Güglingen [] ist eine Stadt im westlichen Teil des Landkreises Heilbronn. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geografie mini|Blick auf Güglingen Güglingen liegt im Tal der Zaber im Zabergäu im südwestlichen Landkreis Heilbronn, am nördlichen Talhang inmitten von Weinbergen.

Nachbargemeinden Nachbarstädte und -gemeinden Güglingens sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Pfaffenhofen, Eppingen, Brackenheim, Cleebronn (alle Landkreis Heilbronn) und Sachsenheim (Landkreis Ludwigsburg). Zusammen mit Pfaffenhofen und Zaberfeld bildet Güglingen den Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Zabergäu“ mit Sitz in Güglingen.

Stadtgliederung Güglingen besteht aus der Kernstadt und den Stadtteilen Eibensbach und Frauenzimmern. Zu Güglingen gehören noch die Höfe Sägmühle und Sophienhof. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind auf Gemarkung Güglingen die Heugelinsmühle, auf Gemarkung Eibensbach die Burgruine Blankenhorn.Quelle für den Abschnitt Stadtgliederung:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 81–84

Die Stadt Güglingen hat 6375 Einwohner, von denen 4460 im Stadtteil Güglingen, 929 im Stadtteil Eibensbach und 986 im Stadtteil Frauenzimmern leben (Stand 2017).Quelle: , abgerufen am 28. Juni 2020

Geschichte mini|links|Güglingen von Osten, bei G. Ebner, um 1820

Güglingen Schon in der Jungsteinzeit und zu Zeiten der Kelten und Römer war die Güglinger Gemarkung besiedelt. 1999 bis 2005 wurde bei ausgedehnten Grabungen des baden-württembergischen Landesdenkmalamtes in Güglingen eine römische Siedlung (vicus) freigelegt, die von etwa 120 bis 260 n. Chr. bewohnt war und aus über 30 Streifenhäusern mit Läden und Wohnräumen, einem öffentlichen Badehaus, einem Straßenheiligtum und zwei im Jahr 2002 entdeckten Mithräen, Heiligtümern des Mithras-Kultes, bestand. Es wird vermutet, dass die Siedlung eine Größe von 10 Hektar hatte.Quelle zur Vor- und Frühgeschichte Güglingens: auf www.stimme.de, neu abgerufen am 28. Juni 2020.Klaus Kortüm, Andrea Neth: Der römische Vicus bei Güglingen. Entdeckungen im Archiv ergänzen die aktuellen Ausgrabungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 35. Jg. 2006, Heft 2, S. 69–77 ()

Der Ort Güglingen wurde vermutlich im 4. oder 5. Jahrhundert zu Zeiten der alamannischen Landnahme gegründet. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Güglingen im Herzogtum Franken.

1188 wird ein allodium in Gugelingen (dt.: Eigengut in Güglingen) in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Hof mit zugehörigem Land. Es gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals in die Praxis umgesetzt.Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 7. April 2017.

Der Ort gehörte im 13. Jahrhundert den Herren von Neuffen und erhielt spätestens 1295 die Stadtrechte. 1340 wurde die Stadt nach mehreren Besitzerwechseln württembergisch. 1295 schenkte Graf Rudolf von Neuffen dem Hl.-Grab-Kloster Speyer das hiesige Kirchenpatronat, das im Zuge der Reformation 1541 an Württemberg abgetreten wurde.Regest der SchenkungsurkundeRegest der Verkaufsurkunde Im Bauernkrieg 1525 war Güglingen das Zentrum des Aufruhrs im Zabergäu. Bis 1808 war die Stadt Sitz des gleichnamigen Amts. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg wurde der eigene Amtsbezirk aufgelöst und Güglingen dem Oberamt Brackenheim zugeordnet. Die alten Stadttore und Türme wurden abgebrochen. Mehrere Brände um 1850 richteten starke Zerstörungen an. Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Güglingen 1938 zum Landkreis Heilbronn. 1939 wurden 1206 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1533.Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Güglingen Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Die bis dahin stark landwirtschaftlich geprägte Stadt wandelte sich in den Nachkriegsjahren zu einem Gewerbe- und Industriestandort.

Eibensbach mini|Burg Blankenhorn Die Entstehung des Ortsteils Eibensbach ist eng mit der Burg Blankenhorn verbunden, einer um 1220/1235 südlich des Ortes errichteten staufischen Burg, die bereits im 15. Jahrhundert verfiel und zu der der Ort ursprünglich gehörte. Burg und Dorf kamen im 14. Jahrhundert an Württemberg und waren bis 1808 dem Amt Güglingen zugeordnet. Nach dessen Auflösung wurde der Ort dem Oberamt Brackenheim unterstellt. Am 1. Januar 1975 wurden Eibensbach und Güglingen zur neuen Stadt Güglingen vereinigt.

Frauenzimmern mini|Backhaus in Frauenzimmern Der Ortsteil Frauenzimmern wurde bereits um das Jahr 800 erstmals erwähnt. Der Ortsname Frauen-Zimmern geht auf ein Nonnenkloster zurück, das von 1245 bis 1442 dort bestand. Im Laufe des 14. Jahrhunderts kam Frauenzimmern an Württemberg und war ebenfalls bis 1808 dem Amt Güglingen zugeordnet, danach dem Oberamt Brackenheim. Am 1. Juli 1971 wurde der Ort nach Güglingen eingemeindet.

Religionen mini|Evangelisch-methodistische Erlöserkirche in Güglingen In Güglingen, Frauenzimmern und Eibensbach gibt es jeweils eine evangelische Kirchengemeinde, die alle zum Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim gehören. Die katholische Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Güglingen ist für Güglingen und seine Stadtteile sowie für die Gemeinden Cleebronn, Pfaffenhofen und Zaberfeld samt deren Ortsteilen zuständig. Ebenfalls in Güglingen ansässig sind die Evangelisch-methodistische Kirche und die Gemeinde Gottes. Auch ein Gebetsraum des islamisch-türkischen Kulturvereins, die Osman-Gazi-Moschee, befindet sich in Güglingen. Die Neuapostolische Kirche bestand bis 2024.

Politik Gemeinderat mini|hochkant=0.9|Rathaus von Güglingen Der Gemeinderat in Güglingen besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Die Wahlbeteiligung lag bei 54,14 % (2019: 51,3 %).

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze 2019 Freie Unabhängige Wählervereinigung (FUW) 42,99 % 8 49,0 %, 9 Sitze Bürger-Union (BU) 40,57 % 7 32,6 %, 6 Sitze Neue Liste (NL) 16,44 % 3 18,4 %, 3 Sitze

Bürgermeister Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Von 1993 bis 2017 amtierte Klaus Dieterich.Thomas Dorn: Klaus Dieterich kandidiert nicht mehr. stimme.de, 14. September 2016 Von 2017 bis 2025 war Ulrich Heckmann Bürgermeister.Thomas Dorn: Güglingens neuer Bürgermeister im Amt. stimme.de, 6. Mai 2017 Seit 2025 amtiert Michael Tauch.

Wappen und Flagge mini|120px|Wappen Güglingens Die Blasonierung des Güglinger Wappens lautet: In Rot eine silberne Gugel. Die Stadtfarben sind Weiß-Blau.

Die Gugel als redende Wappenfigur ist auf allen Siegeln Güglingens seit 1359 feststellbar, ebenso auf dem steinernen Wappen von 1731 am Güglinger Marktbrunnen und als Fleckenzeichen im Kieserschen Forstlagerbuch von 1684. Die Farben des Wappens blieben im Wesentlichen seit 1575 unverändert; nur in der Zeit vor 1933 wurde der Wappenschild eine Zeitlang blau-silbern tingiert. Aus dieser Tingierung entstanden vermutlich die Flaggenfarben Weiß-Blau, die auch nach Wiedereinführung der ursprünglichen Tingierung des Wappens erhalten blieben. Die 1975 aus der Vereinigung mit Eibensbach und Frauenzimmern hervorgegangene neue Stadt Güglingen hat Wappen und Flagge übernommen; beide wurden der Stadt am 11. März 1976 vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn verliehen.Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 73Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 90

