mini|Eine nachmittägliche Jause in Tirol Eine Zwischenmahlzeit oder Imbiss ist eine kleine Mahlzeit zwischen den Hauptmahlzeiten Frühstück, Mittagessen oder Abendessen. Es gibt verschiedene Arten und je nach Region zum Teil unterschiedliche Bezeichnungen für sie. Der englische Begriff Snack, der seit etwa 1970 auch im Deutschen geläufig ist, wird heute nahezu synonym verwendet, im Besonderen aber für Salzgebäck oder Süßigkeiten.
Varianten Im Energiegehalt liegen Zwischenmahlzeiten über den Vorspeisen, aber unter den Hauptmahlzeiten (800–1300 kJ), was vor allem durch die Portionierung erreicht wird. Auch Suppen dienen als Zwischenmahlzeit. Zweites Frühstück Typisch ist das Schulfrühstück. Kindergartenfrühstück Das Kindergartenfrühstück ist eine Sonderform des sogenannten Zweiten Frühstücks im Kindergarten, das einen festen Platz im Rahmen der pädagogischen Konzeption einer Tagesstätte hat. Es gibt das gemeinsame Frühstück und das gleitende Frühstück (bzw. regional: gleitende Brotzeit, Jause, Vesper etc.). auf der Seite eines Don-Bosco-Kindergartens. Dem Vorteil des gemeinsamen Frühstücks, Gemeinschaft zu erleben und zur Orientierung der Kinder feste Rituale einbinden zu können, steht der Nachteil gegenüber, dass das Freispiel nach Meinung von Kritikern abrupt beendet werden müsse. Umgekehrt können auch bei einem gleitenden Frühstück befreundete Kinder gemeinschaftlich frühstücken und es ist gezieltes individuelles Eingreifen des Fachpersonals in kleinen Gruppen möglich, auch parallel zu angeleiteten Angeboten für Einzelne oder Kleingruppen.Beispiel aus einem pädagogischen Fachforum über . In manchen Einrichtungen werden beide Formen kombiniert, indem das sonst gleitende Frühstück durch eine wöchentliche gemeinsame Mahlzeit ergänzt wird. Auch besondere Konzepte wie ein Gesundes Frühstück (vollwertig bzw. Bio) oder eine in der Gruppe gemeinsam zubereitete Mahlzeit lassen sich als gemeinsame Mahlzeit mit dem gleitenden Konzept kombinieren.Onlineportal Come-on.de des Märkischen Zeitungsverlags: Eltern für gemeinsames Frühstück im Kindergarten vom 18. März 2010 (abgerufen am 12. Dezember 2010). Während bis in die 80er Jahre das feste Frühstück vorherrschte, ist das gleitende Frühstück eine individuelle Form, die oft auch im Rahmen eines gruppenübergreifenden Offenen Konzepts inzwischen mehrheitlich umgesetzt wird.
Gabelfrühstück Das Gabelfrühstück ist ein zweites Frühstück, auch Herrenfrühstück und Sektfrühstück genannt, da auch Alkohol angeboten wird. Gabelfrühstück wird meist zu festlichen Anlässen am Vormittag angeboten, wo davon ausgegangen wird, dass die Teilnehmer nach kürzerer Verweildauer ihren Tagesgeschäften nachgehen müssen. Serviert werden klein portionierte Speisen, wie warme und kalte Vorspeisen, Würzbissen, exotische Suppen, Sandwiches, Obstsalate, Käse, Knabbergebäck etc. Neben Sekt und Wein auch Bier und alkoholfreie Getränke, in diesen Rahmen passt auch das Herrengedeck.
Das Wort ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen: déjeuner à la fourchette. Es wird so genannt, da man im Stehen einzelne Häppchen mit der Gabel aufnahm.Lexikon der Österreichischen Gastlichkeit (abgerufen am 10. Oktober 2009). Der Dichter Josef Weinheber setzte dem Gabelfrühstück in seinem Gedicht Der Phäake ein Denkmal: Zum Gabelfrühstück gönn ich mir – ein Tellerfleisch, ein Krügel Bier, schieb ab und zu ein Gollasch ein …Gerhard Tötschinger: „Wünschen zu speisen?“ Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Österreichischen Monarchie. Geschichten und Gerichte. Amathea, Wien u. a. 1996, ISBN 3-85002-384-2, S. 85–86. Jean-Paul Aron berichtet, eine Madame Hardy habe in der Rue Lafitte in Paris im 19. Jahrhundert eine zunächst unbedeutende Kneipe betrieben, sei dann aber auf die einträgliche Idee verfallen, vormittags von zehn bis zwölf unter einer großen Glasglocke verschiedenste Speisen bereitzuhalten, vor allem Fleisch, das der Oberkellner auf eine große Gabel spießte und es dann auf einen silbernen (Grill-)Rost legte. „Bei Madame Hardy wird damit der Brunch aus der Taufe gehoben, dem man den Namen ‚Gabelfrühstück‘ gibt, so sehr überrascht und amüsiert das Gerät, mit dem der Kellner nach den gewünschten Speisen fischt.“Jean-Paul Aron: Der Club der Bäuche. Ein gastronomischer Führer durch das Paris des 19. Jahrhunderts. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 3-608-93370-0, S. 27 f.
Café complet
Café complet bedeutet in der Küchensprache Kaffee mit Brötchen, Butter und Marmelade.
Kaffee und Kuchen
Kaffee und Kuchen oder das KaffeetrinkenVgl. Peter Albrecht: Kaffeetrinken als Symbol sozialen Wandels im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Roman Sandgruber, Harry Kühnel (Hrsg.): Genuss & Kunst. Kaffee, Tee, Schokolade, Tabak, Cola. Innsbruck 1994, S. 28–39. bzw. regional das Vesper oder die Kaffeejause ist eine traditionelle Mahlzeit zwischen Mittagessen und Abendessen in Deutschland und anderen Ländern (z. B. Österreich, Finnland, Luxemburg), nicht aber in der Schweiz. Im Bergischen Land wird diese nachmittägliche Mahlzeit als Bergische Kaffeetafel bis in unsere Tage hinein aufwändig zelebriert. mini|330x330px|Der traditionelle Kaffee und Kuchen in moderner Version: Muffins mit Vollkornmehl gebacken und schwarzer Kaffee aus biologischem Anbau. Am Sonntagnachmittag wurde der Tisch je nach sozialem Status gedeckt, der selbst gebackene Kuchen aus dem Ofen geholt und die Kaffeetafel eröffnet. In Deutschland werden zum Sonntagskaffee oft Kuchen oder Torte gereicht, oft zusammen mit (Fein-)Gebäck.
Kaffee kam Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa, war jedoch der Aristokratie vorbehalten, denn wegen des Importes war Kaffee teuer. Wenig später wurden dann öffentlich zugängliche Kaffeehäuser eröffnet – zuerst in Italien, dann in anderen Ländern Europas. Diese Kaffeehäuser begannen schnell, das leicht bittere Heißgetränk mit allerlei süßen Speisen zu servieren. Von dieser Kombination waren die Menschen so begeistert, dass sie auch Zuhause Kaffee und Naschwerk als Zwischenmahlzeit kredenzten. Das erste Kaffeehaus in Deutschland wurde im Jahr 1673 in Bremen eröffnet.
Imbiss Ein Imbiss (englisch snack) ist eine einfache Zwischenmahlzeit.
Das Wort Imbiss ist ein seit dem 9. Jahrhundert im Althochdeutschen als inbiʒ oder imbiʒ „Speise, Essen, Mahlzeit“ belegtes Verbalabstraktum zu einem Verb inbīʒan „essen, eine Mahlzeit einnehmen“. Basierend auf: Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993.Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen. Band V: iba – luzzilo. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, Sp. 73 f. Für das Mittelniederdeutsche ist immet bezeugt.Karl Schiller, August Lübben: Mittelniederdeutsches Wörterbuch. 2. Band: G – L. Kühlmann, Bremen 1876, S. 352. Im Alemannischen existiert die (heute selten gewordene) Variante Zimmis, Zimbis „Mittagessen“, eine Univerbierung aus ze imbiʒ „zu Imbiss“.Schweizerisches Idiotikon, Band I, Sp. 236–238 (online); Rudolf Post, Friedel Scheer-Nahor: Alemannisches Wörterbuch für Baden. Braun, Salenstein 2009, S. 394. Im Rheinfränkischen wird die komprimierte Variante Im(b)s „Mahlzeit, Festessen“ bis heute verwendet,Rheinisches Wörterbuch, Band III, Sp. 1080. beispielsweise im Wort Leichenims. Auch das niederländische Wort für Frühstück, ontbijt, folgt demselben Bildungsschema.Lemma ontbijt in: Marlies Philippa et al.: Etymologisch Woordenboek van het Nederlands. Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009. Der englische Begriff Snack, der seit etwa 1970 auch im Deutschen geläufig ist, wird heute nahezu synonym zu „Imbiss“ gebraucht, im Besonderen aber für Süßigkeiten oder Salzgebäck.
Pausenbrot Das Pausenbrot ist eine vorbereitete Zwischenmahlzeit in der Regel aus einem belegten Brot mit gegebenenfalls weiteren Snacks, die vor allem Schüler oder auch Arbeitende verpackt mit in die Schule/zum Arbeitsplatz nehmen, um sie in einer Pause als Zwischenmahlzeit zu sich zu nehmen.
