Prince of Persia (englisch; deutsch „Prinz von Persien“) ist eine Computerspielreihe, die 1989 mit dem gleichnamigen Spiel von Jordan Mechner für den Heimcomputer Apple II begründet wurde. Durch die seinerzeit fortschrittlichen Animationen und das ausgefeilte Nahkampfsystem setzte es neue Maßstäbe im Bereich der Plattformspiele.gamepro.com: vom 17. Oktober 2003 (englisch, aufgerufen am 18. Juni 2010) Es wurde auf verschiedene Plattformen portiert und erhielt mehrere Fortsetzungen. Die ersten Titel erschienen über Brøderbund, seit 2001 ist die Marke im Besitz des französischen Publishers Ubisoft.
Chronologie JahrTitelSysteme1989Prince of PersiaDOS, Amiga, ST, CPC, Macintosh, Apple II, Game Boy, NES, Game Gear, Master System, Mega Drive, Sega Mega-CD, SAM Coupé, Super Nintendo1993Prince of Persia 2: The Shadow and the FlameDOS, Super Nintendo, Macintosh1996Prince of PersiaZX Spectrum 128K1999Prince of Persia 3DWindows, Dreamcast (mit dem Untertitel Arabian Nights)2002Prince of Persia: Harem AdventuresMobiltelefon2003Prince of Persia: The Sands of TimeWindows, PlayStation 2, PlayStation 3, Xbox, GameCube2004Prince of Persia: Warrior WithinWindows, PlayStation 2, PlayStation 3, Xbox, GameCube, iPhone2005Prince of Persia: RevelationsPSP2005Prince of Persia: The Two Thrones (bzw. Rival Swords)Windows, PlayStation 2, PlayStation 3, Xbox, GameCube, Mac OS X, PSP, Wii2005Battles of Prince of PersiaNintendo DS2007Prince of Persia ClassicXbox 360, PlayStation 32008Prince of PersiaWindows, Xbox 360, PlayStation 3, Mac OS X2008Prince of Persia: The Fallen KingNintendo DS2008Prince of PersiaMobiltelefon2009Prince of Persia: EpilogueXbox 360, PlayStation 32010Prince of Persia: Der Sand der Zeit (Film)2010Prince of Persia: Die vergessene ZeitWindows, PSP, PlayStation 3, Xbox 3602010Prince of Persia: The Forgotten SandsWii, NDS2010Prince of Persia RetroiOS2011Prince of PersiaC64 (Konvertierung der Apple-II-Version von 1989)2012Prince of Persia ClassiciOS, Android2018Prince of PersiaBBC Master (Konvertierung der Apple-II-Version von 1989)2021Prince of PersiaAtari XE (Konvertierung der Apple-II-Version von 1989)2024Prince of Persia: The Lost CrownSwitch, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X|S, Windows, Amazon Luna2025The Rogue Prince of PersiaWindows, PlayStation 5, Xbox Series X/S, Switch, Switch 2
Geschichte Ein Vorläufer von Prince of Persia war das ebenfalls von Jordan Mechner programmierte Spiel Karateka, das 1984 auch schon von Brøderbund (seinerzeit auf dem Apple II, Atari und dem C64 sowie als Master Karateka für den Nintendo Game Boy) veröffentlicht wurde und bereits durch außergewöhnliche Animation der Bewegungen der Figuren auffiel.
Prince of Persia war für die damalige Zeit eine wirkliche Innovation. Erstmals wurden mit Hilfe der Rotoskopie menschliche Bewegungen relativ realitätsnah dargestellt.
Das Spiel wurde für zahlreiche Plattformen umgesetzt, darunter Amiga, CPC, Apple II, Macintosh, Game Boy, PC, Mega Drive, Master System, Game Gear, NES, SAM Coupé, SNES, ZX Spectrum sowie Mobiltelefone. Das Spiel vermochte den Spieler zu überraschen und zu fesseln, obwohl es auf den ersten Blick eintönig wirkte.
Im Jahr 1999 erschien Prince of Persia 3D für den PC. Dieses Spiel konnte sich trotz neuer Spiel-Engine und neuen Funktionen kommerziell nicht durchsetzen. Deshalb erschien der Nachfolger Prince of Persia: The Sands of Time erst vier Jahre später für die Konsolen (Xbox, PlayStation 2, GameCube) und für den PC. Prince of Persia: The Sands of Time konnte auf der E3 in Los Angeles zahlreiche Auszeichnungen gewinnen. Kritiker und Käufer waren sich einig, dass dieser Teil den Mythos von Prince of Persia wiederbeleben konnte. Mittlerweile zählt die Sands-of-Time-Tetralogie zu den beliebtesten Action-Adventures auf allen Plattformen. Das Drehbuch führt der Schöpfer des Prinzen: Jordan Mechner.
