mini|St.-Georg-Kirche im Ortsteil Spieka

Nordholz () ist die größte Ortschaft in der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie Lage Nordholz befindet sich an der Nordseeküste und grenzt nördlich an die Mittelstadt Cuxhaven.

Ortsgliederung Cappel-Neufeld Deichsende Hartingspecken Nordholz (Hauptort) Scharnstedt Spieka Spieka-Neufeld Wanhöden Wursterheide

Nachbarorte

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Geschichte Geschichte des Flughafens mini|Die Pisten des Fliegerhorstes Nordholz (re.) und des Flugplatzes Nordholz-Spieka (li.) mini|Wursterheide (2019)

Nordholz ist Standort des Flughafens Cuxhaven-Nordholz (Fliegerhorst Nordholz), der ein wichtiger Luftschiff-Standort im Ersten Weltkrieg war. Eine Besonderheit des Flughafens war der um 360° drehbare Hangar, der es den Zeppelinen ermöglichte, bei jeder Windrichtung zu starten und landen. Diese Halle wurde mit einem Elektromotor bewegt und hatte den Namen „Nobel“. In der Zeit des Verbots der Luftwaffe durch den Frieden von Versailles wurden die Installationen als Grundbestand einer Volkssportschule genutzt.

Ab 1935 beanspruchte die Luftwaffe das Gelände, das die Wursterheider Landwirte bearbeiteten, wieder für sich, um hier einen Einsatzhafen zu errichten. Für den Flugbetrieb entstanden drei als Triangel angelegte Start- und Landebahnen. Der Deckname der Anlage lautete „Neckar“. Außerdem wurde ein Munitionslager angelegt sowie, einige Kilometer weiter südlich in Midlum-Kransburg, 1939 ein Scheinflugplatz. Während des 2. Weltkrieges belegten verschiedene Einheiten im ständigen Wechsel den Platz, darunter auch Heinkel-Bomber He 111, die im Rahmen der Unternehmung Weserübung 1940 Bombenangriffe auf Norwegen flogen. Im weiteren Kriegsverlauf sicherten die Maschinen die südliche Nordsee.Friedhelm Bartels & Birgit Deppe et al.: "Land Wursten und Nordholz - gestern & heute." Keller Verlag, Bremen, 2017, 221 S.; ISBN 978-3-95651-128-8.

Heute ist dort das Marinefliegerkommando mit dem Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ und dem Marinefliegergeschwader 5 der Deutschen Marine mit Seefernaufklärern und Hubschraubern beheimatet. Es gibt dort auch das Aeronauticum, das ein Luftschiff- und Marinefliegermuseum ist. In direkter Nachbarschaft liegt der Sonderlandeplatz Flugplatz Nordholz-Spieka.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1967 schlossen sich die drei ehemaligen Gemeinden Deichsende, Nordholz und Wursterheide zur neuen Gemeinde Nordholz zusammen. Zum 1. Januar 1970 wurde zudem die Gemeinde Wanhöden in die Gemeinde Nordholz eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die Gemeinde Spieka, die am 1. Juli 1968 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Cappel-Neufeld, Spieka und Spieka-Neufeld entstanden ist, sowie Gebietsteile der Gemeinde Midlum mit damals etwa 50 Einwohnern eingegliedert.

Zum 1. Januar 2015 fusionierte die Gemeinde Nordholz mit der Samtgemeinde Land Wursten zur Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 249 1925 344 1933 462 1939 527 1950 1001 1956 895 1961 4889 ¹ 1970 5825 ² 1973 4540 1975 6733 ³ Jahr Einwohner Quelle 1980 7317 ³ 1985 7375 ³ 1990 7149 ³ 1995 7304 ³ 2000 7539 ³ 2005 7644 ³ 2010 7460 ³ 2014 7259 ³ 2017 7248 ¹ am 6. Juni, Volkszählungsergebnis einschließlich der 1974 eingemeindeten Gemeinde Spieka ² am 27. Mai, Volkszählungsergebnis einschließlich der 1974 eingemeindeten Gemeinde Spieka ³ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Ortsrat Der Ortsrat der Ortschaft Nordholz setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.Aus den Ergebnissen der vergangenen Ortsratswahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen: WahljahrSPDCDUMoiNGrüneWLBFAfDBFNGesamt2021551111115 Sitze201657 –12 – –15 Sitze__________________________MoiN: WG „Menschen organisieren ihre Nähe“WLBF: Wählerinitiative Wurster Liste/BürgerfraktionBFN: Bürgerfraktion Die Nordholzer

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Wolfgang Wilhelm (CDU). Seine Stellvertreter sind Mathis Jährling (SPD) und Heike Klasen (Grüne).

Wappen Die Urentwürfe der Kommunalwappen von Nordholz und Wursterheide, stammen von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat. Bei der Zusammenlegung verschmolzen die Wappen von Nordholz, Wursterheide und der Entwurf des Deichsender Wappens in das neue Nordholzer Wappen ein. Das alte Deichsender Wappen entwarf der Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, von dem an die 25 Gemeindewappen für den Landkreis Cuxhaven entworfen wurden.