Alemannischer Sprachraum Znüni Znüni wird in der Deutschschweiz, Vorarlberg und im alemannisch-süddeutschen Sprachraum die morgendliche Zwischenmahlzeit sowie das zu diesem Zeitpunkt eingenommene Pausenbrot genannt. Die Bezeichnung bedeutet wörtlich „zu neun Uhr“ und ist von der Zahl Neun (im Alemannischen: nüün) abgeleitet, da die Pause meistens um (zu) neun Uhr gemacht wird. Die Bezeichnung Znüni wird aber auch dann verwendet, wenn die Pause zu einer anderen Zeit gemacht wird, beispielsweise erst um zehn Uhr.
Zum Znüni wird meistens nur eine Kleinigkeit gegessen, wobei dann der Walliser von Schpiis (‚Speise‘) (Käse, Brot, Wurst)Walliser Wörterbuch Band I bzw. Woort Chischta Wallissertitschi Weerter, Rotten Verlag, 1999 Visp, Seite 282. spricht, so zum Beispiel ein Apfel, ein Butterbrot oder nur ein Kaffee mit Rahm (Sahne) und Zucker, bzw. ein Tee. Typisch in der deutschsprachigen Schweiz ist auch das „Weggli und Schoggistängeli“, eine Art Milchbrötchen, in welches ein Schokoladenstengel gedrückt wird. Beliebt sind auch Croissants (auch Gipfeli genannt). Bisweilen werden auch Brot, Aufschnitt, Käse gegessen (oft als Sandwich). Eine mit dem Znüni zusammenhängende Sitte ist das Znüni-Lotto, ein einfaches Marketing-Instrument von Cafés, Tea-Rooms, Restaurants etc. in der Deutschschweiz: Die Gäste erhalten mit der Bestellung ihres Frühstücks eine Nummer; wird diese später vom Wirt oder der Wirtin gezogen, dann muss der Gast sein Znüni nicht bezahlen.
Im Schwarzwald werden zum Znüni traditionell herzhafte Speisen wie der Schwarzwälder Speck, die geräucherte Schwarzwälder Blutwurst und Roggenbrot gegessen, zu denen gelegentlich auch schon Kirschwasser oder ein anderer Obstbrand getrunken werden.
Im Westen Österreichs (Tirol, teilweise Salzburg) entspricht Obengenanntem der Begriff „Neinerln“ (auch hier von der Zahl „neini“, neun). Die nachmittägliche Jause trägt in Tirol die Bezeichnung „Marend“ (vgl. spanisch „merienda“), im Salzburger Pinzgau „Unternessen“ (Dialekt für „unter den Essen“ = „zwischen den Mahlzeiten“).
Zvieri Der nachmittägliche Bruder des alemannischen Znünis ist der oder das Zvieri – wörtlich „zu vier [Uhr]“ –, die Zwischenmahlzeit um vier Uhr. Früher waren hierfür auch Wörter wie Vesper und Zaabig (wörtlich „zu Abend“) weit verbreitet (siehe unten).
Z’Owetesse, Zaabed, Zaabund Im nieder- und hochalemannischen Elsass (Frankreich) bezeichnet man so ähnlich wie in der Schweiz die Zwischenmahlzeit vor dem Z’Nachtesse das Z’Owetesse, dabei werden Brot, Käse und Obst gegessen und dazu Wein serviert.
Der Walliser nennt die Zwischenmahlzeit am Nachmittag Zaabund. Auch in der Deutschschweiz nördlich der Alpen war Zaabed, Zaabig, Zoobig für die Zwischenmahlzeit am Nachmittag im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch weit verbreitet. Die Bezeichnung kommt daher, dass in der älteren Mundart „Abend“ für „Nachmittag“ – wie noch heute in den romanischen Sprachen – nicht ungewöhnlich war.Schweizerisches Idiotikon, Band I. Huber, Frauenfeld 1881, Spalten 34–36 (Digitalisat)
Vesper Das Wort Vesper ist im süddeutschen Raum, historisch auch in Schlesien, weit verbreitet. Es existieren dazu die Verben vespern und herumvespern; damit ist das beliebig häufige Einnehmen von kleinen Zwischenmahlzeiten gemeint. Es entstand wohl aus der Verkürzung von Vesperbrot, welches vor der Vesper eingenommen wurde. Die Zwischenmahlzeit heißt daher das Vesper.
Im niederalemannischen Elsass ist das Verb veschpere gebräuchlich, aber im Gegensatz zum Schwäbischen bezeichnet das Nomen Vaschper oder Veschper nur die Vesper, während die Zwischenmahlzeit um 16 Uhr „Veschperbrod“ heißt.
Auch in der alemannischen Schweiz bezeichnete das Wort (schweizerdeutsch Fäschper ausgesprochen) noch im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbreitet eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag.Schweizerisches Idiotikon, Band I. Huber, Frauenfeld 1885, Spalte 1109 f. (Digitalisat) Das Wort ist heute weitgehend durch Zvieri (siehe oben) verdrängt worden.