Hot Spots sind öffentliche drahtlose Internetzugangspunkte. Sie sind sowohl in öffentlichen Räumen (einige Bibliotheken, Krankenhäuser, Flughäfen, Bahnhöfe usw.) als auch in privaten wie z. B. Gastronomie, Hotels etc. installiert. Es kommt fast ausschließlich eines der Protokolle der IEEE 802.11-Familie (Umgangssprachlich WiFi oder WLAN genannt) zur Anwendung, eine Verbindung zum Hot Spot ist dadurch mit einer Vielzahl an Geräten möglich, weil die Protokoll-Familie in Mobilgeräten sehr häufig unterstützt wird.

Als Open WLAN (OWLAN) bezeichnet man einen öffentlichen Hot Spot, dessen Betreiber ihn für andere Benutzer zur Verfügung stellt, ohne Nutzungsentgelte zu verlangen. miniatur|Auch in öffentlichen Telefonen sind gelegentlich Hotspots eingebaut, hier ein Modell von der Deutschen Telekom

Aufbau eines Hot-Spot-Systems miniatur|Schematischer Aufbau von Hot-Spot-Systemen

Die Aufgabe eines Hot Spots besteht darin, Benutzern einen Internetzugang zu ermöglichen und dafür die erforderliche Freischaltung der Empfangsgeräte durchzuführen. Dafür werden mehrere Komponenten und Funktionen benötigt: WLAN-Access-Points, mit denen die Benutzer mit ihren WLAN-Geräten zunächst einen Zugang zum lokalen Netzwerk erhalten. eine Schnittstelle zwischen diesem WLAN und dem Internet. An dieser findet – meist durch einen Router – eine Überprüfung statt, wer eine Internetverbindung erhält. Das System erkennt beim Zugriff auf das Internet, ob ein Benutzer bereits angemeldet ist. Die Unterscheidung der Benutzer – respektive der Computer – geschieht über IP-Adressen bzw. MAC-Adressen. Für den Fall, dass ein Benutzer noch nicht angemeldet ist, wird sein Web-Browser automatisch zunächst auf eine Anmeldeseite, ein sogenanntes Captive Portal, geleitet. Dort kann man sich mittels Eingabe eines Codes oder Passwortes authentifizieren. Der eingegebene Code wird anhand einer Datenbank, die im Internet oder lokal auf einem Hot-Spot-Router liegt, überprüft und der Benutzer freigeschaltet. Jeder Code hat ein bestimmtes vorgegebenes Zeitguthaben (Prepaid-Verfahren). Die Anmeldung aktiviert einen Timer im Hot-Spot-Router, der sicherstellt, dass der Zugang nach Ablauf der gebuchten Zeit endet und gesperrt wird. Bei fast allen Systemen kann der Benutzer die Internet-Sitzung zwischenzeitlich unterbrechen. Meldet er sich ab, kann er sein nicht verbrauchtes Zeitguthaben später weiter nutzen. Einige Systeme bieten zudem die automatische Speicherung des Guthabens, falls der Benutzer vergisst, sich abzumelden.

Unterscheidung zum normalen Wireless Access Point Im Gegensatz zum normalen Wireless Access Point wird beim Hot Spot meist eine Kommunikation zwischen den Teilnehmern nicht gewünscht, da hierdurch Sicherheitsprobleme auftreten könnten. Auf Hot Spots ist daher in der Regel eine Benutzerisolierung konfiguriert. Dabei werden Daten, die an einen anderen Benutzer desselben Hot Spot gerichtet sind, nicht weitergeleitet und damit der gegenseitige Zugriff auf Netzwerkdienste von Geräten anderer Benutzer unterbunden.

Die Benutzerisolierung bietet jedoch keinen Schutz gegen das Abhören eigener Daten, da diese von anderen Benutzern mit sogenannten Sniffer-Programmen auch direkt empfangen werden können. Bei einem Hot Spot ist der Zugang zum WLAN meist unverschlüsselt oder der Schlüssel einem größeren Benutzerkreis bekannt. Daher können Daten relativ leicht mitgelesen werden. Besonders bei der Übertragung von Zugangsdaten besteht die Gefahr, dass diese unbemerkt mitgelesen und später missbraucht werden. Die Anmeldeseite des Hot Spot (falls vorhanden) ist aus diesem Grund in der Regel über eine TLS-Verbindung gesichert und stellt ein Zertifikat zur Verfügung. Auch bei allen weiteren Anmeldevorgängen sollte jeder Benutzer diesen vergleichsweise öffentlichen Charakter eines Hot Spots beachten und in einem besonderen Maß auf eine gesicherte Verbindung achten.

Unterschiede einzelner Anbieter Einige Hersteller verwenden statt eines Codes eine Kombination aus Benutzername und Passwort. Zum Erwerb eines gültigen Zugangs ist in einigen Fällen ein Handy (eines bestimmten Providers) oder eine Kreditkarte erforderlich. Häufig kann der Zugang einfach vor Ort erworben werden.

Zum Management des Hot Spots gehört die Abspeicherung der Guthaben. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Werden diese Daten lokal und dezentral gespeichert, gehen die Guthaben (auch angebrochene) mit einem Neustart des Systems meist verloren. Auch ist ein Roaming, das heißt die Verwendung eines Zugangs an unterschiedlichen Orten, dann grundsätzlich nicht möglich. Werden die Daten an einem Ort gespeichert, sind die Zugänge von mehreren Hot Spots abfragbar. Auf diese Weise können beispielsweise Hotelketten ihren Gästen Zugänge anbieten, die in allen angeschlossenen Hot Spots genutzt werden können.

Unterschiede internes/externes Roaming Internes Roaming (1): Die mobile Station wechselt von einem Access Point zu einem anderen Access Point innerhalb eines Heimatnetzes, weil die Signalstärke zu schwach wird. Ein Authentifizierungs-Server (RADIUS) übernimmt dabei die Re-Authentifizierung der mobilen Station via IEEE 802.1X. Die Abrechnung der QoS erfolgt im Heimatnetz. Externes Roaming (2): Die mobile Station (Client) wechselt in ein „fremdes“ WLAN und nimmt deren Dienste in Anspruch. Der Benutzer kann also unabhängig von seinem Heimatnetz ein anderes Fremdnetz benutzen, sofern dies für Besucher offen ist. Dazu sind spezielle Authentifizierungs- und Abrechnungssysteme erforderlich, die den mobilen Nutzern Dienste im fremden Netz eindeutig verrechnen.Hermann Pommer: Roaming zwischen Wireless Local Networks. VDM Publishing, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-8364-8708-5, S. 63. miniatur|center|650px|Prinzipdarstellung internes beziehungsweise externes Roaming im WLAN

Entgelt Je nach gewünschtem Szenario kann ein Hot Spot für die Nutzer kostenfrei sein (meist organisiert in Hot-Spot-Communities, siehe unten), oder der Betreiber erhebt vom Benutzer ein Entgelt für die Nutzung.

Die Preise sind seit 2003 stark gefallen, auf etwa zwei bis acht Euro pro Stunde. Guthabenkarten, die auch mehrmaliges An- und Abmelden erlauben, sind zunehmend häufiger anzutreffen.

Man kann bei den kostenpflichtigen Hot-Spot-Anbietern jeweils unter zwei verschiedenen Zahlungsmethoden auswählen:

Abo per Vorkasse Man muss sich über die Webseite des Anbieters im Voraus (von zu Hause, vom Arbeitsplatz) anmelden und erwirbt ein Abo (monatliches Freivolumen beziehungsweise Freistunden).

Vor-Ort-Bezahlung Man stellt eine Verbindung zum Hot Spot her und bezahlt über eine Seite im Intranet für einen bestimmten Zeitraum (Prepaid-Verfahren) per Abbuchung von einem Kundenkonto (nach Identifikation), per Kreditkarte, per PayPal oder – seltener – per Debitkarte oder mit Münzen.WLAN-Automat der Firma MEGA Web, der Firma Handlink Das sogenannte Post-Paid-Verfahren lässt Benutzer erst surfen, und der Betreiber rechnet später die genutzte Zeit ab. Letztgenanntes Verfahren hat sich jedoch als nicht praxistauglich erwiesen, da die Kostentransparenz für die Benutzer schwindet. Technisch gesehen, wird bei einer hergestellten Verbindung zum Hotspot, die angeforderte Seite abgefangen und stattdessen eine sogenannte Portalseite an den Client ausgeliefert (Redirect). Auf dieser Seite werden die Tarifinformationen angezeigt und gegebenenfalls die nötigen Bezahlinformationen. Ist die Bezahlung abgeschlossen, wird automatisch an die ursprüngliche Zieladresse weitergeleitet.

Für Nutzer, die häufig über Hot Spots surfen, ist das Abo per Vorkasse die günstigere Alternative, während für unregelmäßige und seltene Nutzung die Vor-Ort-Bezahlung sinnvoller sein kann.