Wappen der 1967 eingemeindeten Ortschaften Diese drei Ortswappen verschmolzen am 1. Juli 1967 zu dem aktuellen Wappen von Nordholz. Das vom alten Nordholzer Wappen weggefallene, halbe, springende, rote Ross, war dem Siegel des ehemaligen Amtes Nordholz entlehnt. Nordholz Wursterheide Deichsende 100px|Wappen Nordholz (alt)Entwurf:Albert de Badrihaye 94px|Wappen WursterheideEntwurf:Albert de Badrihaye 92px|Wappen DeichsendeEntwurf:Gustav Völker

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Ehemaliges Kinderheim

Kirche „Zum Guten Hirten“ Windmühle Nordholz von 1875 (oder 1863) Ehem. Kinderheim Feuerweg 6 von 1908

Naturdenkmäler mini|Hafenansicht von Spieka-Neufeld

Mit der Hafenanlage in Spieka-Neufeld besitzt die Ortschaft einen maritimen Zugang zur Deutschen Bucht und dem westlich angrenzenden Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Entsprechend verlagert sich auch der Schwerpunkt der noch vorhandenen Schifferei von rein kommerziellem Fischfang hin zu einer touristischen Attraktion und versucht die Aufwertung als UNESCO-Weltnaturerbe zu nutzen.

mini|Steinkreis in Nordholz

Historischer Steinkreis

Museen mini|Aeronauticum das Aeronauticum, ein deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum in Nordholz

Musik Seit 2009 findet das Rockfestival „Deichbrand“ auf dem Seeflughafen Cuxhaven-Nordholz statt.

Vereine Angelsportverein Nordholz Boxerklub Gruppe Nordholz Computer Club Nordholz Deutscher Bundeswehrverband Kameradschaft ehem. Soldaten, Reservisten und Hinterbliebener Nordholz und Umgebung DRK-Ortsverein Nordholz Förderkreis TSG Nordholz Förderverein „Aeronauticum“ Förderverein der Grundschule Nordholz Jagdgenossenschaft Nordholz Nordholzer Tennisclub Reit- und Fahrverein Nordholz und Umgebung Schützenverein Nordholz und Umgebung Sozialverband Deutschland Ortsgruppe Nordholz Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven TSG Nordholz und Umgebung v. 1907

Verkehr Nordholz hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven. Durch den Ort fahren viele Regionalbuslinien. Ein Anruf-Linientaxi-System ergänzt die Buslinien. An der Bundesautobahn 27 befindet sich die Anschlussstelle Nordholz. Der Flughafen Cuxhaven-Nordholz oder auch SEA-AIRPORT dient als Marinefliegerstützpunkt und auch als Flughafen zu den Inseln in der Nordsee. Südlich des Flughafens dreht sich die Parabolantenne einer SRE-M-Anlage auf dem Radarturm MSSR Nordholz. Jede dieser bundesweit sechs Anlagen hat einen Erfassungsradius von etwa 145 NM (Nautischen Meilen entspricht 270 km). Die von Bremen aus ferngesteuerte Einrichtung überwacht den Norden und Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland sowie die südöstliche Nordsee. Direkt nördlich der großen Militärbahn befindet sich der Sonderlandeplatz Nordholz-Spieka (EDXN). Hier ist die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven e. V. beheimatet.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes

Carl Erxleben (1815–1882), Verwaltungsbeamter und Politiker Heinrich Meldau (1866–1937), Nautiklehrer Holger Fischer (* 1946), Finnougrist und Hochschullehrer Norbert König (* 1958), Sportmoderator, im eingemeindeten Deichsende geboren

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Wilhelm Wehner († 1863), Verwaltungsjurist, er war von 1840 bis 1845 Amtsmann in Nordholz Ferdinand von Zeppelin (1838–1917), württembergischer Graf, General der Kavallerie und der Entwickler und Begründer des Starrluftschiffbaus, zum Gedenken steht vor dem Aeronauticum in Nordholz eine Bronzestatue des Grafen Hugo Eckener (1868–1954), Nationalökonom, Korrespondent der Frankfurter Zeitung, Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin, unter seiner Leitung entstanden viele namhafter Luftschiffe, er bildete viele Marine-Luftschiffer in Nordholz aus Leopold Ziegenbein (1874–1950), Nautiker und Kommodore beim Norddeutschen Lloyd (NDL) in Bremen, er zählte zu den prominentesten deutschen Kapitänen der Handelsschifffahrt, er starb in Nordholz Maximilian Macher (1882–1930), österreich-ungarischer, später österreichischer Kraftballonführer (Ballonfahrer), der unter anderem der k.u.k. Luftschifferabteilung am Standort Nordholz angehörte Johann Culemeyer (1883–1951), Ingenieur, der durch die Entwicklung des Straßenrollers, umgangssprachlich „Culemeyer“ genannt, für die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) bekannt wurde, er starb in Nordholz Hans Flemming (1886–1935), Luftschiffer, er wurde zur Ausbildung an die Flugschule in Nordholz kommandiert Bruno Siegel (1890–1949), Arbeiterfunktionär, Politiker (SPD, USPD und KPD), Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg, er verbrachte den Rest des Ersten Weltkrieges bei der Luftschiffer-Abteilung in Nordholz Arnold Schmidt-Niechciol (1893–1960), Maler, er starb in Nordholz Rudolf Janke (* 1930), Orgelbauer, er schuf 1986 die Orgel der Ev.-luth. Kirche „Zum Guten Hirten“ Karsten Ocker (1945–2015), Sanitätsoffizier der Deutschen Marine, er war Fliegerarzt des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz Frank Lenski, Konteradmiral der Deutschen Marine und Abteilungsleiter Einsatzunterstützung im Marinekommando in Rostock, er war von 1989 bis 1994 im Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz als Luftfahrzeugtechnischer Offizier, Offizier für Borddienst und Sicherheit und Hautprüfoffizier eingesetzt

Sagen und Legenden Wie Spieka zu seinem Namen gekommen istWie Spieka zu seinem Namen gekommen ist Der Spukweg bei SpiekaDer Spukweg bei Spieka Witte, wahr di – de Swarte haalt di

Literatur

Weblinks

Ortschaft Nordholz

Einzelnachweise

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