mini|Gedenkstein mini|Steinkreuze

Großweismannsdorf (fränkisch: Waimeasch-doafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth. S. 102. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „waimeʳschdoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Großweismannsdorf hat eine Fläche von 7,326 km². Sie ist in 1186 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6177,11 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Defersdorf und Kleinweismannsdorf.

Geographie Das Dorf bildet mit dem südwestlich gelegenen Kleinweismannsdorf eine geschlossene Siedlung. Durch diese fließt der Zwieselbach. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Tränkäcker genannt, im Südwesten Bodenfeld, im Nordosten Steingaßfeld und im Osten Hochstraßfeld und Kühbuck. 0,5 km nördlich befindet sich das Waldgebiet Im Loch.

Die Bundesstraße 14 verläuft nach Buchschwabach (4,2 km südwestlich) bzw. an Gutzberg vorbei nach Stein (6,5 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2409 führt nach Kleinweismannsdorf (0,4 km südlich). Die Kreisstraße FÜ 14 verläuft nach Sichersdorf (1,4 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kastenreuth (1,5 km nordwestlich).

Geschichte In einem Schreiben des Papstes Innozenz IV. aus dem Jahre 1249 wurde dem Kloster Heilsbronn Besitz in „Wizmansdorf“ bestätigt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 1, S. 65. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wizman.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth. S. 102.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großweismannsdorf 17 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (drei Höfe, fünf Güter, Schmiede, Schenkstatt, Hirtenhaus), die Reichsstadt Nürnberg: Schlüsselfelder-Stiftung (ein Gut), Spitalamt (ein Hof) und Nürnberger Eigenherren: von Grundherr (ein Gütlein, Wirtshaus), von Scheurl (ein Hof), von Volckamer (ein Gut).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 121. Im Jahre 1800 gab es im Ort 15 Anwesen, von denen zehn ansbachisch und fünf fremdherrisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 2, Sp. 414.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Großweismannsdorf gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Defersdorf und Kleinweismannsdorf, zu der II. Sektion gehörten Gutzberg, Loch, Oberbüchlein, Sichersdorf und Unterbüchlein. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Großweismannsdorf, die deckungsgleich mit der I. Sektion des Steuerdistrikts war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt). 1 Anwesen unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 dem Patrimonialgericht von Volckamer, 2 Anwesen von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Boxdorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 229. Ab 1862 gehörte Großweismannsdorf zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,360 km².

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Großweismannsdorf am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.

Baudenkmäler In Großweißmannsdorf gibt es fünf Baudenkmäler: Ansbacher Straße 29: Kleinbauernhaus Ansbacher Straße 30: zugehörige Fachwerkscheune Ansbacher Straße 34: Scheune Ansbacher Straße: zwei Steinkreuze Nähe B 14: Gedenkstein

Bodendenkmäler In der Gemarkung Großweißmannsdorf gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Großweismannsdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 229 313 332 319 319 317 322 309 362 344 335 292 314 318 326 362 377 372 358 620 638 600 557 626HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 45 49 56 59 57 56 65 100 93 Quelle Für die Gemeinde Großweismannsdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Defersdorf (S. 17) und Kleinweismannsdorf (S. 49).

Ort Großweismannsdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1997 2007 2018 2023Einwohner 129 167 147 147 142 120 194 328 321 301 421 588 590 533 518Häuser 20 22 24 23 35 37 55 106 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christkönig gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Geographie (Roßtal) Kategorie:Ersterwähnung 1249 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth