Die Dürener Kreisbahn GmbH (DKB) ist ein in Düren ansässiges Verkehrsunternehmen. Es betrieb Ende 2019, als die Leistungen an den Ausschreibungsgewinner Rurtalbus abgegeben wurden, 31 konventionelle Buslinien, deren Liniennetz ungefähr 710 Kilometer umfasste, vier Nachtbus-, vier Anrufbus- und eine Discobuslinie sowie ein Anrufsammeltaxi-Angebot. Dafür standen insgesamt 77 Fahrzeuge zur Verfügung. 2004 beförderte die DKB damit insgesamt rund 10,77 Mio. Fahrgäste.
Die Dürener Kreisbahn GmbH ist vollständig im Eigentum der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH.
Geschichte Netzentwicklung Das Unternehmen wurde 1908 gegründet. Am 6. Oktober dieses Jahres nahm die Kreisbahn auf ihren ersten Straßenbahn- und Eisenbahnstrecken den Betrieb auf. Eingerichtet wurden in schneller Folge Straßenbahnlinien zum Dürener Bahnhof, nach Kreuzau, Gürzenich, Lendersdorf und Distelrath. Gemeinsamer Ausgangspunkt war der Marktplatz in Düren. Dazu kamen Eisenbahnlinien (damals entsprechend der Gesetzeslage als Kleinbahn bezeichnet) von Distelrath über Merzenich und Nörvenich nach Zülpich Stadt, sowie eine dem Güterverkehr vorbehaltene Strecke nördlich um die Stadt von Distelrath nach Schneidhausen (Güterring). Die Eisenbahnstrecke nach Zülpich wurde 1911 bis Embken verlängert, wobei ein Anschlussgleis zur Braunkohlenbrikettfabrik Astraea gelegt wurde. Charakteristisch für diese erste Schienenepoche der DKB war, dass von Anfang an ein Mischbetrieb zwischen Straßenbahnen und Klein- bzw. Eisenbahnen eingerichtet wurde. 1939 wurde der Betrieb der ersten Omnibuslinien aufgenommen.
Zwischen den Kriegen elektrifizierte die DKB weitere Abschnitte ihrer Eisenbahnstrecke in Richtung Nörvenich, das vom Fahrdraht 1928 erreicht wurde. Auf den nicht elektrifizierten Strecken setzte sie erste Dieseltriebwagen als Ersatz für die teure Dampftraktion ein.
Die Streckeneröffnungen im Einzelnen:
Datum Strecke 6. Oktober 1908 Düren Bahnhof – Düren Markt – Niederau 6. Oktober 1908 Distelrath – Düren Markt – Rölsdorf – Gürzenich 6. Oktober 1908 Rölsdorf Dreieck – Lendersdorf 6. Oktober 1908 Distelrath – Zülpich (Güterverkehr) 23. Dezember 1908 Niederau – Friedenau 15. März 1909 Friedenau – Kreuzau 1. Mai 1909 Distelrath – Zülpich (Personenverkehr) 3. Juni 1911 Zülpich – Embken 20. Juli 1912 Ringbahn Distelrath – Rölsdorf (Güterverkehr) 20. Juli 1912 Lendersdorf – Walzwerk Schneidhausen
Einstellung des Schienenverkehrs Im Zweiten Weltkrieg wurde Düren schwer zerstört. Die Strecken der DKB wurden dabei so stark beschädigt, dass einige Abschnitte nicht mehr in Betrieb genommen wurden. So endete der Straßenbahnverkehr nach Kreuzau und zum Bahnhof. Die Haltestelle Markt wurde auf den Kaiserplatz verlegt. Bis 1958 wurden im innerstädtischen Straßenbahnnetz außer der Verbindung Düren Kaiserplatz – Distelrath alle Strecken stillgelegt. 1958 wurden die folgenden Linien befahren (alle Linien außer 7 und 8 mit Omnibussen):Dürener Kreisbahn Betriebsgesellschaft, Dürener Eisenbahn A.G. (Hrsg.): Fahrplan; Sommer 1958.
Linie Verlauf 1 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Winden 2 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Rölsdorf – Lendersdorf – Krauthausen / – Berzbuir 3 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Goethestraße / Rurstraße – Rölsdorf – Gürzenich – Hubertushof – Lager 4 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße – Zülpicher Platz 5 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Krankenhaus – Grüngürtel – Schoellerstraße – Wirteltorplatz – Bahnhof 6 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Ebertplatz – Binsfelder Straße – Zülpicher Platz 7 Düren Kaiserplatz – Neuer Friedhof – Distelrath – Merzenich 8 Düren Kaiserplatz – Neuer Friedhof – Distelrath – Merzenich – Girbelsrath – Nörvenich – Müddersheim – Sievernich – Bessenich – Zülpich Kreisbahn – Zülpich Stadt * 9 Düren Kaiserplatz – Wirteltorplatz – Bahnhof – Birkesdorf – Arnoldsweiler – Morschenich – Buir / – Merzenich ** 11 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Drove – Thum – Berg 12 Nörvenich – Rath – Wissersheim – Pingsheim – Herrig – Lechenich 13 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Rölsdorf – Gürzenich – Hubertushof – Schevenhütte 15 Nörvenich Bahnhof – Fliegerhorst 17 Gladbach – Vettweiß – Froitzheim – Füssenich – Geich 18 Zülpich Bahnhof – Markt – Geich – Füssenich – Juntersdorf – Embken *** 21 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Winden – Rath – Nideggen
* = elektrischer Betrieb bis Sievernich ** = von Düren Bahnhof bis Birkesdorf keine Unterwegsbedienung *** = Gemeinschaftsverkehr Dürener Kreisbahn – Deutsche Bundespost
Schon 1957 musste der Eisenbahnabschnitt Zülpich Stadt – Embken dem Braunkohlentagebau Zülpich weichen. Im Kontrast dazu begann die DKB, die Strecke von Nörvenich in Richtung Zülpich-Stadt mit Oberleitung zu versehen. 1960 wurde aber trotz dieser Baumaßnahmen der Abschnitt Nörvenich – Zülpich-Stadt stillgelegt. Die DKB betrieb danach nur mehr die Strecke Düren Kaiserplatz – Nörvenich und den Güterring. Der Verkehr nach Nörvenich wurde schließlich am 30. April 1963 eingestellt, damit endete der schienengebundene Personenverkehr der DKB. Die DKB betrieb danach noch einige Jahre den Güterverkehr nach Nörvenich und auf dem Güterring, dieser wurde allerdings ebenfalls schrittweise stillgelegt, 1968 nach Nörvenich und 1970 der Güterring. Die Strecke zum Übergabebahnhof und zum Bahnhof Düren wurde noch bis zum 31. Januar 1971 mit eigener Lokomotive bedient. Die Bedienung der in ein Industriestammgleis umgewandelten Strecke wurde ab dem 1. Februar 1971 durch die Deutsche Bundesbahn übernommen. Damit endete der Schienenverkehr, die DKB war seitdem bis zur Übernahme der Jülicher Kreisbahn ein reiner Busbetrieb.
Weitere Entwicklung des Busverkehrs Die Dürener Kreisbahn bildete von 1972 bis 1978 gemeinsam mit der Kraftpost Düren die Dürener Verkehrsgemeinschaft (DVG). Vom 1. Januar 1979 bis zum 31. Dezember 2019 gehörte sie tariflich zum Aachener Verkehrsverbund (AVV).
Neuaufnahme des Schienenverkehrs mini|Düren, 3. März 1993: Der letzte DB-Zug vor der 3-stündigen Vormittags-Pause ist aus Jülich angekommen, rechts stehen generalüberholte Schienenbusse für die DKB bereit mini|DKB-Eröffnungszug am 23. Mai 1993 bei der Feier in Huchem-Stammeln. Im Hintergrund das frühere, von der Bevölkerung wegen seiner Gitterstäbe auch „Affenkäfig“ genannte Empfangsgebäude der DB. mini|MdL und Landrat Adi Retz 1995 bei der Vorstellung der RegioSprinter
Am 1. Januar 1984 übernahm die DKB zunächst den Betrieb der Jülicher Kreisbahn, nachdem die beiden Landkreise bereits 1972 zusammengelegt worden waren. Damit betrieb die DKB wieder Eisenbahnverkehr, wenn auch nur den spärlichen Güterverkehr auf der Strecke der Jülicher Kreisbahn Jülich Nord – Puffendorf, der in der Regel darin bestand, ein oder zweimal pro Tag Wagen vom DB-Übergabebahnhof Kirchberg zu den Kunden entlang der Strecke und wieder zurückzubringen.
Seit Beginn der 1980er Jahre beabsichtigte die Deutsche Bundesbahn (DB), sich von den Nebenstrecken rund um Düren zu trennen. Jedoch sah der Kreis Düren besonders auf den beiden Strecken entlang der Rur ein ungenutztes Potenzial für den Schienenpersonenverkehr. Nach jahrelangen Verhandlungen wurde daher am 12. September 1992 in einem Sonderzug ein Vertrag zwischen DKB und DB zur Übernahme dieser beiden Strecken geschlossen. Ab Februar 1993 erhielt die DKB von der DB eine Anzahl gebrauchter und sanierter Schienenbusse, und es begannen Probe- und Schulungsfahrten in DKB-Farben auf den Strecken, auf denen weiterhin die DB den öffentlichen Verkehr nach ihrem bisherigen Fahrplan betrieb.
