Bommern ist einer der sieben Stadtteile von Witten und aufgrund des Bergbauwanderwegs Muttental ein bekanntes Ausflugsziel.
Geschichte mini|Schloss Steinhausen, Ansicht von Süden In den so genannten Werdener Urbare wird im Jahr 990 ein Bodenburion aufgeführt, von dem man annimmt, dass es sich dabei um Bommern handelt. Eine abgeleitete Überlieferung des Namens findet sich bis heute in der Bezeichnung der längsten Straße Bommerns, des Bodenborns. In den Vogteirollen des Stifts Essen wurde der Ort als Budenberen geführt. 1229 wird der Ort Budenbern oder Budenborne genannt. 1312 erscheint urkundlich ein Theodericus de Budenberne. 1423 wurde der Ort Buddenberch genannt. Der Ortsname Bommern erscheint erstmals 1841 in einer Ortschaftstabelle.
Bommern gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Boemer burschop) im Amt Wetter und Gericht Wengern zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 16 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen ein Goldgulden und acht Goldgulden an Abgabe zu leisten. Größter Steuerzahler war Garthuyß mit acht Goldgulden.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 56–57 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Bommern) Im Jahr 1705 waren in der vergrößerten Bauerschaft (In der Bommerder Baurschafft) 30 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Wetter im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, Bearb. von Willy Timm, S. 360–361
Die Deutung des Ortsnamens kann mit bei den Häusern des Bödo umschrieben werden.Michael Flöer: Die Ortsnamen des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Stadt Bochum und der Stadt Herne, in: Westfälisches Ortsnamenbuch, Band 14, Bielefeld 2020, S. 42/43
Bommern entstand nicht aus einem Dorfkern heraus, vielmehr können heute mehrere Siedlungsschwerpunkte nachgewiesen werden, die sich über das gesamte Gebiet des heutigen Bommerns erstrecken. Aus Aufzeichnungen aus dem späten 15. Jahrhundert geht hervor, dass in Bommern zu dieser Zeit zehn große Höfe an das Stift Herdecke abgabepflichtig waren. Zu Bedeutung über die Region hinaus gelangte Bommern Mitte des 18. Jahrhunderts, als nahe dem Ruhrufer mit der Kohleförderung begonnen wurde. Das Gebiet, in dem die Kohle gefördert wurde, ist heute als so genannter Bergbauhistorischer Wanderpfad (Bergbauwanderweg Muttental) ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher aus der gesamten Region. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde Bommern zum Amt Volmarstein im Kreis Hagen. Am 1. April 1895 schied die Gemeinde Bommern aus diesem Amt aus und bildete fortan ein eigenes Amt Bommern im Landkreis Hagen.
Kirchengeschichte Eng mit der Kirche in Wengern verbunden, bekannten sich die Bommeraner Christen ab 1543 zu den Lehren Luthers. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zwischen den Bommeranern Protestanten und der Landeskirche zu erheblichen Verstimmungen. Bommern wünschte sich eine eigene Kirche, die Bitte wurde von der Landeskirche jedoch, so wird es überliefert, „schroff“ abgelehnt, woraufhin etwa 200 Bommeraner aus der Kirche austraten. 1890 gab die Landeskirche dem Drängen der Bommeraner nach, 1892 wurde mit dem Bau einer eigenen Kirche begonnen. Auf die traditionelle Ausrichtung des Chores gen Osten wurde verzichtet, da es so möglich war, die Kirche auf einem Hügel zu errichten, weithin sichtbar.
1889 entstand auch in Witten eine Freie evangelische Gemeinde (FeG Witten).Freie evangelische Gemeinde Witten Sie ging aus der Wittener Stadtmission hervor, die auch eine eigene Druckerei und Buchhandlung unterhielt (heute SCM Bundes-Verlag). Beides wurde von Friedrich Fries gegründet, der außerdem das Diakonische Werk „Bethanien“ in Solingen ins Leben rief. Beide Institutionen gibt es noch heute.
