mini|hochkant|Erwin Barth im Jahre 1911 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.6|Unterschrift Erwin Barth Erwin Albert Barth (* 28. November 1880 in Lübeck; † 10. Juli 1933 in Berlin) war ein deutscher Gartenarchitekt und Hochschullehrer. Er war Gartendirektor von Charlottenburg, Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Berlin und Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin.
Leben mini|hochkant|Gedenktafel mit Relief Barths, Brixplatz in Berlin-Westend mini|hochkant|Gedenktafel, Mierendorffplatz in Berlin-Charlottenburg mini|Grab von Erwin Barth auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf Erwin Barth absolvierte 1897–1899 eine Lehre bei der Handelsgärtnerei Philipp Paulig in Lübeck und arbeitete anschließend 1899/1900 als Gehilfe bei den Baumschulen J. Timm in Elmshorn. Von 1900 bis 1902 besuchte er die Höhere Gärtnerlehranstalt in Wildpark bei Potsdam und war anschließend in den städtischen Gartenverwaltungen Hannover und Bremen beschäftigt. 1903 wurde er erster Gartenarchitekt im Privatbüro des Gartendirektors Julius Trip in Hannover, anschließend in gleicher Eigenschaft beim Gartenarchitekten Reinhold Hoemann in Düsseldorf beschäftigt. Am 1. Januar 1905 wurde er nach Hannover zurückberufen zur Ausführung des Stöckener Friedhofs. Von 1906 bis 1908 arbeitete er beim Gartenarchitekten Finken in Köln.Fritz Encke: Barth, Erwin. Eintrag in: Paul Graebner und Willy Lange: Illustriertes Gartenbau-Lexikon, 1. Bd A–K, vierte, neubearbeitete Auflage 1926, S. 95.
Erwin Barth wurde nach seiner Ausbildung zum Gartenarchitekten einer der wichtigsten Vertreter der modernen Volksparkbewegung im Deutschen Reich. So standen die Schaffung von grünen Stadträumen für die Arbeiterschaft, die schmuck und funktional sein sollten, im Mittelpunkt seines Schaffens.
Barth war von 1908 bis 1911 als Nachfolger von Metaphius Theodor August Langenbuch Stadtgärtner in Lübeck. Dort gestaltete er u. a. einige Friedhöfe und den heute noch erhaltenen Marlipark, den Buniamshof und den Schulgarten. Von 1912 bis 1926, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, wirkte Barth als Gartendirektor von Charlottenburg. Fast alle öffentlichen Parks und Plätze wurden dort von ihm gestaltet, wobei jeder seiner Parks einen ganz eigenen, der Landschaft angepassten Charakter besitzt. 1926 wurde er zum Stadtgartendirektor von Groß-Berlin berufen und übte dieses Amt bis 1929 aus.
Barth war ab 1921 als Dozent an der Technischen Hochschule Berlin tätig und wurde 1927 zum Honorarprofessor ernannt. Höhepunkt seiner Karriere war 1929 die Berufung zum ersten deutschen Professor für Gartengestaltung an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Erwin Barth war Schüler von Fritz Encke gewesen. „In Vorlesungen und bei den Übungen hat er seiner Hochachtung vor den Parkschöpfungen Enckes oft Ausdruck verliehen und dabei erklärt, daß sein eigener Sachsenplatz-Entwurf ohne die Kölner Parkanlagen Enckes, speziell des 1905–1906 angelegten Klettenbergparks, nicht denkbar sei.“Kurt Schönbohm: Dr.h.c. Fritz Encke 1861–1961. In: Garten und Landschaft, H. 10/1961 (Sonderdruck: S. 1–3, hier S. 1).
Als Konsequenz aus seinem sich verschlechternden Gesundheitszustand – Barth erblindete durch Katarakt und Glaukom – und der nationalsozialistischen Machtergreifung wählte er am 10. Juli 1933 den Freitod.Angaben zum Freitod Barths durch seine Enkelin
Erwin Barth wurde auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf beigesetzt, der nach seinen Entwürfen ab 1920 entstanden war. Das Grab wurde 1980 anlässlich seines 100. Geburtstages als Ehrengrab der Stadt Berlin anerkannt. Anlässlich seines 125. Geburtstags wurde am 28. November 2005 die vorgelagerte Fläche des von ihm gestalteten Lietzenseeparks am Berliner Kaiserdamm zwischen Witzlebenstraße und Wundtstraße nach ihm benannt.Erwin-Barth-Platz bei berlin.de
Der zeichnerische Nachlass Erwin Barths wird im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin bewahrt.
Parks und Anlagen von Barth (Auswahl) Mehrere Werke Barths stehen unter Denkmalschutz (D).
