Siegelsdorf (fränkisch: Siegls-doafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 92. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „sīglsdoʳf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Veitsbronn im mittelfränkischen Landkreis Fürth in Bayern. Siegelsdorf liegt in der Gemarkung Veitsbronn.

Geographie Das Dorf liegt am Südufer der Zenn und bildet mit dem östlich gelegenen Bernbach eine geschlossene Siedlung. Im Süden grenzen die Gewerbegebiete Am Reitweg, Stöckacherstraße und Bruckleite an. Im Südwesten liegt das Flurgebiet Am Reutfeld, im Südosten die Geisleite. Der Tuchenbach mündet zwischen Veitsbronn und Siegelsdorf von links in die untere Zenn ein.

Die Kreisstraße FÜ 17 führt über Bernbach nach Veitsbronn (0,8 km nordöstlich) bzw. über Kagenhof nach Raindorf (2,2 km westlich). Die FÜ 8 führt nach Veitsbronn (0,5 km nordöstlich) bzw. nach Seukendorf (2,5 km südlich). In Siegelsdorf zweigt die Bahnstrecke Siegelsdorf–Markt Erlbach von der Bahnstrecke Fürth–Würzburg ab.

Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Siglasdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Sigilo.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 92.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Siegelsdorf 8 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das St.-Klara-Klosteramt. Grundherren waren die Gotteshäuser Burgfarrnbach und Seukendorf (1 Gütlein), die Deutschordenskommende Nürnberg (2 Güter), die Reichsstadt Nürnberg: St.-Klara-Klosteramt (1 Hof, 1 Gütlein, 1 Hirtenhaus), Landesalmosenamt (1 Hof) und der Nürnberger Eigenherr von Pömer (1 Gut).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 173.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Siegelsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Veitsbronn zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Veitsbronn an.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 234.

Am 10. Juni 1928 ereignete sich ein Eisenbahnunfall in Siegelsdorf. Der Nachtzug D 47 entgleiste beim Überfahren der Zenngrundbrücke kurz vor Einfahrt in den Bahnhof Siegelsdorf. Dabei starben 24 Menschen, mehr als 100 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Ursache war vermutlich mangelnde Wartung der Gleisanlagen nach dem Ersten Weltkrieg in Verbindung mit einer Lokomotive, die darauf besonders empfindlich reagierte.

Baudenkmäler Bahnhofstr. 3 und 5: Bahnhof und Lagerhalle Hauptstr. 11: Wohn- und Mühlengebäude

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 54 49 59 98 103 245 293 1248 1724 1695 1794HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 10 17 21 34 106 219 373Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Katharina (Seukendorf) gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Veit (Veitsbronn) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Heilig Geist (Veitsbronn) gepfarrt.

Politik Die SPD hat in Siegelsdorf seit 1908 einen eigenen Ortsverein. Er zählt zu den ältesten Ortsvereinen in Mittelfranken.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Veitsbronn) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Ort an der Zenn