Die 31. Infanterie-Division, ab dem 21. Juli 1944 31. Grenadier-Division und ab 9. Oktober 1944 31. Volksgrenadier-Division, war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

Geschichte

Aufstellung Die Division wurde am 1. Oktober 1936 in Braunschweig aufgestellt und im August 1939 als Teil der 1. Welle mobilisiert. Die Benennung „Löwendivision“ geht auf den Braunschweiger Löwen zurück.

Polenfeldzug Während des deutschen Angriffs auf Polen nahm die Division an der Schlacht um Warschau teil.Adrian Wettstein: Die Wehrmacht im Stadtkampf 1939–1942. Ferdinand Schöningh, Paderborn, 2014. S. 77.

1941 Die 31. Division wurde im April 1941 nach Dęblin an die Weichsel verlegt und war dem XII. Armeekorps unterstellt. Ende Mai verlegte die 31. Infanterie-Division unter dem neuen Kommandeur Generalleutnant Kurt Kalmukoff für die Operation Barbarossa nach Brest-Litowsk.

Unternehmen Barbarossa Am 24. Juni war die Division bei Pratulin im Abschnitt der Panzergruppe 2 vollständig über den Bug gebracht und nahm nach dem Vorstoß nördlich von Slonim am Zelvianka-Abschnitt an der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk teil. Am 13. Juli wurde die Beresina bei Perewoz überschritten und am 16. Juli der Dnjepr-Abschnitt bei Stary Bychow überschritten. Am 18. August wurde der Sudost-Abschnitt erreicht und im Raum südwestlich von Roslawl eine Verteidigungslinie zwischen Potschep und Letoshniki bezogen. Anfang Oktober 1941 wurde die Division während des Vorstoßes zur Desna dem LIII. Armeekorps zugeordnet. Während der Kesselschlacht von Brjansk überschritt die Division am 13. Oktober in der Nähe von Krylowka die Bolwa und erreichte am 27. Oktober den Oka-Abschnitt bei Belew. Im Winter 1941/42 nahm die Division im Bereich des XXXXIII. Armeekorps am südlichen Abschnitt der Schlacht um Moskau teil. Während der Schlacht um Tula erfolgte am 4. Dezember die russische Gegenoffensive, welche die 31. Division nach einem erfolglosen Gegenangriff über Zubowo zum Rückzug nach Juchnow zwang.

Unternehmen Zitadelle Im Juli 1943 am nördlichen Frontbogen von Kursk im Abschnitt des XXXXVI. Panzerkorps eingesetzt, räumte das Pionier-Bataillon 31 Minenfelder für einen Panzerangriff der Gruppe Manteuffel frei.

1944 Die 31. Division im Frühjahr 1944 im Raum östlich von Mogilew zurückgedrängt, tauschte ihren Abschnitt am rechten Flügel der 4. Armee und an der Nahtstelle zur 9. Armee, mit der 260. Infanterie-Division, wo sie in unübersichtlichen Waldstellungen eingesetzt war. Der Gefechtsstand befand sich in Judino. Neben dem Ausbau der Hauptkampflinie wurden weiterhin erfolgreich Stoßtrupps eingesetzt.

Vernichtung 1944 Nach Beginn der Operation Bagration wurde die Division als Teil des XII. Armeekorps durch den Angriff der sowjetischen 49. Armee bei Tschaussy überrannt und bis Anfang Juli 1944 im Kessel östlich von Minsk fast vollständig zerschlagen. Generalleutnant Wilhelm Ochsner geriet dabei in Gefangenschaft.

31. Grenadier-Division Am 21. Juli 1944 wurde aus der in der Aufstellung befindlichen 550. Grenadier-Division und aus den Resten der 31. Infanterie-Division die 31. Grenadier-Division aufgestellt. Die Unterstellung der 31. Grenadier-Division erfolgte in der Heeresgruppe Nord in Lettland unter die 18. Armee.

31. Volksgrenadier-Division Bereits am 9. Oktober 1944 wurde die 31. Grenadier-Division zur 31. Volksgrenadier-Division umgegliedert. Die Unterstellung blieb bei der Heeresgruppe Nord, wobei die Division zur Verfügung der 16. Armee gestellt wurde. Ab November 1944 kämpfte die Division als Kampfgruppe erneut bei der 18. Armee, erst um Riga und dann im Kurland. Nachdem die Division wieder ins Reichsgebiet zurückgezogen wurde, erfolgte im Wehrkreis XX Mitte Januar 1945 die Auffrischung. Ab Februar 1945 waren Teile der Division innerhalb der Heeresgruppe Weichsel bei der 2. Armee um Thorn im Einsatz. Die Division kam auf Hela, dort war sie ab April erneut als Kampfgruppe eingesetzt, in russische Kriegsgefangenschaft.