Bommeraner Ruhrbrücke Witten und Bommern werden durch die Ruhr voneinander getrennt. Aus historischen Dokumenten geht hervor, dass im Jahr 1503 eine Holzbrücke, die Bommern und Witten miteinander verband, durch extremen Eisgang zerstört wurde. Es ist nicht bekannt, wer diese Brücke errichtete und wann das geschah. Erst im Jahr 1882 wurde eine neue Brücke zwischen Bommern und Witten eingeweiht. Bis 1882 verkehrte eine Fähre zwischen den beiden Uferseiten. Die 1882 errichtete Brücke versah ihren Dienst bis 1936; die zwischen Januar und Juli des Jahres neu errichtete Überführung der Ruhr überstand im Krieg 1944 die Bombardierung der Alliierten unbeschadet und versah bis 1997 ihren Dienst. Am 8. Juni 1997 wurde die aktuelle Brücke eingeweiht.
Bommeraner Fährunglück Im September 1838 starben 42 Menschen, die meisten von ihnen Bommeraner, beim Kentern der Fähre. Der Unfall ereignete sich, als offenbar angetrunkene Fahrgäste begannen, die Fähre zum Schaukeln zu bringen. Das Gros der Gäste kam von einem Besuch der Wittener Zwiebelkirmes. Die Fähre kenterte, als nach dem Überschwappen einer Welle Panik auf der Fähre ausbrach.
Eingemeindung mini|Gebäude des Bundes-Verlags in Bommern
Im Zuge der Gemeindereform des Jahres gab Bommern am 1. August 1929 seine Selbstständigkeit auf und schloss sich der auf der gegenüberliegenden Ruhrseite gelegenen Stadt Witten an.
Einwohnerentwicklung nach 1975 Trotz der vielen Neubauten, die den Zuzug von Neubürgern in die grüne Seite Wittens, südlich der Ruhr, förderten, geht die Einwohnerzahl langfristig zurück. 1975 zählte Bommern noch 9322 Einwohner. Im Juni 2005 lebten 8711 Bürger in Bommern. Bis 2015 sank die Bevölkerung auf 8458. Bis 2020 stieg die Einwohnerzahl leicht auf 8517.
Stadtteilbezirke Steinhausen (61) Bommerbank (62) Bommerfeld (63) Wettberg (64) Buschey (65) Bommeregge (66)
(Die Zahl in den Klammern ist die Stadtteilbezirkskennziffer)
Obwohl zu Bommern in der allgemeinen Wahrnehmung auch Bommerholz gezählt wird und zum Beispiel die Stadtteilplanungen des bis 2009 zu erstellenden neuen Flächennutzungsplanes der Stadt Witten Bommerholz und Bommern als eine zusammengehörende Einheit betrachtet, ist Bommerholz ein Ortsteil von Herbede.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Unterführung der Ruhrtalbahn
Die Ruhr trennt Bommern genauso wie den Stadtteil Herbede vom Rest Wittens. Drei Brücken (eine für den Straßenverkehr, das Ruhr-Viadukt sowie für Fußgänger die Nachtigallbrücke) verbinden den Ortsteil mit der Innenstadt.
Bis zum 18. Oktober 1954 fuhr noch eine Straßenbahn (Linie 10) vom Wittener Rathaus nach Bommern.