Der Name des Prinzen Das Aussehen, die Laune und selbst der Charakter des Prinzen variieren in allen Spielen. Zum Beispiel spielt er in Warrior Within den verzweifelten, ernsten Mann, der auf dramatische Weise versucht, das Schicksal zu umgehen und jeden vernichtet, der sich ihm in den Weg stellt. In The Sands of Time ist er hingegen sehr ironisch und nervt seine Begleiterin Farah mit seinem Sarkasmus und in Prince of Persia (2008) gleicht er einem immerlustigen Wanderer, der in den ernstesten Situationen immer noch einen Scherz parat hat. Trotzdem geht es ihm letztendlich immer nur darum, das Böse zu besiegen und eine oder mehrere Frauen zu retten. Doch das Ausschlaggebendste einer Persönlichkeit wurde dem Prinzen bisher in allen Spielen verwehrt: ein Name. Selbstverständlich ist und bleibt er meist der Prinz von Persien (engl. Prince of Persia), womit ihn die Nebenfiguren in der Sands of Time-Trilogie auch ansprechen, doch niemals stellt er sich mit seinem Vornamen vor. Auf eine entsprechende Frage Farahs, der weiblichen Hauptrolle in Prince of Persia: The Sands of Time, antwortet er zwar „nennt mich einfach Kakulukiam“, ein Zauberwort aus ebendiesem Teil. Dies hat jedoch mit seinem wahren Namen nichts zu tun. In der gleichnamigen Verfilmung heißt der Prinz jedoch Dastan (persisch دستان : Dastan oder auch Deylamān Namensgebung nach Geburtsort).
Die Klassiker Prince of Persia
mini|Freie Variante SDLPoP Die Handlung des Spiels ist in Persien angesiedelt. Während sich der Schah fernab seines Palastes im Krieg befindet, versucht der machtgierige Wesir Jaffar den Thron an sich zu reißen. Jaffar nimmt die Prinzessin gefangen und gibt ihr 60 Minuten Bedenkzeit – entweder sie heiratet ihn oder sie stirbt. Der Prinzessin bleibt nur die Hoffnung, dass ihre wahre Liebe, ein Abenteurer aus einem fernen Land, zu ihr kommt und sie rettet. Dieser ist jedoch schon auf Jaffars Befehl hin eingekerkert worden. Der Spieler übernimmt nun die Rolle des Abenteurers, dessen Liebe die Prinzessin ist. Er muss aus dem Gefängnis entkommen und die Prinzessin retten, bevor die 60 Minuten abgelaufen sind, indem er Fallen (z. B. Zacken, Abgründe, ab Level 3 Messer, ab Level 7 Doppelmesser, Level 10 Dreifachmesser) und Wachen überwindet, auferstehenden Skeletten entkommt und im späteren Verlauf des Spiels mit seinem Spiegelbild „Frieden schließt“. Von diesem wird der Spieler zwar wie von einem regulären Gegner angegriffen. Stirbt im Kampf das Spiegelbild, so stirbt auch die Spielfigur, einziger Ausweg ist, das Schwert wegzustecken. Der Wesir muss getötet werden, um Persien von seiner Tyrannei zu befreien. So kann der Spieler am Ende die Prinzessin retten und anschließend heiraten, wodurch er zum „Prince of Persia“ (Prinz von Persien) wird.
Eine Tücke des Spiels liegt darin, dass es in Echtzeit abläuft, so dass der Spieler möglichst zügig alle Herausforderungen meistern muss. Ab Level 3 ist es jedoch möglich, das Spiel abzuspeichern.
Im Jahr 1994 hat ein russischer Fan erstmals eine Modifikation des Spieles entwickelt. Die Mod heißt Prince of Persia 4D und ist auf dem PC (PC-kompatibles DOS wie MS-DOS) spielbar. Die Story ist dieselbe wie im Hauptspiel, aber der Schwierigkeitsgrad im zweiten Level steigt in enorme Höhe. Insbesondere sind die Räume nicht zweidimensional miteinander verbunden, sodass man sich sehr leicht verlaufen kann. Der Name „4D“ hat durchaus Sinn. Im vierten und fünften Level zum Beispiel wiederholen sich die Räume oben und unten. Also der unterste Raum ist mit dem obersten verbunden. Im sechsten Level kann man in einen Raum gehen, und wenn man zurückgeht, ist man plötzlich in einem anderen Raum. Hier kommt die vierte Dimension ganz besonders zum Tragen.
