Helmut Ludwig Franz Janatsch (* 12. Oktober 1918 in Braunau am Inn als Helmut Ludwig Franz Janács;Taufbuch Braunau am Inn, tom. XXII, fol. 21 (Faksimile), abgerufen am 27. März 2024 † 24. November 1989 in Salzburg) war ein österreichischer Kammerschauspieler.
Leben Helmut Janatsch wurde am 12. Oktober 1918 als Sohn von Ludwig Janács, Leutnant-Rechnungsführer in der Reserve und Fabriksbesitzer in Linz (* 24. Juni 1884), und dessen Frau Hilda (geborene Danner; * 8. Mai 1888) in Braunau am Inn geboren und am 21. Oktober 1918 auf den Namen Helmut Ludwig Franz getauft. Seine Eltern hatten am 28. Mai 1917 geheiratet.
Janatsch besuchte nach dem Abitur die Hochschule für Welthandel und (von 1938 bis 1941) das Reinhardt-Seminar; beides in Wien. Gesangsunterricht erhielt er bei Z. Kestranek. Seine erste Rolle wurde 1942 der Claudio in Shakespeares Viel Lärm um nichts. Im selben Jahr verpflichtete ihn das Theater in der Josefstadt im Fach „Jugendlicher Liebhaber“, ehe er 1944 eingezogen wurde.
1945/1946 arbeitete er am Salzburger Landestheater, dann an der Wiener Kleinkunstbühne Die Insel, ab 1950 am Burgtheater in Wien. Seine bekanntesten frühen Bühnenrollen wurden der Michael in Sophienlund, der Don Karlos im gleichnamigen Schiller-Stück, der Ferdinand in Kabale und Liebe, der Gaston in Jean Anouilhs Der Reisende ohne Gepäck, der Napoleon in George Bernard Shaws Der Mann des Schicksals und der Georg Millner in Rainer Maria Rilkes Das tägliche Leben.
Seit seiner Mitwirkung mit einer kleinen Nebenrolle eines Reiteroffiziers in Walter Kolm-Veltées Beethoven-Film Eroica trat Janatsch auch in Kinofilmen auf. Janatsch war auch bekannt für seine Arbeit im Hörfunk, wo er als Autor literarische Dramatisierungen für den Hörfunk schuf.
Filmografie 1949: Eroica 1950: Kind der Donau 1951: Die Minderjährigen (Asphalt) 1952: Nicht die Zeit für Blumen (No Time for Flowers) 1957: Ich hab’ mich so an Dich gewöhnt 1961: Bridge mit Onkel Tom (TV) 1961: Geheime Wege (The Secret Ways) 1961: Jedermann 1962: Der Himmel kann warten (TV) 1963: Flucht der weißen Hengste (Miracle Of The White Stallions) 1983: Wagner – Das Leben und Werk Richard Wagners 1984: Weltuntergang 1985: Red Heat – Unschuld hinter Gittern 1985: Tatort: Des Glückes Rohstoff 1987: Der Schatz des Kaisers 1988: Der Zug
Hörspiele (Auswahl) 1955: Thomas Mann: Fiorenza – Bearbeitung und Regie: Ernst Schönwiese 1955: Terence Rattigan: Das Abschiedsgeschenk – Regie: Nicht angegeben 1960: Stefan Zweig: Die Augen des ewigen Bruders – Regie: Hans Conrad Fischer 1961: Ferdinand Raimund: Der Bauer als Millionär – Regie: Rudolf Steinboeck Mitschnitt der Festspielaufführung in der Salzburger Felsenreitschule aus dem Jahr 1961. 1962: Louis Gaulis: Kapitän Karagöz – Bearbeitung und Regie: Curt Goetz-Pflug 1965: Arthur Schnitzler: Sterben – Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner 1966: Joseph Conrad: Die letzte Fahrt der Sofala – Regie: Herbert Fuchs 1966: Juliane Windhager: Bahnhof ohne Namen – Regie: Ernst Schönwiese 1967: Hellmut Butterweck: Das Wunder von Wien – Regie: Heinz Hostnig 1969: Jean-Paul Sartre: Mauer (Geschichte aus dem Spanischen Bürgerkrieg) – Regie: Robert Casapiccola 1973: Michael Scharang: Anschlag – Regie: Claus Villinger 1978: Franz Hrastnik: Tod in Triest – Regie: Ferry Bauer 1981: Richard Hughes: Gefahr – Regie: Johannes Twaroch 1981: Robert Thomas: Der zweite Schuß – Bearbeitung und Regie: Peter Fröhlich 1981: Rudolf Brunngraber, Günter Eich: Radium – Regie: Heinz Hostnig 1983: Erich Hackl: Durch die Wüste – Regie: Helmut Froschauer 1983: Eugène Ionesco: Die Nashörner – Bearbeitung und Regie: Vintilă Ivănceanu 1984: Otto Brusatti: Die letzten Stunden der Menschheit oder Ein schöner Sonntag – Regie: Otto Brusatti 1987: E. T. A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi – Regie: Christian Lichtenberg 1987: Arthur Schnitzler: Der einsame Weg – Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 323. Ludwig Gesek (Hrsg.): Kleines Lexikon des österreichischen Films. Wien 1959. S. 25. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, . Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 455. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 336 f.
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