Die Linien 379, 592, SB38 und NE17 (welche von der BOGESTRA und der VER betreiben werden) bedienen diesen Stadtteil. Linie Verlauf Takt – Witten-Rathaus – Witten-Bommern – Wetter-Wengern – Wetter-Oberwengern – Wetter Bf 60 min
Die Ruhrtalbahn, seit vielen Jahren eine Museumsbahn, hält auf dem Weg von Hagen Hbf nach Dahlhausen am Bahnhof Bommern. In den kommenden Jahren soll die Strecke wieder für den SPNV reaktiviert werden
Das S-Bahnzielnetz 2015 hatte ursprünglich vorgesehen, in Fahrtrichtung Witten hinter dem Haltepunkt Wetter (Ruhr) eine Ausfädelung zu bauen, damit die S-Bahnen auf der anderen Ruhrseite die reaktivierten Haltepunkte Wetter-Wengern Ost und Witten-Bommern Höhe bedienen. Wetter (Ruhr) wäre damit zum Knotenbahnhof geworden. Nach dem Amtsantritt Oliver Wittkes 2005 wurden allerdings sämtliche Zielvereinbarungen einer Neubewertung unterzogen. Die notwendige neue Ruhrbrücke wurde abgelehnt, sodass die S-Bahn ihren Weg nicht ändern wird.
Bildung mini|Helene-Lohmann-Realschule 2018 Bommern hat eine Realschule (Helene-Lohmann-Realschule) und eine Grundschule (Brenschenschule).
Energieversorgung Wärme Bommern ist der einzige Stadtteil Wittens mit einer Fernwärmeversorgung. Die Versorgung umfasst Wohngebäude mit ca. 800 Wohnungen, zwei Kindergärten, die Helene-Lohmann-Realschule, die Brenschenschule und zwei Supermärkte. Das Wärmenetz wird gespeist aus einem Heizkraftwerk in direkter Nähe des ehemaligen Bahnhofs Witten-Höhe. Es werden jährlich ca. 13 GWh Wärme in das Netz eingespeist, davon 8 GWh aus einem Biomethan-BHKW (6 × 250 kWel/260 kWth) und 5 GWh aus zwei Erdgaskesseln. Die Netzverluste liegen bei 2 GWh bzw. 16 % der Netzeinspeisung.
Ursprünglich wurde die 1964/65 entstandene Bebauung am Bommerfelder Ring vom nördlich der Ruhr gelegenen Wasserwerk aus mit Wärme versorgt. Die Ruhr wurde dafür mit einem Düker unterquert. Die Versorgung wurde 1990 umgestellt auf das neue Heizwerk am Bahnhof Witten-Höhe. Die Biomethan-BHKW's wurden 2013/2014 errichtet und können noch bis 2033/34 als EEG-Anlage mit hoher Förderung über das EEG betrieben werden.
Medien Das Medienangebot entspricht dem der Stadt Witten. Darüber hinaus erscheint in Bommern: Der Bommeraner (monatliches Anzeigenmagazin mit den Schwerpunkten Stadtgeschichte, Vereine und Politik vor Ort). Diese Publikation erscheint darüber hinaus im Herbeder Ortsteil Bommerholz sowie in Wengern. Ferner ist in Bommern das Redaktionsbüro Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen der bundesweit erscheinenden Sanitär- und Heizungs-Fachzeitschrift „SBZ“ ansässig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Steinhausen, Ansicht von Süden
Bergbauwanderweg Muttental, Wanderweg durch ein ehemaliges Bergbaugebiet mit Zechen und anderen Sehenswürdigkeiten Zeche Nachtigall, Industriemuseum Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia, Sammlung von diversen Bahnen Schloss Steinhausen, Herrenhaus Anfang des 19. Jh., heute: größte Mountainbikeschule Deutschlands und Gastronomie Wasserturm Bommerholz Naturschutzgebiet Ruhraue Witten-Gedern, westlicher Teil in Bommern, Naturbeobachtungen vom RuhrtalRadweg aus
Herz-Jesu-Kirche Die katholische Kirche Herz-Jesu ist ein ortsbildprägendes Kirchengebäude in Bommern. Die Kirchengemeinde gehört zum Pastoralverbund Witten-Ruhrtal im Erzbistum Paderborn.Seiten des Pastoralverbundes
mini|hochkant|Herz-Jesu-Kirche