Bruno Thost (* 23. April 1936 in Erfurt; † 28. August 2019 in Lahr/SchwarzwaldSeelbacher Festspiele_ Ehrenintendant Bruno Thost ist tot. Baden Online vom 29. August 2019.) war ein deutscherPiet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, , Seite 941. Schauspieler, Theaterregisseur und Intendant.Seelbach - Trauer um Bruno Thost. In: Lahrer Zeitung vom 29. August 2019.Gemeinde Seelbach trauert um Bruno Thost. baden online vom 29. August 2019.
Leben Ausbildung Thost wuchs in Thüringen, Berlin, Sachsen und Baden-Württemberg auf. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er in Seelbach, wo sein Vater eine Stelle an der dortigen Wetterstation erhalten hatte.Susanne Gilg: Die Bühne ist seine Heimat. In: Badische Zeitung vom 23. April 2016. Abgerufen am 30. August 2019. Er absolvierte das Abitur am Scheffel-Gymnasium in Lahr. Thost studierte zunächst sechs Semester Maschinen- und Flugzeugbau an der Technischen Hochschule Stuttgart.Bruno Thost. Biografie bei Club Carriere. Abgerufen am 25. Juli 2026. Er schloss sich einer Stuttgarter Studentenbühne an, nahm Gesangsunterricht und bewarb sich als Statist am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, wo er auch als Pförtner, Inspizient und Regieassistent tätig war und als Schauspielcharge erste kleinere Sprechrollen erhielt.Bruno Thost. Biografie im Karl-May-Wiki. Abgerufen am 25. Juli 2026. Er sang auch im Extrachor der Staatsoper Stuttgart, unter anderem in Rienzi und Carmina Burana.
Ab 1961 wechselte er zum Schauspielstudium. Thost studierte bis 1962 an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart, Abteilung Schauspiel, nahm dann in Stuttgart privaten Schauspielunterricht bei dem Staatsschauspieler Ludwig Anschütz und legte im April 1963 vor der Paritätischen Prüfungskommission der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger die Schauspielprüfung (Bühnenreifeprüfung) ab.
Theater Nach seinem Abschluss wurde Thost als Eleve an das Staatstheater Stuttgart engagiert. Zur Spielzeit 1963/64 wechselte er an die Komödie im Marquardt in Stuttgart, wo er als Regieassistent und Schauspieler engagiert war.
Er hatte dann Gastengagements am Schauspiel Cuxhaven (1965–1966), am Kleinen Theater Bad Godesberg (1966–1967), am Kleinen Theater in Garmisch-Partenkirchen (1966–1968) und an der Komödie Düsseldorf (1967–1968).Bruno Thost. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1966. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 74. Jg., Hamburg 1966, S. 228 und S. 555 (Register).Bruno Thost. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1967. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 75. Jg., Hamburg 1967, S. 268 und S. 701 (Register).Bruno Thost. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1968. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 76. Jg., Hamburg 1968, S. 295 und S. 750 (Register). 1966 hatte er im „Theater der Courage“ seinen ersten Auftritt auf einer Wiener Bühne.Bruno Thost zu Gast im ORF-Magazin „heute leben“. Abgerufen am 25. Juli 2026. 1967 gastierte er bei den Domfestspielen Bad Gandersheim und bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall.Bruno Thost. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1968. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 76. Jg., Hamburg 1968, S. 291, S. 447 und S. 750 (Register).
Er trat mehrfach auch an Hamburger Bühnen auf, u. a. an der Kleinen Komödie in Hamburg (als Zuhälter Hippolyte in Irma la Douce; Partner: Evi Kent, Claus Wilcke), am „Jungen Theater“, am Theater im Zimmer, an den Hamburger Kammerspielen und am Ernst-Deutsch-Theater. 1970 spielte Thost bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg den Schurken Grinley in Der Ölprinz.Bruno Thost. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1970. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 78. Jg., Hamburg 1970, S. 462 und S. 771 (Register).Der Ölprinz (Bad Segeberg 1970). Besetzungsliste. Abgerufen am 25. Juli 2026. 1971 folgte dort der Bösewicht Santer in Winnetou.Winnetou (Bad Segeberg 1971). Besetzungsliste. Abgerufen am 25. Juli 2026.
Ab Oktober 1970 spielte er am Burgtheater Wien.Bruno Thost. Rollenverzeichnis. Spielplanarchiv Wiener Burgtheater. Abgerufen am 25. Juli 2026. Bis zu seiner Pensionierung im August 2001 war er dort festes Ensemblemitglied. Im Oktober 2001 stand er als Hofprediger in Leonce und Lena zum letzten Mal auf der Bühne des Wiener Burgtheaters.Leonce und Lena. Theaterzettel vom 15. Oktober 2001. Spielplanarchiv Wiener Burgtheater. Abgerufen am 25. Juli 2026.
In Österreich hatte er Engagements an verschiedenen Wiener Bühnen, unter anderem am Theater der Jugend, am Raimundtheater, an der Volksoper Wien und am Theater in der Josefstadt. Thost trat auch in Österreich weiterhin als Operetten- und Musicaldarsteller hervor, unter anderem an der Wiener Kammeroper (als Fürst Ypsheim-Gindelbach in der Operette Wiener Blut), am Theater an der Wien (Paganini, Die drei Musketiere) und am Stadttheater Baden bei Wien (Don Quixote in Der Mann von La Mancha, Fabrikant Giesecke in der Operette Im Weißen Rößl). Gastengagements hatte er am Stadttheater Klagenfurt und am Stadttheater St. Pölten.
1973 und 1974 wirkte er, gemeinsam mit Harry Hornisch, bei den Salzburger Festspielen als Zimmermann und als Graf von Wiltshire in der Produktion Das Spiel der Mächtigen II mit, einer Bearbeitung von William Shakespeares Drama Heinrich VI. von Regisseur Giorgio Strehler.Das Spiel der Mächtigen I. Besetzungsliste 1973. Spielplanarchiv Salzburger Festspiele. Abgerufen am 25. Juli 2026.Das Spiel der Mächtigen II. Besetzungsliste 1974. Spielplanarchiv Salzburger Festspiele. Abgerufen am 25. Juli 2026. Von 1982 bis 1984 spielte er dort als Knecht auch eine kleinere Rolle in Otto Schenks Inszenierung von Der Zerrissene.Der Zerrissene. Besetzungsliste 1982. Spielplanarchiv Salzburger Festspiele. Abgerufen am 25. Juli 2026.Der Zerrissene. Besetzungsliste 1984. Spielplanarchiv Salzburger Festspiele. Abgerufen am 25. Juli 2026. Im August 1989 spielte er die Rolle des Edouard Dindon in der Österreichischen Erstaufführung des Musicals Ein Käfig voller Narren in Amstetten.Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles). Besetzungsliste. Abgerufen am 25. Juli 2026. In der Spielzeit 2003/04 war er in einer Produktion des Wiener Ensembles „Johann-Strauß-Operette“ als Frosch in der Operette Die Fledermaus auf Tournee.Christoph Pfister: Spaß im Gefängnis. In: Allgäuer Zeitung vom 9. Januar 2004. Abgerufen am 26. Juli 2026.
2004 begründete er die „Seelbacher Freilichtspiele“ im Schuttertal, die er bis 2015 als Intendant leitete. 2009 führte er dort Cyrano de Bergerac auf, 2010 den Faust (2010), worin er den Mephisto spielte.2010 Jahr wird "Faust" bei den Seelbacher Freilichtspielen aufgeführt. In: Badische Zeitung vom 21. September 2009. Weitere wichtige Rollen Thosts bei den „Seelbacher Freilichtspielen“ waren Polonius in Hamlet (2012), der Handwerker Zettel in Ein Sommernachtstraum (2016) und der Kurfürst Friedrich in Luther (2017).
2012 übernahm er bei den Frankenfestspielen Röttingen die Rolle des Pater Lorenzo in der Uraufführung des Musicals Romeo und Julia von Christian Brandauer.Romeo und Julia. Röttingen. Besetzungsliste. Abgerufen am 25. Juli 2026. 2013 war er in einer Produktion des „Klassischen Operettenensembles Wien“ als Großfürst Pawlow in der Operette Der letzte Walzer von Oscar Straus zu sehen.DER LETZTE WALZER. Besetzungsliste. Offizielle Internetpräsenz der Johann Strauss-Gesellschaft Wien. Abgerufen am 26. Juli 2026.ERFOLGREICHE WIEDERBELEBUNG DER OSCAR STRAUS-OPERETTE „DER LETZTE WALZER“. Aufführungskritik. Offizielle Internetpräsenz der Johann Strauss-Gesellschaft Wien. Abgerufen am 26. Juli 2026. 2016 trat er in der „Kleinen Komödie am Kai“ in Wien als Papst in der Komödie Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde von João Bethencourt auf. 2019 sollte er bei den „Seelbacher Freilichtspielen“ den König Alonso in Shakespeares Spätwerk Der Sturm spielen, musste sich jedoch noch vor Probenbeginn einer Darmoperation unterziehen.
