Reiner Walter Knizia (* 16. November 1957 in Illertissen) ist ein deutscher Spieleautor. Von seinen über 800Die Website BoardGameGeek führt zurzeit (Dezember 2025) 813 Spiele und Spiel-Erweiterungen von Knizia. veröffentlichten Spielen, die in mehr als 2.000 Versionen vorliegen, wurden nach eigenen Angaben bisher mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft. Viele seiner Spiele wurden mehrfach ausgezeichnet, so gewann Knizia bereits viermal den Deutschen Spielepreis und dreimal den Hauptpreis beim österreichischen Spiel der Spiele. 2008 erhielt er sowohl die Auszeichnung Spiel des Jahres als auch Kinderspiel des Jahres und ist damit bis dato der einzige Spieleautor, dem es gelang, im gleichen Jahr zwei Hauptpreise beim Spiel des Jahres zu gewinnen. Mit dem Gewinn des Kennerspiel des Jahres 2026 ist er der erste Spieleautor, der alle drei Spiel-des-Jahres-Auszeichnungen gewinnen konnte.
Leben mini|hochkant|Reiner Knizia bei der Preisverleihung des Deutschen Spiele Preis 2008 in Essen Knizia studierte Physik und später Mathematik an der Universität Ulm, machte dort sein Diplom und erwarb den Master of Science auf der Syracuse University in den USA. Er erlangte den Doktorgrad für seine Arbeit über „Charakterisierung von mehrdimensionalen Perron-Integralen“ wiederum in Ulm, für welche er 1987 einen Promotionspreis erhielt.
Knizia war Projektleiter und Gruppenleiter für Softwareentwicklung, schließlich stellvertretender Abteilungsdirektor für Informationstechnologie im Auslandsgeschäft einer deutschen Großbank und Abteilungsdirektor für Unternehmensplanung einer deutschen Großbank. Außerdem war er General Manager und im Vorstand eines britischen Baufinanzierungsunternehmens. Es folgten Lehraufträge für Projektmanagement und Managementtechniken an mehreren Universitäten und Instituten.
Spieleautor mini|Knizia beim Signieren Mit etwa acht Jahren entwickelte Knizia seine ersten eigenen Spiele. Ernsthafter beschäftigte er sich mit Spielen aber erst ab Mitte/Ende der 1980er Jahre. Zu den ersten von Reiner Knizia entwickelten Spielen gehörten Postspiele für sein 1985 gegründetes Zine Postspillion. Sieben verschiedene Postspiele starteten zwischen 1985 und 1987. Der Postspillion erschien bis 2005Übersicht der deutschen PBM-Zines, und sein Spiel Bretton Woods, das 1987 gestartet wurde, lief bis April 2007.http://www.postspillion.de/bw/
1990 veröffentlichte er dann Digging bei Hexagames und Goldrausch bei Hans im Glück, welches den 5. Platz beim Deutschen Spielepreis erreichte. Im selben Jahr erschien auch sein Buch Neue Taktikspiele mit Würfeln und Karten bei Hugendubel.
Seit 1997 ist er hauptberuflicher Spieleautor. Zwischen 1999 und 2001 war Knizia auch Vorsitzender der Spiele-Autoren-Zunft SAZ.
Knizias Spiele wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet. 1993, 1998, 2000 und 2003 erhielt er für Modern Art, Euphrat & Tigris, Tadsch Mahal und Amun-Re jeweils den Deutschen Spielepreis, 2003, 2004 und 2006 erhielt er für King Arthur, Einfach Genial und Tal der Abenteuer den Hauptpreis beim österreichischen Spiel der Spiele. 2008 erhielt er für Keltis die Auszeichnung Spiel des Jahres und für Wer war’s? die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres. In der Internet Top 100 Games Listhttps://scv.bu.edu/~aarondf/Top100/list.txt stehen 16 Knizia-Spiele, davon sechs Spiele in den Top 20. (Stand 2004).
2004 wurde er in die Hall of Fame des Origins Award aufgenommen.Hall of Fame auf originsawards.net, abgerufen am 27. Januar 2021.
