Die Autostrada A4 (polnisch für „Autobahn A4“) ist eine seit dem 20. Juli 2016 komplett fertiggestellte Autobahn in Polen. Sie führt entlang der Landesstraße 94 von West nach Ost. Die mit 670 km längste Autobahn Polens beginnt an der deutsch-polnischen Grenze bei Ludwigsdorf bzw. Jędrzychowice, wo sie an die deutsche Autobahn 4 anschließt. Die A4 führt über Liegnitz, Breslau, Oppeln, Kattowitz, Krakau sowie Tarnów und Rzeszów zur ukrainischen Grenze bei Krakowez bzw. Korczowa, an der sie in die M10 Richtung Lemberg übergeht.

Im Autobahnknoten Krzyżowa mündet die aus Berlin kommende Autobahn A18 ein. Im Knoten Wrocław-Południe kreuzt die A4 die Autobahn A8 und im Knoten Gliwice-Sośnica die Autobahn A1.

Die Autobahn ist Teil der Europastraße 40 und zugleich Teil des paneuropäischen Verkehrskorridors III auf der gesamten Strecke. Die Europastraße 462 verläuft zwischen den Autobahnknoten Mysłowice Brzęczkowice und Balice I auf der Trasse der A4.

Zwischen Kattowitz und Krakau ist die Autobahn für Personenkraftwagen mautpflichtig.

Planungsgeschichte Der Abschnitt der jetzigen A4 vom neuen Knoten Krzyżowa bis zum ehemaligen Knoten Owczary bei Brzeg, der beim Umbau des Abschnittes von 1997 bis 2000 geschlossen wurde, war bereits ab Mitte der 1930er Jahre als Teil der geplanten Reichsautobahn Berlin–Beuthen (Verlängerung der heutigen deutschen A 15) im damals deutschen Schlesien angelegt worden. Der erste Teilabschnitt wurde im September 1936 eröffnet.Autobahn-online.de/Altfreigaben, Autobahn-online.de Ausserdeutsche Strecken Zwischen den heutigen Knoten Bielany Wrocławskie (damals Anschlussstelle Breslau) und dem ehemaligen Knoten Owczary war die Autobahn jedoch nur einbahnig gebaut. Der Abschnitt zwischen dem Knoten Strzelce Opolskie (damals Anschlussstelle Wangschütz) und dem heutigen Knoten Kleszczów bei Gleiwitz (damals nicht vorhanden, da die alte Reichsautobahn ab dieser Stelle entlang der heutigen Landesstraße 88 nach Zabrze weiterführte, die heutige A4 aber weiter südlich verläuft) geht ebenfalls auf einen einbahnig fertiggestellten Abschnitt dieser Reichsautobahn zurück.

In den polnischen Netzplänen von 1939 ist schon eine Straßenverbindung zwischen Krakau und der damals ebenfalls polnischen Stadt Lemberg geplant. In den ersten Nachkriegsplänen von 1945 und 1946 ist nur eine Verbindung von der deutschen Grenze bis nach Krakau vorgesehen. Im Netzplan von 1963 ist die Strecke zum ersten Mal von der deutschen bis zur ukrainischen Grenze durchgehend geplant.Netzpläne von 1939 bis 2004 1971 ist die Strecke in ihrer heutigen Form zu sehen. Seitdem ist die A4 so in den Netzplänen enthalten, im Netzplan von 1985 wird sie auch als solche bezeichnet.

Der Abschnitt Krzyżowa–Krzywa war bis 2001 Teil der ehemaligen Autobahn A12 und gehörte anschließend bis zur endgültigen Fertigstellung des A4-Abschnitts Zgorzelec–Krzyżowa im August 2009 zur A18.

Lastkraftwagen Für Lastkraftwagen kommt auf allen von der GDDKiA betriebenen Autobahnabschnitten das viaTOLL-System zum Einsatz. Dagegen müssen die Lkw auf den von Stalexport Autostrada Małopolska betriebenen Abschnitt manuell an den Mautstellen die Maut bezahlen.

