mini|Fritz Rotter vor 1932. Porträt im Universal Filmlexikon. Foto: Becker und Maass
Fritz Rotter (* 3. März 1900 in Wien, Österreich-Ungarn; † 11. April 1984 in Ascona) war ein österreichischer Autor und Komponist.
Leben und Werk Bereits im Alter von 17 Jahren verfasste Fritz Rotter für etliche Kabaretts, darunter auch das „Simplicissimus“ (das Simpl) in Wien, Texte und Chansons. In den 1920er Jahren zog es ihn, wie so viele Künstler, nach Berlin. Hier arbeitete er zusammen mit Robert Stolz und Ralph Benatzky und Rudolf Friml. Er schrieb Schlagertexte und komponierte Filmmusiken und Filmlieder, die unter anderem von Richard Tauber gesungen wurden. Zu den Schlagern, die von ihm stammen, gehören Wenn der weiße Flieder wieder blüht; Veronika, der Lenz ist da; Ich küsse ihre Hand, Madame; Ich hab’ mich so an dich gewöhnt; Immer wenn ich glücklich bin muß ich weinen; Ich hab mir für Grinzing einen Dienstmann engagiert; Du paßt so gut zu mir wie Zucker zum Kaffee. Rotter schuf insbesondere viele der für den deutschen Schlager der zwanziger Jahre charakteristisch gewordenen Nonsens-Texte: Was macht der Maier am Himalaya?; Heut war ich bei der Frieda (das tu ich morgen wieder); Heut ist die Käthe etepetete oder Wieso ist der Walter so klug für sein Alter.
1933 musste Fritz Rotter ob seiner jüdischen Herkunft die deutsche Hauptstadt verlassen. Zuerst ging er in seine Heimat Österreich. Doch als auch dort der Nationalsozialismus die Oberhand gewann, emigrierte er 1936 nach England und ein Jahr später in die USA. Hier schrieb er Drehbücher zu zahlreichen Filmen. Dabei arbeitete er auch mit Franz Werfel, Fritz Kortner und Fritz Lang zusammen.
Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück und verfasste weiterhin Drehbücher und Schlagertexte. Insgesamt schrieb er in seinem Leben ca. 1200 Texte für die „leichte Muse“. Sein 1966 geschriebener Schlagertext Wir, der mit den Worten beginnt: „Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? Wir!“ löste Diskussionen in der Zeit und im Spiegel aus und beschied Freddy Quinn einen Knick in seiner Karriere.Der Chor der Anständigen. Zu Freddy Quinns „Wir“ (Text: Fritz Rotter)
Rotter starb, nachdem er sich Jahre zuvor in die Schweiz zurückgezogen hatte, mit 84 Jahren in Ascona.
Mitwirkung an Filmen (Auswahl) Filme, an denen Fritz Rotter als Drehbuchautor und Komponist mitarbeitete:
1929: Großstadtschmetterling - Ballade einer Liebe – Musik 1929: Wenn der weiße Flieder wieder blüht – Musik 1929: Melodie des Herzens – Liedtext 1930: Alraune – Liedtexte 1930: Phantome des Glücks – Liedtexte 1930: Liebe im Ring – Drehbuch, Liedtexte 1930: Hai-Tang. Der Weg zur Schande – Liedtexte 1930: Die Lindenwirtin – Drehbuch 1931: Grock – Liedtexte 1931: Wer nimmt die Liebe ernst? – Liedtexte 1931: … und das ist die Hauptsache!? – Liedtexte 1932: Strich durch die Rechnung – Drehbuch 1932: Ein toller Einfall – Liedtexte 1932: Das schöne Abenteuer – Liedtexte 1932: Eine von uns – Liedtexte 1932: Liebe, Scherz und Ernst – Musik 1933: Madame wünscht keine Kinder – Drehbuch (Mitwirkung) 1933: Kind, ich freu’ mich auf Dein Kommen – Liedtexte 1935: Katharina die Letzte – Liedtexte 1937: Hochzeitsreise für 50 % – Liedtexte, Musik 1945: Stimme aus dem Jenseits (Strange Illusion) – Drehbuch 1952: Nachts auf den Straßen – Drehbuch, Liedtext 1952: Illusion in Moll – Drehbuch, Liedtexte 1953: Ich und meine Frau – Vorlage (Novelle) – Musik 1961: Der Lügner – Musik 1961: Die Schatten werden länger – Musik
Auszeichnungen 1953 bekam er das Filmband in Gold für Nachts auf den Straßen zusammen mit Helmut Käutner für das beste Drehbuch.
Literatur Volker Kühn (Hrsg.): Deutschlands Erwachen : Kabarett unterm Hakenkreuz ; 1933 - 1945. Band 3. Weinheim : Quadriga, 1989, ISBN 3-88679-163-7, S. 384 (Kurzbiografie) Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 433 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8
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