Am 23. Mai 1993 schließlich ging mit einem großen Festprogramm der Betrieb auf den Bahnstrecken Düren – Jülich und Düren – Heimbach von der DB auf die DKB über. Die DKB fuhr im Gegensatz zu dem unregelmäßigen Fahrplan der DB werktags von Anfang an im Stundentakt und befuhr an Wochenenden auch wieder die Jülicher Strecke, wo unter DB-Regie an Wochenenden seit mehr als zwanzig Jahren kein Verkehr mehr stattfand. Als Fahrzeuge dienten übergangsweise die gebrauchten Schienenbusse, doch schon am 24. September 1993 bestellte die DKB bei Siemens-Duewag neuartige und im Branchenvergleich äußerst kostengünstige Leichttriebwagen des Typs RegioSprinter. Diese befanden sich zum Zeitpunkt der Bestellung noch im Entwurfsstadium, doch wurde nach einer in diesem Bereich ungewöhnlich kurzen Zeitspanne von 18 Monaten das erste Fahrzeug fertiggestellt und am 25./26. März 1995 in Jülich bzw. Düren der Öffentlichkeit und den Medien präsentiert. Hergestellt wurden die Fahrzeuge im nordrhein-westfälischen Krefeld.
Auf ihren beiden Strecken baute die DKB unter dem Markennamen Rurtalbahn ein Nahverkehrsangebot auf, das mit den lokalen Buslinien und einem neuen Rufbus- bzw. Anruf-Sammeltaxi-Angebot koordiniert wurde. Am 7. Juni 2002 wurde die Jülicher Strecke bis nach Linnich verlängert. Auf beiden Strecken hatte die DKB auch wesentliche Anteile des Güterverkehrs übernommen.
Der Einstieg in den Güterverkehr außerhalb des eigenen Schienennetzes erfolgte im Jahr 2000.
Am 26. Juni 2001 wurde das Tochterunternehmen Düren Trans GmbH gemeinsam mit der Firma Taeter Aachen gegründet. Dieses übernahm teilweise Verkehrsleistungen des Busbetriebs von der DKB. Im April 2008 wurde aus der Düren Trans GmbH die Rurtalbus GmbH. Eigentümer der Gesellschaft waren neben der DKB (23,8 %) die Veolia Verkehr Rheinland GmbH (25,2 %) und seit Oktober 2007 die R.A.T.H. GmbH (51,0 %), die zuvor bereits Mehrheitsgesellschafter der Rurtalbahn GmbH war.
Ausgliederung des Schienenverkehrs mini|Fahrradanhänger an einem Bus des RVE auf Linie SB 63 an der Haltestelle Vogelsang I P Walberhof (2013)
Der Betrieb des Schienenverkehrs wurde zum 1. Januar 2003 als eigenständige Rurtalbahn GmbH ausgegliedert, an der die DKB einen Anteil von 25,1 % hielt. Die restlichen 74,9 % übernahm die private R.A.T.H. GmbH. Danach war die DKB zum zweiten Mal in ihrer Geschichte wieder ein reiner Omnibusbetrieb, allerdings hielt sie weiter das Eigentum an den von der Rurtalbahn GmbH betriebenen Bahnstrecken.
Neuordnung der Gesellschaft Am 20. Februar 2008 wurde die DKB-Verkehr GmbH als 100%ige Tochter der Dürener Kreisbahn GmbH gegründet. Diese übernahm ab dem 1. Januar 2009 das operative Busgeschäft (Straßenpersonenverkehr) und die entsprechenden Konzessionen nach Personenbeförderungsgesetz von der DKB. Die DKB-Verkehr GmbH wurde am 7. Januar 2009 in DKB GmbH, am 24. November 2009 schließlich in Dürener Kreisbahn GmbH (DKB) umbenannt.
Zuvor wurden am 1. Januar 2009 die bisherige Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH und die DKB Vermögensverwaltung GmbH in die bisherige Dürener Kreisbahn GmbH integriert, die als neue Holdinggesellschaft fungieren sollte. Am 13. August 2009 erfolgte deren Umbenennung in Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH. Diese Gesellschaft, die sich vollständig im Eigentum des Kreises Düren befindet, ist weiterhin Eigentümer der Infrastruktur der alten DKB und damit der von der Rurtalbahn GmbH betriebenen Bahnstrecken. Des Weiteren hält sie Beteiligungen an den Tochterunternehmen Dürener Kreisbahn GmbH (100 %), Rurtalbahn GmbH (25,1 %) und weiteren Gesellschaften. Bis zu deren Löschung am 8. Oktober 2016Öffentliche Bekanntmachung zu HRB 2927 In: Justizportal des Bundes und der Länder, 8. Oktober 2016, abgerufen am 8. Oktober 2019. hielt die DKB 23,8 % an der Rurtalbus GmbH (vormals Düren Trans GmbH).