In Lübeck und Umgebung 1906: Vorwerker Friedhof (D)siehe Liste der Kulturdenkmale in Lübeck-St. Lorenz 1907: Drägerpark in Lübeck-Marli 1908: Garten Jürgens 1908–1911: Buniamshof 1909: Friedhof Waldhusen 1910: Landsitz Lindenhof, Warnsdorf (Ratekau) am Hemmelsdorfer SeeLandsitz Lindenhof auf Historische Gärten Schleswig-Holstein, abgerufen am 15. Februar 2015 Garten Haukohl (1911/12)
In Hamburg 1913–1914: Hausgarten Villa Max Puls (heute: Villa Bondenwald), Bondenwald 56, Hamburg-Niendorf (D)hamburg.de
In Berlin und Umgebung 1912–1913: Goslarer Platz (D) 1912–1913: Karolingerplatz (D) 1912–1913: Gustav-Adolf-Platz, heute Mierendorffplatz (D) 1912/1932: Alboinplatz (D) 1913: Krankenhausgarten des Krankenhauses Westend (D) 1919: Umbau des Schustehrusparks (D) 1918–1921: Sachsenplatz, heute Brixplatz (D) 1919–1920: Umbau des Lietzenseeparks (mit Heinrich Seeling, D) 1920–1927: Volkspark Jungfernheide (D) 1920–1926: Wilmersdorfer Waldfriedhof der Stadt Berlin in Stahnsdorf 1921–1922: Friedrich-Karl-Platz, heute Klausenerplatz 1921–1923: Neo-Barockgarten für das Landhaus Heinrich Richard Brinn in Berlin-Westend (D) mit Architekt Peter Thimister. 1921–1924: Friedhof Heerstraße (D) 1922: Garten des Hauses Silberstein, Auf dem Grat 24 in Berlin-Dahlem (D) 1925: Raußendorffplatz am Bahnhof Heerstraße (D) 1925: Ullrichplatz in Berlin-Mahlsdorf (D) 1925: Garten des Hauses zur Sonne am heutigen Runebergweg 32D in Berlin-Kladow (D) 1925: Planschbecken am Boxhagener Platz (D) 1925–1930: Landhausgarten für Max Fraenkel am heutigen Lüdickeweg 1 in Berlin-Kladow (D) 1926–1928: Volkspark Köpenick (D) 1926–1930: Grünanlagen am Luisenstädtischen Kanal, darunter u. a. der Oranienplatz (D) 1926–1929: Volkspark Rehberge (D) 1926–1927: Umbau des Savignyplatzes (D) 1926–1927: Umbau des Parkfriedhofs Lichterfelde (D) 1927: Umbau des Koppenplatzes (D) 1928: Breitkopfbecken in Berlin-Reinickendorf (D) 1928–1929: Volkspark Mariendorf (D) 1928–1929: Umbau des Kuno-Fischer-Platzes in Berlin-Charlottenburg (D) 1928–1929: Klemkepark zwischen Klemkestraße im Süden und S-Bahn im Norden in Berlin-Reinickendorf (D) 1930–…: Grabstelle de Gruyter in Bantikow
In Dresden 1927: Garten für Heinrich Arnhold, Tiergartenstraße / Wiener StraßeEntwurf im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin (Abb., Deutsche Fotothek)
Literatur Dietmar Land, Jürgen Wenzel (Hrsg.): Heimat, Natur und Weltstadt. Leben und Werk des Gartenarchitekten Erwin Barth. Koehler & Amelang, Leipzig 2005, ISBN 3-7338-0338-8. Alken Bruns (Hrsg.): Lübecker Lebensläufe. Wachholtz, Neumünster 1993, ISBN 3-529-02729-4 (S. 35 f.). Nordelbingen, Band 50. Heide in Holstein 1981, S. 91 ff. Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin (Hrsg.): Garten – Parks – Friedhöfe. Ausstellungskatalog. Berlin 1980. Dietmar Land: Zwischen Heimat und Moderne. Die Lübecker Jahre des Gartenarchitekten Erwin Barth (1880–1933). In: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, Band 89 (2009), S. 251–274 (Digitalisat). Erwin Barth. In: Hartmut Boettcher, Manfred G. Raupp (Hrsg.): Hohenheimer Lexikon der Agrarbiografien. Universität Hohenheim, Hohenheim 2025, ISBN 978-3-945046-31-9, (S. 96–97). (Digitalisat)
Weblinks
Gedenktafel für Erwin Barth (Bezirksamt Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf) Biografie (Bezirksamt Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf)
852 Bestand zu Erwin Barth im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Landschaftsarchitekt (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Landwirtschaftliche Hochschule Berlin) Kategorie:Bestattet in einem Ehrengrab des Landes Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann