mini|300px|Blick über Untergruppenbach von der Burg Stettenfels Untergruppenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg, etwa sieben Kilometer südöstlich von Heilbronn. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken (bis 20. Mai 2003 Region Franken) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.
Geographie Geographische Lage Untergruppenbach liegt im Süden des Landkreises Heilbronn, etwa 6 km südöstlich der unmittelbar benachbarten Stadt Heilbronn im Tal des Gruppenbachs und am Fuße der bewaldeten Löwensteiner Berge, wo diese nach Süden in die kleinhügelige Ackerbaulandschaft östlich des mittleren Neckartals übergehen. Ein bedeutender Teil des Gebietes der Gemeinde, das fast ausschließlich nach Süden zur Schozach entwässert, liegt auch im Westzweig der Löwensteiner Berge, wodurch sie Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken hat.Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
Nachbargemeinden Nachbarstädte und -gemeinden Untergruppenbachs sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten): Heilbronn (Stadtkreis), Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Lauffen am Neckar (Exklave Stadtwald Etzlenswenden), Beilstein (Exklave Farnersberg), Abstatt, Ilsfeld, Talheim und Flein (alle Landkreis Heilbronn). Zusammen mit Abstatt, Beilstein und Ilsfeld bildet Untergruppenbach den Gemeindeverwaltungsverband Schozach-Bottwartal mit Sitz in Ilsfeld.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Untergruppenbach besteht aus Untergruppenbach selbst und Unterheinriet. Zu Untergruppenbach gehören die Weiler Donnbronn und Obergruppenbach sowie Schloss und Hof Stettenfels, zu Unterheinriet die Weiler Oberheinriet und Vorhof. Die abgegangenen, also heute nicht mehr bestehenden Orte Besenhausen, Espenweiler, Gerhausen und Schwengelhausen befanden sich auf Markung Unterheinriet, ebenso die nicht mehr bestehende Burg Heinriet.Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 97–99.
Die Gemeinde Untergruppenbach hat Einwohner (Stand ). 2007 lebten von damals rund 7500 Personen 3900 im Ortsteil Untergruppenbach, 850 in Donnbronn, 470 in Obergruppenbach, 1700 in Unterheinriet, 500 in Oberheinriet und 140 in Vorhof.Quelle: untergruppenbach.de, abgerufen am 24. Dezember 2007.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Untergruppenbach.
Genauere Aufschlüsselung für das Jahr 2001
Auch damals umfasste das Gemeindegebiet 27,27 km². Diese Fläche teilte sich wie folgt auf: 3,79 km² Siedlungs- und Verkehrsfläche, davon 1,90 km² Gebäude- und Freifläche 1,78 km² Verkehrsfläche 11,19 km² Landwirtschaftsfläche, davon 7,67 km² Ackerland 2,95 km² Wiesen 0,98 km² Weinberge 12,13 km² Wald 0,09 km² Wasserfläche 0,07 km² Übrige Nutzungsarten
Geschichte Untergruppenbach mini|Gruppenbach mit Burg Stettenfels 1598 mini|Lageplan von Untergruppenbach 1737 Unterhalb des Stettenfelses gab es vermutlich im 6. Jahrhundert erstmals eine Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen Gruppenbach erfolgte im Jahre 1109 in einer Schenkungsurkunde des Conrad von Merlenheim. Der Name „Groppenbach“ bezeichnete gleichermaßen den Ort wie auch den ihn durchlaufenden Bach, der heute Gruppenbach heißt. Sein Name geht auf den Süßwasserfisch Groppe zurück, er speiste einst auch einen See, der bereits vor 1600 eingetrocknet ist. Im Hochmittelalter wechselte die Gemeinde mehrfach den Besitzer. 1277 erwarb Pfalzgraf Ludwig II. die Gemeinde, bevor 1356 sowohl das Dorf wie auch die Burg Stettenfels an Burkard Sturmfeder weitergingen. Die Sturmfeder betrieben ab 1370 den Ausbau der Burg. 1481 gestattete Kaiser Friedrich III. die Einrichtung einer Badstube, eines Backhauses und einer offenen Schenkstatt im Dorf. 1504 eroberte Herzog Ulrich von Württemberg im Auftrag des Kaisers die Herrschaft Stettenfels und erhielt diese anschließend als Lehen, das er 1507 an seinen Erbmarschall Konrad Thumb von Neuburg weitergab. Nach einem Zwischenspiel in den Händen von Wolf Philipp von Hirnheim, der 1527 Eigentümer wurde und 1536 die Reformation durchführte, sind von 1551 an die Fugger Besitzer der Gemeinde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1632 Joh. Nicodemi von Ahausen vom schwedischen König Gustav II. Adolf mit der Herrschaft Stettenfels belehnt, nach Ahausens Tod noch im selben Jahr wurden jedoch die alten Besitzverhältnisse wiederhergestellt. 1737 kam es zu einem Streit zwischen den Dorfbewohnern und dem Grafen Anton Fugger, worauf zwei Bürger erschossen wurden. 1747 verkaufte Graf Anton Sigmund Fugger die Herrschaft an den württembergischen Herzog Carl Eugen.