Film und Fernsehen Seit den 1960er Jahren wirkte Thost in zahlreichen, auch internationalen, Kinofilmen und Fernsehproduktionen mit. In den 1970er Jahren arbeitete er häufig mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films zusammen, die ihn für prägnante Nebenrollen verpflichteten. Er drehte mit Hans-Jürgen Syberberg (Protokollführer in Karl May), Hans W. Geißendörfer („Der Kurzsichtige“ in Die Wildente) und mehrfach mit Volker Schlöndorff. Thost spielte unter dessen Regie den Chopin in Der Fangschuß (1976), den Gefreiten Lankes in Die Blechtrommel (1979) und den linkischen Versager Saniette in Eine Liebe von Swann (1984).
In der US-amerikanischen Miniserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß (1978) spielte er eine kleine Rolle als Kapo Melnick im KZ Buchenwald. In der internationalen Koproduktion Die drei Musketiere (1993) übernahm er eine kleine Rolle als Hofbeamter. In der ORF-Kultserie Kaisermühlen Blues wirkte er in zwei Folgen als Schiffskapitän mit.
Auszeichnungen 2001 wurde Bruno Thost mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. 2006 folgte das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 2013 wurde ihm der Berufstitel „Professor“ verliehen. Anlässlich seiner 25-jährigen Zugehörigkeit zum Ensemble des Wiener Burgtheaters erhielt Thost außerdem den Ring des künstlerischen Betriebsrates des Burgtheaters.
Thost erhielt außerdem die „Silberne Karl-May-Medaille“ des Karl-May-Verlags in Bamberg für seine Mitwirkung bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg (1969–1972).
Privates Thost war verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Seine Ehefrau Maren, geborene Cornehls, die eine Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester absolviert hatte, arbeitete als OP-Schwester und später in der Altenpflege. Seine Tochter Katja Thost-Hauser (* 1972), die als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin künstlerisch tätig ist, übernahm 2015 von ihrem Vater die Intendanz und Regiearbeiten bei den „Seelbacher Freilichtspielen.“ Bruno Thost starb am Morgen des 28. August 2019 im Alter von 83 Jahren im Lahrer Krankenhaus (Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim).
Filmografie (Auswahl) 1960: Der Hauptmann von Köpenick (TV-Film) 1970: Percy Stuart (TV-Serie, Folge: Geheimnisträger) 1970: Der Kurier der Kaiserin (TV-Serie, Folge: Feinde) 1971: Hamburg Transit (TV-Serie, Folge: Ein Strich durch die Rechnung) 1972–1977: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (TV-Serie, 2 Folgen) 1973: Hallo – Hotel Sacher … Portier! (TV-Serie, Folge: Opernball) 1974: Karl May 1976: Die Wildente 1976: Bomber & Paganini 1976: Der Fangschuß 1976: Tatort: Annoncen-Mord (TV-Reihe) 1978: Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss (TV-Serie, 2 Folgen) 1978: Die Wölfin vom Teufelsmoor 1979: Die Blechtrommel 1979: Tödliche Botschaft (The Lady Vanishes) 1982: Der grüne Stern (TV-Film) 1982: Kottan ermittelt (TV-Serie, Folge: So Long, Kottan) 1984: Eine Liebe von Swann (Un amour de Swann) 1986: Der Leihopa (TV-Serie, Folge: Der Herbst in unserem Leben) 1989: Großstadtrevier (TV-Serie, Folge: Die neue Kollegin) 1991: Ein Schloß am Wörthersee (TV-Serie, 2 Folgen) 1993: Die drei Musketiere (The Three Musketeers) 1994: Kommissar Rex (TV-Serie, Folge: Diagnose Mord) 1997: Ein idealer Kandidat (TV-Serie, 3 Folgen) 1998: Fröhliche Chaoten (TV-Film) 1998–1999: Kaisermühlen Blues (TV-Serie, 2 Folgen) 1999: Medicopter 117 – Jedes Leben zählt (TV-Serie, Folge: Blinder Alarm) 1999: Julia – Eine ungewöhnliche Frau (TV-Serie, Folge: Klare Entscheidungen) 2018: Dennstein & Schwarz – Sterben macht Erben (TV-Film) 2018: Der Trafikant