Dürmentingen [] ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg, direkt beim Hausberg Oberschwabens, dem Bussen. mini|Dürmentingen von Norden mini|Lorettokapelle in Dürmentingen mini|Bussen von Dürmentingen aus gesehen Geographie Gewässer Durch den Ortsteil Dürmentingen fließt die Kanzach, die in die Donau mündet.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Dürmentingen (1754 Einwohner), Hailtingen (431), Heudorf (496) und Burgau (52).
Nachbargemeinden Von Westen beginnend grenzt Dürmentingen an die Gemeinde Ertingen, die Stadt Riedlingen sowie an die Gemeinden Unlingen, Uttenweiler, Betzenweiler und Kanzach.
Schutzgebiete
Dürmentingen hat im Norden einen kleinen Anteil am Landschaftsschutzgebiet Bussen
.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte Dürmentingen Der Ort Dürmentingen wurde erstmals 811 urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Schwaben. 1290 kam der Ort unter die Herrschaft der Habsburger, die es 1386 an die Truchsessen von Waldburg zunächst verpfändeten und 1452 verkauften. Der Dreißigjährige Krieg hat den Ort fast vollständig entvölkert. 1786 fiel Dürmentingen an die Fürsten von Thurn und Taxis, um jedoch aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses schon 1806 an das Königreich Württemberg zu gelangen, wo es dann zum Oberamt Riedlingen gehörte. 1911 wurde der Ort elektrifiziert. 1915 erhielt die Gemeinde einen Haltepunkt an der Federseebahn (Kanzachtalbahn), die 1960 stillgelegt wurde. 1935 verursachte ein starkes Erdbeben Gebäudeschäden. 1938 kam der Ort im Zuge der damaligen Kreisreform zum Landkreis Saulgau. Am Nachmittag des 19. Juli 1943 verursachte ein starker Hagelschlag eine Missernte, bei dem fast 90 % der Agrarfläche zerstört wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden am 18. März 1944 mehrere amerikanische Bomber über Dürmentingen abgeschossen. Gegen Kriegsende marschierten am 23. April 1945 französische Truppen in Dürmentingen ein. Nach dem Krieg befand sich der Ort in der Französischen Besatzungszone und kam somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 als Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern im Land Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 gehört Dürmentingen zum Landkreis Biberach. 1993 stellte man das Baugebiet Maierwiesen II fertig. 1995 folgte das Baugebiet Ziegelei; zwischen 1997 und 1998 das Baugebiet Hinterer Bohlen und zwischen 1998 und 2000 das Gewerbegebiet Dautenhau.duermentingen.de Geschichte Dürmentingens
Heudorf mini|Pfarrkirche St. Oswald in Heudorf An der bekannten Heerstraße (Römerstraße) bei Heudorf im Donautal sind in den Jahren 1984/85 bei Luftbildaufnahmen zwei Grundrisse von Gebäuden sichtbar geworden, wobei eines davon mit sehr starken Grundmauern versehen ist. Laut Regierungspräsidium Stuttgart handelt es sich vermutlich um eine römische Tempelanlage mit rechteckiger Cella.Rolf Gensheimer: Luftbildarchäologie in Baden-Württemberg in den Jahren 1984/85. In: Dieter Planck (Hrsg.): Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1985. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1986, S. 17 f., ISBN 3-8062-0465-9 1911 wurde der Ort elektrifiziert. 1935 verursachte ein starkes Erdbeben Gebäudeschäden. Von 1994 bis 2000 erweiterte man das Baugebiet Breite III, das ab 2010 um Breite IV erweitert wurde.duermentingen.de Geschichte Heudorfs
Religion Die Gemeinde ist traditionell römisch-katholisch geprägt. Die katholischen Kirchengemeinden St. Johannes Evangelist in Dürmentingen, St. Georg in Hailtingen und St. Oswald in Heudorf gehören zur Seelsorgeeinheit Ertingen im Dekanat Biberach.
Eingemeindungen 60px|Burgau 1934: Burgau (württembergischer Teil) 1. Januar 1969: Burgau (hohenzollerscher Teil) 58px|Hailtingen 1. Oktober 1974: Hailtingen 60px|Heudorf 1. Oktober 1974: Heudorf am Bussen
Einwohnerentwicklung 1693: 400 Einwohner 1900: 895 Einwohner 1950: 1128 Einwohner 1961: 2003 Einwohner 1970: 2187 Einwohner 1980: 2267 Einwohner 1990: 2207 Einwohner 2000: 2551 Einwohner 2010: 2587 Einwohner 2020: 2590 Einwohner
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat von Dürmentingen umfasst derzeit 14 gewählte ehrenamtliche Mitglieder, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt, sowie den Bürgermeister als ebenfalls stimmberechtigten Vorsitzenden. Die letzte Wahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,2 % zu folgendem Ergebnis: Unabhängige Bürger: 70,3 %, 10 Sitze Engagement und Zukunft für Dürmentingen: 29,7 %, 4 Sitze
Bürgermeister Im März 2016 wurde der Bankbetriebswirt Dietmar Holstein (parteilos) zum Bürgermeister gewählt.staatsanzeiger.de Im März 2024 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr 1916 wurde die Federseebahn Bad Schussenried – Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem Reststück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. Die Bahn hatte zwei Haltepunkte auf dem Gemeindegebiet (Dürmentingen und Hailtingen). 1960 wurde der Gesamtverkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke abgebaut.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist der Ortsteil Hailtingen über Göffingen (Gemeinde Unlingen) mit Riedlingen und in der anderen Richtung über Uttenweiler mit Biberach an der Riß verbunden.
Bildungseinrichtungen Dürmentingen verfügt über eine Grundschule in kommunaler Trägerschaft, die in ihrer Historie auf das Jahr 1585 zurückgeht, und mit der Edith-Stein-Schule über eine Grund-, Haupt-, Förder- und Berufsschule in der Trägerschaft der Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat vom Kloster Brandenburg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Johannes von Nepomuk Der Ortsteil Heudorf liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, die an vielen Kulturgütern vorbeiführt.
Bauwerke Im Ortsteil Hailtingen findet sich die abgegangene Burg Hailtingen und die katholische Pfarrkirche St. Georg, im Ortsteil Heudorf das Schloss Heudorf.
Im Ortsteil Dürmentingen befinden sich die katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist und die Lorettokapelle.
Festival ohne Bands Das Festival ohne Bands findet seit 2017 jährlich im Ortsteil Hailtingen statt. Das Festivalgelände befindet sich zwischen Hailtingen und Betzenweiler. Veranstaltet wird es von der CA Future GmbH.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Franz Karl Eusebius von Waldburg-Friedberg und Trauchburg (1701–1772), Fürstbischof von Chiemsee
Weitere Persönlichkeiten, die in Dürmentingen gewirkt haben Franz Xaver Clavel (1729–1793), Hofrat und Kanzleiverwalter
Literatur
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Biberach
Kategorie:Ersterwähnung 811