Kritik Den Spielen von Reiner Knizia wird nachgesagt, gelegentlich zu trocken und zu mathematisch perfekt zu sein.https://www.hall9000.de/frames/rezi.html?/rubriken/spiele/rezensionen/kritiken/ra.htmhttps://gamesweplay.de/razzia_amigo.html Es gibt dazu aber auch Gegenbeispiele, etwa das Ende 2003 erschienene King Arthur, ein elektronisches Brettspiel, oder das 2005 erschienene Heckmeck am Bratwurmeck, ein einfaches Würfelspiel, die unterhaltsam und leicht verständlich sind. Die Behauptung, man könne Knizias Spiele in zwei Kategorien einteilen, die eher komplexen und strategischen „Knizia-Spiele“ und die lockeren und glücksbetonteren „Reiner-Spiele“, trifft laut Knizia nicht zu. Er selbst möchte sich „nicht in diese zwei Schachteln, nämlich ‚Knizia-Spiele‘ und ‚Reiner-Spiele‘, stecken“, da es einer seiner Ansprüche sei, „sehr vielfältige Dinge zu machen“, z. B. auch im Kinder-, Knobel- und sogar Elektronikbereich.
Trivia In der Brettspiel-Szene ist der Begriff „Knizia scoring“ (d. h. „Knizia-Wertung“) bekannt, der einen speziellen Mechanismus beschreibt, am Ende eines Spiels die erzielten Punkte zu ermitteln, der sich in mehreren von Knizias Spielen findet. Beim „Knizia scoring“ sammeln die Spieler während des Spiels Punkte in verschiedenen Kategorien, bei Spielende wird aber nur diejenige Kategorie gewertet, die von allen den niedrigsten Punktestand aufweist. Diese Mechanik belohnt eine ausgewogene Strategie und verhindert, dass Spieler sich auf eine Punktekategorie fokussieren, in der sie beispielsweise besondere Vorteile genießen.
Ludografie
Auszeichnungen (Auswahl) Spiel des Jahres 1992: Quo Vadis?: Auswahlliste 1993: Tutanchamun: Auswahlliste 1993: Modern Art: Auswahlliste 1995: Medici: Auswahlliste 1998: Durch die Wüste: Auswahlliste 1998: Money: Auswahlliste 1998: Euphrat & Tigris: Auswahlliste 2000: Tadsch Mahal: Auswahlliste 2001: Der Herr der Ringe: Sonderpreis „Literatur im Spiel“ 2001: Royal Turf: Auswahlliste 2002: Der Herr der Ringe: Die Gefährten – Das Kartenspiel: Auswahlliste 2003: Amun-Re: Auswahlliste 2004: Einfach Genial: nominiert 2004: Carcassonne – Die Burg: Empfehlungsliste 2006: Blue Moon City: nominiert 2008: Keltis: Hauptpreis 2008: Pingu-Party: Empfehlungsliste 2009: Fits: nominiert 2009: Poison: Empfehlungsliste 2010: Jäger und Sammler: Empfehlungsliste 2013: Rondo: Empfehlungsliste 2012: Indigo: Empfehlungsliste 2017: Wettlauf nach El Dorado: nominiert 2019: Lama: nominiert 2020: My City: nominiert Kennerspiel des Jahres 2026: Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit: Hauptpreis Kinderspiel des Jahresmini|Wer war's 2004: Schatz der Drachen: nominiert 2005: Mago Magino: nominiert 2005: Schildkrötenrennen: nominiert 2005: Fleckenmonster: Empfehlungsliste 2007: Der kleine Sprechdachs: Empfehlungsliste 2008: Wer war’s?: Hauptpreis 2008: Alles Tomate: Empfehlungsliste 2011: Grimaffen: Empfehlungsliste 2015: Honigbienchen: Empfehlungsliste 2016: Mmm!: nominiert Deutscher Spielepreis 1990: Goldrausch: 5. Platz 1992: Quo Vadis?: 3. Platz 1993: Modern Art: 1. Platz 1993: Tutanchamun: 2. Platz 1995: Auf Heller und Pfennig: 7. Platz 1995: Medici: 5. Platz 1995: High Society: 10. Platz 1998: Euphrat & Tigris: 1. Platz 1998: Durch die Wüste: 4. Platz 1999: Ra: 2. Platz 1999: Samurai: 4. Platz 2000: Tadsch Mahal: 1. Platz 2003: Amun-Re: 1. Platz 2004: Einfach Genial: 5. Platz 2006: Blue Moon City: 4. Platz 2008: Keltis: 8. Platz Deutscher Kinderspielepreis 1990: Goldrausch: 8. Platz Österreichischer Spielepreis 2003: King Arthur: Hauptpreis 2003: Amun-Re: Spiele Hit für Experten 2004: Einfach Genial: Hauptpreis 2005: Mago Magino: Spiele Hit für Kinder 2006: Tal der Abenteuer: Hauptpreis 2007: Risiko Express: Spiele Hit für Familien 