miniatur|Das Logo des IAB miniatur|Sitz des IAB in Nürnberg Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ist eine besondere Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit (BA).Wissenschaftsrat: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg Hintergrundinformation. Berlin, 28. Januar 2019.
Geschichte Es wurde 1967 als selbständige Einheit der damaligen Bundesanstalt für Arbeit gegründet, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der zunehmenden Automatisierung der Produktion zu erforschen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. In den 1970er Jahren erfolgte die Eingliederung des Instituts als Abteilung in die Hauptstelle der Bundesanstalt für Arbeit. Die Umstrukturierung der Bundesanstalt in die Bundesagentur für Arbeit führte im Jahr 2004 wieder zur organisatorischen Trennung des IAB von der Zentrale der BA. Seither hat das Institut die Rechtsform einer besonderen Dienststelle.Wissenschaftsrat: Stellungnahme zum Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg Frankfurt am Main, 2007.40 Jahre IAB - ein Rückblick IAB-Jahresbericht 2007 (PDF; 978 kB).
Aufgaben Die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gehört zu den gesetzlichen Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit ( Nr. 2 SGB III). Sie deckt damit einerseits ihren eigenen Informationsbedarf, andererseits leistet sie auch Politikberatung für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ( Abs. 1 SGB III). Das IAB ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen.
Ständige Aufgabe des IAB ist es, die Wirkung der Arbeitsförderung zu untersuchen ( Abs. 2 SGB III). In die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind die Wirkungen der Leistungen zur Eingliederung in Arbeit ( SGB II)vgl. Leistungen zur Eingliederung in Arbeit Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 17. Juni 2020. und der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld) nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch einzubeziehen ( SGB II). IAB, abgerufen am 24. Juni 2021.
Die Wirkungsforschung untersucht gem. Abs. 3 SGB III insbesondere in welchem Ausmaß die Teilnahme an einer Maßnahme die Vermittlungsaussichten der Teilnehmenden verbessert und ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöht, vergleichend die Kosten von Maßnahmen im Verhältnis zu ihrem Nutzen volkswirtschaftliche Nettoeffekte beim Einsatz von Leistungen der aktiven Arbeitsförderung Auswirkungen auf Erwerbsverläufe.vgl. IAB-Stellungnahme: Ausgewählte Beratungsergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Link-Liste mit Publikationen des IAB. ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, abgerufen am 24. Juni 2021.
Die Ergebnisse werden veröffentlicht ( SGB III).
Forschungsschwerpunkte und -methoden Damit Arbeitsmarktprozesse aus vielen Perspektiven beleuchtet, vielfältige Aspekte analysiert und differenzierte Problemlösungen entwickelt werden können, wurde das IAB schon früh interdisziplinär ausgerichtet. So arbeiten auch derzeit am Institut Ökonomen, Soziologen, Betriebswirte, Mathematiker oder Politologen, um das breite Spektrum der Forschungsfelder rund um den Arbeitsmarkt abzudecken.
Die Forschungsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Arbeitsmarktpolitik, regionale und internationale Arbeitsmärkte, Gesamtwirtschaft und Institutionen, Betriebe, Qualifizierung und Berufe, Lebenschancen und soziale Ungleichheit sowie Methoden und Daten für externe Partner aus der Wissenschaft. Hinzu kommen übergreifende Arbeitsgruppen zu Berufe, Weiterbildung, Migration und Integration, Geschlechterforschung, Arbeit in der digitalisierten Welt, Datenqualität, Qualitative Methoden, Qualität der Beschäftigung, Mindestlohn und Langzeitleistungsbezug.vgl. Jahresplanung des IAB: Forschungs- und Arbeitsprogramm 2021 12. November 2020.
Das zum Forschungsschwerpunkt „Regionale und internationale Arbeitsmärkte“ gehörende Regionalbüro am IAB koordiniert die Arbeit des Regionalen Forschungsnetzes (RFN) in den regionalen IAB-Forschungsstellen an den zehn Regionaldirektionen der BA: IAB-Nord (Kiel), IAB-Niedersachsen-Bremen (Hannover), IAB-Berlin-Brandenburg (Berlin), IAB-Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), IAB-Hessen (Frankfurt am Main), IAB-Sachsen-Anhalt-Thüringen (Halle (Saale)), IAB-Sachsen (Chemnitz), IAB-Rheinland-Pfalz-Saarland (Saarbrücken), IAB-Bayern (Nürnberg), IAB-Baden-Württemberg (Stuttgart).
Das IAB wertet vor allem die im Geschäftsbereich der Bundesagentur vorhandenen oder aus anderen statistischen Quellen übermittelten Daten aus. Dazu gehören neben den von der Bundesagentur im Rahmen ihrer Aufgaben selbst erhobenen Sozialdaten ( SGB III) auch vom Statistischen Bundesamt und den statistischen Ämtern der Länder für statistische Zwecke erhobene Einzelangaben über persönliche und sachliche Verhältnisse ( Abs. 5 Satz 7 SGB III, Abs. 6 BStatG), die den Einzugsstellen von den Arbeitgebern erstatteten Meldungen ( Abs. 6 SGB III, SGB IV) sowie Sozialdaten anderer Sozialleistungsträger ( Abs. 7 Satz 3 SGB III, , Abs. SGB X, SGB I).
Das IAB darf ergänzend Erhebungen durchführen, wenn sich die Informationen nicht bereits aus den vorhandenen Daten oder aus anderen statistischen Quellen gewinnen lassen ( Abs. 5 Satz 2 SGB III).vgl. Aktuelle Befragungen IAB, abgerufen am 26. Juni 2021. Vor diesem Hintergrund führt das IAB eine Reihe an Befragungen durch, unter anderem das IAB-Betriebspanel, das Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung (PASS), das Linked Personell Panel (LPP) und die Arbeit und Betrieb - Beschäftigtenbefragung.
Das Kompetenzzentrum Empirische Methoden (KEM) schafft die datentechnischen und methodischen Grundlagen für die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. IAB, abgerufen am 26. Juni 2021. Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) der BA im IAB soll den Datenschutz gewährleisten.Das Forschungsdatenzentrum der BA im IAB IAB, abgerufen am 26. Juni 2021.
Das IAB „hat sich als öffentlich geförderte Einrichtung zum Ziel gesetzt, die freie Verbreitung qualitätsgesicherter Forschungsergebnisse der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Sinne des Open Access zu unterstützen“.https://iab.de/das-iab/forschung-beratung/open-access-policy/
Direktoren des IAB 1967–1987: Dieter Mertens 1988–1994: Friedrich Buttler 1994–1997: Hans-Peter Leikeb (kommissarisch) 1997–2002: Gerhard Kleinhenz 2003–2007: Jutta Allmendinger 2007–2018: Joachim Möller seit 2019: Bernd Fitzenberger
Die Leitung des Instituts wird unterstützt von einem wissenschaftlichen Beirat.Wissenschaftlicher Beirat IAB, abgerufen am 30. September 2023.
Literatur Thomas Hinz: Methoden der Arbeitsmarktforschung. In: Martin Abraham, Thomas Hinz (Hrsg.): Arbeitsmarktsoziologie. Probleme, Theorien, empirische Befunde. Springer Fachmedien Wiesbaden, 3. Aufl. 2018, S. 479–524.
Weblinks
Website des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Organigramm Willkommen beim Graduiertenprogramm (GradAB) Gemeinsames Graduiertenprogramm des IAB und des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsmarkt (Deutschland) Kategorie:Ressortforschungseinrichtung Kategorie:Empirische Sozialforschung Kategorie:Forschungsinstitut in Nürnberg Kategorie:Organisation (Politikberatung) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1967