Personen Kommandeure der 31. Infanterie-Division

Dienstzeit Dienstgrad Name1. Oktober 1936 bis 1. April 1937Generalleutnant Herbert Fischer1. April 1937 bis 30. April 1941Generalmajor/GeneralleutnantRudolf Kaempfe22. Mai bis 13. August 1941 Generalleutnant Kurt Kalmukoff15. August 1941 bis 21. Januar 1942 Generalmajor Gerhard Berthold21. Januar bis 28. Februar 1942 Oberst Friedrich Hoßbach28. Februar bis 14. April 1942 Generalleutnant Gerhard Berthold16. April 1942 bis 1. April 1943 Generalmajor/Generalleutnant Kurt Pflieger1. April bis 16. Mai 1943 Oberst Hermann Flörke16. Mai bis 2. August 1943 Generalleutnant Friedrich Hoßbach2. August 1943 bis 25. September 1943OberstHans-Joachim von Stolzmann25. September 1943 bis Juni 1944 Generalmajor/Generalleutnant Wilhelm OchsnerJuni 1944OberstErnst König

Erster Generalstabsoffizier

Dienstzeit Dienstgrad Name 1939 bis Februar 1940 Oberstleutnant Hartwig Pohlmann Februar 1940 bis 14. März 1942 Major Fritz Ulrich 14. März 1942 bis 18. Juli 1943 Major Josef Selmayr Juli 1943 bis März 1944 Oberstleutnant Konrad Freiherr von Wangenheim März bis August 1944 Major Doda Freiherr zu Inn und Knyphausen August 1944 bis 1945 Major Heinz Hoffmann

Kommandeur der 31. Grenadier-Division/31. Volksgrenadier-Division Kommandeur der 31. Grenadier-Division war der Oberst/Generalmajor Hans-Joachim von Stolzmann.

Gliederung + Veränderungen in der Gliederung der 31. ID von 1939 bis 19441939 1942 1943–1944 Infanterie-Regiment 12Vom 1. Oktober 1934 bis 15. Oktober 1935 Infanterie-Regiment Halberstadt. Grenadier-Regiment 12 Infanterie-Regiment 17Vom 1. Oktober 1934 bis 15. Oktober 1935 Infanterie-Regiment Braunschweig.Das III. Bataillon (Jäger-Bataillon) des IR 17 trug in Tradition des 10. Hannoveraner Jäger-Bataillon in Goslar die Bezeichnung „Goslarer Jäger“. Ursprünglich hatte das Braunschweiger Infanterie-Regiment Nr. 92 und das Braunschweigische Husaren-Regiment Nr. 17 ein Totenkopf-Emblem, welches auf Regimentsstab, I. und II. Bataillon des IR 17 übertragen wurde. Grenadier-Regiment 17 Infanterie-Regiment 82 Grenadier-Regiment 82Artillerie-Regiment 31Das Artillerie-Regiment 31 bestand aus der I.–III. Abteilung und der I./Artillerie-Regiment 67.Pionier-Bataillon 31 Panzerabwehr-Abteilung 31 Panzerjäger-Abteilung 31 Aufklärungs-Abteilung 31 Radfahr-Abteilung 31 Füsilier-Bataillon 31 Beobachtungs-Abteilung 31Im Dezember 1939 von der Heerestruppe abgezogen. --Feldersatz-Bataillon 31Nachrichten-Abteilung 31Infanterie-Divisions-Nachschubführer 31 Gliederung der 31. Grenadier-Division (Juli 1944)

Grenadier-Regiment 12 mit zwei Bataillonen, aus Grenadier-Regiment 1112 (zunächst 1100) Grenadier-Regiment 17 mit zwei Bataillonen, aus Grenadier-Regiment 1111 Grenadier-Regiment 82 mit zwei Bataillonen, aus Grenadier-Regiment 1100 (zunächst 1111) Division-Füsilier-Kompanie 31, aus Division-Füsilier-Kompanie 550 Artillerie-Regiment 31 mit vier Batterien, aus Artillerie-Regiment 1550 Flak-Kompanie 31 und Sturmgeschütz-Abteilung 21 aus 1550 Divisions-Einheiten 31 aus 1550

Gliederung der 31. Volksgrenadier-Division (Oktober 1944)

Division-Füsilier-Kompanie 31 und Panzerjäger-Abteilung vervollständigt II./82 wurde zu III. (Jäger)/82 und IV./Artillerie-Regiment 31 zu I./Artillerie-Regiment 67

Auszeichnungen Insgesamt wurden 25 Angehörige der Division mit dem Ritterkreuz sowie 118 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Bekannte Divisionsangehörige Armin Eck (1914–1984), war von 1967 bis 1972, als Brigadegeneral, Amtschef und Präsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) der Bundeswehr Josef Selmayr (1905–2005), war von 1957 bis 1964, als Brigadegeneral, Amtschef und Präsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) der Bundeswehr

Literatur Martin Heinzelmann: Die Spuren des Löwen. Zu den verschwiegenen Verbrechen der 31. Infanteriedivision der Wehrmacht. Cuvillier-Verlag. Göttingen 2009. ISBN 978-3-86955-027-5.

Friedrich Hoßbach: Infanterie im Ostfeldzug 1941/1942. Giebel & Oehlschlägel Verlag, 1951 Mitcham, Samuel W., Jr. (2007). German Order of Battle. Volume One: 1st–290th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. PA; United States of America: Stackpole Books. ISBN 978-0-8117-3416-5, S. 77.

Anmerkungen

Kategorie:Division der 1. Aufstellungswelle Kategorie:Braunschweigische Militärgeschichte Kategorie:Gegründet 1936 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Niedersächsische Geschichte (20. Jahrhundert)