2008: Drachenparade: Spiele Hit für Familien 2009: Fits: Spiele Hit für Familien 2009: Ramses Pyramid: Hauptpreis 2012: Indigo: Spiele Hit für Familien 2012: Drachenhort: Spiele Hit für Familien 2013: Rondo: Spiele Hit für Familien Schweizer Spielepreis 2003: Amun-Re: 2. Platz Freakspiele 2004: Einfach Genial: 1. Platz Strategiespiele 2005: Der Turmbau zu Babel: 1. Platz Strategiespiele 2006: Pirates!: 2. Platz Familienspiele 2007: Einfach Genial Knobelspaß: 1. Platz Familienspiele À-la-carte-Kartenspielpreis 1991: Res Publica: 1. Platz 1992: Pirat: 1. Platz 1993: Attacke: 2. Platz 1993: En Garde: 3. Platz 1995: High Society: 3. Platz 1999: Lost Cities: 4. Platz 2001: Trendy: 14. Platz 2009: Poison: 5. Platz 2008: Handelsfürsten: 7. Platz 2008: Pingu-Party: 8. Platz Niederländischer Spielepreis 2004: Amun-Re: nominiert 2005: Veel Soeps!: nominiert 2006: Durch die Wüste: nominiert 2006: Pirates!: nominiert 2007: Tadsch Mahal: nominiert Essener Feder 1994: Neue Spiele im alten Rom 2000: Tadsch Mahal Origins Award 2002: Kingdoms International Gamers Award 2000: Lost Cities: Hauptpreis in der Kategorie Zweispieler 2000: Ra: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2000: Stephenson's Rocket: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2000: Schotten Totten: nominiert in der Kategorie Zweispieler 2001: Der Herr der Ringe: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2001: Die Kaufleute von Amsterdam: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2001: Tadsch Mahal: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2001: Traumfabrik: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2003: Der Herr der Ringe: Die Entscheidung: Sieger in der Kategorie Zweispieler 2004: Einfach Genial: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2004: Carcassonne: Die Burg: nominiert in der Kategorie Zweispieler 2006: Blue Moon City: nominiert in der Kategorie Mehrspieler 2007: Medici vs. Strozzi: nominiert in der Kategorie Zweispieler MinD-Spielepreis 2010: Einfach Genial Mensa Select Games 2023: Mille Fiori
Literatur In jedem Abschnitt chronologisch sortiert Wissenschaftliche Veröffentlichungen Reiner Walter Knizia: Charakterisierung von mehrdimensionalen Perron-Integralen. Dissertation 1986, 131 Seiten, Link zum Inhaltsverzeichnis. Spielebücher von Reiner Knizia Reiner Knizia: Neue Taktikspiele mit Würfeln und Karten. Hugendubel, München 1990, ISBN 3-88034-458-2. Ders.: Neue Spiele im alten Rom. Hugendubel, München 1994, ISBN 3-88034-735-2. Ders.: Kartenspiele im Wilden Westen. Hugendubel, München 1995, ISBN 3-88034-808-1. Ders.: Das große Buch der Würfelspiele. Hugendubel, München 2000, ISBN 3-7205-2183-4. Ders.: Kartenschach. Berliner Spielkarten, 2000 Einzelne Beiträge von Reiner Knizia Ders.: The Design and Testing of the Board Game Lord of the Rings, in: Katie Salem; Eric Zimmerman: Rules of Play – Game Design Fundamentals. MIT Press, 2004. Interviews mit Reiner Knizia Playing By Design, in: What Board Games Mean To Me. Aconyte, 2023, ISBN 978-1-83908-271-9. Zurück von der Insel: Reiner Knizia, in: Spielbox 4/2017, S. ?. „Ich will nicht das dritte Heckmeck machen“. Reiner Knizia im Gespräch über sein neues Spiel Mlem und über mehr als 30 Jahre Autorentätigkeit, in: Spielbox 7/2023, S. ?. Literatur über Reiner Knizia Verschiedene: Der Knizia Almanach I. Nostheide Verlag, 2006. Kevin Jacklin. Simply Knizia: The Art in Keeping Game Design Simple, in: Tabletop: Analog Game Design. ETC Press, Pittsburgh 2011, S. 47–53. Udo Bartsch: Ein Autor wie kein anderer: 40 Jahre Knizia Games, in: Spielbox 6/2025, S. ?.
Weblinks
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Einzelnachweise
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