Mit princed existiert ein Projekt, eine freie Engine des Spieles inklusive Leveleditor, Ressourceneditor (mit dem Mediadateien des Spieles bearbeiten werden können) und anderen Werkzeugen zu entwickeln. Bisher ist die Engine, genannt freeprince, jedoch noch im Alphastadium. Obwohl der Leveleditor nun bereits in dritter Version vorhanden ist, wird von Fans des Spieles gerne das Programm Roomshaker benutzt, da dieser schneller zu bedienen ist. Seit Erscheinen der Editoren sind nun eine gewaltige Menge von Modifikationen im Netz vorhanden, die nicht immer nur auf die Levelsets, sondern oft auch Grafik und Ton verändern.
2007 erschien ein Remake des Originals mit Namen Prince of Persia Classic für die Xbox 360 als kostenpflichtiger Download. Das Remake hält sich in puncto Spielmechanik eng an das Original von 1989 und ist vom Levelaufbau und -Inhalt her mit diesem identisch, verfügt allerdings über komplett neu erstellte Level-Grafiken und Gegnertypen. Die Bewegungen des Prinzen wurden außerdem um einen Wandsprung sowie das Kampfsystem um die Möglichkeit eines tödlichen Konters geringfügig erweitert. Des Weiteren wurden Charaktermodelle aus The Sands Of Time verwendet. Jaffar wurde durch den Wesir, die Prinzessin durch Farah sowie der Prinz durch das oberkörperfreie Modell aus dem späteren Verlauf von The Sands Of Time ersetzt. Das böse Spiegelbild des Prinzen hat außerdem große Ähnlichkeit mit den Dunklen Prinzen aus The Two Thrones. 2008 wurde das Spiel in identischer Form auch für die PlayStation 3 veröffentlicht.
2011 wurde das Spiel komplett für den Commodore 64 umgesetzt. Es handelt sich um Fanprojekt, das nur mit Hilfe eines Easy-Flash-Moduls auf einem realen C64 gespielt werden kann.
Quellcode-Veröffentlichung Am 17. April 2012 veröffentlichte Jordan Mechner den bisher verloren geglaubten Quellcode von Prince of Persia für den Apple II auf GitHub.
Prince of Persia 2: The Shadow and the Flame
Dieser Teil der achtteiligen orientalischen Saga wurde 1994 veröffentlicht und zeichnet sich durch eine bessere Grafik und weitaus mehr Gegner aus. Außerdem wurden in Teil 2 die Speicher- und Lademöglichkeiten erweitert: Neuerdings waren mehrere Speicher-Slots vorhanden, um mehrere Spielstände abzuspeichern.
Prince of Persia 3D
Der Sultan, die Prinzessin und der Prinz werden vom Bruder des Sultans, König Assan, zu einem Bankett geladen. Gerüchte besagen, er sei ein grausamer Herrscher, aber aus Höflichkeit folgen sie seiner Einladung dennoch. Diese führt jedoch zur Gefangennahme des Sultans und zur Entführung der Prinzessin; der Prinz selbst landet wieder einmal im Kerker. Assans Sohn Rugnor sollte eigentlich mit der Prinzessin vermählt werden, doch der Prinz machte diesen Plan zunichte, ohne davon zu wissen. Nun muss der Prinz erneut seine große Liebe vor einem schrecklichen Schicksal retten.
Der dritte Teil wurde 1999 von Red Orb Entertainment veröffentlicht und enthält erstmals 3D-Grafik.
Sands-of-Time-Saga Diese Tetralogie wurde von Ubisoft mit Unterstützung von Jordan Mechner entwickelt. Alle vier Teile der Serie wurden mit einer abgeänderten Version der „Jade-Engine“ programmiert, die auch schon in Beyond Good & Evil genutzt wurde (ebenfalls von Ubisoft).
Prince of Persia: The Sands of Time
In der Antike besiegen die Perser unter Führung ihres Königs Sharaman und seines (jüngsten) Sohnes den mächtigen indischen Maharadscha. Bei der Plünderung des Palastes entdeckt der vom Spieler gesteuerte Prinz einen mysteriösen Dolch, während die Männer seines Vaters eine übergroße extravagante Sanduhr aus dem Palast schleppen. Was der Prinz allerdings nicht weiß: Diese beiden Objekte können dem Besitzer Macht über die Zeit selbst geben. Hinters Licht geführt durch den Wesir, der zuvor bereits seinen Maharadscha verraten hatte, setzt der Prinz den Sand der Zeit frei.
Das hat die Zerstörung des Königreichs und die Verwandlung der Bevölkerung in grausame Kreaturen zur Folge. Nur drei Personen bleiben aufgrund dreier uralter Gegenstände, die sich in ihrem Besitz befinden, verschont. Der Prinz verfügt über den Dolch der Zeit, die entführte Tochter des Maharadschas, Prinzessin Farah, besitzt ein Amulett der Zeit (welches der Prinz auch in Teil 2 verwendet) und der Wesir einen magischen Stab der Zeit. Nun kämpfen der Prinz und Farah darum, die natürliche Ordnung wiederherzustellen.