlung, die Waldgrenze wanderte südwärts. Menschen mit neuem Beutespektrum und neuen Waffen werden fassbar. Ihre Kultur stand jener der arktischen Inuit nahe. Diese als Prä-Dorset-Kultur (vgl. Inuit-Kultur) bezeichnete Bevölkerung benutzte Werkzeuge aus bzw. mit kleinen Steinen und wird daher Small Tool tradition genannt. Fundstätten sind hier der Black Lake und der Athabascasee, aber auch der Reindeer Lake.

mini|Verbreitungsgebiet der so genannten potholes, Toteislöcher, die die schmelzenden Eismassen beim Abfließen hinterlassen haben