Abrechnungssystem (Benutzer-Fairness-Modell) Das dynamische Gebührenmodell erlaubt eine volumenbasierte Abrechnung, wobei nur die entsprechende Datenmenge (Video, Audio etc.) verrechnet wird. Ferner wird der Tarif nach Netzauslastung und Verkehrsklassen (Benutzerbedarf) klassifiziert.Hermann Pommer: Roaming zwischen Wireless Local Networks. VDM Publishing, Saarbrücken 2008, S. 116 ff.

Wenn die Netzauslastung steigt, dann muss der Benutzer die nächsthöhere Tarifklasse bezahlen. Dabei wird der Benutzer gefragt, ob er die Sitzung auch bei einem höheren Tarif noch aufrechterhalten möchte. Ferner wird bei zeitkritischen Anwendungen (Video, Audio) eine höhere Tarifklasse verrechnet werden als bei nicht-zeitkritischen Anwendungen (z. B. Lesen von Webseiten, E-Mail).

mini|center|Benutzer-Fairness-Modell

Das „Benutzer-Fairness-Modell“ wird technisch durch EDCF (IEEE 802.11e) realisiert. Eine EDCF-Benutzer-Prioritätenliste teilt den Datenverkehr in drei Zugriffskategorien (access categories) und Benutzerprioritäten (user priorities, UP) ein:Hermann Pommer: Roaming zwischen Wireless Local Networks. VDM Publishing, Saarbrücken 2008, S. 117. Data [UP 0|2] Video[UP 5|4] Audio[UP 7|6] Wenn die Netzauslastung steigt, dann wird den Übertragungsblöcken der jeweiligen Zugriffskategorie im Netzwerk ein niedriger Prioritätswert zugewiesen – ebenso, wenn der Datentransfer nicht zeitkritisch ist.

mini|center|EDCF-Benutzer-Prioritätenliste in Abhängigkeit vom Benutzerbedarf und Netzauslastung

Hot-Spot-Technologie Für Anmeldung und Datenübertragung wird meist der IEEE-802.11b/g-Standard verwendet. Die Anmeldung am Hot Spot ist fast immer (über SSL) verschlüsselt. Danach werden Daten in der Regel unverschlüsselt übertragen, es sei denn, es wird VPN verwendet. Dies setzt jedoch eine VPN-Client-Installation am Mobilgerät (Laptop, Smartphone etc.) voraus.

Es gibt zwei Abrechnungsverfahren / Lösungen: Zentrale Abrechnung über Internet: Der Hot-Spot-Anbieter ermöglicht die Abrechnung über einen Backend-Dienst, mit redundanter Hardware und globalen Daten für mehrere Hot-Spot-Betreiber. Das heißt, ein Kunde kann mit gleichen Daten an mehreren Standorten surfen (z. B. Deutsche Telekom oder Swisscom). Hierbei handelt es sich um eine Provider-Lösung. Die Daten der Kunden werden auf einen zentralen Server gespeichert. Lokale Abrechnung: Der Hot-Spot-Anbieter, der zugleich auch Betreiber ist, macht selbst die Abrechnung und die Tarife. Dabei wird der Hot-Spot vom Internet-Anschlussinhaber bereitgestellt. Die Zugangsdaten werden auf dem Hot-Spot gespeichert. Der Inhaber des Hot-Spot hat volle Kontrolle über das Netzwerk.

Roaming Von Roaming spricht man, analog zum Mobilfunk, wenn ein Kunde eines (kommerziellen) Hot-Spot-Betreibers den Hot Spot eines fremden Betreibers im In- oder Ausland benutzt. Hier kann er sich mit den Login-Daten seines Home-Service-Providers einloggen und bekommt von diesem auch seine Rechnung. In Deutschland setzten vor allem die unabhängigen WLAN-Betreiber auf Roaming, so erlaubt etwa The Cloud seit einiger Zeit den Geschäftskunden von O2 den Zugriff auf das eigene Netzwerk.O2: Kostenloser Hotspot-Zugang bei The Cloud im Kurztest. In: Netzwelt.de Dagegen ist zum Beispiel ein Roaming zwischen den Netzwerken von T-Mobile und Vodafone im Moment noch nicht möglich.

Hotzones Verschmelzen mehrere Hot Spots zusammen, so spricht man von Hot Zones. Die Hersteller haben hier unterschiedliche Technologien entwickelt, die jedoch meist inkompatibel zueinander sind. Ansätze, um Standards zum Zusammenschluss von Hot Spots zu entwickeln, hat es zwar gegeben (z. B. Greenspot, WISPr), nicht zuletzt aufgrund des kommerziellen Charakters vieler Hot Spots allerdings nicht sonderlich erfolgreich.

Mobiler WLAN-Hotspot miniatur|Tragbarer Mifi