Städtepartnerschaften Am 28. April 2007 wurde eine Partnerschaft mit Auneau in Frankreich (Département Eure-et-Loir) eingegangen. Die Partnerschaftsurkunde wurde am 23. Juni 2007 in Auneau gegengezeichnet. Eine weitere Partnerschaft mit Dorking in England (Grafschaft Surrey) wurde am 21. Juli 2007 in Güglingen abgeschlossen. Beim Gegenbesuch in Dorking wurde am 22. September 2007 die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|hochkant|Stadtkirche St. Mauritius Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmale in Güglingen. Die Mauritiuskirche in Güglingen wurde 1241 erstmals erwähnt, im 18. Jahrhundert umfassend erneuert, brannte beim Stadtbrand 1849 ab und wurde 1850 wieder aufgebaut. Der Ostturm ist noch spätgotischen Ursprungs, der Treppenturm entstammt der Zeit der Renaissance. Die Kirche wurde um 1970 von dem Güglinger Architekten Heinz Rall modernisiert, der gemeinsam mit seiner Frau Ursula Stock durch Modernisierungen und Kunstobjekte das gesamte Bild der Ortsmitte von Güglingen prägte. Seit 1988 ist in der Kirche das Güglinger Palmtuch aufgehängt, das aus 40 Teilbildern verschiedener Künstler besteht. Das in der Nähe der Kirche befindliche Pfarrhaus wurde um 1850 erbaut. Das Alte Amtshaus, ein auf 1592 datierter Bau mit Zierfachwerk, dient mittlerweile als Rathaus. Das nach dem Stadtbrand neben der Kirche errichtete Alte Rathaus von 1850 beherbergt seit 2008 das Römermuseum. Der Deutsche Hof wurde von Herzog Ludwig von Württemberg um 1570 errichtet. Von der Anlage sind heute noch die Herzogskelter mit Bandhaus sowie die Zehntscheuer erhalten. Die Gebäude wurden um 1980 umfassend saniert. Die Herzogskelter beherbergt heute ein Hotel, die Zehntscheuer eine Bank. In das Mauerwerk des Deutschen Hofes sind verschiedene Abgüsse von römischen Steindenkmälern eingelassen. Das Steinhaus wurde bereits 1349 erwähnt, war Adelssitz, danach Vogtei, 1444 bis 1474 Klosterpfleghof und 1571 Haus des „Helfers“, des zweiten Pfarrers der Stadt, und wird daher auch Helferhaus genannt. Der Erker des Gebäudes stammt von 1581. Der Marktbrunnen wurde 1568 errichtet und 1787 erneuert. Die Kapelle St. Leonhard beim Friedhof wurde 1443 erwähnt und 1579 erneuert. Neben der Kapelle befindet sich im Eingangsbereich des Friedhofs ein 1923 eingeweihtes Kriegerdenkmal von Albert Volk, das 1961 um die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen erweitert wurde.Norbert Jung: 1914 – Albert Volk – Kriegerdenkmale – 2014, Heilbronn 2014, ISBN 978-3-934096-39-4, S. 18–19. Oberhalb des Ortsteils Eibensbach befindet sich, in 390 m Höhe auf dem Gipfel des Blankenhorns, die Ruine der staufischen Burg Blankenhorn aus dem 13. Jahrhundert. In den Güglinger Ortsteilen gibt es darüber hinaus je eine historische Kirche. In der Marktstraße wurde am 1. April 2017 neben der Bäckerei Oehler eine Stauferstele errichtet, die unter anderem an die Ersterwähnung 1188 in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien erinnert.Güglingen 2017 auf stauferstelen.net, abgerufen am 7. April 2017

Kunst im öffentlichen Raum