mini|Uferpromenade im Stadtzentrum mini|Philharmonie im Zentrum mini|Fußgängerzone im Zentrum mini|Fußgängerzone 2 mini|Prospekt Stroiteley Pensa (, wissenschaftliche Transliteration: Penza) ist eine russische Stadt etwa 550 Kilometer Luftlinie südöstlich von Moskau am Fluss Sura. Sie ist mit 488.000 Einwohnern (Stand: 2025) die größte Stadt in der Oblast Pensa und deren Verwaltungszentrum.
Geschichte Pensa wurde im Jahre 1663 als Teil der Befestigung zur Sicherung des Russischen Reiches an der südöstlichen Grenze gegen die Angriffe der Krimtataren per Ukas des Zaren Alexei Michailowitsch gegründet. 1716 wurde Pensa Provinzhauptstadt innerhalb des Gouvernements Kasan und 1796 später Hauptstadt des Gouvernements Pensa. 1874 wurde die Stadt an das russische Eisenbahnnetz angeschlossen.
Nach der Oktoberrevolution von 1917 begann der Russische Bürgerkrieg, in dessen Verlauf Pensa am 29. Mai 1918 von Truppen der auf der Seite der Komutsch (Komitee der Mitglieder der konstituierenden Versammlung) stehenden Tschechoslowakischen Legionen unter Stanislav Čeček eingenommen wurde. Nach zwei Tagen zogen sie weiter, somit erhielt die Rote Armee die Kontrolle über die Stadt zurück.
Als am 7. Februar 1939 durch Abspaltung der Oblast Tambow die Oblast Pensa entstand, wurde die Stadt zu deren administrativem Zentrum bestimmt.
Von 1945 bis 1947 bestanden in der Stadt die Kriegsgefangenenlager Nummer 161 und 399 für deutsche Kriegsgefangene.Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 59.981 1939 159.776 1959 255.481 1970 373.650 1979 482.916 1989 542.612 2002 518.025 2010 517.311 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Verkehr Die Stadt ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit fünf Bahnhöfen (die wichtigsten sind der Hauptbahnhof Pensa I und der Rangierbahnhof Pensa V) und verfügt über den Flughafen Pensa, der seit 2004 wieder für den zivilen Verkehr geöffnet ist. Pensa liegt an der Fernstraße M5, die ein Teil der Europastraße 30 ist. Die Stadt ist über die Fernstraße R158 mit Nischni Nowgorod, Saransk und Saratow verbunden. Gleichzeitig ist sie Endpunkt der R208, die in östlicher Richtung aus Tambow führt.
Wirtschaft Die deutsche Felix Schoeller Gruppe betreibt in der Stadt die Papierfabrik Mayak-Technocell. In Pensa wurden zwischen 1956 und 1964 die historisch bedeutenden Computer der Sowjetunion vom Typ Ural gefertigt.
Sonstiges Siebzehn Kilometer südöstlich von Pensa befindet sich das Chemiewaffenlager Leonidowka, in dem fast 7000 t Nervengas lagern. Ab dem Zweiten Weltkrieg diente die Gegend immer wieder als regionale, aber auch internationale Drehscheibe im Chemiewaffengeschäft. Bereits 1993 ergaben Bodenproben eine massive Überschreitung der Grenzwerte von Arsen und Dioxinen. 2001 wurde mit der Sanierung des verseuchten Umlandes begonnen.
Der Asteroid des äußeren Hauptgürtels (3189) Penza ist nach der Stadt benannt.