Nach der Gründung des Königreichs Württemberg gab es zu Anfang des 19. Jahrhunderts eine neue Verwaltungsneugliederung. Zunächst gehörte Untergruppenbach bis 1810 zum Oberamt Beilstein, nach dessen Auflösung bis 1812 zum Oberamt Heilbronn, ab 1812 zum Oberamt Besigheim, nach vielen Eingaben und Bitten der Gemeinde ab 1842 dann wieder zum Oberamt Heilbronn. 1829 erwarb die Gemeinde das Schloss, veräußerte es jedoch 1852 wieder in Privatbesitz. 1893 wurde eine Postagentur gegründet, 1905 eine neue Volksschule errichtet. 1909 und 1911 erfolgte die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung bzw. der Anschluss an das Elektrizitätsnetz. Seit der Verwaltungsreform 1938 während der NS-Zeit in Württemberg gehört Untergruppenbach zum Landkreis Heilbronn. Im selben Jahr veränderte sich mit dem Bau der Reichsautobahn von Heilbronn nach Stuttgart (heute Teilstrecke der A 81) und der von Heilbronn herführenden Zubringerstraße die Landschaft um den Ort beträchtlich. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. 1953 wurde der Gruppenbach im Ort verdolt. 1962 erwarb die Gemeinde das alte evangelische Pfarrhaus und baute es im Folgejahr zum Rathaus um. 1971 bildeten Untergruppenbach und Unterheinriet eine Verwaltungsgemeinschaft. Am 1. Januar 1974 wurde Unterheinriet mit seinen Ortsteilen eingemeindet.
Am 17. Januar 1982 wurde in Untergruppenbach der mit seiner Familie dort im Exil lebende kosovarische Dichter und Dissident Jusuf Gërvalla zusammen mit seinem Bruder und einem weiteren Regimegegner vermutlich vom jugoslawischen Geheimdienst ermordet.
Unterheinriet mini|300px|Unterheinriet mini|300px|Vorhof Unterheinriet wurde 1139 mit der Nennung eines Helferich de Hehenried im Gefolge König Konrads erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname geht auf die Herren von Hohenriet zurück, deren Burg Hohenriet (Burg auf der gerodeten Höhe) im höher gelegenen Nachbarort Vorhof (Hof vor der Burg) stand und an welche heute nur noch der Flurname Burgsel erinnert. Die Burgherren werden im 12. und 13. Jahrhundert mehrfach erwähnt und tragen dasselbe Wappen wie die Hacken zu Hoheneck. Konrad von Heinrieth erwarb 1327 Burg und Stadt Neudenau von Konrad von Weinsberg. 1330 erwarb Graf Nicolaus von Löwenstein die Hälfte von Burg und Dorf Unterheinrieth. Nach zahlreichen Verkäufen und Beleihungen gelangten die Grafen von Löwenstein 1364 in den gesamten Besitz der Herrschaft. Die Herren von Heinriet verkauften in der Folgezeit auch alle auswärtigen Besitztümer, so dass sie 1456 völlig besitzlos waren, bevor mit Philipp von Heinriet 1462 der letzte Spross ausstarb. Nachdem die Grafschaft Löwenstein und damit auch Unterheinriet 1504 württembergisch geworden waren, wurde letzteres 1510 von der Grafschaft getrennt und dem württembergischen Amt Beilstein zugeordnet. Der Schwäbische Bund zerstörte die Burg Hohenriet 1528, weil sie der Rückzugsort des Bauernführers Hans Thomas von Absberg, eines Mitstreiters Götz von Berlichingens, war.
Nach der Gründung des Königreichs Württemberg wechselte Unterheinriet im Jahr 1807 vom Oberamt Beilstein zum Oberamt Weinsberg. 1830 wurde die Brücke über die Schozach gebaut, 1874 ein Schulhaus. Im Jahr 1900 wurde eine Postagentur eröffnet, 1908 wurde der Omnibusverkehr von Heilbronn über Flein, Untergruppenbach und Abstatt nach Unterheinriet aufgenommen. Nach der Auflösung des Oberamts Weinsberg kam der Ort 1926 im Zuge einer Verwaltungsreform des Volksstaates Württemberg an das Oberamt Heilbronn, das 1938 zum Landkreis Heilbronn umgewandelt wurde. 1927 wurde die erste Gemeindehalle erbaut, die eine der ersten Gemeindehallen in Württemberg war. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Unterheinriet zu 45 %, Oberheinriet zu 35 % und Vorhof zu 90 % durch amerikanische Luftangriffe zerstört. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Nachdem bereits seit 1971 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Untergruppenbach bestanden hatte, wurde Unterheinriet am 1. Januar 1974 mit seinen Ortsteilen nach Untergruppenbach eingemeindet.
Religionen mini|Katholische Stephanskirche in Untergruppenbach Seit Wolf Philipp von Hirnheim 1536 die Reformation durchführte, ist Untergruppenbach vorwiegend evangelisch geprägt. Zwar versuchte Ludwig Xaver Fugger 1735 eine katholische Kirche zu bauen, diese ließ der württembergische Herzog Carl Alexander jedoch noch vor der Fertigstellung wieder einreißen. In Untergruppenbach und Unterheinriet gibt es jeweils eine eigene evangelische Kirchengemeinde. Die evangelische Kirchengemeinde UntergruppenbachWebsite der Evangelischen Kirchengemeinde Untergruppenbach gehört zum Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim, die evangelische Kirchengemeinde Unterheinriet gehört zum Kirchenbezirk Weinsberg-NeuenstadtWebsite des Evangelischen Kirchenbezirks Weinsberg-Neuenstadt, beide jeweils in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Darüber hinaus gibt es die katholische Kirche St. Stephan, die zur katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus, Lauffen, gehört, eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Kirchengemeinde sowie die Gemeinde der Christen „Ecclesia“ e. V.
Einwohnerentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung in Untergruppenbach von 1871 bis 2017 Jahr Einwohner 1871 2393 1880 2558 1890 2617 1900 2539 1910 2491 1925 2393 1933 2388 1939 2277 1950 2907 1956 2972 Jahr Einwohner 1961 3338 1965 3955 1970 4503 1975 5762 1980 6441 1985 6609 1990 6959 1995 7438 2000 7543 2001 7614 Jahr Einwohner 2002 7556 2003 7561 2004 7530 2005 7549 2007 7608 2008 7687 2009 7753 2010 7861 2011 7877 2012 7909 Jahr Einwohner 2013 8013 2014 8122 2015 8276 2016 8342 2017 8324 2020 8528
Politik mini|Rathaus in Untergruppenbach Gemeinderat Die Kommunalwahl 2019 ergab diese Sitzverteilung: UWG: 7 Sitze CDU: 5 Sitze SPD: 4 Sitze Wahlergebnis der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024
Unabhängige Wählergemeinschaft Untergruppenbach 6 Sitze CDU 6 Sitze SPD 3 Sitze Grüne 1 Sitz FDP 0 Sitze
Bürgermeister Seit 2018 ist Andreas Vierling der Bürgermeister von Untergruppenbach. Vorgänger waren von 1978 bis 2002 Walter Haiber sowie von 2002 bis 2018 Joachim Weller.
Wappen und Flagge Die Blasonierung des Untergruppenbacher Wappens lautet: In Rot ein goldener Reichsapfel mit goldenem Kleeblattkreuz. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Rot.