Abschnitte Abschnitt Länge Bauzeit Baukosten Verkehrsübergabe Anmerkungen Jędrzychowice (DE/PL) – 1,8 km   2007–2009(Modernisierung)  −  28 Mio. Złoty(7 Mio. Euro)(Modernisierung) 15. Juli 1994 (nur Lkw)1. August 1996 (auch Pkw) 14. August 2009(Modernisierung)  mautpflichtig für Lkw – 20,9 km2007–2009 302 Mio. Złoty(76 Mio. Euro) 14. August 2009Eröffnung des Abschnittes Zgorzelec-Krzyzowa (polnisch) – 29,4 km2007–2009 632 Mio. Złoty(159 Mio. Euro) 14. August 2009 Knoten Krzyżowa – Knoten Krzywa 12,1 km1935–1937 1995–1996(Modernisierung) − 17. Oktober 1937 mautpflichtig für Lkw Modernisierung geplantAutostrada A4 szersza i płatna, ale za siedem lat (polnisch) – 92,1 km1934–1936 2002–2006(Modernisierung)  − 645 Mio. Złoty(162 Mio. Euro)Przebudowa autostrady A4, odcinek: Krzywa – Wrocław (GDDKiA)(Modernisierung)27. September 1936 28. August 2006Autostrada A4 – zakończenie remontu 92 km drogi (GDDKiA)(Modernisierung)  mautpflichtig für Lkw Modernisierung geplant – 40,7 km1997–2000 344 Mio. Złoty(86 Mio. Euro)16. Dezember 2000 mautpflichtig erste Fahrbahn: 1936–1938 – 28,7 km1997–2000 365 Mio. Złoty(92 Mio. Euro)30. September 2000Autostrada A4 – Węzeł Przylesie – Węzeł Nogowczyce (GDDKiA) (polnisch)mautpflichtig – 21,4 km1997–2000936 Mio. Złoty(240 Mio. Euro)16. Dezember 200016 grudnia oficjalne oddanie kolejnych odcinków autostrady A4 (polnisch) – 34,4 km1997–200126. Juli 2001 – 17,9 km2001–2003 342 Mio. Złoty(87 Mio. Euro)4. November 2003 mautpflichtig erste Fahrbahn: 1936–1942 – 19,1 km2003–2005 275 Mio. Złoty(65 Mio. Euro)28. Oktober 2005Budowa Autostrady A4, odcinek Kleszczów – Sośnica (GDDKiA) mautpflichtig – 17,7 km2003–2005 540 Mio. Złoty(128 Mio. Euro)25. Januar 2005mautpflichtig für Lkw – 4,4 km1998–2001 220 Mio. Złoty(56 Mio. Euro)30. November 2001 – 3,9 km1994–1999 2007–2009(Modernisierung)  − 231 Mio. Złoty(58 Mio. Euro)(Modernisierung)10. November 1999 25. September 2009(Modernisierung)  – 6,3 km1989–1996 2003–2009(Modernisierung)  − 75 Mio. Złoty(19 Mio. Euro)(Modernisierung)30. Oktober 1996 25. September 2009(Modernisierung)  mautfrei – 18,7 km1986–1991 1995–19972003–2009(Modernisierungen)  − −223 Mio. Złoty(55 Mio. Euro)(Modernisierungen)4. September 1991 −25. September 2009(Modernisierungen) mautpflichtig – 35,9 km1978–1986 1995–19972003–2009(Modernisierungen)  − −427 Mio. Złoty(105 Mio. Euro)(Modernisierungen)22. November 1986 −25. September 2009(Modernisierungen)  – 16,8 km1979–1995 2007–2008(Modernisierung)  − 150 Mio. Złoty(38 Mio. Euro)(Modernisierung)27. Oktober 1995 5. Dezember 2008(Modernisierung)  mautpflichtig für Lkw – 7,0 km2000–2003 400 Mio. Złoty(99 Mio. Euro)3. September 2003 – 19,9 km2007–2009 839 Mio. Złoty(211 Mio. Euro) 28. Oktober 2009Eröffnung des Abschnittes Kraków Targowisko (polnisch) – 23,1 km2010–2013 778 Mio. Złoty(185 Mio. Euro)29. November 2012 – 20,8 km2010–2013 642 Mio. Złoty(153 Mio. Euro)29. November 2012 – 12,9 km2010–2012 542 Mio. Złoty(129 Mio. Euro)29. November 2012 – 34,8 km2010–2014 1,75 Mrd. Złoty(438 Mio. Euro)30. Oktober 2014 – 32,7 km2010–2013 1,73 Mrd. Złoty(425 Mio. Euro)30. Oktober 2013 – 4,0 km2010–2013 287 Mio. Złoty(72 Mio. Euro)30. Oktober 2013 – 6,9 km2010–2012 439 Mio. Złoty(105 Mio. Euro) 10. September 2012 – 41,2 km2010–2016 2,52 Mrd. Złoty(630 Mio. Euro) 20. Juli 2016 – 8,7 km 2009–2013 970 Mio. Złoty(243 Mio. Euro) 20. Dezember 2013 – 15,8 km 2009–2013 27. Mai 2013 – 22,6 km2009–2013 818 Mio. Złoty(205 Mio. Euro)23. Dezember 2013Summe672,0 km

Jędrzychowice – Zgorzelec mini|Die Raststätte Czerna im Februar 2012. mini|Bau der A4 bei Bolesławiec im August 2008. mini|Eine Grünbrücke auf der A4 2010.

Dieser 1,8 Kilometer Abschnitt vom ehemaligen Grenzübergang Ludwigsdorf–Jędrzychowice, der inzwischen aufgrund des Beitritt Polens zur Europäischen Union und zum Schengener Abkommen zurückgebaut wurde, zur ersten auf polnischer Seite befindlichen Ausfahrt Zgorzelec wurde in den Jahren 1992 bis 1996 gebaut und am 15. Juli 1994 für Lastkraftwagen vorzeitig eröffnet. Für die Personenkraftwagen stand weiterhin der Grenzübergang im Stadtgebiet von Görlitz und Zgorzelec zur Verfügung. Am 1. August 1996 wurde der Grenzübergang auch für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Von 2007 bis 2009 wurde dieser Abschnitt zusammen mit dem Bau des 49,7 Kilometer langen Abschnittes vom Knoten Zgorzelec bis zum Knoten Krzyżowa modernisiert, u. a. mit Betondecke ausgestattet. Er ist mit zwei Fahrstreifen pro Fahrbahn ausgebaut. Seit dem 1. Juli 2011 ist er für Lkw über das viaTOLL-System mautpflichtig.

Zgorzelec – Krzyżowa Dieser Abschnitt von der Ausfahrt Zgorzelec bis zum Knoten Krzyżowa ist 49,7 Kilometer lang und ist mit zwei Fahrstreifen pro Fahrbahn ausgestattet. Seitens der polnischen Regierung soll der Abschnitt mautpflichtig für Pkw erst nach der Modernisierung des nächsten Abschnittes werden. Seit dem 1. Juli 2011 ist er für Lkw über das viaTOLL-System mautpflichtig.

Planung als Reichsautobahn Dieser Abschnitt war schon zu Zeiten des Dritten Reiches als Teil der Reichsautobahn 9 von Dresden bis Breslau in Planung. Bis zur Einstellung aller Bauarbeiten zu Kriegsbeginn 1939 wurden Brückenbauwerke fertiggestellt. Zusätzlich wurden Bodenarbeiten ausgeführt. Kriegsbedingt wurden die Bauarbeiten im Jahr 1939 eingestellt. Die fertiggestellten Brückenbauwerke und einige Bodenarbeiten waren noch bis 2007 auf Satellitenbildern an einigen Stellen zu sehen (siehe Satellitenaufnahme von 2000).

Neubau in den 2000er Jahren Zu Beginn der 2000er Jahre wurde erstmals wieder der Bau dieses Abschnittes entlang der ursprünglichen Trasse der Reichsautobahn geplant und vorbereitet. Der Baubeginn sollte ursprünglich im Jahr 2005 erfolgen. Jedoch gab es Probleme bei der Ausschreibung. Das Verfahren wurde aufgrund dreimaliger Annullierung durch das Amt für öffentliche Aufträge viermal durchgeführt. Die Gründe dafür waren jeweils Proteste der an der Ausschreibung interessierten Bauunternehmen gegen Eintragungen in den Ausschreibungsunterlagen. Die erste Ausschreibung wurde am 15. September 2005 annulliertA-4 Zgorzelec-Krzyżowa: kontrakt na nadzór; problem z wykonawcą (GDDKiA) (polnisch), die zweite wurde am 8. Dezember 2005 gestartet, eine Woche später annulliert; die dritte wurde am 3. Januar 2006 gestartet und am 9. Februar 2006 abgebrochenKolejne unieważnienie przetargu na budowę A4 Zgorzelec-Krzyżowa – oświadczenie GDDKiA (polnisch). Die vierte und letzte Ausschreibung begann am 9. März 2006. Nach 11-maliger Verschiebung des Termins wurden die ausgewählten Bauunternehmen am 24. Juli 2006 verkündet.

Die Bauverträge zwischen den Bauunternehmen DTP Terrassement S.A. (Frankreich), Bouygues Travaux Publics (Frankreich), VSL SA (Schweiz) (Teilstück: Zgorzelec – Wykroty) sowie Strabag (Österreich), Heilit+Woerner (Deutschland), Mota-Engil (Portugal), Engenharia E Construcao S.A (Portugal) (Teilstück: Wykroty – Krzyżowa) und der GDDKiA wurden am 9. November 2006 unterzeichnet. Die Baukosten betrugen 87,3 und 158,5 Millionen Euro, wovon 83 % von der Europäischen Union getragen wurden.Podpisanie umowy na budowę autostrady A4 (GDDKiA) (polnisch)

Die Baugenehmigung durch den Woiwoden Niederschlesiens wurde am 27. März 2007 erteilt.Pozwolenie na budowę odcinka autostrady A4 Zgorzelec – Bolesławiec (GDDKiA) (polnisch) Am 10. April 2007 erfolgte der Baubeginn.A4 Zgorzelec – Bolesławiec: rozpoczęcie robót budowlanych (GDDKiA) (polnisch) In diesem Jahr war ursprünglich die Fertigstellung geplant gewesen. Im Bauvertrag war eine 19 Monate lange Bauzeit ab dem Baubeginn geplant, die Fertigstellung auf den Dezember 2008 festgelegt. Auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden, die Bauzeit wurde um 9 Monate bis Juli 2009 verlängert. Nach 28-monatiger Bauzeit erfolgte die Verkehrsübergabe dieses Abschnittes am 14. August 2009.Otwarcie autostrady A4 Zgorzelec-Krzyżowa (GDDKiA) (polnisch)

Krzyżowa – Bielany Wrocławskie mini|Schrift aus der Zeit des Zuges der Roten Armee nach Berlin auf einem Brückenpfeiler: Водрузим над Берлином знамя победы (Wir werden über Berlin die Fahne des Sieges hissen.) mini|Die A4 nach der Modernisierung 2002 bis 2006 bei Kąty Wrocławskie 2007.

Neubau als Reichsautobahn