Stadtgliederung mini|Eine Straße im Stadtzentrum von Pensa Die Stadt besteht aus vier Stadtrajons: Железнодорожный район (Eisenbahn-Stadtbezirk) Ленинский район (Lenin-Stadtbezirk) Октябрьский район (Oktober-Stadtbezirk) Первомайский район (Erster-Mai-Stadtbezirk)
Weiterführende Bildungseinrichtungen Fakultät des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie Filiale der Internationalen Unabhängigen Ökologisch-Politologischen Universität Filiale der Öffentlichen Sozialuniversität Moskau Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Pensa Staatliche Pädagogische Universität Pensa Staatliche Universität Pensa Staatliche Universität für Architektur und Bauwesen Pensa Technisches Artillerieinstitut Pensa (ПВАИУ: Пензенское Высшее Артиллерийское Инженерное ордена Красной Звезды Училище имени Главного маршала артиллерии Н. Н. Воронова – Pensaer Artillerieingenieurhochschule „N. N. Woronow“, ausgezeichnet mit dem Orden „Roter Stern“) Sawizki-Kunstfachschule Pensa Staatliche Technologische Universität Pensa
Sehenswürdigkeiten Das Planetarium von Pensa befindet sich im Stadtpark und gilt als lokal bedeutsames historisches und kulturelles Monument, das bereits im Jahre 1954 in einer älteren hydrometeorologischen Einrichtung installiert wurde.
Sport Der Eishockeyverein HK Disel Pensa nimmt am Spielbetrieb der zweithöchsten russischen Spielklasse teil. Im Fußball ist die Stadt durch den Verein FK Zenit Pensa vertreten. In Pensa ist die Rugbymannschaft Imperija Pensa beheimatet. Von 2006 bis 2012 fand in Pensa ein jährlich ausgetragenes Tennisturnier Penza Cup statt.
Städtepartnerschaften Pensa listet folgende zwölf Partnerstädte auf: StadtLandseitAlba 15px2012Békéscsaba 15px1970BordigheraBusan2006Julienne 15px2007LanzhouMahiljou 15px2009Omsk 15px2010Ramat Gan 15px2007Tambow 15px2004Tscheboksary 15px2007Yibin
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt Alexei Chowanski (1814–1899), Verleger der ersten russischen sprachwissenschaftlichen Zeitschrift Philologische Notizen Nikolai Taganzew (1843–1923), Jurist und Hochschullehrer Wsewolod Meyerhold (1874–1940), Regisseur und Schauspieler Nikolai Awksentjew (1878–1943), Sozialrevolutionär und Politiker Waldemar Hartmann (1888–1942), deutschbaltischer Kunsthistoriker und Sachbearbeiter in der Dienststelle Rosenberg Wsewolod Pudowkin (1893–1953), Filmregisseur und Schauspieler Sinaida Iwanowa (1897–1979), Bildhauerin und Hochschullehrerin Pjotr Dolgow (1920–1962), Luftwaffenoffizier, Fallschirmspringer und Raumfahrtpionier Nina Krascheninnikowa (1928–2021), Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin Larissa Kronberg (1929–2017), Schauspielerin und Agentin Juri Popow (* 1929), Physiker und Hochschullehrer Alexander Melentjew (1954–2015), Sportschütze Juri Schundrow (1956–2018), russisch-ukrainischer Eishockeytorwart und -trainer Alexei Wdowin (1963–2022), Wasserballspieler Igor Ossinkin (* 1965), Fußballspieler und -trainer Alexander Samokutjajew (1970–2026), Kosmonaut Witali Atjuschow (* 1979), Eishockeyspieler Michael Neumeister (* 1985), deutscher Volleyballspieler Denis Abljasin (* 1992), Turner Bogdan Bobrow (* 1997), Tennisspieler
Personen, die in Pensa lebten und wirkten Franz Anton Egetmeyer (1760–1818), deutscher Schneider; wurde wegen seiner Aufnahme von Kriegsgefangenen literarisch bekannt Aristarch Lentulow (1882–1943), Maler, Bühnenbildner und Pädagoge; studierte Malerei an der Kunsthochschule in Pensa Andreï Makine (* 1957), französischer Schriftsteller; wuchs in Pensa auf Egor Kreed (* 1994), russischer Sänger; geboren in Pensa
Klimatabelle
Quellen
Weblinks
http://www.penza-gorod.ru/ http://www.penza-gsm.ru/index http://www.penza-online.ru/
Kategorie:Ort in der Oblast Pensa
Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Russland Kategorie:Hauptstadt eines Föderationssubjekts Russlands Kategorie:Gemeindegründung 1663 Kategorie:Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden